Politik fordert Gastronomie am Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica Tolle Aussicht - doch der Magen knurrt / Mauer um die Ringterrasse wird für drei Millionen Euro wieder aufgebaut Von Stefan Lyrath Porta Westfalica (Ly). Bis zu 200000 Besucher lockt das Kaiser-Wilhelm-Denkmal jedes Jahr an die Porta Westfalica. Viele sind enttäuscht, denn nach einer geöffneten Gaststätte suchen sie auf dem Wittekindsberg vergeblich. Das soll sich bald ändern. Der Ausschuss für Planung, Umweltschutz und Bauwesen hat eine Resolution an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) verabschiedet, dem das 1896 eingeweihte Monument gehört. Noch in diesem Sommer, so heißt es in dem Papier aus rot-grüner Feder, erwarten Portaner Politiker "eine angemessene touristische Präsentation des Denkmals".Gemeint sind besucherfreundliche Gastronomie, Andenken-Verkauf und ganzjähriger Toilettenzugang. Als "kurzfristige (Zwischen-)Lösung" bietet sich aus Portaner Sicht "eine gegebenenfalls mobile, in jedem Fall aber zeitlich verlässliche Bewirtung auf der Ringterrasse" an. Damit werde dem Wunsch der Besucher nach einer integrierten Aussicht vom Berg auf Tal und Umgebung entsprochen. Von Touristen und Einwohnern werde "an diesem markanten Aussichtspunkt eine Ausflugsgastronomie als Standardangebot erwartet".Auf Dauer eine richtige GaststätteAuf Nachfrage kündigt Bodo Strototte, Geschäftsführer der Westfälisch-Lippischen Vermögensverwaltungsgesellschaft (WLV) in Münster, eine "kurzfristige Übergangslösung" an. Dies könnte ein kleinerer Bistro-Pavillon sein, für den er sich bereits im September ausgesprochen hatte. Offen bleibt zunächst der Standort. Zur Wahl stehen der Parkplatz und die Ringterrasse oben am Denkmal. "Wir werden auf jeden Fall die Versorgung sicherstellen." Auf Dauer werde es auch wieder eine richtige Gaststätte geben. Und die könnte im Sockel des Denkmals liegen. "Denkbar ist das", bestätigt Strototte, zugleich kaufmännischer Leiter beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb des LWL, entsprechende Überlegungen, die allerdings umstritten seien.Gedacht ist an ein Panoramacafé, das Anziehungskraft und Verweildauer (zurzeit 15 Minuten) steigern soll. Zu den Befürwortern gehört Stadtheimatpfleger Dr. Gerhard Franke, der sich von Gastronomie im Gewölbe "eine enorme Steigerung der Attraktivität" des Denkmals verspricht. Gäste, so Franke, seien genug da. "Man muss sich nur besser um sie kümmern."Wie zuletzt geht es jedenfalls nicht weiter. "Das derzeit gänzlich fehlende Gastronomie-Angebot vermiest Besuchern den Aufenthalt und führt zu einem nicht hinnehmbaren Attraktivitätsverlust dieses touristischen Leuchtturms oder hält sogar ganz von einem Besuch ab", schreiben SPD und Grüne zur Schließung der verwaisten Gaststätte auf dem Parkplatz. Zwischenzeitlich hat die WLV das Gebäude gekauft.Begrüßt wird in der Resolution, dass der Landschaftsverband die Mauer am talseitigen Rand der Ringterrasse wieder aufbauen will. Eine Entscheidung der Münsteraner Politik erwartet Strototte bis Ende Juli. Im Fall einer Zustimmung könne die Sanierung 2014 beginnen. Der kaufmännische Leiter rechnet mit Kosten von rund drei Millionen Euro. Nach der Fertigstellung können Besucher wieder sicher am Rand stehen und die großartige Aussicht genießen.Das Denkmal besteht aus drei Teilen: Von der Ringterrasse (120 Meter Durchmesser) führt eine Treppe zur Hochterrasse. Darüber liegt der Kuppelbau mit der Statue.Teile der Ringmauer stehen heute nochNach dem Krieg hatten unterirdische Sprengungen der Alliierten einen Böschungsbruch ausgelöst. Zwei äußere Teile der Ringmauer stehen heute noch. Ein Teil der geplanten Änderungen steht in einem Entwicklungskonzept, das der Arbeitskreis Wittekindsberg in Auftrag gegeben hatte. So empfehlen die Gutachter eine Verbesserung des gastronomischen Angebots, die zeitgemäße Präsentation von Informationen und bauliche Anpassungen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität.Dann bleiben die Gäste auch länger.

Politik fordert Gastronomie am Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica

Porta Westfalica (Ly). Bis zu 200000 Besucher lockt das Kaiser-Wilhelm-Denkmal jedes Jahr an die Porta Westfalica. Viele sind enttäuscht, denn nach einer geöffneten Gaststätte suchen sie auf dem Wittekindsberg vergeblich. Das soll sich bald ändern.

Überbleibsel: Mittagstisch gibt es zurzeit nicht, denn die Gaststätte ist dicht.
Überbleibsel: Mittagstisch gibt es zurzeit nicht, denn die Gaststätte ist dicht.

Der Ausschuss für Planung, Umweltschutz und Bauwesen hat eine Resolution an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) verabschiedet, dem das 1896 eingeweihte Monument gehört. Noch in diesem Sommer, so heißt es in dem Papier aus rot-grüner Feder, erwarten Portaner Politiker "eine angemessene touristische Präsentation des Denkmals".

Politik fordert Gastronomie am Kaiser - © PORTA
Politik fordert Gastronomie am Kaiser - © PORTA

Gemeint sind besucherfreundliche Gastronomie, Andenken-Verkauf und ganzjähriger Toilettenzugang. Als "kurzfristige (Zwischen-)Lösung" bietet sich aus Portaner Sicht "eine gegebenenfalls mobile, in jedem Fall aber zeitlich verlässliche Bewirtung auf der Ringterrasse" an. Damit werde dem Wunsch der Besucher nach einer integrierten Aussicht vom Berg auf Tal und Umgebung entsprochen. Von Touristen und Einwohnern werde "an diesem markanten Aussichtspunkt eine Ausflugsgastronomie als Standardangebot erwartet".

Auf Dauer eine richtige Gaststätte

Auf Nachfrage kündigt Bodo Strototte, Geschäftsführer der Westfälisch-Lippischen Vermögensverwaltungsgesellschaft (WLV) in Münster, eine "kurzfristige Übergangslösung" an. Dies könnte ein kleinerer Bistro-Pavillon sein, für den er sich bereits im September ausgesprochen hatte. Offen bleibt zunächst der Standort. Zur Wahl stehen der Parkplatz und die Ringterrasse oben am Denkmal. "Wir werden auf jeden Fall die Versorgung sicherstellen." Auf Dauer werde es auch wieder eine richtige Gaststätte geben. Und die könnte im Sockel des Denkmals liegen. "Denkbar ist das", bestätigt Strototte, zugleich kaufmännischer Leiter beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb des LWL, entsprechende Überlegungen, die allerdings umstritten seien.

Gedacht ist an ein Panoramacafé, das Anziehungskraft und Verweildauer (zurzeit 15 Minuten) steigern soll. Zu den Befürwortern gehört Stadtheimatpfleger Dr. Gerhard Franke, der sich von Gastronomie im Gewölbe "eine enorme Steigerung der Attraktivität" des Denkmals verspricht. Gäste, so Franke, seien genug da. "Man muss sich nur besser um sie kümmern."

Wie zuletzt geht es jedenfalls nicht weiter. "Das derzeit gänzlich fehlende Gastronomie-Angebot vermiest Besuchern den Aufenthalt und führt zu einem nicht hinnehmbaren Attraktivitätsverlust dieses touristischen Leuchtturms oder hält sogar ganz von einem Besuch ab", schreiben SPD und Grüne zur Schließung der verwaisten Gaststätte auf dem Parkplatz. Zwischenzeitlich hat die WLV das Gebäude gekauft.

Blick vom Denkmal auf die Ringterrasse: Teile der alten Ringmauer (links) stehen noch, der Rest ist mit einem Zaun gesichert. - © Fotos: Stefan Lyrath
Blick vom Denkmal auf die Ringterrasse: Teile der alten Ringmauer (links) stehen noch, der Rest ist mit einem Zaun gesichert. - © Fotos: Stefan Lyrath

Begrüßt wird in der Resolution, dass der Landschaftsverband die Mauer am talseitigen Rand der Ringterrasse wieder aufbauen will. Eine Entscheidung der Münsteraner Politik erwartet Strototte bis Ende Juli. Im Fall einer Zustimmung könne die Sanierung 2014 beginnen. Der kaufmännische Leiter rechnet mit Kosten von rund drei Millionen Euro. Nach der Fertigstellung können Besucher wieder sicher am Rand stehen und die großartige Aussicht genießen.

Das Denkmal besteht aus drei Teilen: Von der Ringterrasse (120 Meter Durchmesser) führt eine Treppe zur Hochterrasse. Darüber liegt der Kuppelbau mit der Statue.

Teile der Ringmauer stehen heute noch

Nach dem Krieg hatten unterirdische Sprengungen der Alliierten einen Böschungsbruch ausgelöst. Zwei äußere Teile der Ringmauer stehen heute noch. Ein Teil der geplanten Änderungen steht in einem Entwicklungskonzept, das der Arbeitskreis Wittekindsberg in Auftrag gegeben hatte. So empfehlen die Gutachter eine Verbesserung des gastronomischen Angebots, die zeitgemäße Präsentation von Informationen und bauliche Anpassungen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität.

Dann bleiben die Gäste auch länger.

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