Portaner Ausschuss sieht Denkmal durch 200-Meter-Windrad nicht beeinträchtigt Gegenwind für Ohnemichel Von Stefan Lyrath Porta Westfalica (Ly). Durch ein 200 Meter hohes Windrad in rund vier Kilometern Entfernung wird das Kaiser-Wilhelm-Denkmal nicht beeinträchtigt. Zu dieser Einschätzung ist der zuständige Fachausschuss gelangt. Vier CDU-Politiker stimmten dagegen. Reinhard Geffert (SPD) will verhindern, dass Besucher über Porta Westfalica sagen: "Da wohnen die Ohnemichels." Soll heißen: die Verweigerer. Dazu möchte Geffert bei der Windkraft jedenfalls nicht gehören.Rolf-Dieter Klocke (CDU) zäumt das Pferd von anderer Seite auf. "Wir sollten uns schon Gedanken machen, wie wir diese einmalige Landschaft für unsere Nachwelt erhalten." Außerdem sieht der Christdemokrat Investitionen auf dem Wittekindsberg gefährdet, wenn am Veltheimer Sprengelweg ein Windrad mit einer Nabenhöhe von 140 Metern kommt. Klocke zufolge will der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) "da oben dieses Jahr richtig investieren".Im Vorfeld der Sitzung hatte die LWL-Denkmalpflege in einer Stellungnahme unter anderem auf den "überragenden Zeugniswert" des Monuments hingewiesen (wir berichteten). Von besonderer Bedeutung seien die "Sichtbeziehungen" zwischen Denkmal und Umgebung. Entfernungsangaben allein reichten zur Beurteilung nicht aus; der Einzelfall müsse berücksichtigt werden. "Jedenfalls teilweise", so die Münsteraner Denkmalschützer im Widerspruch zur Stadt, werde ein Windrad in dieser Größe das Denkmal "seiner städtebaulichen Bedeutung berauben".Dass Besucher von dort oben "auf komfortable Weise" den Blick in die Landschaft genießen sollten, reizte Reinhard Geffert im Ausschuss für Planung, Umweltschutz und Bauwesen zu der ironischen Bemerkung: "Besucher erwarten, dass sie etwas zu essen und eine offene Toilette bekommen. Der LWL wäre gut beraten, sich um diese Seite des Komforts zu kümmern."Zumindest mehrheitlich, mit zwölf von 16 Stimmen, teilt der Ausschuss die Bedenken des Landschaftsverbandes nicht. Vielmehr ist das Gremium im Einklang mit der Verwaltung dafür, die denkmalrechtliche Erlaubnis zum Bau der Anlage zu erteilen. Die Stadt kommt zu dem Schluss, dass das Erscheinungsbild des "Willem" durch ein Riesenrad in dieser Entfernung nicht beeinträchtigt wird.Marc Weber (Bündnisgrüne) kann die LWL-Bedenken nicht nachvollziehen. "Die Windenergieanlage wirkt nicht störend", sagt er. "Und die touristische Attraktivität des Denkmals nimmt keinerlei Schaden - im Gegenteil." Befürworter wie Weber sehen in Windrädern zusätzliche Anziehungspunkte für Touristen.Dagegen möchte Kurt Baberske (CDU) "das Urteil einer Fachbehörde mit mehr als 13 000 Mitarbeitern nicht einfach ignorieren". Stadtheimatpfleger Dr. Gerhard Franke mahnt zum "verantwortungsbewussten Umgang mit einem Teil unserer Landschaft".Viel zu sagen hat die Stadt als untere Denkmalbehörde in dieser Angelegenheit nicht. Am Montag beschließt der Rat, kann aber nur eine Empfehlung geben. "Der Kreis entscheidet im eigenen Ermessen", erklärt Rolf-Dieter Klocke. Von der Stadt ist eine "fachliche Einschätzung" gefragt. Im Beschlussvorschlag sieht das so aus: Der Planungsausschuss empfiehlt dem Rat, der Genehmigungsbehörde zu empfehlen, die denkmalrechtliche Erlaubnis zu erteilen, da Gründe des Denkmalschutzes nicht entgegenstünden.

Portaner Ausschuss sieht Denkmal durch 200-Meter-Windrad nicht beeinträchtigt

Porta Westfalica (Ly). Durch ein 200 Meter hohes Windrad in rund vier Kilometern Entfernung wird das Kaiser-Wilhelm-Denkmal nicht beeinträchtigt. Zu dieser Einschätzung ist der zuständige Fachausschuss gelangt. Vier CDU-Politiker stimmten dagegen.

Windrad beeinträchtigt Denkmal nicht - © PORTA
Windrad beeinträchtigt Denkmal nicht - © PORTA

Reinhard Geffert (SPD) will verhindern, dass Besucher über Porta Westfalica sagen: "Da wohnen die Ohnemichels." Soll heißen: die Verweigerer. Dazu möchte Geffert bei der Windkraft jedenfalls nicht gehören.

Rolf-Dieter Klocke (CDU) zäumt das Pferd von anderer Seite auf. "Wir sollten uns schon Gedanken machen, wie wir diese einmalige Landschaft für unsere Nachwelt erhalten." Außerdem sieht der Christdemokrat Investitionen auf dem Wittekindsberg gefährdet, wenn am Veltheimer Sprengelweg ein Windrad mit einer Nabenhöhe von 140 Metern kommt. Klocke zufolge will der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) "da oben dieses Jahr richtig investieren".

Im Vorfeld der Sitzung hatte die LWL-Denkmalpflege in einer Stellungnahme unter anderem auf den "überragenden Zeugniswert" des Monuments hingewiesen (wir berichteten). Von besonderer Bedeutung seien die "Sichtbeziehungen" zwischen Denkmal und Umgebung. Entfernungsangaben allein reichten zur Beurteilung nicht aus; der Einzelfall müsse berücksichtigt werden. "Jedenfalls teilweise", so die Münsteraner Denkmalschützer im Widerspruch zur Stadt, werde ein Windrad in dieser Größe das Denkmal "seiner städtebaulichen Bedeutung berauben".

Dass Besucher von dort oben "auf komfortable Weise" den Blick in die Landschaft genießen sollten, reizte Reinhard Geffert im Ausschuss für Planung, Umweltschutz und Bauwesen zu der ironischen Bemerkung: "Besucher erwarten, dass sie etwas zu essen und eine offene Toilette bekommen. Der LWL wäre gut beraten, sich um diese Seite des Komforts zu kümmern."

Zumindest mehrheitlich, mit zwölf von 16 Stimmen, teilt der Ausschuss die Bedenken des Landschaftsverbandes nicht. Vielmehr ist das Gremium im Einklang mit der Verwaltung dafür, die denkmalrechtliche Erlaubnis zum Bau der Anlage zu erteilen. Die Stadt kommt zu dem Schluss, dass das Erscheinungsbild des "Willem" durch ein Riesenrad in dieser Entfernung nicht beeinträchtigt wird.

Marc Weber (Bündnisgrüne) kann die LWL-Bedenken nicht nachvollziehen. "Die Windenergieanlage wirkt nicht störend", sagt er. "Und die touristische Attraktivität des Denkmals nimmt keinerlei Schaden - im Gegenteil." Befürworter wie Weber sehen in Windrädern zusätzliche Anziehungspunkte für Touristen.

Dagegen möchte Kurt Baberske (CDU) "das Urteil einer Fachbehörde mit mehr als 13 000 Mitarbeitern nicht einfach ignorieren". Stadtheimatpfleger Dr. Gerhard Franke mahnt zum "verantwortungsbewussten Umgang mit einem Teil unserer Landschaft".

Viel zu sagen hat die Stadt als untere Denkmalbehörde in dieser Angelegenheit nicht. Am Montag beschließt der Rat, kann aber nur eine Empfehlung geben. "Der Kreis entscheidet im eigenen Ermessen", erklärt Rolf-Dieter Klocke. Von der Stadt ist eine "fachliche Einschätzung" gefragt. Im Beschlussvorschlag sieht das so aus: Der Planungsausschuss empfiehlt dem Rat, der Genehmigungsbehörde zu empfehlen, die denkmalrechtliche Erlaubnis zu erteilen, da Gründe des Denkmalschutzes nicht entgegenstünden.

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