Nach zahlreichen schweren Unfällen: Tempolimit auf der A2 kommt im Frühjahr Thomas Lieske Porta Westfalica. Die Bilder sind noch frisch: Ein BMW prallt am Wochenende auf der A2 im Bereich Porta Westfalica mit einem Skoda und dann mit einem Lkw zusammen. Der schwerstverletzte BMW-Fahrer verstirbt wenig später im Krankenhaus. Vermutlich ein sogenannter Spurwechselfehler führt zu dem folgenschweren Unfall. Es sind Unfälle wie dieser, die die Experten der Verkehrsunfallkommission seit geraumer Zeit Bauchschmerzen bereiten. Im vergangenen August zogen sie die Reißleine: Ein Tempolimit soll her, um zumindest die Geschwindigkeiten in diesem Autobahnabschnitt zu drosseln und so das Unfallrisiko allgemein zu senken. Das soll in diesem Jahr umgesetzt werden. Und zwar noch im Frühjahr, berichtet Susanne Schlenga von der neuen Autobahn GmbH des Bundes, die zum Jahreswechsel die Betreuung des Autobahnnetzes von Straßen NRW übernommen hat. Denn das Tempolimit soll direkt im Anschluss an die Bauarbeiten an der Weserflutbrücke eingerichtet werden. „Die Arbeiten an der A2-Weserflut- und Weserstrombrücke werden voraussichtlich bis ins Frühjahr andauern, auch abhängig davon, wie die Witterung sich entwickelt.“ Zur Erinnerung: Zahlreiche schwere Unfälle sorgten dafür, dass der Abschnitt der A2 in den Fokus der Verkehrsexperten geriet. Zwar gilt die A2 in diesem Bereich offiziell nicht als Unfallhäufungsstelle. Doch auffällig ist, dass immer wieder Lkw in die schweren Unfälle verwickelt sind – mehr als 100.000 Fahrzeuge passieren den Bereich Porta Westfalica täglich. Die Unfälle forderten bereits viele Schwerverletzte und zuletzt wieder ein Todesopfer. Das Tempolimit soll den Bereich entschärfen. In der Doppelkurve vor der Ausfahrt Porta Westfalica in Fahrtrichtung Dortmund gibt es bereits auf einigen hundert Metern Tempo 120. Dieser Bereich soll nach Ansinnen der Kommission bis 300 Meter hinter das Kreuz Bad Oeynhausen verlängert werden. Diese maximale Geschwindigkeit soll dann von 6 bis 20 Uhr gelten – was laut Bezirksregierung die Hauptunfallzeiten abdeckt. Auch die bereits bestehende Geschwindigkeitsbegrenzung soll dann für diese Tageszeiten gelten. In Fahrtrichtung Hannover gilt bisher nur im Bereich des Kreuzes Bad Oeynhausen Tempo 120 und wird kurz vor Porta Westfalica aufgehoben. Auch diese Zone wollen die Experten verlängern, und zwar bis 300 Meter hinter die Anschlussstelle Porta. Hier verzichtet die Bezirksregierung als zuständige Verkehrsbehörde allerdings auf eine zeitliche Begrenzung. Das habe etwas mit dem Verlauf der Strecke in diesem Bereich zu tun, heißt es. Theoretisch hätte die Unfallkommission auch weitreichendere Maßnahmen beschließen können: Überholverbote, andere Fahrbahnmarkierungen oder Zusatzschilder, die vor einer erhöhten Unfallgefahr warnen. Nun wollen die Experten aber erst einmal die Auswirkungen des Tempolimits beurteilen, bevor sie noch stärker in den Verkehrsfluss der Autobahn eingreifen. Grundsätzlich gilt im Straßenverkehr: Je höher die Bedeutung der Straße – die Autobahn hat oberste Priorität –, desto schwieriger lassen sich Eingriffe in den Verkehrsfluss umsetzen. Da wird es auch schon mal schwierig, Tempo 30 auf einer Landesstraße innerorts umzusetzen, wie Portaner Anwohner erfahren mussten.

Nach zahlreichen schweren Unfällen: Tempolimit auf der A2 kommt im Frühjahr

Wohl ab dem Frühjahr wird im Bereich Porta Westfalica Tempo 120 auf der A2 gelten. Die Unfallkommission riet zu dieser Maßnahme, nachdem innerhalb eines Jahres mehrere schwere Unfälle gegeben hatte. Foto: Patrick Pleul/dpa © Patrick Pleul/dpa

Porta Westfalica. Die Bilder sind noch frisch: Ein BMW prallt am Wochenende auf der A2 im Bereich Porta Westfalica mit einem Skoda und dann mit einem Lkw zusammen. Der schwerstverletzte BMW-Fahrer verstirbt wenig später im Krankenhaus. Vermutlich ein sogenannter Spurwechselfehler führt zu dem folgenschweren Unfall. Es sind Unfälle wie dieser, die die Experten der Verkehrsunfallkommission seit geraumer Zeit Bauchschmerzen bereiten. Im vergangenen August zogen sie die Reißleine: Ein Tempolimit soll her, um zumindest die Geschwindigkeiten in diesem Autobahnabschnitt zu drosseln und so das Unfallrisiko allgemein zu senken.

Das soll in diesem Jahr umgesetzt werden. Und zwar noch im Frühjahr, berichtet Susanne Schlenga von der neuen Autobahn GmbH des Bundes, die zum Jahreswechsel die Betreuung des Autobahnnetzes von Straßen NRW übernommen hat. Denn das Tempolimit soll direkt im Anschluss an die Bauarbeiten an der Weserflutbrücke eingerichtet werden. „Die Arbeiten an der A2-Weserflut- und Weserstrombrücke werden voraussichtlich bis ins Frühjahr andauern, auch abhängig davon, wie die Witterung sich entwickelt.“

Zur Erinnerung: Zahlreiche schwere Unfälle sorgten dafür, dass der Abschnitt der A2 in den Fokus der Verkehrsexperten geriet. Zwar gilt die A2 in diesem Bereich offiziell nicht als Unfallhäufungsstelle. Doch auffällig ist, dass immer wieder Lkw in die schweren Unfälle verwickelt sind – mehr als 100.000 Fahrzeuge passieren den Bereich Porta Westfalica täglich. Die Unfälle forderten bereits viele Schwerverletzte und zuletzt wieder ein Todesopfer. Das Tempolimit soll den Bereich entschärfen.

In der Doppelkurve vor der Ausfahrt Porta Westfalica in Fahrtrichtung Dortmund gibt es bereits auf einigen hundert Metern Tempo 120. Dieser Bereich soll nach Ansinnen der Kommission bis 300 Meter hinter das Kreuz Bad Oeynhausen verlängert werden. Diese maximale Geschwindigkeit soll dann von 6 bis 20 Uhr gelten – was laut Bezirksregierung die Hauptunfallzeiten abdeckt. Auch die bereits bestehende Geschwindigkeitsbegrenzung soll dann für diese Tageszeiten gelten.

In Fahrtrichtung Hannover gilt bisher nur im Bereich des Kreuzes Bad Oeynhausen Tempo 120 und wird kurz vor Porta Westfalica aufgehoben. Auch diese Zone wollen die Experten verlängern, und zwar bis 300 Meter hinter die Anschlussstelle Porta. Hier verzichtet die Bezirksregierung als zuständige Verkehrsbehörde allerdings auf eine zeitliche Begrenzung. Das habe etwas mit dem Verlauf der Strecke in diesem Bereich zu tun, heißt es.

Theoretisch hätte die Unfallkommission auch weitreichendere Maßnahmen beschließen können: Überholverbote, andere Fahrbahnmarkierungen oder Zusatzschilder, die vor einer erhöhten Unfallgefahr warnen. Nun wollen die Experten aber erst einmal die Auswirkungen des Tempolimits beurteilen, bevor sie noch stärker in den Verkehrsfluss der Autobahn eingreifen. Grundsätzlich gilt im Straßenverkehr: Je höher die Bedeutung der Straße – die Autobahn hat oberste Priorität –, desto schwieriger lassen sich Eingriffe in den Verkehrsfluss umsetzen. Da wird es auch schon mal schwierig, Tempo 30 auf einer Landesstraße innerorts umzusetzen, wie Portaner Anwohner erfahren mussten.

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