Nicht jeder Apfel eignet sich fürs Blech - Backkurs beim Portaner NHP-Verein Schottische Nachspeisespezialität für lange Wintertage / International Von Gisela Schwarze Porta Westfalica-Hausberge (G.S.). Es muss nicht immer die kalorienreiche Festtagstorte sein. Das bewiesen die Hobbybäcker, die auf Einladung des Vereins "Natur und Heimatpflege Porta" (NHP) in der Lehrküche der Realschule an der Hoppenstraße unterschiedliche Apfelkuchen auf die Bleche zauberten. Unter der fachkundigen Anleitung des Konditormeisters Hans-Ulrich Seidel ging es frisch ans Werk, um aromatisch riechende Apfelkuchen zum Reinbeißen zu kreieren."Unsere Vorfahren wussten genau, welche Apfelsorten gut für Wein- und Schnapsherstellung, für Dörrobst sowie ideal als Koch- oder Bratapfel zu verwenden waren", blickte Holger Hansing vom NHP auf die Kisten voller Äpfel. Alte Apfelsorten wie Jakob Lebel, Ontario, Grüner Stettiner, Meiers Fiesling oder Rheinischer Bohnapfel warteten auf ihre Verwertung.Seidel gab aus langjähriger Berufserfahrung Tipps, welche Sorten sich am besten als Belag für Rührteig, Hefeteig oder Blätterteig eignen. Ein Tipp: "Nie pingelig sein. Ich habe mich noch nie an irgendwelche Rezepte gehalten."So gewährleistet Seidel, dass bei ihm jeder Kuchen zum Unikat wird. Beim Apfelbutterkuchen mit den vier Sorten Ontario, Grüner Stettiner, Jakob Lebel und Rheinischer Bohnapfel fand jeder Hobbybäcker schließlich seinen Favoriten. Ziel war es, bei den vier gekosteten Apfelvarianten den individuell idealen Backapfel zu finden. In der Geschmacksbewertung der Teilnehmer erhielt der Kuchen mit dem "Jakob Lebel"-Belag die höchste Punktzahl.Bei den gefertigten Hefekuchen gefiel einer ganz besonders, nämlich der Hefeteig mit Vanillepudding unter den alten Apfelsorten. Beim Rührteig-Kuchen waren Streusel mit brauner Butter nach schlesischer Art das i-Tüpfelchen auf dem Gebäck.Apple Crumble (schottische Auflaufnachspeise), bestehend aus Äpfeln, Walnüssen, Rosinen, Butter, Zimt-Zucker und Butterstreuseln, bereicherte die Reihe der umgesetzten Rezepte. Eine süße Umgebung aus Zimt und Zucker, Rosinen und Streuseln wurde beim Apple Crumble durch einen total sauren Apfelkontrast mit "Meiers Fiesling" abgerundet.Nicht nur als Backkurs lehrreich war die NHP-Veranstaltung. Der Abend diente den Teilnehmern auch zur Erweiterung der englischen Sprachkenntnisse: Die Hobbybäckerin und junge Ehefrau Sarah kommt aus dem Iran, war mit Schwiegermutter Roswita dabei, und vervollständigt bei jeder Gelegenheit ihre deutschen Sprachkenntnisse.Beim NHP-Kurs kam es Sarah allerdings im Wesentlichen darauf an, ihre Backkenntnisse zu erweitern, denn sie möchte nach eigenen Angaben eine gute deutsche Hausfrau sein. "Die deutschen Kuchen sind sehr süß. Das ist für mich neu", beschreibt Sarah ihre bisherigen Geschmackserfahrungen mit heimischem Gebäck. Die Kuchen ihrer Kindheit enthielten wesentlich weniger Zucker.

Nicht jeder Apfel eignet sich fürs Blech - Backkurs beim Portaner NHP-Verein

Porta Westfalica-Hausberge (G.S.). Es muss nicht immer die kalorienreiche Festtagstorte sein. Das bewiesen die Hobbybäcker, die auf Einladung des Vereins "Natur und Heimatpflege Porta" (NHP) in der Lehrküche der Realschule an der Hoppenstraße unterschiedliche Apfelkuchen auf die Bleche zauberten.

Der erfahrene Konditormeister Hans-Ulrich Seidel leitet den NHP-Backkurs.
Der erfahrene Konditormeister Hans-Ulrich Seidel leitet den NHP-Backkurs.

Unter der fachkundigen Anleitung des Konditormeisters Hans-Ulrich Seidel ging es frisch ans Werk, um aromatisch riechende Apfelkuchen zum Reinbeißen zu kreieren.

Nicht jeder Apfel eignet sich fürs Blech - © PORTA
Nicht jeder Apfel eignet sich fürs Blech - © PORTA

"Unsere Vorfahren wussten genau, welche Apfelsorten gut für Wein- und Schnapsherstellung, für Dörrobst sowie ideal als Koch- oder Bratapfel zu verwenden waren", blickte Holger Hansing vom NHP auf die Kisten voller Äpfel. Alte Apfelsorten wie Jakob Lebel, Ontario, Grüner Stettiner, Meiers Fiesling oder Rheinischer Bohnapfel warteten auf ihre Verwertung.

Seidel gab aus langjähriger Berufserfahrung Tipps, welche Sorten sich am besten als Belag für Rührteig, Hefeteig oder Blätterteig eignen. Ein Tipp: "Nie pingelig sein. Ich habe mich noch nie an irgendwelche Rezepte gehalten."

So gewährleistet Seidel, dass bei ihm jeder Kuchen zum Unikat wird. Beim Apfelbutterkuchen mit den vier Sorten Ontario, Grüner Stettiner, Jakob Lebel und Rheinischer Bohnapfel fand jeder Hobbybäcker schließlich seinen Favoriten. Ziel war es, bei den vier gekosteten Apfelvarianten den individuell idealen Backapfel zu finden. In der Geschmacksbewertung der Teilnehmer erhielt der Kuchen mit dem "Jakob Lebel"-Belag die höchste Punktzahl.

Bei den gefertigten Hefekuchen gefiel einer ganz besonders, nämlich der Hefeteig mit Vanillepudding unter den alten Apfelsorten. Beim Rührteig-Kuchen waren Streusel mit brauner Butter nach schlesischer Art das i-Tüpfelchen auf dem Gebäck.

Sarah und ihre Schwiegermutter Roswitha bereiten den Apple Crumble vor. - © Fotos: G. Schwarze
Sarah und ihre Schwiegermutter Roswitha bereiten den Apple Crumble vor. - © Fotos: G. Schwarze

Apple Crumble (schottische Auflaufnachspeise), bestehend aus Äpfeln, Walnüssen, Rosinen, Butter, Zimt-Zucker und Butterstreuseln, bereicherte die Reihe der umgesetzten Rezepte. Eine süße Umgebung aus Zimt und Zucker, Rosinen und Streuseln wurde beim Apple Crumble durch einen total sauren Apfelkontrast mit "Meiers Fiesling" abgerundet.

Nicht nur als Backkurs lehrreich war die NHP-Veranstaltung. Der Abend diente den Teilnehmern auch zur Erweiterung der englischen Sprachkenntnisse: Die Hobbybäckerin und junge Ehefrau Sarah kommt aus dem Iran, war mit Schwiegermutter Roswita dabei, und vervollständigt bei jeder Gelegenheit ihre deutschen Sprachkenntnisse.

Beim NHP-Kurs kam es Sarah allerdings im Wesentlichen darauf an, ihre Backkenntnisse zu erweitern, denn sie möchte nach eigenen Angaben eine gute deutsche Hausfrau sein. "Die deutschen Kuchen sind sehr süß. Das ist für mich neu", beschreibt Sarah ihre bisherigen Geschmackserfahrungen mit heimischem Gebäck. Die Kuchen ihrer Kindheit enthielten wesentlich weniger Zucker.

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