Porta arbeitet an neuem Tourismuskonzept: Diese Fragen sind noch offen Thomas Lieske Porta Westfalica. Die Potenziale schlummern gut sichtbar in 210 Metern Höhe oder versteckt tief im Inneren des Jakobsbergs. Mal sind sie bereits erlebbar, mal nur eine Idee auf dem Papier. Kaiser-Wilhelm-Denkmal, Radfahrrouten, mit dem Kanu auf der Weser, neue Campingplätze, eine Seilbahn: Die Tourismus-Strategie der Stadt Porta Westfalica besteht bisher eher aus einer losen Sammlung von möglichen Attraktionen. Doch das soll sich jetzt ändern. Ein Workshop der Politik vor wenigen Tagen war der Auftakt. Jetzt soll es ziemlich schnell gehen. Karl Erich Schmeding (CDU), einer der Initiatoren, will aufs Gaspedal drücken. Die Idealvorstellung: In der letzten Sitzung des Rates vor der Weihnachtspause soll das Gremium bereits über das fortgeschriebene Tourismuskonzept für die Stadt beschließen. Ein sportlicher Zeitplan, finden zum Beispiel SPD und die Wählergemeinschaft Porta (WP). „Wir sollten vorerst diesen Zeitplan beschließen und können den im Laufe des Jahres immer noch anpassen“, sagte Schmeding am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung und Tourismus. Doch zuvor besteht Diskussionsbedarf. Und der sei durchaus gewünscht, meint Schmeding. Veltheims Ortsheimatpfleger Reinhold Kölling geht das Ganze nicht schnell genug: „Der Plan ist mir viel zu bürokratisch. Tourismus lebt vom Machen. Also sollten wir auch schnell etwas machen.“ Der Zeitplan beinhaltet nämlich viele Zwischenschritte: politische Diskussion, neue Konzept, Öffentlichkeitsbeteiligung, Tourismus-verbände sollen beteiligt werden und dann noch einmal politische Abstimmungen. Für die Wählergemeinschaft steht an erster Stelle allerdings eine andere Frage: „Was wollen wir eigentlich? Wollen wir sanften Tourismus oder Massentourismus“, fragt Dietmar Lehmann. Die Zielrichtung müsse klar sein, bevor sich Politik und Stadt an ein neues Konzept setzen. Außerdem fordert die WP eine Analyse der bisherigen Leistungen, die das Touristikzentrum Westliches Weserbergland (TWW) erbracht hat und welchen Nutzen die Stadt davon hatte. „Wir müssen die Debatte ergebnisoffen führen.“ Für andere steht hingegen bereits fest, dass Porta unbedingt beim Tourismusverband bleiben müsse. Eine eigens betrieben Touristeninfo? „Undenkbar“, findet Thomas Sill (CDU). Derzeit sei es schwierig, das geeignete Personal dafür zu finden. Zudem gebe es viele Aufgaben zu koordinieren. Klar ist: Der Ausschuss wünscht in jedem Fall eine öffentliche Beteiligung an dem neuen Tourismuskonzept. „Wir müssen klären, in welcher Form das möglich sein wird“, betont Dirk Rahnenführer (SPD). Er findet, dass die Stadt aber keine Zeitnot habe und der Zeitplan sich sicherlich ausweiten lasse. Für die öffentliche Beteiligung steht für Dr. Sylvia Arnold (Grüne) vor allem eine Frage im Vordergrund: „Wir müssen sichergehen, dass auch die Portaner die Ideen aus dem Konzept mittragen. Wollen sie überhaupt eine Seilbahn?“ Und noch ein Gedanke treibt die Grünen um. „Wir haben eine Klimaschutzmanagerin in der Verwaltung. Diese muss unbedingt eingebunden werden und bewerten, ob das zu beschließende Konzept dann auch nachhaltig ist und in die Strategie der Stadt passt“, erklärt Anke Grotjohann. Eine Menge Arbeit bahnt sich in Sachen Tourismuskonzept an. Daran hängt auch die Frage, was sich die Stadt finanziell leisten will. „Noch steht dafür kein Geld im Haushalt“, betont Schmeding. „Zuerst müssen wir unsere Ideen voreinander bekommen.“

Porta arbeitet an neuem Tourismuskonzept: Diese Fragen sind noch offen

Radtouren, kombiniert mit Paddeltouren auf der Weser, könnten im neuen Tourismuskonzept der Stadt Porta Westfalica verankert werden. MT-Foto (Archiv): Alex Lehn © Alex Lehn

Porta Westfalica. Die Potenziale schlummern gut sichtbar in 210 Metern Höhe oder versteckt tief im Inneren des Jakobsbergs. Mal sind sie bereits erlebbar, mal nur eine Idee auf dem Papier. Kaiser-Wilhelm-Denkmal, Radfahrrouten, mit dem Kanu auf der Weser, neue Campingplätze, eine Seilbahn: Die Tourismus-Strategie der Stadt Porta Westfalica besteht bisher eher aus einer losen Sammlung von möglichen Attraktionen. Doch das soll sich jetzt ändern. Ein Workshop der Politik vor wenigen Tagen war der Auftakt. Jetzt soll es ziemlich schnell gehen.

Karl Erich Schmeding (CDU), einer der Initiatoren, will aufs Gaspedal drücken. Die Idealvorstellung: In der letzten Sitzung des Rates vor der Weihnachtspause soll das Gremium bereits über das fortgeschriebene Tourismuskonzept für die Stadt beschließen. Ein sportlicher Zeitplan, finden zum Beispiel SPD und die Wählergemeinschaft Porta (WP). „Wir sollten vorerst diesen Zeitplan beschließen und können den im Laufe des Jahres immer noch anpassen“, sagte Schmeding am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung und Tourismus. Doch zuvor besteht Diskussionsbedarf. Und der sei durchaus gewünscht, meint Schmeding. Veltheims Ortsheimatpfleger Reinhold Kölling geht das Ganze nicht schnell genug: „Der Plan ist mir viel zu bürokratisch. Tourismus lebt vom Machen. Also sollten wir auch schnell etwas machen.“ Der Zeitplan beinhaltet nämlich viele Zwischenschritte: politische Diskussion, neue Konzept, Öffentlichkeitsbeteiligung, Tourismus-verbände sollen beteiligt werden und dann noch einmal politische Abstimmungen.

Für die Wählergemeinschaft steht an erster Stelle allerdings eine andere Frage: „Was wollen wir eigentlich? Wollen wir sanften Tourismus oder Massentourismus“, fragt Dietmar Lehmann. Die Zielrichtung müsse klar sein, bevor sich Politik und Stadt an ein neues Konzept setzen. Außerdem fordert die WP eine Analyse der bisherigen Leistungen, die das Touristikzentrum Westliches Weserbergland (TWW) erbracht hat und welchen Nutzen die Stadt davon hatte. „Wir müssen die Debatte ergebnisoffen führen.“

Für andere steht hingegen bereits fest, dass Porta unbedingt beim Tourismusverband bleiben müsse. Eine eigens betrieben Touristeninfo? „Undenkbar“, findet Thomas Sill (CDU). Derzeit sei es schwierig, das geeignete Personal dafür zu finden. Zudem gebe es viele Aufgaben zu koordinieren.

Klar ist: Der Ausschuss wünscht in jedem Fall eine öffentliche Beteiligung an dem neuen Tourismuskonzept. „Wir müssen klären, in welcher Form das möglich sein wird“, betont Dirk Rahnenführer (SPD). Er findet, dass die Stadt aber keine Zeitnot habe und der Zeitplan sich sicherlich ausweiten lasse. Für die öffentliche Beteiligung steht für Dr. Sylvia Arnold (Grüne) vor allem eine Frage im Vordergrund: „Wir müssen sichergehen, dass auch die Portaner die Ideen aus dem Konzept mittragen. Wollen sie überhaupt eine Seilbahn?“ Und noch ein Gedanke treibt die Grünen um. „Wir haben eine Klimaschutzmanagerin in der Verwaltung. Diese muss unbedingt eingebunden werden und bewerten, ob das zu beschließende Konzept dann auch nachhaltig ist und in die Strategie der Stadt passt“, erklärt Anke Grotjohann.

Eine Menge Arbeit bahnt sich in Sachen Tourismuskonzept an. Daran hängt auch die Frage, was sich die Stadt finanziell leisten will. „Noch steht dafür kein Geld im Haushalt“, betont Schmeding. „Zuerst müssen wir unsere Ideen voreinander bekommen.“

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