Reif für den Abriss: Ehemaliges Hotel Friedenstal macht Platz für Seniorenresidenz Thomas Lieske Porta Westfalica-Barkhausen. Ein Bagger steht schon, die anderen rollen in der kommenden und übernächsten Woche an: Das ehemalige Hotel Friedenstal zwischen Portastraße und Alter Poststraße in Barkhausen steht kurz vor dem Abriss. Die Baugenehmigung für die dort entstehende Seniorenresidenz ist erteilt, „jetzt können wir loslegen“, sagt Projektleiter Kay Grünewald im Gespräch mit dem MT. Grünewald leitet alle Arbeiten rund um Abriss und Neubau für die Cureus aus Hamburg, eine Tochtergesellschaft der Lindhorst-Gruppe, die die Seniorenresidenz später betreiben wird. „Das 6.200 Quadratmeter große Gelände muss komplett geräumt werden“, erklärt der Projektleiter. Dafür starten in der kommenden Woche die Arbeiten in der Ruine, die zuletzt als asiatisches Restaurant gedient hat und seit Jahren leer steht. Immer wieder zog das Gebäude Menschen an, die dort auf einer sogenannten „Lost-Places-Tour“ waren, also Orte wie dieses Gebäude besuchen, die verlassen sind. Grünewald geht von einem Standard-Abriss ohne große Komplikationen aus. Die Baumaterialien müssen sauber getrennt werden, um sie dann zu entsorgen. Schon jetzt sei klar, dass bei den Abrissarbeiten Lärm und Staub entstehen werden. „Die Baumaschinen sind darauf ausgelegt, dass sie diese Emissionen so weit es geht vermeiden“, erklärt Grünewald. Dennoch lasse sich die eine oder andere Belästigung für die anschließenden Wohnhäuser nicht vermeiden. Acht Wochen sind für den Abriss an sich eingeplant. Wenn der Plan der Cureus aufgeht, könnte das Baufeld schon Ende August oder Anfang September für den eigentlichen Neubau bereit stehen. „Dann folgen weitere Erdarbeiten, damit die Bodenplatte gegossen werden kann“, sagt der Projektleiter. Und dann soll es ganz schnell gehen. Grünewald geht davon aus, dass der komplette Rohbau entweder bereits im Dezember, spätestens aber im Januar oder Februar stehen wird. „Normalerweise versuchen wir, dass das Gebäude zum Winter dicht ist. Das schaffen wir dieses Mal aber nicht ganz.“ Das liege auch daran, dass die Baugenehmigung später erteilt worden sei, als erwartet. Ursprünglich sollte der Abriss bereits im Frühjahr starten. Verbunden mit der Baugenehmigung ist im Übrigen auch, dass ein Archäologenteam die Arbeiten eng begleitet. „Das ist bereits alles organisiert. Porta Westfalica ist ja dafür bekannt, dass bei Neubauarbeiten dann doch mal etwas archäologisch relevantes gefunden wird.“ Sollten die Arbeiter tatsächlich auf einen größeren Fund stoßen, könnte dies den Zeitplan nach hinten verschieben. In dem Neubau sollen in zwei Voll- und einem Staffelgeschoss insgesamt 112 Pflegezimmer entstehen – als Einzelzimmer ausgestattet, erklärt Christoph Wilhelm, Sprecher der Cureus aus Hamburg. 112 Betten, ist das nicht ein bisschen viel? Laut Wilhelm nicht, das Unternehmen habe Statistiken ausgewertet, wonach der Anteil der über 65-Jährigen bis 2030 um mindestens fünf Prozent allein in Porta steigen werde. Als Einzugsbereich kalkuliert Cureus aber auch mit Minden und Bad Oeynhausen. Die Einzelzimmer werden in insgesamt sechs Wohngruppen integriert. „So wollen wir einen familiären Charakter schaffen.“ Im Erdgeschoss werden in einem separaten Bereich zehn Appartements entstehen, in denen Wohngruppen ambulant betreut werden. „Die sind zwischen 29 und 34 Quadratmeter groß, haben eine eigene Küche und Bad und sogar ein Gästebett.“ Ansonsten wird es in dem Neubau ein Restaurant, ein Café, ein Kaminzimmer mit Bibliothek, einen Friseur und eine Fußpflege geben. „Café und Restaurant sollen auch für die Öffentlichkeit zugänglich werden, so wollen wir eine Verbindung schaffen“, erklärt Bauleiter Grünewald. Genau das sei der Systemansatz der Cureus. Nicht so gerne sprechen beide dagegen über konkrete Zahlen. Eine Bausumme bleibt daher im Gespräch unklar, „aus unternehmenstaktischen Gründen“, sagt Wilhelm. Mit der Annahme, dass es sich um eine mehrstellige Millionensumme handele, liege man aber sicherlich nicht falsch. Verabschiedet hat sich der Investor von den Plänen, neben dem Pflegeheim noch ein Ärztehaus zu errichten. In einer ersten politischen Diskussion bemängelten Vertreter der Fraktionen, dass beim Bau beider Objekte zu wenig Parkplätze entstünden und es zu Problemen in den Anwohnerstraßen kommen werde. Diese Bedenken griff der Investor auf und plant nun mit mehr Grün- und Parkfläche. Eröffnen soll die Seniorenresidenz im Frühjahr 2023. Es ist nicht das erste Objekt in Porta. In Holzhausen hat Cureus bereits am Gut Oheimb gebaut.

Reif für den Abriss: Ehemaliges Hotel Friedenstal macht Platz für Seniorenresidenz

Das Gelände des ehemaligen Hotels Friedenstal in Barkhausen ist für den Abriss vorbereitet. Das Bauunternehmen kann jederzeit loslegen. Dort soll eine Seniorenresidenz entstehen. MT-Foto: Thomas Lieske © Thomas Lieske

Porta Westfalica-Barkhausen. Ein Bagger steht schon, die anderen rollen in der kommenden und übernächsten Woche an: Das ehemalige Hotel Friedenstal zwischen Portastraße und Alter Poststraße in Barkhausen steht kurz vor dem Abriss. Die Baugenehmigung für die dort entstehende Seniorenresidenz ist erteilt, „jetzt können wir loslegen“, sagt Projektleiter Kay Grünewald im Gespräch mit dem MT.

Grünewald leitet alle Arbeiten rund um Abriss und Neubau für die Cureus aus Hamburg, eine Tochtergesellschaft der Lindhorst-Gruppe, die die Seniorenresidenz später betreiben wird. „Das 6.200 Quadratmeter große Gelände muss komplett geräumt werden“, erklärt der Projektleiter. Dafür starten in der kommenden Woche die Arbeiten in der Ruine, die zuletzt als asiatisches Restaurant gedient hat und seit Jahren leer steht. Immer wieder zog das Gebäude Menschen an, die dort auf einer sogenannten „Lost-Places-Tour“ waren, also Orte wie dieses Gebäude besuchen, die verlassen sind. Grünewald geht von einem Standard-Abriss ohne große Komplikationen aus. Die Baumaterialien müssen sauber getrennt werden, um sie dann zu entsorgen.

Schon jetzt sei klar, dass bei den Abrissarbeiten Lärm und Staub entstehen werden. „Die Baumaschinen sind darauf ausgelegt, dass sie diese Emissionen so weit es geht vermeiden“, erklärt Grünewald. Dennoch lasse sich die eine oder andere Belästigung für die anschließenden Wohnhäuser nicht vermeiden.


Acht Wochen sind für den Abriss an sich eingeplant. Wenn der Plan der Cureus aufgeht, könnte das Baufeld schon Ende August oder Anfang September für den eigentlichen Neubau bereit stehen. „Dann folgen weitere Erdarbeiten, damit die Bodenplatte gegossen werden kann“, sagt der Projektleiter. Und dann soll es ganz schnell gehen. Grünewald geht davon aus, dass der komplette Rohbau entweder bereits im Dezember, spätestens aber im Januar oder Februar stehen wird. „Normalerweise versuchen wir, dass das Gebäude zum Winter dicht ist. Das schaffen wir dieses Mal aber nicht ganz.“ Das liege auch daran, dass die Baugenehmigung später erteilt worden sei, als erwartet. Ursprünglich sollte der Abriss bereits im Frühjahr starten.

So soll die neue Seniorenresidenz in Barkhausen später einmal aussehen. Jetzt beginnt erstmal der Abbruch. Grafik: Plan & Bauwerk, Jan von Hörsten - © Plan & Bauwerk, Jan von Hörsten
So soll die neue Seniorenresidenz in Barkhausen später einmal aussehen. Jetzt beginnt erstmal der Abbruch. Grafik: Plan & Bauwerk, Jan von Hörsten - © Plan & Bauwerk, Jan von Hörsten

Verbunden mit der Baugenehmigung ist im Übrigen auch, dass ein Archäologenteam die Arbeiten eng begleitet. „Das ist bereits alles organisiert. Porta Westfalica ist ja dafür bekannt, dass bei Neubauarbeiten dann doch mal etwas archäologisch relevantes gefunden wird.“ Sollten die Arbeiter tatsächlich auf einen größeren Fund stoßen, könnte dies den Zeitplan nach hinten verschieben.

In dem Neubau sollen in zwei Voll- und einem Staffelgeschoss insgesamt 112 Pflegezimmer entstehen – als Einzelzimmer ausgestattet, erklärt Christoph Wilhelm, Sprecher der Cureus aus Hamburg. 112 Betten, ist das nicht ein bisschen viel? Laut Wilhelm nicht, das Unternehmen habe Statistiken ausgewertet, wonach der Anteil der über 65-Jährigen bis 2030 um mindestens fünf Prozent allein in Porta steigen werde. Als Einzugsbereich kalkuliert Cureus aber auch mit Minden und Bad Oeynhausen.

Die Einzelzimmer werden in insgesamt sechs Wohngruppen integriert. „So wollen wir einen familiären Charakter schaffen.“ Im Erdgeschoss werden in einem separaten Bereich zehn Appartements entstehen, in denen Wohngruppen ambulant betreut werden. „Die sind zwischen 29 und 34 Quadratmeter groß, haben eine eigene Küche und Bad und sogar ein Gästebett.“ Ansonsten wird es in dem Neubau ein Restaurant, ein Café, ein Kaminzimmer mit Bibliothek, einen Friseur und eine Fußpflege geben. „Café und Restaurant sollen auch für die Öffentlichkeit zugänglich werden, so wollen wir eine Verbindung schaffen“, erklärt Bauleiter Grünewald. Genau das sei der Systemansatz der Cureus.

Nicht so gerne sprechen beide dagegen über konkrete Zahlen. Eine Bausumme bleibt daher im Gespräch unklar, „aus unternehmenstaktischen Gründen“, sagt Wilhelm. Mit der Annahme, dass es sich um eine mehrstellige Millionensumme handele, liege man aber sicherlich nicht falsch. Verabschiedet hat sich der Investor von den Plänen, neben dem Pflegeheim noch ein Ärztehaus zu errichten. In einer ersten politischen Diskussion bemängelten Vertreter der Fraktionen, dass beim Bau beider Objekte zu wenig Parkplätze entstünden und es zu Problemen in den Anwohnerstraßen kommen werde. Diese Bedenken griff der Investor auf und plant nun mit mehr Grün- und Parkfläche. Eröffnen soll die Seniorenresidenz im Frühjahr 2023. Es ist nicht das erste Objekt in Porta. In Holzhausen hat Cureus bereits am Gut Oheimb gebaut.

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