Polin fährt regelmäßig 1.000 Kilometer nach Porta und sucht ihre entlaufene Katze Thomas Lieske Porta Westfalica. Es sind jedes Mal mehr als 1.000 Kilometer. Doch kein Weg ist Ela aus Polen zu weit, um ihre entlaufene Katze zu suchen. Die emotionale Geschichte beginnt am Abend des 31. Januar auf dem Rastplatz Fuchsgrund an der Autobahn 2 in Porta Westfalica. Die Frau und ihr Fahrer Przemek Maruszak wollen auf dem Rückweg von Deutschland nach Polen eine Pause einlegen. Dabei soll auch Katze Ptysia an einer Leine kurz Auslauf bekommen. Doch das Tier reißt sich los und läuft unter einen Lkw. „Dann ist die Katze irgendwann über den Zaun in den Wald gelaufen. Ich habe sie an dem Abend noch fünf Stunden lang mit einer Taschenlampe gesucht, aber nicht gefunden“, erzählt Przemek Maruszak. Damit beginnt eine ungewöhnliche Tiersuchaktion. Müssen beide zunächst ergebnislos ihre Fahrt in Richtung Polen fortsetzen, kehren sie nur wenige Tage später zurück nach Porta, um weiterzusuchen. „Wir haben alles gegeben, wir haben Suchzettel aufgehängt mit Telefonnummern“, erzählt Maruszak. „Ela war verzweifelt, ihre Tochter auch. Sie haben immer Angst, dass die Katze das nicht überlebt.“ Die Frau ist Kundin bei Maruszak, der selbst mit der Katze eigentlich nichts zu tun hat. „Wir haben einen Fahrdienst und sind international unterwegs, um Kunden zu befördern. Aber wir haben privat auch Katzen und Hunde und wissen, was das bedeutet. Da helfen wir gern“, sagt er. Mehrere Male schon sind beide zusammen die mehr als 1.000 Kilometer lange Strecke gefahren. Teils sind sie mehrere Tage geblieben. „Wegen Corona haben keine Hotels geöffnet. Wir haben also im Auto geschlafen.“ Doch allein schaffen sie es nicht. Sie kennen sich in Porta Westfalica nicht aus und suchen Hilfe. Ein Eintrag in der Facebook-Gruppe „Porta Westfalica meine Heimat“ erhält große Aufmerksamkeit. Die ungewöhnliche Geschichte rührt viele Portaner, die spontan ihre Hilfe anbieten. Mit Hilfe von Fotos, die Maruszak in die Gruppe stellt, helfen sie bei der Suche, die mittlerweile auch von professionellen Tierschützern und der Organisation Tasso Deutschland begleitet wird. Bei Tasso können Besitzer ihre Haustiere registrieren. Wird ein Tier gefunden und der Chip erfolgreich – zum Beispiel bei einem Tierarzt oder in einer Tierklinik – ausgelesen, kann über das Tasso-Register der Halter ermittelt werden. Ptysia ist dort registriert. Und noch etwas macht Maruszak und Ela Hoffnung: Die Katze ist mittlerweile von einer Anwohnerin mehrfach gesichtet worden. „Zusammen mit einer Tierschützerin versucht sie nun, die Katze dort anzulocken.“ Futterstellen sind bereits eingerichtet. Auch Kamerabilder gibt es schon. Die beiden sind sich sicher. Darauf ist Katze Ptysia zu sehen. „Wir sind überwältigt, wie viele Menschen ihre Hilfe angeboten haben. Damit hätten wir niemals gerechnet.“ Die Portaner hätten Spaziergänge mit der ganzen Familie organisiert, um bei der Suche zu helfen. „Einige haben sich uns angeschlossen oder uns Sandwiches gebracht“, erzählt Maruszak. „Für dieses Engagement und die unschätzbar große Hilfe sind wir sehr dankbar.“ Im Moment stehen Ela und Maruszak im ständigen Kontakt mit Tierschützern vor Ort. Derzeit komme das Haustier, das Aufenthalte im Freien aber gewohnt ist, immer nachts zu einem bestimmten Haus. „Dort wird sie immer wieder beobachtet.“ Deshalb glauben er und seine Kundin, dass es nur noch eine Frage der Zeit sei, bis die Katze eingefangen werden kann. Doch dabei ist große Vorsicht geboten. In den seltensten Fällen lassen sich fremde Tiere einfach so fangen. Zunächst müssen sie Vertrauen in eine neue Umgebung fassen. Dafür dienen unter anderem regelmäßige Futterstellen. Sie verhindern auch, dass entlaufene Tiere weiterwandern. „Dank dieses Engagements hat uns die Hoffnung noch nicht verlassen“, ist Maruszak froh. In wenigen Tagen will er seine Kundin erneut nach Porta Westfalica bringen, um neue Flyer zu verteilen und Flugblätter auszuhängen. „Wir möchten Ela unbedingt helfen, die Suche positiv zu beenden.“ Dafür werden sie dann wieder mehr als 1.000 Kilometer fahren. Und wollen dabei im buchstäblichen Sinne alles für die Katz’ tun.

Polin fährt regelmäßig 1.000 Kilometer nach Porta und sucht ihre entlaufene Katze

Katze Ptysia ist seit rund eineinhalb Monaten in Porta unterwegs. Dort ist sie auf einem Autobahnrastplatz entlaufen. Die Besitzer kommen oft aus Polen nach Porta, um das Tier zu suchen. Foto: privat

Porta Westfalica. Es sind jedes Mal mehr als 1.000 Kilometer. Doch kein Weg ist Ela aus Polen zu weit, um ihre entlaufene Katze zu suchen. Die emotionale Geschichte beginnt am Abend des 31. Januar auf dem Rastplatz Fuchsgrund an der Autobahn 2 in Porta Westfalica. Die Frau und ihr Fahrer Przemek Maruszak wollen auf dem Rückweg von Deutschland nach Polen eine Pause einlegen. Dabei soll auch Katze Ptysia an einer Leine kurz Auslauf bekommen. Doch das Tier reißt sich los und läuft unter einen Lkw. „Dann ist die Katze irgendwann über den Zaun in den Wald gelaufen. Ich habe sie an dem Abend noch fünf Stunden lang mit einer Taschenlampe gesucht, aber nicht gefunden“, erzählt Przemek Maruszak.

Damit beginnt eine ungewöhnliche Tiersuchaktion. Müssen beide zunächst ergebnislos ihre Fahrt in Richtung Polen fortsetzen, kehren sie nur wenige Tage später zurück nach Porta, um weiterzusuchen. „Wir haben alles gegeben, wir haben Suchzettel aufgehängt mit Telefonnummern“, erzählt Maruszak. „Ela war verzweifelt, ihre Tochter auch. Sie haben immer Angst, dass die Katze das nicht überlebt.“ Die Frau ist Kundin bei Maruszak, der selbst mit der Katze eigentlich nichts zu tun hat. „Wir haben einen Fahrdienst und sind international unterwegs, um Kunden zu befördern. Aber wir haben privat auch Katzen und Hunde und wissen, was das bedeutet. Da helfen wir gern“, sagt er. Mehrere Male schon sind beide zusammen die mehr als 1.000 Kilometer lange Strecke gefahren. Teils sind sie mehrere Tage geblieben. „Wegen Corona haben keine Hotels geöffnet. Wir haben also im Auto geschlafen.“

Doch allein schaffen sie es nicht. Sie kennen sich in Porta Westfalica nicht aus und suchen Hilfe. Ein Eintrag in der Facebook-Gruppe „Porta Westfalica meine Heimat“ erhält große Aufmerksamkeit. Die ungewöhnliche Geschichte rührt viele Portaner, die spontan ihre Hilfe anbieten. Mit Hilfe von Fotos, die Maruszak in die Gruppe stellt, helfen sie bei der Suche, die mittlerweile auch von professionellen Tierschützern und der Organisation Tasso Deutschland begleitet wird. Bei Tasso können Besitzer ihre Haustiere registrieren. Wird ein Tier gefunden und der Chip erfolgreich – zum Beispiel bei einem Tierarzt oder in einer Tierklinik – ausgelesen, kann über das Tasso-Register der Halter ermittelt werden.

Malina Reckordt

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Ptysia ist dort registriert. Und noch etwas macht Maruszak und Ela Hoffnung: Die Katze ist mittlerweile von einer Anwohnerin mehrfach gesichtet worden. „Zusammen mit einer Tierschützerin versucht sie nun, die Katze dort anzulocken.“ Futterstellen sind bereits eingerichtet. Auch Kamerabilder gibt es schon. Die beiden sind sich sicher. Darauf ist Katze Ptysia zu sehen. „Wir sind überwältigt, wie viele Menschen ihre Hilfe angeboten haben. Damit hätten wir niemals gerechnet.“ Die Portaner hätten Spaziergänge mit der ganzen Familie organisiert, um bei der Suche zu helfen. „Einige haben sich uns angeschlossen oder uns Sandwiches gebracht“, erzählt Maruszak. „Für dieses Engagement und die unschätzbar große Hilfe sind wir sehr dankbar.“

Im Moment stehen Ela und Maruszak im ständigen Kontakt mit Tierschützern vor Ort. Derzeit komme das Haustier, das Aufenthalte im Freien aber gewohnt ist, immer nachts zu einem bestimmten Haus. „Dort wird sie immer wieder beobachtet.“ Deshalb glauben er und seine Kundin, dass es nur noch eine Frage der Zeit sei, bis die Katze eingefangen werden kann. Doch dabei ist große Vorsicht geboten. In den seltensten Fällen lassen sich fremde Tiere einfach so fangen. Zunächst müssen sie Vertrauen in eine neue Umgebung fassen. Dafür dienen unter anderem regelmäßige Futterstellen. Sie verhindern auch, dass entlaufene Tiere weiterwandern. „Dank dieses Engagements hat uns die Hoffnung noch nicht verlassen“, ist Maruszak froh.

In wenigen Tagen will er seine Kundin erneut nach Porta Westfalica bringen, um neue Flyer zu verteilen und Flugblätter auszuhängen. „Wir möchten Ela unbedingt helfen, die Suche positiv zu beenden.“ Dafür werden sie dann wieder mehr als 1.000 Kilometer fahren. Und wollen dabei im buchstäblichen Sinne alles für die Katz’ tun.

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