Prävention mit der Kettensäge: Darum hat die Bahn in Holzhausen zahlreiche Bäume fällen lassen Thomas Lieske Porta Westfalica-Holzhausen. Es ist ein oft gehörter Hinweis: Kaum sind die ersten Sturmböen unterwegs, fällt vielerorts die Zugverbindung aus. Baum in der Oberleitung – wieder einmal. Deshalb und wegen erhöhter Brandgefahr durch Funkenflug lässt die Bahn seit einigen Jahren die Vegetation, die dicht an den Gleisen steht, zurückschneiden. Das fällt derzeit besonders auf einem längeren Grünstreifen zwischen der Bahnlinie und der Bundesstraße 482 im Bereich Holzhausen auf. Zahlreiche Baumstümpfe zeugen von einer Fällaktion mit der Kettensäge. Damit eröffnet sich an dieser Stelle gleichzeitig ein ungewöhnlich freier Blick auf die Gleise und die durchrauschenden Züge. „Im Rahmen umfangreicher Baumkontrollen wurden auch im Bereich Porta Westfalica alle Bäume im sicherheitsrelevanten Bereich kontrolliert und geschädigte Bäume in einem Kataster erfasst“, erklärt ein Bahnsprecher im MT-Gespräch. Aus den Erkenntnissen dieses Baumkatasters habe der Konzern dann mit Forstexperten zusammen entschieden, „größere Vegetationsarbeiten in diesem Bereich“ einzuleiten. Gemeint sind in diesem Fall Abholzungen in recht großem Stil. „Regelmäßige Kontrollen und Rückschnittarbeiten sind erforderlich, um die Sicherheit des Bahnbetriebes zu gewährleisten.Diese Arbeiten sind aus Sicherheitsgründen erforderlich, um den Mindestabstand von Bäumen, Sträuchern und anderen Gewächse zu den Oberleitungen zu gewährleisten“, erklärt der Bahnsprecher. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass Bäume, die zu dicht an der Schiene stehen, bei Stürmen oder anderen Unwetterereignissen immer wieder für teils großflächige Zugausfälle sorgten. Im Bereich Holzhausen seien die abgeholzten Bäume besonders stark geschädigt gewesen, beteuert die Bahn gegenüber dem MT. „So stark, dass sie absterben und beispielsweise bei Wind oder Sturm oder anderen Natureinwirkungen auf die Gleise fallen können“. Doch einfach so zurückschneiden oder fällen, das geht natürlich nicht. „Bevor die Maßnahmendurchgeführt werden, haben die Forstexperten der Deutschen Bahn die Vegetation vom Boden und von allen Seiten aus genau in Augenschein genommen und den Zustand der Bäume bewertet“, erklärt der Bahnsprecher das Vorgehen. Selbstverständlich, betont er weiter, seien alle Rückschnitte und Fällungen in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde vor Ort geschehen. „Der Vegetationsrückschnitt bei der Deutschen Bahn steht grundsätzlich im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben aus der Lärmverordnung sowie den Umwelt- und Naturschutzgesetzen, aber auch mit den Vorgaben für einen sicheren Bahnbetrieb.“ Bäume und Pflanzen, die bei extremem Wetter durch Standort, Zustand oder Form eine potenzielle Störungsquelle für den Bahnverkehr darstellen könnten, werden daher von der Deutschen Bahn zurückgeschnitten oder entfernt. Genau das ist jetzt im Bereich Holzhausen geschehen. Denn: „Extremwetterlagen mit Auswirkungen auf das System Schiene haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Immer wieder sorgen schwere Stürme für Zugausfälle oder Verspätungen sowie Schäden an Gleisen und Anlagen in Millionenhöhe“, heißt es von der Bahn. Für Fahrgäste und Güterverkehr sei dies „verständlicherweise ein großes Ärgernis“. Deshalb sind solche Fällaktionen und Rückschnitte bei der Bahn in einen größeren organisatorischen Rahmen eingebunden: Der „Aktionsplan Vegetation“ der Deutschen Bahn „trägt den geänderten Rahmenbedingungen und Auswirkungen von Extremwetterlagen auf den Zugbetrieb Rechnung“. Ziel sei es, die Schiene sturmsicherer zu machen. „Bei allen Maßnahmen ist die Deutsche Bahn auch auf die Unterstützung und Mitarbeit von Waldbesitzern, Behörden und Verbänden angewiesen“, so der Bahnsprecher abschließend. Von massiven Sturmschäden an den Bahngleisen in Porta Westfalica ist in den vergangenen Jahren allerdings nichts bekannt geworden. Lediglich vorsorglich wurde der Zugverkehr bei verschiedenen Sturmtiefs vorsichtshalber eingestellt, so dass auch im Bereich des Stadtgebiets wiederholt keine Züge mehr fuhren. Die Fällaktion an der Bahnstrecke jetzt ist daher quasi Prävention mit der Kettensäge – die vermutlich nicht allen Naturschützern gefallen wird.

Prävention mit der Kettensäge: Darum hat die Bahn in Holzhausen zahlreiche Bäume fällen lassen

Links Bahnstrecke, rechts Bundesstraße, in der Mitte: nichts mehr. Die Bahn hat zahlreiche Bäume im Bereich Holzhausen fällen lassen. Demnach soll es sich um beschädigte oder kranke Bäume gehandelt haben. MT-Foto: Thomas Lieske © Thomas Lieske

Porta Westfalica-Holzhausen. Es ist ein oft gehörter Hinweis: Kaum sind die ersten Sturmböen unterwegs, fällt vielerorts die Zugverbindung aus. Baum in der Oberleitung – wieder einmal. Deshalb und wegen erhöhter Brandgefahr durch Funkenflug lässt die Bahn seit einigen Jahren die Vegetation, die dicht an den Gleisen steht, zurückschneiden. Das fällt derzeit besonders auf einem längeren Grünstreifen zwischen der Bahnlinie und der Bundesstraße 482 im Bereich Holzhausen auf. Zahlreiche Baumstümpfe zeugen von einer Fällaktion mit der Kettensäge. Damit eröffnet sich an dieser Stelle gleichzeitig ein ungewöhnlich freier Blick auf die Gleise und die durchrauschenden Züge.

„Im Rahmen umfangreicher Baumkontrollen wurden auch im Bereich Porta Westfalica alle Bäume im sicherheitsrelevanten Bereich kontrolliert und geschädigte Bäume in einem Kataster erfasst“, erklärt ein Bahnsprecher im MT-Gespräch. Aus den Erkenntnissen dieses Baumkatasters habe der Konzern dann mit Forstexperten zusammen entschieden, „größere Vegetationsarbeiten in diesem Bereich“ einzuleiten. Gemeint sind in diesem Fall Abholzungen in recht großem Stil.

„Regelmäßige Kontrollen und Rückschnittarbeiten sind erforderlich, um die Sicherheit des Bahnbetriebes zu gewährleisten.Diese Arbeiten sind aus Sicherheitsgründen erforderlich, um den Mindestabstand von Bäumen, Sträuchern und anderen Gewächse zu den Oberleitungen zu gewährleisten“, erklärt der Bahnsprecher. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass Bäume, die zu dicht an der Schiene stehen, bei Stürmen oder anderen Unwetterereignissen immer wieder für teils großflächige Zugausfälle sorgten.

Im Bereich Holzhausen seien die abgeholzten Bäume besonders stark geschädigt gewesen, beteuert die Bahn gegenüber dem MT. „So stark, dass sie absterben und beispielsweise bei Wind oder Sturm oder anderen Natureinwirkungen auf die Gleise fallen können“. Doch einfach so zurückschneiden oder fällen, das geht natürlich nicht. „Bevor die Maßnahmendurchgeführt werden, haben die Forstexperten der Deutschen Bahn die Vegetation vom Boden und von allen Seiten aus genau in Augenschein genommen und den Zustand der Bäume bewertet“, erklärt der Bahnsprecher das Vorgehen.

Selbstverständlich, betont er weiter, seien alle Rückschnitte und Fällungen in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde vor Ort geschehen. „Der Vegetationsrückschnitt bei der Deutschen Bahn steht grundsätzlich im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben aus der Lärmverordnung sowie den Umwelt- und Naturschutzgesetzen, aber auch mit den Vorgaben für einen sicheren Bahnbetrieb.“ Bäume und Pflanzen, die bei extremem Wetter durch Standort, Zustand oder Form eine potenzielle Störungsquelle für den Bahnverkehr darstellen könnten, werden daher von der Deutschen Bahn zurückgeschnitten oder entfernt.

Genau das ist jetzt im Bereich Holzhausen geschehen. Denn: „Extremwetterlagen mit Auswirkungen auf das System Schiene haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Immer wieder sorgen schwere Stürme für Zugausfälle oder Verspätungen sowie Schäden an Gleisen und Anlagen in Millionenhöhe“, heißt es von der Bahn. Für Fahrgäste und Güterverkehr sei dies „verständlicherweise ein großes Ärgernis“.

Deshalb sind solche Fällaktionen und Rückschnitte bei der Bahn in einen größeren organisatorischen Rahmen eingebunden: Der „Aktionsplan Vegetation“ der Deutschen Bahn „trägt den geänderten Rahmenbedingungen und Auswirkungen von Extremwetterlagen auf den Zugbetrieb Rechnung“. Ziel sei es, die Schiene sturmsicherer zu machen. „Bei allen Maßnahmen ist die Deutsche Bahn auch auf die Unterstützung und Mitarbeit von Waldbesitzern, Behörden und Verbänden angewiesen“, so der Bahnsprecher abschließend.

Von massiven Sturmschäden an den Bahngleisen in Porta Westfalica ist in den vergangenen Jahren allerdings nichts bekannt geworden. Lediglich vorsorglich wurde der Zugverkehr bei verschiedenen Sturmtiefs vorsichtshalber eingestellt, so dass auch im Bereich des Stadtgebiets wiederholt keine Züge mehr fuhren. Die Fällaktion an der Bahnstrecke jetzt ist daher quasi Prävention mit der Kettensäge – die vermutlich nicht allen Naturschützern gefallen wird.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Porta Westfalica