Schnelles Internet: In Nammen wird gebuddelt, aber es profitieren andere Dirk Haunhorst,Kurt Römming Porta Westfalica-Nammen/Kleinenbremen. Bauarbeiter buddeln zurzeit in Nammen, um Glasfaserleitungen in die Erde zu bringen. Davon werden jedoch in erster Linie die Kleinenbremer und nur wenige Nammer Internet-Nutzer profitieren, erläutert Enrico Nauen, Gigabit-Koordinator beim Kreis Minden-Lübbecke. An mehreren Stellen im Kreis wird am Ausbau des Glasfasernetzes gearbeitet. Auch an der Untkenstraße in Nammen ist seit einigen Tagen eine Tiefbaufirma tätig. Im Ort selbst werden aber nur wenige Gebäude in den bisher unterversorgten Randlagen im Nammer Westen und Norden angeschlossen, berichtet Nauen. Zugleich werde die sogenannte Backbone-Anbindung, gewissermaßen das Rückgrat des Netzwerkes, in Richtung Minden-Todtenhausen erstellt. Die Tiefbauer werden im Anschluss direkt in Kleinenbremen weitermachen und die Kabel in die Erde bringen. Das Glasfasernetz werde als Ring aufgebaut und Kleinenbremen dann sowohl von Minden als auch von der anderen Seite über Eisbergen, Veltheim, Möllbergen, Vennebeck und Bad Oeynhausen von Hüllhorst aus versorgt, erläutert Nauen. „Sollte eine Seite einmal unterbrochen werden, fällt das dem Kunden gar nicht auf, da von der anderen Seite noch ein Signal da ist.“ Trotz der Arbeiten profitiert der Großteil Nammens vom neuen Glasfasernetz noch nicht. Da hier von der Telekom Bandbreiten von bis zu 250 Megabit pro Sekunde buchbar sind, dürfen in Nammen keine Anschlüsse mithilfe des geförderten Ausbaus hergestellt werden. Kleinenbremen hingegen gilt in Sachen Breitband als unterversorgt, weil dort zumeist weniger als 30 Megabit pro Sekunde im Download ankommen. Deshalb drängten Politiker darauf, dass der Ausbau in Porta dort beginnt. Von den insgesamt rund 1.900 Kilometer langen künftigen Glasfasernetz, das im Rahmen der Ausbauinitiative des Mühlenkreises für den öffentlich geförderten Breitbandausbau vom Unternehmen Greenfiber verlegt wird, entfallen 161 Kilometer auf Porta Westfalica. Im Stadtgebiet soll so die Anschlussmöglichkeit für mehr als 1.800 Kunden geschaffen werden. Greenfiber schreibt alle Anwohner im Ausbaugebiet Kleinenbremen bis Ende Januar 2021 an. Hierfür sollten die betroffenen Haushalte auf eine Postwurfsendung in einem grünen Umschlag mit gelber Briefmarke achten, sagt Nauen. Anschlüsse können dann bei einem Baukostenzuschuss von 100 Euro und mit einer zweijährigen Mindestlaufzeit beantragt werden. Die Arbeiten erfolgen in mehreren Schritten: Für die Arbeiten im Erdreich kommt ein Bohrwagen zum Einsatz und treibt den Fräskopf unter Grundstückseinfahrten und Straßenkreuzungen hindurch, um den nötigen Raum fürs Einziehen der Kabel zu schaffen. Die Hausanschlusstrupps stellen später die Leerrohrverbindung mit dem Netz her. Wenn danach die Monteure die Glasfaser ins Haus einblasen, so der Fachausdruck, ist es nicht mehr weit, bis die Anschlüsse genutzt werden können. Da das Signal erst aus Hüllhorst oder auf der anderen Seite von Minden bis nach Kleinenbremen geführt werden müsse, rechne Greenfiber damit, dass die Kleinenbremer von Anfang 2022 an schnelles Internet haben, berichtet der Gigabit-Koordinator des Kreises. In vielen Bereichen der Stadt seien bereits Bandbreiten über die Telekom von bis zu 250 Megabit pro Sekunde beim Download oder aber über Vodafone (ehemals Unitymedia) bis zu einem Gigabit/Sekunde möglich, sagt der Nauen. Er geht aber davon aus, dass an einem flächendeckenden Glasfaserausbau kein Weg vorbeiführe. Greenfiber habe signalisiert, von 2023 weitere Gebiete im Kreisgebiet auszubauen, worunter dann auch Nammen fallen könnte. Allerdings sei das aus heutiger Sicht noch ein „Blick in die Glaskugel“, so Nauen. Wer etwas dazu beitragen möchte, dass in seinem Ort später ausgebaut wird, der könne sein Interesse bei Greenfiber bekunden. Formulare gebe es direkt bei dem Unternehmen. An der Nammer Untkenstraße wird aber nicht nur für den Breitbandausbau gebuddelt. Abgestimmt auf die Leitungsarbeiten bekommt die besonders durch den Schulbusverkehr zwischen Kleinenbremen und Hausberge stark frequentierte und äußerst marode Straße eine neue Straßendecke. Am Mittwoch informierte die Firma Schneider-Straßenbau aus Kirchlengern, die Anwohner, dass die Untkenstraße zwischen Barbarastraße und Rosental bereits an diesem Freitag abgefräst wird, danach folgen Pflasterarbeiten und Asphaltierung. Kurz vor dem Abschluss steht die seit dem Sommer laufende Sanierung der Kalkstraße, der im Bergdorf Nammen steilsten Straße.

Schnelles Internet: In Nammen wird gebuddelt, aber es profitieren andere

Schnelleres Internet wünschen sich zahlreiche Haushalte in Porta. In Kleinenbremen ist die Verbindung besonders schlecht. Das soll sich Anfang 2022 ändern. Foto: Stefan Lyrath © Lyrath

Porta Westfalica-Nammen/Kleinenbremen. Bauarbeiter buddeln zurzeit in Nammen, um Glasfaserleitungen in die Erde zu bringen. Davon werden jedoch in erster Linie die Kleinenbremer und nur wenige Nammer Internet-Nutzer profitieren, erläutert Enrico Nauen, Gigabit-Koordinator beim Kreis Minden-Lübbecke.

An mehreren Stellen im Kreis wird am Ausbau des Glasfasernetzes gearbeitet. Auch an der Untkenstraße in Nammen ist seit einigen Tagen eine Tiefbaufirma tätig. Im Ort selbst werden aber nur wenige Gebäude in den bisher unterversorgten Randlagen im Nammer Westen und Norden angeschlossen, berichtet Nauen. Zugleich werde die sogenannte Backbone-Anbindung, gewissermaßen das Rückgrat des Netzwerkes, in Richtung Minden-Todtenhausen erstellt.

Blick in die Baugrube an der Untkenstraße. Foto: Römming - © Römming
Blick in die Baugrube an der Untkenstraße. Foto: Römming - © Römming

Die Tiefbauer werden im Anschluss direkt in Kleinenbremen weitermachen und die Kabel in die Erde bringen. Das Glasfasernetz werde als Ring aufgebaut und Kleinenbremen dann sowohl von Minden als auch von der anderen Seite über Eisbergen, Veltheim, Möllbergen, Vennebeck und Bad Oeynhausen von Hüllhorst aus versorgt, erläutert Nauen. „Sollte eine Seite einmal unterbrochen werden, fällt das dem Kunden gar nicht auf, da von der anderen Seite noch ein Signal da ist.“

Trotz der Arbeiten profitiert der Großteil Nammens vom neuen Glasfasernetz noch nicht. Da hier von der Telekom Bandbreiten von bis zu 250 Megabit pro Sekunde buchbar sind, dürfen in Nammen keine Anschlüsse mithilfe des geförderten Ausbaus hergestellt werden. Kleinenbremen hingegen gilt in Sachen Breitband als unterversorgt, weil dort zumeist weniger als 30 Megabit pro Sekunde im Download ankommen. Deshalb drängten Politiker darauf, dass der Ausbau in Porta dort beginnt.

Von den insgesamt rund 1.900 Kilometer langen künftigen Glasfasernetz, das im Rahmen der Ausbauinitiative des Mühlenkreises für den öffentlich geförderten Breitbandausbau vom Unternehmen Greenfiber verlegt wird, entfallen 161 Kilometer auf Porta Westfalica. Im Stadtgebiet soll so die Anschlussmöglichkeit für mehr als 1.800 Kunden geschaffen werden. Greenfiber schreibt alle Anwohner im Ausbaugebiet Kleinenbremen bis Ende Januar 2021 an. Hierfür sollten die betroffenen Haushalte auf eine Postwurfsendung in einem grünen Umschlag mit gelber Briefmarke achten, sagt Nauen. Anschlüsse können dann bei einem Baukostenzuschuss von 100 Euro und mit einer zweijährigen Mindestlaufzeit beantragt werden.

Die Arbeiten erfolgen in mehreren Schritten: Für die Arbeiten im Erdreich kommt ein Bohrwagen zum Einsatz und treibt den Fräskopf unter Grundstückseinfahrten und Straßenkreuzungen hindurch, um den nötigen Raum fürs Einziehen der Kabel zu schaffen. Die Hausanschlusstrupps stellen später die Leerrohrverbindung mit dem Netz her. Wenn danach die Monteure die Glasfaser ins Haus einblasen, so der Fachausdruck, ist es nicht mehr weit, bis die Anschlüsse genutzt werden können. Da das Signal erst aus Hüllhorst oder auf der anderen Seite von Minden bis nach Kleinenbremen geführt werden müsse, rechne Greenfiber damit, dass die Kleinenbremer von Anfang 2022 an schnelles Internet haben, berichtet der Gigabit-Koordinator des Kreises.

In vielen Bereichen der Stadt seien bereits Bandbreiten über die Telekom von bis zu 250 Megabit pro Sekunde beim Download oder aber über Vodafone (ehemals Unitymedia) bis zu einem Gigabit/Sekunde möglich, sagt der Nauen. Er geht aber davon aus, dass an einem flächendeckenden Glasfaserausbau kein Weg vorbeiführe. Greenfiber habe signalisiert, von 2023 weitere Gebiete im Kreisgebiet auszubauen, worunter dann auch Nammen fallen könnte. Allerdings sei das aus heutiger Sicht noch ein „Blick in die Glaskugel“, so Nauen. Wer etwas dazu beitragen möchte, dass in seinem Ort später ausgebaut wird, der könne sein Interesse bei Greenfiber bekunden. Formulare gebe es direkt bei dem Unternehmen.

An der Nammer Untkenstraße wird aber nicht nur für den Breitbandausbau gebuddelt. Abgestimmt auf die Leitungsarbeiten bekommt die besonders durch den Schulbusverkehr zwischen Kleinenbremen und Hausberge stark frequentierte und äußerst marode Straße eine neue Straßendecke. Am Mittwoch informierte die Firma Schneider-Straßenbau aus Kirchlengern, die Anwohner, dass die Untkenstraße zwischen Barbarastraße und Rosental bereits an diesem Freitag abgefräst wird, danach folgen Pflasterarbeiten und Asphaltierung. Kurz vor dem Abschluss steht die seit dem Sommer laufende Sanierung der Kalkstraße, der im Bergdorf Nammen steilsten Straße.

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