Nach Feuer in Vennebeck: Familie sucht nach neuer Bleibe Thomas Lieske Porta Westfalica-Vennebeck. Der Schreck sitzt Nadine und Fredi Heinze noch in den Knochen. Am späten Abend des 18. September brennt die Halle eines stillgelegten Möbelvertriebs in Vennebeck lichterloh. Sie grenzt direkt an das Haus, in dem die Familie mit drei Kindern lebt. „Ich schaute aus dem Wohnzimmerfenster und sah plötzlich eine Art Feuerwerk“, erinnert sich Nadine Heinze. Dann geht alles ganz schnell. Das Paar schnappt sich die Kinder und rennt aus dem Haus. Während die Flammen nur wenige Meter weiter wüten, kommen sie bei Nachbarn unter. Jetzt können sie nur noch zusehen. Die Feuerwehr, die von dem versteckt stehenden Haus zunächst nichts weiß, kann das Haus schließlich retten. Doch dann der nächste Schock: Nur wenige Tage später finden die Heinzes die Kündigung für das gemietete Haus im Briefkasten. Erst ohne Begründung, dann folgt eine Woche später eine weitere Kündigung. Diesmal mit Grund: Der Vermieter könne aufgrund des Brandschadens in der Halle und des bevorstehenden Abrisses über den Jahreswechsel hinaus die Wasser- und Stromversorgung nicht mehr gewährleisten, heißt es in dem Schreiben an die Familie. Die Heinzes müssen raus. Das hat die Familie in den vergangenen Tagen bereits vor große Herausforderungen gestellt. „Mit drei Kindern ist es unglaublich schwierig“, schildert Nadine Heinze. Auf Anfragen hagelt es Absagen. Sie hat mittlerweile einen Hilferuf auf Facebook gestartet. „Und was wir auf diese Anzeige angeboten bekommen, ist nicht bewohnbar.“ Oder nur mit viel Aufwand – und zwar auf eigene Kosten. Große Sprünge kann sich die Familie nicht erlauben. Nadine Heinze ist noch in Elternzeit, Fredi Heinze arbeitet als Fahrer im Krankentransport in Bad Oeynhausen. Deshalb suchen sie auch im näheren Umfeld. Porta Westfalica, Bad Oeynhausen, Löhne – all das käme in Frage. Seit 2016 haben die Heinzes in dem Haus gelebt, das zum stillgelegten Möbelvertrieb gehört. Einen Umzug hatten sie nicht geplant. Doch der kommt mit dem Brand nun unfreiwillig. Nadine Heinze ist sich sicher, dass dieses Feuer hätte verhindert werden können. Tatsächlich: Wie Polizeisprecher Ralf Steinmeyer auf MT-Anfrage bestätigt, wurde das Feuer am 18. September durch Flexarbeiten in der Halle ausgelöst. Funkenflug habe ein Staubgemisch in Brand gesetzt – die Halle, die unter anderem für Lackierarbeiten genutzt wurde, stand schnell lichterloh in Flammen. „Wir haben hier wegen des Verdachts auf fahrlässige Brandstiftung ermittelt“, erklärt Steinmeyer. Die Ermittlungen seien bereits abgeschlossen. Ob die Ermittlungsergebnisse bei der Staatsanwaltschaft liegen, bleibt unklar. Den Wohnsitz rettet die Erkenntnis der Brandexperten aber nicht, bedauert das Paar. Allerdings sei die Wohnqualität nach dem Feuer auch nicht mehr die gleiche. „Wir hatten hier tagelang den giftigen Löschschaum aus der Halle direkt vor der Haustür“, erzählt Fredi Heinze. Daraufhin habe er einen provisorischen Verschlag aus Holz gebaut, damit die Kinder nicht aus dem Garten zum Schaum rennen. Und es stinkt entsetzlich – nach geschmolzenem Plastik und anderem Verbrannten. Rund um die Halle, die direkt ans Haus grenzt, liegt Brandschrott – und die Kellerfenster stehen für die Durchlüftung auf. „Da können unsere Kinder jederzeit reinfallen“, findet Nadine Heinze. Nicht überall seien schützende Bodengitter eingebaut. Die Familie sucht weiter. Neun Wochen bleiben ihnen noch. „Das ist knapp. Wir hoffen auf ein Wunder“, sagt das Paar.

Nach Feuer in Vennebeck: Familie sucht nach neuer Bleibe

Die ausgebrannte Halle steht direkt neben dem gemieteten Wohnhaus von Nadine und Fredi Heinze in Vennebeck. Der Vermieter will die Halle abreißen – die Heinzes sollen deshalb ausziehen. © MT-Foto: Thomas Lieske

Porta Westfalica-Vennebeck. Der Schreck sitzt Nadine und Fredi Heinze noch in den Knochen. Am späten Abend des 18. September brennt die Halle eines stillgelegten Möbelvertriebs in Vennebeck lichterloh. Sie grenzt direkt an das Haus, in dem die Familie mit drei Kindern lebt. „Ich schaute aus dem Wohnzimmerfenster und sah plötzlich eine Art Feuerwerk“, erinnert sich Nadine Heinze. Dann geht alles ganz schnell. Das Paar schnappt sich die Kinder und rennt aus dem Haus. Während die Flammen nur wenige Meter weiter wüten, kommen sie bei Nachbarn unter.

Jetzt können sie nur noch zusehen. Die Feuerwehr, die von dem versteckt stehenden Haus zunächst nichts weiß, kann das Haus schließlich retten. Doch dann der nächste Schock: Nur wenige Tage später finden die Heinzes die Kündigung für das gemietete Haus im Briefkasten. Erst ohne Begründung, dann folgt eine Woche später eine weitere Kündigung. Diesmal mit Grund: Der Vermieter könne aufgrund des Brandschadens in der Halle und des bevorstehenden Abrisses über den Jahreswechsel hinaus die Wasser- und Stromversorgung nicht mehr gewährleisten, heißt es in dem Schreiben an die Familie.

Die Heinzes müssen raus. Das hat die Familie in den vergangenen Tagen bereits vor große Herausforderungen gestellt. „Mit drei Kindern ist es unglaublich schwierig“, schildert Nadine Heinze. Auf Anfragen hagelt es Absagen. Sie hat mittlerweile einen Hilferuf auf Facebook gestartet. „Und was wir auf diese Anzeige angeboten bekommen, ist nicht bewohnbar.“ Oder nur mit viel Aufwand – und zwar auf eigene Kosten. Große Sprünge kann sich die Familie nicht erlauben. Nadine Heinze ist noch in Elternzeit, Fredi Heinze arbeitet als Fahrer im Krankentransport in Bad Oeynhausen. Deshalb suchen sie auch im näheren Umfeld. Porta Westfalica, Bad Oeynhausen, Löhne – all das käme in Frage.

Seit 2016 haben die Heinzes in dem Haus gelebt, das zum stillgelegten Möbelvertrieb gehört. Einen Umzug hatten sie nicht geplant. Doch der kommt mit dem Brand nun unfreiwillig. Nadine Heinze ist sich sicher, dass dieses Feuer hätte verhindert werden können.

Tatsächlich: Wie Polizeisprecher Ralf Steinmeyer auf MT-Anfrage bestätigt, wurde das Feuer am 18. September durch Flexarbeiten in der Halle ausgelöst. Funkenflug habe ein Staubgemisch in Brand gesetzt – die Halle, die unter anderem für Lackierarbeiten genutzt wurde, stand schnell lichterloh in Flammen. „Wir haben hier wegen des Verdachts auf fahrlässige Brandstiftung ermittelt“, erklärt Steinmeyer. Die Ermittlungen seien bereits abgeschlossen. Ob die Ermittlungsergebnisse bei der Staatsanwaltschaft liegen, bleibt unklar.

Den Wohnsitz rettet die Erkenntnis der Brandexperten aber nicht, bedauert das Paar. Allerdings sei die Wohnqualität nach dem Feuer auch nicht mehr die gleiche. „Wir hatten hier tagelang den giftigen Löschschaum aus der Halle direkt vor der Haustür“, erzählt Fredi Heinze. Daraufhin habe er einen provisorischen Verschlag aus Holz gebaut, damit die Kinder nicht aus dem Garten zum Schaum rennen. Und es stinkt entsetzlich – nach geschmolzenem Plastik und anderem Verbrannten. Rund um die Halle, die direkt ans Haus grenzt, liegt Brandschrott – und die Kellerfenster stehen für die Durchlüftung auf. „Da können unsere Kinder jederzeit reinfallen“, findet Nadine Heinze. Nicht überall seien schützende Bodengitter eingebaut.

Die Familie sucht weiter. Neun Wochen bleiben ihnen noch. „Das ist knapp. Wir hoffen auf ein Wunder“, sagt das Paar.

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