Porta droht wegen Regioport mit Klage Zweifel an Verkehrszahlen in Mindener Gutachten / Stadt pocht auf Lärm- und Schadstoffmessung für die B 482 Von Stefan Lyrath Porta Westfalica (Ly). Zwischen den Städten Minden und Porta Westfalica bahnt sich eine Auseinandersetzung an, die vor dem Verwaltungsgericht landen könnte. Es geht um den geplanten Containerhafen Regioport und das befürchtete Verkehrschaos auf der ohnehin stark belasteten Bundesstraße 482. Porta erwägt eine Normenkontrollklage gegen den Planungsverband. „Wir möchten, dass unsere Bedenken ernst genommen werden“, so gestern Bürgermeister Bernd Hedtmann. In der Regioport-Verbandsversammlung sind die Städte Minden und Bückeburg sowie die Kreise Minden-Lübbecke und Schaumburg vertreten.Wiederholt hat die Stadt Porta Westfalica eine Lärm- und Schadstoffmessung gefordert. „Als Verwaltung ist man frustriert, wenn die Nachbarkommune das Thema zum dritten Mal ignoriert“, sagt der technische Beigeordnete Stefan Mohme. „Das stimmt uns schon ziemlich traurig.“Mohme geht es nicht darum, den Regioport an sich in Frage zu stellen. „Für Porta geht es um das Thema Verkehr“, betont er und verweist auf ein eigenes (Gegen-)Gutachten. Durch diese Expertise, erstellt von einem Ingenieurbüro aus Hannover, sei nachgewiesen, dass es zu einer völlig anderen Verkehrsverteilung kommen werde als von den Planern prognostiziert, nämlich „im Wesentlichen nach Süden“. Ganz hat Mohme die Hoffnung nicht aufgegeben. „Wir appellieren immer noch an den Sachverstand in Minden und dem Planungsverband“, sagt er.Heinz-Dieter Künsting, Sprecher der inzwischen rund 100-köpfigen Interessengruppe „Contra Regioport“, wird „schon etwas mulmig, wenn man sieht, wie Porta wieder von der Stadt Minden unter Druck gesetzt wird und in Zugzwang gerät.“ Mit Schreiben vom 11. Juni hatte der Planungsverband Regioport die Stadt Porta Westfalica um eine Stellungnahme zur Aufstellung des Bebauungsplanes gebeten. Viel Zeit bleibt da nicht – zumal in der Sitzungspause.Auch Heinz-Dieter Künsting vermisst eine Lärm- und Schadstoffmessung. Weil die Zuständigkeit dafür nach seiner Überzeugung hin- und hergeschoben wird, fragt der Sprecher: „Wer ist denn jetzt zuständig?“ Minden, so fügt er hinzu, mache es sich unwahrscheinlich einfach.„Sie haben mir da ein Stück weit aus der Seele gesprochen“, pflichtete Verwaltungchef Bernd Hedtmann Künsting kürzlich im Portaner Rat bei. Hedtmann will ein persönliches Gespräch mit Mindens Bürgermeister Michael Buhre führen und sagt: „Ich gehe nicht davon aus, dass er uns die kalte Schulter zeigt.“Mehr als 25?000 Autos täglich auf der B 482Schon heute wird die B 482 in dem Bereich von mehr als 25?000 Autos täglich befahren, wobei der Lkw-Anteil knapp zehn Prozent ausmacht. Nach einem Gutachten der Stadt Minden von November 2011 kommen durch den Regioport, der im Jahr 2016 fertig sein soll, täglich 490 Lastwagen hinzu.Portaner Politiker halten dies für Schönfärberei. Aus Sicht eines Ingenieurbüros, das die Stadt Porta Westfalica beauftragt hat, sieht die Situation ganz anders aus. In dieser Stellungnahme ist von bis zu 1000 zusätzlichen Lkw-Fahrten pro Tag die Rede. Bürgermeister Hedtmann will, dass beide Expertisen in ein neues Gesamtgutachten mit aktuellen Zahlen einfließen, das auch eine Lärm- und Schadstoffmessung enthält.Der Verkehr, so heißt es, werde zu großen Teilen über die B 482 durch Portaner Gebiet zur Autobahn 2 abfließen. Nachgedacht wird im Rathaus über einen vierspurigen Ausbau der Bundesstraße. Kreisel könnten eine Alternative sein. Als neuralgische Punkte gelten An der Pforte, Kirchsiek, Fähr-anger und Im Kirchfeld.Allzu häufig kommt es nicht vor, dass die Portaner Verwaltung von Politikern überschwänglich gelobt wird. Diesmal schon: Kurt Baberske (CDU) etwa findet die jüngste Stellungnahme der Stadt zum Regioport schlicht „klasse“. Für Dirk Rahnenführer (SPD) ist „der beste Satz, dass Porta Westfalica eine Normenkontrollklage erheben wird“. Dem, so Rahnenführer, „werden wir auch nachgehen, falls auf der anderen Seite keine Bewegung ist“. Im Rat stand die Politik einstimmig hinter einem Beschluss, in dem sich die Stadt unter anderem vorbehält, die Planung im Rahmen einer Normenkontrollklage überprüfen zu lassen.

Porta droht wegen Regioport mit Klage

Der tägliche Frust im Stau: Wer nachmittags über die B 482 muss, sollte Zeit mitbringen. Durch den Regioport wird speziell der Lkw-Verkehr noch weiter zunehmen. © Foto: Stefan Lyrath

Porta Westfalica (Ly). Zwischen den Städten Minden und Porta Westfalica bahnt sich eine Auseinandersetzung an, die vor dem Verwaltungsgericht landen könnte. Es geht um den geplanten Containerhafen Regioport und das befürchtete Verkehrschaos auf der ohnehin stark belasteten Bundesstraße 482.

Porta erwägt eine Normenkontrollklage gegen den Planungsverband. „Wir möchten, dass unsere Bedenken ernst genommen werden“, so gestern Bürgermeister Bernd Hedtmann. In der Regioport-Verbandsversammlung sind die Städte Minden und Bückeburg sowie die Kreise Minden-Lübbecke und Schaumburg vertreten.

Wiederholt hat die Stadt Porta Westfalica eine Lärm- und Schadstoffmessung gefordert. „Als Verwaltung ist man frustriert, wenn die Nachbarkommune das Thema zum dritten Mal ignoriert“, sagt der technische Beigeordnete Stefan Mohme. „Das stimmt uns schon ziemlich traurig.“

Mohme geht es nicht darum, den Regioport an sich in Frage zu stellen. „Für Porta geht es um das Thema Verkehr“, betont er und verweist auf ein eigenes (Gegen-)Gutachten. Durch diese Expertise, erstellt von einem Ingenieurbüro aus Hannover, sei nachgewiesen, dass es zu einer völlig anderen Verkehrsverteilung kommen werde als von den Planern prognostiziert, nämlich „im Wesentlichen nach Süden“. Ganz hat Mohme die Hoffnung nicht aufgegeben. „Wir appellieren immer noch an den Sachverstand in Minden und dem Planungsverband“, sagt er.

Heinz-Dieter Künsting, Sprecher der inzwischen rund 100-köpfigen Interessengruppe „Contra Regioport“, wird „schon etwas mulmig, wenn man sieht, wie Porta wieder von der Stadt Minden unter Druck gesetzt wird und in Zugzwang gerät.“ Mit Schreiben vom 11. Juni hatte der Planungsverband Regioport die Stadt Porta Westfalica um eine Stellungnahme zur Aufstellung des Bebauungsplanes gebeten. Viel Zeit bleibt da nicht – zumal in der Sitzungspause.

Auch Heinz-Dieter Künsting vermisst eine Lärm- und Schadstoffmessung. Weil die Zuständigkeit dafür nach seiner Überzeugung hin- und hergeschoben wird, fragt der Sprecher: „Wer ist denn jetzt zuständig?“ Minden, so fügt er hinzu, mache es sich unwahrscheinlich einfach.

„Sie haben mir da ein Stück weit aus der Seele gesprochen“, pflichtete Verwaltungchef Bernd Hedtmann Künsting kürzlich im Portaner Rat bei. Hedtmann will ein persönliches Gespräch mit Mindens Bürgermeister Michael Buhre führen und sagt: „Ich gehe nicht davon aus, dass er uns die kalte Schulter zeigt.“

Mehr als 25?000 Autos täglich auf der B 482

Schon heute wird die B 482 in dem Bereich von mehr als 25?000 Autos täglich befahren, wobei der Lkw-Anteil knapp zehn Prozent ausmacht. Nach einem Gutachten der Stadt Minden von November 2011 kommen durch den Regioport, der im Jahr 2016 fertig sein soll, täglich 490 Lastwagen hinzu.

Portaner Politiker halten dies für Schönfärberei. Aus Sicht eines Ingenieurbüros, das die Stadt Porta Westfalica beauftragt hat, sieht die Situation ganz anders aus. In dieser Stellungnahme ist von bis zu 1000 zusätzlichen Lkw-Fahrten pro Tag die Rede. Bürgermeister Hedtmann will, dass beide Expertisen in ein neues Gesamtgutachten mit aktuellen Zahlen einfließen, das auch eine Lärm- und Schadstoffmessung enthält.

Der Verkehr, so heißt es, werde zu großen Teilen über die B 482 durch Portaner Gebiet zur Autobahn 2 abfließen. Nachgedacht wird im Rathaus über einen vierspurigen Ausbau der Bundesstraße. Kreisel könnten eine Alternative sein. Als neuralgische Punkte gelten An der Pforte, Kirchsiek, Fähr-anger und Im Kirchfeld.

Allzu häufig kommt es nicht vor, dass die Portaner Verwaltung von Politikern überschwänglich gelobt wird. Diesmal schon: Kurt Baberske (CDU) etwa findet die jüngste Stellungnahme der Stadt zum Regioport schlicht „klasse“. Für Dirk Rahnenführer (SPD) ist „der beste Satz, dass Porta Westfalica eine Normenkontrollklage erheben wird“. Dem, so Rahnenführer, „werden wir auch nachgehen, falls auf der anderen Seite keine Bewegung ist“. Im Rat stand die Politik einstimmig hinter einem Beschluss, in dem sich die Stadt unter anderem vorbehält, die Planung im Rahmen einer Normenkontrollklage überprüfen zu lassen.

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