Regioport: Portaner Politiker fürchten steigende Belastung der B 482 nach Fertigstellung Kein Konzept gegen den Kollaps Von Dirk Haunhorst Porta Westfalica (mt). Politik und Verwaltung wollen den Verkehrskollaps auf der Bundesstraße 482 verhindern. Sorge bereitet die Zunahme an Lastwagen ab dem Jahr 2016 nach Fertigstellung des Mindener Containerumschlaghafens Regioport. "Hier muss verkehrsgutachterlich gearbeitet werden, denn Porta Westfalica ist das Nadelöhr", sagte Bürgermeister Stephan Böhme am Ende einer Debatte im Haupt- und Finanzausschuss (HFA). Der Planungsausschuss wird sich demnächst ausführlich mit dem Thema befassen.Im HFA hatte unter anderen Peter Klenke (CDU) beklagt, dass Porta die Verkehrszunahme anscheinend einfach hinnehme, während man sich andernorts wehre. Klenke erwähnte beispielhaft Cammer.Der Ausschuss diskutierte über drei neuralgische Punkte, die innerhalb von nur dreieinhalb Kilometern an der Bundesstraße liegen und in unregelmäßigen Abständen für Gesprächsstoff sorgen. Nördlicher Punkt ist die Anbindung des alten Brückenkopfes samt Bahnhof. Das MT berichtete etliche Mal über die Schwierigkeiten insbesondere der Tönsmeier-Fahrer beim Linksabbiegen auf die B 482 sowie über eine verbesserte Anbindung des Bahnhofs an das Busnetz mithilfe einer zusätzlichen Ausfahrt. Doch hier bohren die Stadtväter dicke Bretter, der Landesbetrieb Straßen NRW scheut jede Veränderung, die den Durchfluss in der Verkehrsschlagader unterbinden könnte.Einige Hundert Meter weiter südlich der nächste Engpass. An der Kreuzung Fähranger/ Findelstraße gibt es nur eine Geradeausspur in Richtung Süden. Staus sind programmiert, bei Umleitungen infolge von Unfällen auf der nahen A2 ist die B 482 sowieso dicht.Für Entlastung am Fähranger könnte eine zusätzliche Spur in Richtung Süden sorgen. Die Stadtwerke, deren Betriebsgebäude in der Nähe steht, wären vermutlich bereit, für den Ausbau Gelände herzugeben, berichtete Stefan Mohme.Hier meldete Karl-Wilhelm Behning (SPD) Bedenken an. Er arbeitet in der Lokalen-Agenda-Gruppe Verkehr mit, die sich auch für Verbesserungen im Bahnhofsumfeld einsetzt. Eine zusätzliche Spur für die B 482 würde der gewünschten Umgestaltung am Bahnhof den benötigten Platz nehmen. "Diese Pläne wären damit passé." Behning hält es für besser, den B482-Verkehr bereits in Meißen auf die B 65 zu leiten und dann über den Weserauentunnel in Richtung Dehme und zur künftigen Nordumgehung zu führen.Porta ein Opfer der Strukturreform?Der dritte kritische Punkt auf der Strecke zwischen Porta-Enge und Autobahn A2 ist die Einmündung im Kirchfeld. Die Probleme im Gewerbegebiet Vennebeck-Nord ähneln denen am alten Brückenkopf am Bahnhof: Linksabbieger haben eine schwierige und gefährliche Aufgabe. Anwohner beklagen, man habe im Kirchfeld halbe Sachen gemacht: Zwar seien Bahnunterführung und angrenzende Straßen für Auto und Lkw-Verkehr ausgebaut, aber eine vernünftige Zufahrt auf die B 482 vergessen worden.Die Probleme sind seit Langem bekannt, Wünsche benannt, geändert hat sich nichts. Stefan Mohme betrachtet die Stadt als "Opfer der Strukturreform". Der Draht zum Landesbetrieb war besser, als dieser seinen Sitz noch in Minden hatte, meinte der Beigeordnete. Der Kontakt zur Behörde in Bielefeld sei offenkundig schwieriger.

Regioport: Portaner Politiker fürchten steigende Belastung der B 482 nach Fertigstellung

Porta Westfalica (mt). Politik und Verwaltung wollen den Verkehrskollaps auf der Bundesstraße 482 verhindern. Sorge bereitet die Zunahme an Lastwagen ab dem Jahr 2016 nach Fertigstellung des Mindener Containerumschlaghafens Regioport.

Schwer haben es Linksabbieger auch im Vennebecker Kirchfeld. Politiker fordern eine Entschärfung der Gefahrenstelle.
Schwer haben es Linksabbieger auch im Vennebecker Kirchfeld. Politiker fordern eine Entschärfung der Gefahrenstelle.

"Hier muss verkehrsgutachterlich gearbeitet werden, denn Porta Westfalica ist das Nadelöhr", sagte Bürgermeister Stephan Böhme am Ende einer Debatte im Haupt- und Finanzausschuss (HFA). Der Planungsausschuss wird sich demnächst ausführlich mit dem Thema befassen.

Wer vom alten Brückenkopf am Bahnhof links abbiegen will, braucht gute Nerven. Die Lücken auf der B 482 sind rar.
Wer vom alten Brückenkopf am Bahnhof links abbiegen will, braucht gute Nerven. Die Lücken auf der B 482 sind rar.

Im HFA hatte unter anderen Peter Klenke (CDU) beklagt, dass Porta die Verkehrszunahme anscheinend einfach hinnehme, während man sich andernorts wehre. Klenke erwähnte beispielhaft Cammer.

Der Ausschuss diskutierte über drei neuralgische Punkte, die innerhalb von nur dreieinhalb Kilometern an der Bundesstraße liegen und in unregelmäßigen Abständen für Gesprächsstoff sorgen. Nördlicher Punkt ist die Anbindung des alten Brückenkopfes samt Bahnhof. Das MT berichtete etliche Mal über die Schwierigkeiten insbesondere der Tönsmeier-Fahrer beim Linksabbiegen auf die B 482 sowie über eine verbesserte Anbindung des Bahnhofs an das Busnetz mithilfe einer zusätzlichen Ausfahrt. Doch hier bohren die Stadtväter dicke Bretter, der Landesbetrieb Straßen NRW scheut jede Veränderung, die den Durchfluss in der Verkehrsschlagader unterbinden könnte.

Einige Hundert Meter weiter südlich der nächste Engpass. An der Kreuzung Fähranger/ Findelstraße gibt es nur eine Geradeausspur in Richtung Süden. Staus sind programmiert, bei Umleitungen infolge von Unfällen auf der nahen A2 ist die B 482 sowieso dicht.

Die Ampel an der Kreuzung in Höhe Findelstraße (sie ist der Standort des Fotografen) unterbricht den Verkehrsfluss auf der B482. Eine zusätzliche Fahrspur für die Bundesstraße in Richtung Süden (Autobahn) hat Befürworter und Gegner. - © Fotos: Alex Lehn
Die Ampel an der Kreuzung in Höhe Findelstraße (sie ist der Standort des Fotografen) unterbricht den Verkehrsfluss auf der B482. Eine zusätzliche Fahrspur für die Bundesstraße in Richtung Süden (Autobahn) hat Befürworter und Gegner. - © Fotos: Alex Lehn

Für Entlastung am Fähranger könnte eine zusätzliche Spur in Richtung Süden sorgen. Die Stadtwerke, deren Betriebsgebäude in der Nähe steht, wären vermutlich bereit, für den Ausbau Gelände herzugeben, berichtete Stefan Mohme.

Hier meldete Karl-Wilhelm Behning (SPD) Bedenken an. Er arbeitet in der Lokalen-Agenda-Gruppe Verkehr mit, die sich auch für Verbesserungen im Bahnhofsumfeld einsetzt. Eine zusätzliche Spur für die B 482 würde der gewünschten Umgestaltung am Bahnhof den benötigten Platz nehmen. "Diese Pläne wären damit passé." Behning hält es für besser, den B482-Verkehr bereits in Meißen auf die B 65 zu leiten und dann über den Weserauentunnel in Richtung Dehme und zur künftigen Nordumgehung zu führen.

Porta ein Opfer der Strukturreform?

Der dritte kritische Punkt auf der Strecke zwischen Porta-Enge und Autobahn A2 ist die Einmündung im Kirchfeld. Die Probleme im Gewerbegebiet Vennebeck-Nord ähneln denen am alten Brückenkopf am Bahnhof: Linksabbieger haben eine schwierige und gefährliche Aufgabe. Anwohner beklagen, man habe im Kirchfeld halbe Sachen gemacht: Zwar seien Bahnunterführung und angrenzende Straßen für Auto und Lkw-Verkehr ausgebaut, aber eine vernünftige Zufahrt auf die B 482 vergessen worden.

Die Probleme sind seit Langem bekannt, Wünsche benannt, geändert hat sich nichts. Stefan Mohme betrachtet die Stadt als "Opfer der Strukturreform". Der Draht zum Landesbetrieb war besser, als dieser seinen Sitz noch in Minden hatte, meinte der Beigeordnete. Der Kontakt zur Behörde in Bielefeld sei offenkundig schwieriger.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Porta Westfalica