Schwerstarbeit für den Ausblick auf den Nammer Klippen Thomas Lieske Porta Westfalica-Nammen (mt). Der Weg ist mehr als abenteuerlich und nichts für schwache Nerven. Doch wer am Ende den steilen Anstieg über Teile des Stönebrinkswegs – der seinem Namen alle Ehre macht – und andere Trampelpfade geschafft hat, dem rinnt nicht nur der Schweiß von der Stirn, sondern den belohnt auch ein atemberaubender Ausblick über den Süden von Porta Westfalica. Die Nammer Klippen sind nicht nur Ausflugsziel für einzelne, hartgesottene Mountainbiker, sondern vor allem Lebensort für zahlreiche Pflanzen, die ansonsten eher selten vorkommen und jetzt im Frühling ihre wahre Pracht zeigen. Selbst Stadtheimatpfleger Herbert Wiese ist erstaunt. „So viele violette und weiße Blüten des Lerchensporns. Das ist schon faszinierend“, sagt er, während er sich über den Blütenteppich beugt und die Pflanzen genauer begutachtet. An der einen oder anderen Stelle hat sich ein gelbes Buschwindröschen dazwischen geschummelt. „Die Blütenpracht ist nur jetzt und von kurzer Dauer“, weiß Wiese, der auch zertifizierter Natur- und Landschaftsführer ist. „Wenn der Hochbuchenwald erst einmal voll belaubt ist, wird es hier dunkel. Dann hätten diese Pflanzen keine Chance mehr“, erklärt er. Dazu gesellen sich lila Veilchen, Maiglöckchen, Scharbockskraut, Waldhabichtskraut, Waldmeister. Und das wohlriechende Salomonssiegel – „nicht zu verwechseln mit Bärlauch“, warnt Wiese. Denn das Salomonssiegel ist giftig. Ansonsten gibt es kaum etwas, das das Erlebnis Nammer Klippen trüben könnte. Am höchsten Punkt liegt der sogenannte Nammer Kopf. „Das ist ein historischer Aussichtspunkt“, weiß Stadtheimatpfleger Wiese. Die Sichtachse ermöglicht einen Blick, den man von der Porta-Kanzel oder dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal nicht erhaschen kann. Bei guter Sicht lassen sich mühelos das Veltheimer Kraftwerk, Kiesseen und die wohlgeformte, wenig bebaute Landschaft rund um Eisbergen und Lohfeld entdecken. Und die Autobahn, die Porta Westfalica durchschneidet. Die Nammer Klippen sind offizielles Naturschutzgebiet. Auf rund 72 Hektar Fläche soll dadurch seltenen Pflanzen die Möglichkeit gegeben werden, sich (fast) ungestört zu entwickeln. Die Bezirksregierung Detmold hat ein Schutzziel zur „Erhaltung naturnaher Buchenwaldgesellschaften und der natürlichen sonnenexponierten Kalksteinklippen aus harten Gesteinen als Biotope für seltene Pflanzen- und Tierarten und als bedeutende Forschungsobjekte“ formuliert. Vom Klippenbereich aus ist auch eine sogenannte Naturwaldparzelle zu sehen. „Der eingezäunte Waldbereich wird komplett sich selbst überlassen“, erklärt Wiese. Damit wollen Förster schauen, wie sich ein Waldstück ohne menschlichen oder tierischen Einfluss entwickelt. Entwickelt hat sich auch der Naturraum Nammer Klippen. Als Ort für seltene Pflanzen inmitten eines malerischen Buchenwaldes. Aber auch als versteckt Abenteuer-Wanderweg, an dessen höchstem Punkt eine Aussicht für alle Mühen entschädigt, die so kein zweites Mal auf Portaner Gebiet zu finden ist. MT-Serie Die MT-Serie „Portas verborgene Schätze“ widmet sich in loser Reihenfolge besonderen Hinguckern in Porta Westfalica, die auf den ersten Blick nicht zu entdecken sind. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal kennt nahezu jeder. Doch was ist eigentlich mit den Orten, die fernab der typischen Wanderwege liegen? Stadtheimatpfleger Herbert Wiese kennt viele dieser Orte. Heute: die Nammer Klippen.

Schwerstarbeit für den Ausblick auf den Nammer Klippen

Der Blick vom Nammer Kopf ist atemberaubend.

Porta Westfalica-Nammen (mt). Der Weg ist mehr als abenteuerlich und nichts für schwache Nerven. Doch wer am Ende den steilen Anstieg über Teile des Stönebrinkswegs – der seinem Namen alle Ehre macht – und andere Trampelpfade geschafft hat, dem rinnt nicht nur der Schweiß von der Stirn, sondern den belohnt auch ein atemberaubender Ausblick über den Süden von Porta Westfalica. Die Nammer Klippen sind nicht nur Ausflugsziel für einzelne, hartgesottene Mountainbiker, sondern vor allem Lebensort für zahlreiche Pflanzen, die ansonsten eher selten vorkommen und jetzt im Frühling ihre wahre Pracht zeigen.

Selbst Stadtheimatpfleger Herbert Wiese ist erstaunt. „So viele violette und weiße Blüten des Lerchensporns. Das ist schon faszinierend“, sagt er, während er sich über den Blütenteppich beugt und die Pflanzen genauer begutachtet. An der einen oder anderen Stelle hat sich ein gelbes Buschwindröschen dazwischen geschummelt. „Die Blütenpracht ist nur jetzt und von kurzer Dauer“, weiß Wiese, der auch zertifizierter Natur- und Landschaftsführer ist. „Wenn der Hochbuchenwald erst einmal voll belaubt ist, wird es hier dunkel. Dann hätten diese Pflanzen keine Chance mehr“, erklärt er. Dazu gesellen sich lila Veilchen, Maiglöckchen, Scharbockskraut, Waldhabichtskraut, Waldmeister. Und das wohlriechende Salomonssiegel – „nicht zu verwechseln mit Bärlauch“, warnt Wiese. Denn das Salomonssiegel ist giftig. Ansonsten gibt es kaum etwas, das das Erlebnis Nammer Klippen trüben könnte.

- © Jörg Barner/mt
© Jörg Barner/mt

Am höchsten Punkt liegt der sogenannte Nammer Kopf. „Das ist ein historischer Aussichtspunkt“, weiß Stadtheimatpfleger Wiese. Die Sichtachse ermöglicht einen Blick, den man von der Porta-Kanzel oder dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal nicht erhaschen kann. Bei guter Sicht lassen sich mühelos das Veltheimer Kraftwerk, Kiesseen und die wohlgeformte, wenig bebaute Landschaft rund um Eisbergen und Lohfeld entdecken. Und die Autobahn, die Porta Westfalica durchschneidet.

Die Nammer Klippen sind offizielles Naturschutzgebiet. Auf rund 72 Hektar Fläche soll dadurch seltenen Pflanzen die Möglichkeit gegeben werden, sich (fast) ungestört zu entwickeln. Die Bezirksregierung Detmold hat ein Schutzziel zur „Erhaltung naturnaher Buchenwaldgesellschaften und der natürlichen sonnenexponierten Kalksteinklippen aus harten Gesteinen als Biotope für seltene Pflanzen- und Tierarten und als bedeutende Forschungsobjekte“ formuliert. Vom Klippenbereich aus ist auch eine sogenannte Naturwaldparzelle zu sehen. „Der eingezäunte Waldbereich wird komplett sich selbst überlassen“, erklärt Wiese. Damit wollen Förster schauen, wie sich ein Waldstück ohne menschlichen oder tierischen Einfluss entwickelt.

Entwickelt hat sich auch der Naturraum Nammer Klippen. Als Ort für seltene Pflanzen inmitten eines malerischen Buchenwaldes. Aber auch als versteckt Abenteuer-Wanderweg, an dessen höchstem Punkt eine Aussicht für alle Mühen entschädigt, die so kein zweites Mal auf Portaner Gebiet zu finden ist.

MT-Serie

Die MT-Serie „Portas verborgene Schätze“ widmet sich in loser Reihenfolge besonderen Hinguckern in Porta Westfalica, die auf den ersten Blick nicht zu entdecken sind. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal kennt nahezu jeder. Doch was ist eigentlich mit den Orten, die fernab der typischen Wanderwege liegen? Stadtheimatpfleger Herbert Wiese kennt viele dieser Orte. Heute: die Nammer Klippen.

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