Neues Leben in alten Mauern: In Porta Westfalica hat mit "One moment" ein neues Restaurant eröffnet Thomas Lieske Porta Westfalica-Holzhausen. Als die ersten Gäste die Tür wieder hinter sich schließen, beginnt für Jakob Friesen und seine Frau Katharina ein ganz emotionaler Moment. „Wir hatten immer alle Pläne im Kopf und hatten genaue Vorstellungen davon, wie das hier mal aussehen soll. Aber das jetzt in der Realität zu sehen und zu wissen, dass das keine Baustelle mehr ist, hat uns gepackt“, erzählt der Portaner. Vor fast drei Jahren begann der Traum von einem eigenen Restaurant – von einer Begegnungsstätte für Holzhausen – mit dem Kauf der alten Gastwirtschaft „Zum Kruge“ in der Vlothoer Straße. Vor gut eineinhalb Wochen ist aus dem Traum Realität geworden. „One moment“ haben die beiden ihr Projekt genannt. Mit Bar, Restaurant, warmer Küche, Cocktails, Weinen und anderen Spirituosen haben die Holzhauser nun wieder einen Anlaufpunkt im Ort. „Uns war es ganz wichtig, etwas für den Ort zu schaffen. Wir hätten auch ganz woanders investieren können. Aber wir wollten als Portaner hier vor Ort etwas schaffen“, erzählt Jakob Friesen. Für ihn und seine Frau Katharina ist die Gastronomie Neuland. Eigentlich kommen sie aus einer anderen Branche. Ihre Montagefirma arbeitet im Auftrag großer Möbelhausketten – deutschlandweit. In der Immobilienbranche ist er auch unterwegs. Der Schritt in die Gastronomie ist nur eine von vielen Ideen. Eine Idee, die sich das Paar eine Menge hat kosten lassen. Die aufwendige Sanierung von innen und außen habe „weit mehr als eine Million Euro gekostet“, berichtet Friesen. Bereut er den Schritt? „Nein“, sagt er entschieden. Die viele Mühe, das Geld, die verdrückten Tränen, Schweiß, Nervenzusammenbrüche – all das habe sich gelohnt. Auch wenn das zum Beispiel bedeutete, dass rund 60 Tonnen Steine allein im Treppenhaus ausgewechselt werden mussten. Und die Fassade, die lange Zeit geheimnisvoll in Plane gehüllt war, wurde mühevoll per Hand mit einem Sandstrahler erneuert. Den historischen Charakter der reaktivierten Gastwirtschaft haben die beiden beibehalten. Die Balken wurden aufwendig restauriert, das Mauerwerk liegt offen und verleiht dem loftartigen Restaurant Gemütlichkeit. Dazu paaren sich moderne Elemente wie große dunkle Bodenfliesen, ein offener Tresenbereich, Holzelemente. Jakob und Katharina Friesen sind stolz auf ihr Werk. „Jetzt ist der Moment gekommen, in dem wir unser Baby so langsam abgeben müssen“, sagt Katharina Friesen, die sich zusammen mit Katharina Peters um das Innendesign gekümmert hat. Jetzt sei nicht mehr die Zeit, jeden Schritt selbst zu begleiten. Dafür hat das Paar ein Team zusammengestellt, das nun den Traum der beiden mit Leben füllt: in der Küche, im Gastraum, draußen auf der Terrasse. Die neuen Köche haben für den Betrieb eigens eine ganz neue Speisekarte zusammengestellt. „Da steht vor allem auch das drauf, was wir selbst mögen“, erzählt Restaurant-Geschäftsführer Alex Staub. „Es sind Gerichte, die wir uns im Laufe des Lebens selbst zusammengestellt haben, von denen wir eine Idee hatten – die Gerichte sind eine Kombination aus verschiedenen Bestandteilen wie Fleisch, Gemüse und anderen Beilagen.“ Zwischen Burgern, Lachs und Salaten finden sich auch wechselnde Tagesgerichte wieder. Überhaupt sei das „One moment“ ein Treffpunkt für jeden: „Hier soll sich Jung mit Alt treffen, Arm mit Reich. Hier ist jeder willkommen“, sagt Jakob Friesen. Er wünscht sich, dass das Restaurant auf Dauer ein belebter Treffpunkt für Porta und Umgebung wird. Doch das Ehepaar hat nicht nur die untere Etage des historischen Hauses saniert. Während im vorderenHausbereich nun die Firma mit ihren Geschäftsräumen untergebracht ist, befindet sich in der ersten Etage ein Boarding-House, um dessen Vermietung sich Sekretärin Rita Tissen kümmert. Moderne Appartements, zum Teil mit unverbautem Blick auf das Kaiser-Wilhelm-Denkmal füllen dort den Platz, den zuvor der alte Tanzsaal eingenommen hat. „Der war für uns so nicht nutzbar, deshalb haben wir den Bereich aufgeteilt.“ Und noch eine Etage höher versucht sich das Ehepaar mit einer neuen anmietbaren Wohnform: eine riesige, 220 Quadratmeter große WG haben die beiden dort errichtet. Die Zimmer werden einzeln vergeben, dazu gibt es zwei Gemeinschaftsbäder und einen großen Gemeinschaftsraum. Passt dieses Konzept nicht eher in eine Großstadt, als nach Porta? „Wir haben bereits einige Anfragen vom Klinikum und anderen Einrichtungen“, freut sich der Unternehmer. Aber ja, es gehöre Mut dazu. Mut hat das Paar ohnehin bewiesen, als es sein Projekt auch während der Corona-Lockdowns durchzog. „Wir wollten das unbedingt durchziehen.“ Und der Erfolg der ersten Tage hat ihnen recht gegeben.

Neues Leben in alten Mauern: In Porta Westfalica hat mit "One moment" ein neues Restaurant eröffnet

Sekretärin Rita Tissen (von links), Katharina Peters, Katharina und Jakob Friesen, Küchenchef Michael Frisch, Restaurant-Geschäftsführer Alex Staub und Service-Leiter Robert Berndt-Mügge bilden das Team des „One moment“ mit Appartementhaus. Foto: privat © privat

Porta Westfalica-Holzhausen. Als die ersten Gäste die Tür wieder hinter sich schließen, beginnt für Jakob Friesen und seine Frau Katharina ein ganz emotionaler Moment. „Wir hatten immer alle Pläne im Kopf und hatten genaue Vorstellungen davon, wie das hier mal aussehen soll. Aber das jetzt in der Realität zu sehen und zu wissen, dass das keine Baustelle mehr ist, hat uns gepackt“, erzählt der Portaner. Vor fast drei Jahren begann der Traum von einem eigenen Restaurant – von einer Begegnungsstätte für Holzhausen – mit dem Kauf der alten Gastwirtschaft „Zum Kruge“ in der Vlothoer Straße. Vor gut eineinhalb Wochen ist aus dem Traum Realität geworden. „One moment“ haben die beiden ihr Projekt genannt. Mit Bar, Restaurant, warmer Küche, Cocktails, Weinen und anderen Spirituosen haben die Holzhauser nun wieder einen Anlaufpunkt im Ort.

„Uns war es ganz wichtig, etwas für den Ort zu schaffen. Wir hätten auch ganz woanders investieren können. Aber wir wollten als Portaner hier vor Ort etwas schaffen“, erzählt Jakob Friesen. Für ihn und seine Frau Katharina ist die Gastronomie Neuland. Eigentlich kommen sie aus einer anderen Branche. Ihre Montagefirma arbeitet im Auftrag großer Möbelhausketten – deutschlandweit. In der Immobilienbranche ist er auch unterwegs. Der Schritt in die Gastronomie ist nur eine von vielen Ideen. Eine Idee, die sich das Paar eine Menge hat kosten lassen. Die aufwendige Sanierung von innen und außen habe „weit mehr als eine Million Euro gekostet“, berichtet Friesen. Bereut er den Schritt? „Nein“, sagt er entschieden. Die viele Mühe, das Geld, die verdrückten Tränen, Schweiß, Nervenzusammenbrüche – all das habe sich gelohnt. Auch wenn das zum Beispiel bedeutete, dass rund 60 Tonnen Steine allein im Treppenhaus ausgewechselt werden mussten. Und die Fassade, die lange Zeit geheimnisvoll in Plane gehüllt war, wurde mühevoll per Hand mit einem Sandstrahler erneuert.

Den historischen Charakter der reaktivierten Gastwirtschaft haben die beiden beibehalten. Die Balken wurden aufwendig restauriert, das Mauerwerk liegt offen und verleiht dem loftartigen Restaurant Gemütlichkeit. Dazu paaren sich moderne Elemente wie große dunkle Bodenfliesen, ein offener Tresenbereich, Holzelemente. Jakob und Katharina Friesen sind stolz auf ihr Werk. „Jetzt ist der Moment gekommen, in dem wir unser Baby so langsam abgeben müssen“, sagt Katharina Friesen, die sich zusammen mit Katharina Peters um das Innendesign gekümmert hat. Jetzt sei nicht mehr die Zeit, jeden Schritt selbst zu begleiten.


Dafür hat das Paar ein Team zusammengestellt, das nun den Traum der beiden mit Leben füllt: in der Küche, im Gastraum, draußen auf der Terrasse. Die neuen Köche haben für den Betrieb eigens eine ganz neue Speisekarte zusammengestellt. „Da steht vor allem auch das drauf, was wir selbst mögen“, erzählt Restaurant-Geschäftsführer Alex Staub. „Es sind Gerichte, die wir uns im Laufe des Lebens selbst zusammengestellt haben, von denen wir eine Idee hatten – die Gerichte sind eine Kombination aus verschiedenen Bestandteilen wie Fleisch, Gemüse und anderen Beilagen.“ Zwischen Burgern, Lachs und Salaten finden sich auch wechselnde Tagesgerichte wieder.

Von außen ist das Gebäude runderneuert worden. - © privat
Von außen ist das Gebäude runderneuert worden. - © privat

Überhaupt sei das „One moment“ ein Treffpunkt für jeden: „Hier soll sich Jung mit Alt treffen, Arm mit Reich. Hier ist jeder willkommen“, sagt Jakob Friesen. Er wünscht sich, dass das Restaurant auf Dauer ein belebter Treffpunkt für Porta und Umgebung wird. Doch das Ehepaar hat nicht nur die untere Etage des historischen Hauses saniert. Während im vorderenHausbereich nun die Firma mit ihren Geschäftsräumen untergebracht ist, befindet sich in der ersten Etage ein Boarding-House, um dessen Vermietung sich Sekretärin Rita Tissen kümmert. Moderne Appartements, zum Teil mit unverbautem Blick auf das Kaiser-Wilhelm-Denkmal füllen dort den Platz, den zuvor der alte Tanzsaal eingenommen hat. „Der war für uns so nicht nutzbar, deshalb haben wir den Bereich aufgeteilt.“

Bei Nacht kommt die imposante Beleuchtung des Außenbereichs zur Geltung. - © privat
Bei Nacht kommt die imposante Beleuchtung des Außenbereichs zur Geltung. - © privat

Und noch eine Etage höher versucht sich das Ehepaar mit einer neuen anmietbaren Wohnform: eine riesige, 220 Quadratmeter große WG haben die beiden dort errichtet. Die Zimmer werden einzeln vergeben, dazu gibt es zwei Gemeinschaftsbäder und einen großen Gemeinschaftsraum. Passt dieses Konzept nicht eher in eine Großstadt, als nach Porta? „Wir haben bereits einige Anfragen vom Klinikum und anderen Einrichtungen“, freut sich der Unternehmer. Aber ja, es gehöre Mut dazu.

Mut hat das Paar ohnehin bewiesen, als es sein Projekt auch während der Corona-Lockdowns durchzog. „Wir wollten das unbedingt durchziehen.“ Und der Erfolg der ersten Tage hat ihnen recht gegeben.

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