Petersen will’s packen: Portaner bietet lokale Produkte auf neuer Plattform an Christine Riechmann Porta Westfalica-Vennebeck. Noch fährt Henrik Petersen die Ware mit der Familienkutsche zu seinen Kunden. Geht sein Plan auf, wird der 34-jährige Vennebecker bald auf ein anderes Fahrzeug umsteigen müssen. Denn dann braucht der Gründer von „Porta packt’s“ mehr Platz, um die lokalen Produkte, die er auf seiner Plattform anbietet, auszuliefern. Seit etwa zwei Wochen ist Porta packt’s am Netz und bietet Äpfel, Bio-Eier, Nudeln, Flocken, Wurst, Honig, Knäckebrot, Mehl, Müsli, Kartoffeln, Brot und Blumen aus der Heimat an. Kunden können die Produkte – mindestens drei und maximal zehn – online für einen bestimmten Liefertag bestellen und Henrik Petersen bringt sie bis an die Haustür. Die Idee zu der Plattform ist Petersen, der Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft und Politikwissenschaften studiert und zuletzt beim Mindener Unternehmen Ornamin gearbeitet hat, zu Beginn der Corona-Krise gekommen. Allerdings mache die Plattform auch ohne Corona Sinn, ist er überzeugt. Es gehe darum, nur lokale und nachhaltige Produkte gebündelt auf einer Plattform anzubieten, um so die Menschen aus der Heimat zu unterstützen, Zeit zu sparen, die Umwelt zu schonen – und somit zu helfen, etwas zu verändern. „Irgendwie habe ich schon länger das Gefühl, dass die Welt in den letzten Jahren etwas aus den Fugen geraten ist“, sagt Henrik Petersen. Und seitdem Corona die Welt in Atem halte, sei ihm besonders bewusst geworden, dass manches hinterfragt werden sollte, auch die Art und Weise des Einkaufens. Mit seinem Vater habe er oft darüber gesprochen, wer denn nun eigentlich den ersten Schritt machen müsse, um das Einkaufsverhalten zu ändern: die Nachfrage, also der Konsument, oder das Angebot, die Produzenten? „So richtig einigen konnten wir uns nicht.“ Vielleicht sei die richtige Antwort ja: keiner von beiden. Vielleicht könne es ja ein Zwischenhändler sein. Etwa ein halbes Jahr hat Henrik Petersen an der Idee getüftelt. Er ist zu den Läden und Höfen gefahren und hat mit den Leuten gesprochen. „Unglaublich, was man da für interessante Geschichten erfährt“, erzählt der Jungunternehmer. Die meisten potenziellen Partner seien sofort begeistert gewesen, einige wenige erstmal eher skeptisch. „Da muss man dann hartnäckig bleiben.“ Mittlerweile hat Petersen seinen Job bei Ornamin gekündigt und ohne große Ahnung vom Programmieren die Internet-Plattform aufgebaut. Klar, sei das Ganze auch ein Risiko, schließlich müsse er sein Haus unterhalten und seine Familie ernähren. „Aber, wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, meint Petersen, der einfach mal etwas Neues ausprobieren wollte. Dabei gehe es ihm nicht um „Wachstum, Wachstum, Wachstum“, sondern darum, davon leben zu können. Etwa 60 bis 70 Fahrten in der Woche brauche er dafür. Trotzdem will der junge Familienvater mit seiner Idee etwas in Gang setzen. „Ich möchte gerne noch mehr Partner gewinnen und auch neue Produkte dazunehmen.“ Zum Beispiel gebe es in Porta noch keine regionale Marmelade und auch kein in Porta angebautes Gemüse zu kaufen. In Sachen Werbung baut Henrik Petersen auf die gute alte Mund-zu-Mund-Propaganda. „Ich will es ohne Facebook und Co. schaffen.“ Die Idee solle sich in der Dorfgemeinschaft rumsprechen. Der Porta-packt’s-Gründer baut auf den Netzwerkgedanken. „Ohne den geht es nicht, nur so kann die Plattform sich entwickeln.“ Er erklärt das so: „Noch haben wir nicht viele Produkte im Angebot und die Lieferungen sind noch recht teuer.“ Mit Netzwerkeffekten lasse sich das aber ändern. Je mehr Leute die wenigen Produkte auf der Plattform kaufen würden, desto interessanter werde es für Unternehmen aus Porta Westfalica oder der direkten Umgebung, auf der Seite Werbung zu machen. Und je mehr Geld er über Werbeeinnahmen bekomme, desto günstiger könnten die Lieferungen werden. „Vielleicht können wir Personal einstellen, mehr Lieferungen schaffen, mehr Produkte anbieten, durch ein größeres Angebot mehr Leute auf unserer Plattform ansprechen, die lokalen Geschäfte und Läden stärker unterstützen und so weiter.“ Bisher sei die Resonanz auf seine Plattform super. Er habe noch kein negatives Feedback erhalten. „Mal schauen, ob es klappt“, sinniert der Gründer. Fünf bis sechs Monate habe er sich gegeben. Wenn es dann nicht läuft, müsse er wieder etwas anderes machen. „Ich glauben nicht, dass ich mit der Plattform alleine die Welt retten kann, aber ich glaube, dass ich dazu beitragen kann, die Welt in der wir leben, Porta Westfalica, ein bisschen besser zu machen.“ Mehr Infos auf porta-packts.de

Petersen will’s packen: Portaner bietet lokale Produkte auf neuer Plattform an

Ab in die Tüte und los geht’s: Henrik Petersen liefert seinen Kunden regionale Produkte, die sie zuvor auf der Platttform „Porta packt’s“ bestellt haben. Foto: privat © privat

Porta Westfalica-Vennebeck. Noch fährt Henrik Petersen die Ware mit der Familienkutsche zu seinen Kunden. Geht sein Plan auf, wird der 34-jährige Vennebecker bald auf ein anderes Fahrzeug umsteigen müssen. Denn dann braucht der Gründer von „Porta packt’s“ mehr Platz, um die lokalen Produkte, die er auf seiner Plattform anbietet, auszuliefern.

Seit etwa zwei Wochen ist Porta packt’s am Netz und bietet Äpfel, Bio-Eier, Nudeln, Flocken, Wurst, Honig, Knäckebrot, Mehl, Müsli, Kartoffeln, Brot und Blumen aus der Heimat an. Kunden können die Produkte – mindestens drei und maximal zehn – online für einen bestimmten Liefertag bestellen und Henrik Petersen bringt sie bis an die Haustür.

Die Idee zu der Plattform ist Petersen, der Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft und Politikwissenschaften studiert und zuletzt beim Mindener Unternehmen Ornamin gearbeitet hat, zu Beginn der Corona-Krise gekommen. Allerdings mache die Plattform auch ohne Corona Sinn, ist er überzeugt. Es gehe darum, nur lokale und nachhaltige Produkte gebündelt auf einer Plattform anzubieten, um so die Menschen aus der Heimat zu unterstützen, Zeit zu sparen, die Umwelt zu schonen – und somit zu helfen, etwas zu verändern.

„Irgendwie habe ich schon länger das Gefühl, dass die Welt in den letzten Jahren etwas aus den Fugen geraten ist“, sagt Henrik Petersen. Und seitdem Corona die Welt in Atem halte, sei ihm besonders bewusst geworden, dass manches hinterfragt werden sollte, auch die Art und Weise des Einkaufens.

Mit seinem Vater habe er oft darüber gesprochen, wer denn nun eigentlich den ersten Schritt machen müsse, um das Einkaufsverhalten zu ändern: die Nachfrage, also der Konsument, oder das Angebot, die Produzenten? „So richtig einigen konnten wir uns nicht.“ Vielleicht sei die richtige Antwort ja: keiner von beiden. Vielleicht könne es ja ein Zwischenhändler sein.

Etwa ein halbes Jahr hat Henrik Petersen an der Idee getüftelt. Er ist zu den Läden und Höfen gefahren und hat mit den Leuten gesprochen. „Unglaublich, was man da für interessante Geschichten erfährt“, erzählt der Jungunternehmer. Die meisten potenziellen Partner seien sofort begeistert gewesen, einige wenige erstmal eher skeptisch. „Da muss man dann hartnäckig bleiben.“

Mittlerweile hat Petersen seinen Job bei Ornamin gekündigt und ohne große Ahnung vom Programmieren die Internet-Plattform aufgebaut. Klar, sei das Ganze auch ein Risiko, schließlich müsse er sein Haus unterhalten und seine Familie ernähren. „Aber, wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, meint Petersen, der einfach mal etwas Neues ausprobieren wollte. Dabei gehe es ihm nicht um „Wachstum, Wachstum, Wachstum“, sondern darum, davon leben zu können. Etwa 60 bis 70 Fahrten in der Woche brauche er dafür.

Trotzdem will der junge Familienvater mit seiner Idee etwas in Gang setzen. „Ich möchte gerne noch mehr Partner gewinnen und auch neue Produkte dazunehmen.“ Zum Beispiel gebe es in Porta noch keine regionale Marmelade und auch kein in Porta angebautes Gemüse zu kaufen.

In Sachen Werbung baut Henrik Petersen auf die gute alte Mund-zu-Mund-Propaganda. „Ich will es ohne Facebook und Co. schaffen.“ Die Idee solle sich in der Dorfgemeinschaft rumsprechen. Der Porta-packt’s-Gründer baut auf den Netzwerkgedanken. „Ohne den geht es nicht, nur so kann die Plattform sich entwickeln.“ Er erklärt das so: „Noch haben wir nicht viele Produkte im Angebot und die Lieferungen sind noch recht teuer.“ Mit Netzwerkeffekten lasse sich das aber ändern. Je mehr Leute die wenigen Produkte auf der Plattform kaufen würden, desto interessanter werde es für Unternehmen aus Porta Westfalica oder der direkten Umgebung, auf der Seite Werbung zu machen. Und je mehr Geld er über Werbeeinnahmen bekomme, desto günstiger könnten die Lieferungen werden. „Vielleicht können wir Personal einstellen, mehr Lieferungen schaffen, mehr Produkte anbieten, durch ein größeres Angebot mehr Leute auf unserer Plattform ansprechen, die lokalen Geschäfte und Läden stärker unterstützen und so weiter.“

Bisher sei die Resonanz auf seine Plattform super. Er habe noch kein negatives Feedback erhalten. „Mal schauen, ob es klappt“, sinniert der Gründer. Fünf bis sechs Monate habe er sich gegeben. Wenn es dann nicht läuft, müsse er wieder etwas anderes machen.

„Ich glauben nicht, dass ich mit der Plattform alleine die Welt retten kann, aber ich glaube, dass ich dazu beitragen kann, die Welt in der wir leben, Porta Westfalica, ein bisschen besser zu machen.“

Mehr Infos auf porta-packts.de

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