Platanen gefällt: Am Kaiserhof starten die Arbeiten Henning Wandel Porta Westfalica-Barkhausen. Mit dem jetzt freien Blick auf den Laubengang ist die Veränderung auf dem Kaiserhof-Gelände schon von der Weserbrücke aus deutlich zu sehen. Am Freitagabend und Samstag wurden hier elf Platanen gefällt, um Platz für die anstehenden Arbeiten zu machen. An der historischen Holzkonstruktion haben die Arbeiten kaum Spuren hinterlassen, nur an einer Stelle ist am Dach ein Macke zu sehen. Er habe „äußersten Wert darauf gelegt, dass der Laubengang nicht beschädigt wird“, betont Eigentümer Jörg Albersmeier gegenüber dem MT. Auch habe er alle Behörden und politischen Gremien über die Arbeiten informiert, auch wenn dies rechtlich nicht notwendig gewesen sei. Nach der Frostperiode drängte die Zeit, da die Bäume ab dem 1. März nicht mehr hätten gefällt werden dürfen. Auf dem Gelände soll nach historischem Vorbild wieder ein Garten entstehen, sagt Albersmeier, dahinter sind zwei Doppelhäuser und ein Einzelhaus geplant. Dort sollen auch Photovoltaikanlagen installiert werden – die Bäume hätten dann aber Teile des notwendigen Lichts genommen. Die Rodung war im Vorfeld nicht unumstritten, im Nachhinein habe sich aber noch ein weiterer, wichtigerer Grund für die Fällaktion ergeben: Alle Bäume seien im Inneren verfault und nicht mehr standsicher gewesen. Das bestätigt auch Mario Schröder, der die Arbeiten der Firma Siekmeier Tiefbau geleitet hat. Die Schäden sind an den Stümpfen und Stämmen deutlich zu sehen. Im Kern haben sich mehr als armdicke Hohlräume gebildet. Bei Sturm hätten die Bäume jederzeit auseinanderbrechen können, sagt Schröder: „Es war eigentlich höchste Eisenbahn.“ Die Bäume sind vermutlich rund 125 Jahren alt und stammen damit aus derselben Zeit wie die Gebäude. Auf alten Bildern sei zu erkennen, dass die Platanen damals auf Kopf geschnitten worden seien. Doch über die Jahre seien die Bäume genauso wenig gepflegt worden wie der Laubengang. Das Fundament habe über die Jahre nachgegeben und die Holzkonstruktion verschoben. Zum Teil ist das deutlich zu erkennen, etwa dort, wo die Tuffsteinmauer erkennbar eingebrochen ist. Albersmeier möchte das Baudenkmal gerne abreißen und den zentralen Bereich neu errichten. Das müsse aber politisch entschieden werden. Nach seiner Einschätzung ist der Bau nicht mehr zu retten. An den Dachbalken sind inzwischen selbst ausgebesserte Stellen bereits wieder stark beschädigt. Die stufige Geländestruktur soll erhalten bleiben, die Wohngebäude entstehen damit im rückwärtige, erhöhten Bereich. Etwa die Hälfte der Wohnungen seien bereits vergeben, sagt Albersmeier. Die Nachfrage in der attraktiven Wohnlage ist offenbar groß: Zur einen Seite gibt es den Blick auf Porta und die Weser, direkt neben den Häusern beginnen mehrere Wanderwege auf den Wittekindsberg bis hin zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Die Bauarbeiten könnten also schon bald beginnen, einen genauen Zeitplan nennt Albersmeier aber nicht. Es sei aber sicher, dass es in diesem Sommer etwas passieren werde. Schon aus diesem Grund hätten die Bäume jetzt gefällt werden müssen, da sie von März bis Oktober geschützt sind. Der Sicherheitsaspekt habe sich erst im Nachhinein ergeben. Im Übrigen sollen parallel zu den Neubauten auch die Arbeiten am Kaiserhof weitergehen. Schon aus rein wirtschaftlichen Gründen: Schließlich würde aus seiner neuen Wohnung niemand gerne lange auf eine Baustelle blicken, sagt Albersmeier. Dort, wo bis zum Wochenende die etwa 25 Meter hohen Platanen standen soll künftig wieder ein Garten nach historischem Vorbild entstehen. Dei Blaupause dafür liegt praktisch um die Ecke: Der Garten der Malche, etwas weiter nördlich an der Portastraße, sei nach dem Vorbild des Kaiserhofs angelegt wurden. Jetzt also hilft die Kopie, das Original wieder erstehen zu lassen. Platanen werden dort übrigens nicht mehr gepflanzt. Jörg Albersmeier setzt auf heimische Hölzer.

Platanen gefällt: Am Kaiserhof starten die Arbeiten

Die Platanen standen wahrscheinlich seit rund 125 Jahren auf dem Gartengelände neben dem Kaiserhof und waren damit ebenso alt wie das ehemalige Hotel und der hölzerne Laubengang. MT-Fotos:Alex Lehn © Alex Lehn

Porta Westfalica-Barkhausen. Mit dem jetzt freien Blick auf den Laubengang ist die Veränderung auf dem Kaiserhof-Gelände schon von der Weserbrücke aus deutlich zu sehen. Am Freitagabend und Samstag wurden hier elf Platanen gefällt, um Platz für die anstehenden Arbeiten zu machen. An der historischen Holzkonstruktion haben die Arbeiten kaum Spuren hinterlassen, nur an einer Stelle ist am Dach ein Macke zu sehen. Er habe „äußersten Wert darauf gelegt, dass der Laubengang nicht beschädigt wird“, betont Eigentümer Jörg Albersmeier gegenüber dem MT. Auch habe er alle Behörden und politischen Gremien über die Arbeiten informiert, auch wenn dies rechtlich nicht notwendig gewesen sei. Nach der Frostperiode drängte die Zeit, da die Bäume ab dem 1. März nicht mehr hätten gefällt werden dürfen.

Auf dem Gelände soll nach historischem Vorbild wieder ein Garten entstehen, sagt Albersmeier, dahinter sind zwei Doppelhäuser und ein Einzelhaus geplant. Dort sollen auch Photovoltaikanlagen installiert werden – die Bäume hätten dann aber Teile des notwendigen Lichts genommen. Die Rodung war im Vorfeld nicht unumstritten, im Nachhinein habe sich aber noch ein weiterer, wichtigerer Grund für die Fällaktion ergeben: Alle Bäume seien im Inneren verfault und nicht mehr standsicher gewesen. Das bestätigt auch Mario Schröder, der die Arbeiten der Firma Siekmeier Tiefbau geleitet hat. Die Schäden sind an den Stümpfen und Stämmen deutlich zu sehen. Im Kern haben sich mehr als armdicke Hohlräume gebildet. Bei Sturm hätten die Bäume jederzeit auseinanderbrechen können, sagt Schröder: „Es war eigentlich höchste Eisenbahn.“

Im Innern waren die Platanen zum Teil stark beschädigt. Auch die Standsicherheit wohl nicht mehr gegeben. - © Alex Lehn
Im Innern waren die Platanen zum Teil stark beschädigt. Auch die Standsicherheit wohl nicht mehr gegeben. - © Alex Lehn

Die Bäume sind vermutlich rund 125 Jahren alt und stammen damit aus derselben Zeit wie die Gebäude. Auf alten Bildern sei zu erkennen, dass die Platanen damals auf Kopf geschnitten worden seien. Doch über die Jahre seien die Bäume genauso wenig gepflegt worden wie der Laubengang. Das Fundament habe über die Jahre nachgegeben und die Holzkonstruktion verschoben. Zum Teil ist das deutlich zu erkennen, etwa dort, wo die Tuffsteinmauer erkennbar eingebrochen ist. Albersmeier möchte das Baudenkmal gerne abreißen und den zentralen Bereich neu errichten. Das müsse aber politisch entschieden werden. Nach seiner Einschätzung ist der Bau nicht mehr zu retten. An den Dachbalken sind inzwischen selbst ausgebesserte Stellen bereits wieder stark beschädigt.

Die stufige Geländestruktur soll erhalten bleiben, die Wohngebäude entstehen damit im rückwärtige, erhöhten Bereich. Etwa die Hälfte der Wohnungen seien bereits vergeben, sagt Albersmeier. Die Nachfrage in der attraktiven Wohnlage ist offenbar groß: Zur einen Seite gibt es den Blick auf Porta und die Weser, direkt neben den Häusern beginnen mehrere Wanderwege auf den Wittekindsberg bis hin zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Die Bauarbeiten könnten also schon bald beginnen, einen genauen Zeitplan nennt Albersmeier aber nicht. Es sei aber sicher, dass es in diesem Sommer etwas passieren werde. Schon aus diesem Grund hätten die Bäume jetzt gefällt werden müssen, da sie von März bis Oktober geschützt sind. Der Sicherheitsaspekt habe sich erst im Nachhinein ergeben.

Im Übrigen sollen parallel zu den Neubauten auch die Arbeiten am Kaiserhof weitergehen. Schon aus rein wirtschaftlichen Gründen: Schließlich würde aus seiner neuen Wohnung niemand gerne lange auf eine Baustelle blicken, sagt Albersmeier.

Dort, wo bis zum Wochenende die etwa 25 Meter hohen Platanen standen soll künftig wieder ein Garten nach historischem Vorbild entstehen. Dei Blaupause dafür liegt praktisch um die Ecke: Der Garten der Malche, etwas weiter nördlich an der Portastraße, sei nach dem Vorbild des Kaiserhofs angelegt wurden. Jetzt also hilft die Kopie, das Original wieder erstehen zu lassen. Platanen werden dort übrigens nicht mehr gepflanzt. Jörg Albersmeier setzt auf heimische Hölzer.

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