Skatepark am ehemaligen Berghotel? SPD-Politiker bringt weiteren Standort ins Gespräch Dirk Haunhorst Porta Westfalica-Hausberge. In die Diskussion um die Neugestaltung des Skateparks in Hausberge bringt der SPD-Politiker Reinhard Geffert einen neuen Standort ins Gespräch: ein Waldstück in der Nähe des früheren Porta Berghotels am Fuße des Jakobsbergs. Geffert befürchtet, dass das Skatepark-Projekt, das bislang an der Platten Weide in Bahnhofsnähe vorgesehen ist, weiter aufgeschoben werden könnte, weil der Standort umstritten ist. So fielen bei einer Verwirklichung der neuen Anlage einige Pendlerparkplätze in Bahnhofsnähe weg. Außerdem sei schon angesichts der bestehenden Anlage an der Platten Weide oft bemängelt worden, dass sich die Jugendlichen am Ortsrand treffen müssten. Deshalb plädiert Geffert dafür, über einen alternativen Standort nachzudenken. „Wenn wir dann zu dem Schluss kommen, dass die Platte Weide besser ist als das Gelände am Jakobsberg, dann ist das auch in Ordnung." Nur sollte bald eine Entscheidung getroffen werden, um die Fördergelder zu beantragen. Denn je später das geschehe, desto leerer der entsprechende Topf. Eigentlich sollte das Skatepark-Projekt auf der Tagesordnung des Jugendhilfeausschusses Ende November erscheinen. Allerdings fiel dann die Sitzung des Gremiums nach vorheriger Absprache coronabedingt kürzer aus. Verwaltung und Politik waren im Ältestenrat übereingekommen, den Skatepark von der Tagesordnung zu nehmen. Das hielt jedoch einige Politiker nicht davon ab, unter der Rubrik Anträge doch noch über das Thema zu reden. Verwaltungsmitarbeiterin Ute Grieger fand es laut Sitzungsprotokoll „irritierend", dass vorheriger Absprachen zum Trotz die SPD einen Antrag stellte, worauf die CDU mit einem weiteren Antrag reagiert habe. Die Verwaltung erinnerte in der Sitzung daran, dass bislang ein Grundsatzbeschluss fehle, um die nötige Fläche des Pendlerparkplatzes als auch städtische investive Mittel für den Bau eines kombinierten Skate- und Bikeparks bereit zu stellen. Die SPD hatte in dem von Reinhard Geffert und stellvertretendem Ausschussvorsitzenden Jan Frohwitter unterzeichneten Papier weitere Planungsschritte beantragt. Demnach soll die Firma Endboss, die mit Jugendlichen im September einen Workshop veranstaltet hatte (MT vom 7. September) eine Visualisierung der neuen Anlage samt Kostenberechnung erstellen. Dies koste ungefähr 10.000 Euro und sei eine wichtige Voraussetzung, an die eigentlichen Fördergelder zu kommen, so Geffert gestern gegenüber dem MT. Die CDU sprach sich im Ausschuss für einen Neubau unter der Bedingung aus, dass die Stadt dafür eine 90-prozentige Förderung erhält. Allerdings sei das Ergebnis des Workshops weder dem Jugendhilfeausschuss vorgestellt noch in den Fraktionen beraten worden. Der Antrag der SPD sei daher verfrüht. Letztlich kamen die Politiker überein, das Projekt 2021 beraten zu wollen, um die Anlage dann gegebenenfalls 2022 zu realisieren – deutlich später als im vorigen Jahr vom Bezirksausschuss unter Vorsitz von Geffert gefordert: Damals war von einem Neubau 2020 die Rede. Nun soll sich der Jugendhilfeausschuss am 18. Januar erneut mit dem Thema befassen – dann regulär als Tagesordnungspunkt und mit konkreter Beschlussvorlage. Um ein wenig Zeit zu gewinnen, geht Geffert jetzt mit der Standortalternative an die Öffentlichkeit. Somit könnten sich die Ausschussmitglieder bis zum 18. Januar Gedanken über das Für und Wider machen, um dann gleich in die Diskussion einzusteigen. Der SPD-Politiker berichtet, er habe bereits Gespräche über die Eignung der Fläche am früheren Berghotel geführt. Um eine ökologisch wertvolle Fläche handele es sich jedenfalls nicht, so Geffert angesichts einiger Bäume, die für die ungefähr 800 Quadratmeter großen Skate- und Bike-Park-Fläche weichen müssten. Das größte Lob komme von einem jugendlichen Skater, der laut Geffert dem Alternativstandort die Note 1 gibt, während der alte Standort Platte Weide eher „2 plus" sei. Der Alternativstandort grenzt an den Wanderparkplatz am ehemaligen Hotel und gehört ebenso wie die Fläche an der Platten Weide der Stadt. Früher lief hier ein Fußweg entlang, der vom Parkplatz am Berghotel in Richtung Bundesstraße/Bahnhof führte und von der Stadt vor einigen Jahren abgebunden wurde. Dieser Skatepark-Standort, sagt Geffert, sei deutlich besser ans Ortsgeschehen angebunden als die Platte Weide. Ganz zu schweigen von einem im Dorfentwicklungsprojekt Ikek erwähnten Standort am Rande des Vogelparadieses. Da wäre man im Niemandsland, meint der SPD-Politiker. Standortdebatte kostet Zeit Ein Kommentar von Dirk Haunhorst Die Skate-Anlage an der Platten Weide ist veraltet und deshalb ist die Initiative, dort Zeitgemäßes zu schaffen, völlig richtig. Vernünftig auch, die Nutzer selbst mitreden zu lassen, wie im September bei einem Workshop mit nahezu 60 Jugendlichen geschehen. Die machten damals deutlich, dass sie sich vor allem eine schnelle Lösung wünschen. Kein Wunder, denn in zwei, drei Jahren haben viele von ihnen vermutlich ganz andere Interessen. So ist es verständlich, wenn SPD-Politiker Reinhard Geffert darauf dringt, dass der neu gewählte Rat die vor seiner Zeit begonnene Skate-und-Bike-Park-Initiative konsequent fortführt. Allerdings erscheint fraglich, ob Geffert mit seiner neuen Standort-Idee das Projekt wirklich beschleunigt. Solche Vorschläge münden oft in Ortsbegehungen und Bedenken, weiteren Sitzungen und eventuell neuen Vorschlägen. Wer eine rasche Entscheidung im Sinne der Jugendlichen möchte, sollte am durchaus akzeptablen Standort Platte Weide festhalten. Alles andere kostet zusätzlich Zeit – und am Ende das Vertrauen der Jugendlichen.

Skatepark am ehemaligen Berghotel? SPD-Politiker bringt weiteren Standort ins Gespräch

Eignet sich diese Fläche am Fuße des Jakobsberges besser für einen Skatepark als das Gelände an der Platten Weide? Im Hintergrund ist das frühere Berghotel zu erkennen. MT-Foto: Dirk Haunhorst © Dirk Haunhorst

Porta Westfalica-Hausberge. In die Diskussion um die Neugestaltung des Skateparks in Hausberge bringt der SPD-Politiker Reinhard Geffert einen neuen Standort ins Gespräch: ein Waldstück in der Nähe des früheren Porta Berghotels am Fuße des Jakobsbergs.

Geffert befürchtet, dass das Skatepark-Projekt, das bislang an der Platten Weide in Bahnhofsnähe vorgesehen ist, weiter aufgeschoben werden könnte, weil der Standort umstritten ist. So fielen bei einer Verwirklichung der neuen Anlage einige Pendlerparkplätze in Bahnhofsnähe weg. Außerdem sei schon angesichts der bestehenden Anlage an der Platten Weide oft bemängelt worden, dass sich die Jugendlichen am Ortsrand treffen müssten. Deshalb plädiert Geffert dafür, über einen alternativen Standort nachzudenken. „Wenn wir dann zu dem Schluss kommen, dass die Platte Weide besser ist als das Gelände am Jakobsberg, dann ist das auch in Ordnung." Nur sollte bald eine Entscheidung getroffen werden, um die Fördergelder zu beantragen. Denn je später das geschehe, desto leerer der entsprechende Topf.

Eigentlich sollte das Skatepark-Projekt auf der Tagesordnung des Jugendhilfeausschusses Ende November erscheinen. Allerdings fiel dann die Sitzung des Gremiums nach vorheriger Absprache coronabedingt kürzer aus. Verwaltung und Politik waren im Ältestenrat übereingekommen, den Skatepark von der Tagesordnung zu nehmen. Das hielt jedoch einige Politiker nicht davon ab, unter der Rubrik Anträge doch noch über das Thema zu reden. Verwaltungsmitarbeiterin Ute Grieger fand es laut Sitzungsprotokoll „irritierend", dass vorheriger Absprachen zum Trotz die SPD einen Antrag stellte, worauf die CDU mit einem weiteren Antrag reagiert habe. Die Verwaltung erinnerte in der Sitzung daran, dass bislang ein Grundsatzbeschluss fehle, um die nötige Fläche des Pendlerparkplatzes als auch städtische investive Mittel für den Bau eines kombinierten Skate- und Bikeparks bereit zu stellen.

Die SPD hatte in dem von Reinhard Geffert und stellvertretendem Ausschussvorsitzenden Jan Frohwitter unterzeichneten Papier weitere Planungsschritte beantragt. Demnach soll die Firma Endboss, die mit Jugendlichen im September einen Workshop veranstaltet hatte (MT vom 7. September) eine Visualisierung der neuen Anlage samt Kostenberechnung erstellen. Dies koste ungefähr 10.000 Euro und sei eine wichtige Voraussetzung, an die eigentlichen Fördergelder zu kommen, so Geffert gestern gegenüber dem MT.

Die CDU sprach sich im Ausschuss für einen Neubau unter der Bedingung aus, dass die Stadt dafür eine 90-prozentige Förderung erhält. Allerdings sei das Ergebnis des Workshops weder dem Jugendhilfeausschuss vorgestellt noch in den Fraktionen beraten worden. Der Antrag der SPD sei daher verfrüht.

Letztlich kamen die Politiker überein, das Projekt 2021 beraten zu wollen, um die Anlage dann gegebenenfalls 2022 zu realisieren – deutlich später als im vorigen Jahr vom Bezirksausschuss unter Vorsitz von Geffert gefordert: Damals war von einem Neubau 2020 die Rede. Nun soll sich der Jugendhilfeausschuss am 18. Januar erneut mit dem Thema befassen – dann regulär als Tagesordnungspunkt und mit konkreter Beschlussvorlage.

Um ein wenig Zeit zu gewinnen, geht Geffert jetzt mit der Standortalternative an die Öffentlichkeit. Somit könnten sich die Ausschussmitglieder bis zum 18. Januar Gedanken über das Für und Wider machen, um dann gleich in die Diskussion einzusteigen. Der SPD-Politiker berichtet, er habe bereits Gespräche über die Eignung der Fläche am früheren Berghotel geführt. Um eine ökologisch wertvolle Fläche handele es sich jedenfalls nicht, so Geffert angesichts einiger Bäume, die für die ungefähr 800 Quadratmeter großen Skate- und Bike-Park-Fläche weichen müssten. Das größte Lob komme von einem jugendlichen Skater, der laut Geffert dem Alternativstandort die Note 1 gibt, während der alte Standort Platte Weide eher „2 plus" sei.

Der Alternativstandort grenzt an den Wanderparkplatz am ehemaligen Hotel und gehört ebenso wie die Fläche an der Platten Weide der Stadt. Früher lief hier ein Fußweg entlang, der vom Parkplatz am Berghotel in Richtung Bundesstraße/Bahnhof führte und von der Stadt vor einigen Jahren abgebunden wurde. Dieser Skatepark-Standort, sagt Geffert, sei deutlich besser ans Ortsgeschehen angebunden als die Platte Weide. Ganz zu schweigen von einem im Dorfentwicklungsprojekt Ikek erwähnten Standort am Rande des Vogelparadieses. Da wäre man im Niemandsland, meint der SPD-Politiker.

Standortdebatte kostet Zeit

Ein Kommentar von Dirk Haunhorst

Die Skate-Anlage an der Platten Weide ist veraltet und deshalb ist die Initiative, dort Zeitgemäßes zu schaffen, völlig richtig. Vernünftig auch, die Nutzer selbst mitreden zu lassen, wie im September bei einem Workshop mit nahezu 60 Jugendlichen geschehen. Die machten damals deutlich, dass sie sich vor allem eine schnelle Lösung wünschen. Kein Wunder, denn in zwei, drei Jahren haben viele von ihnen vermutlich ganz andere Interessen.

So ist es verständlich, wenn SPD-Politiker Reinhard Geffert darauf dringt, dass der neu gewählte Rat die vor seiner Zeit begonnene Skate-und-Bike-Park-Initiative konsequent fortführt. Allerdings erscheint fraglich, ob Geffert mit seiner neuen Standort-Idee das Projekt wirklich beschleunigt. Solche Vorschläge münden oft in Ortsbegehungen und Bedenken, weiteren Sitzungen und eventuell neuen Vorschlägen. Wer eine rasche Entscheidung im Sinne der Jugendlichen möchte, sollte am durchaus akzeptablen Standort Platte Weide festhalten. Alles andere kostet zusätzlich Zeit – und am Ende das Vertrauen der Jugendlichen.

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