Nach Ackerfund in Costedt: So geht es mit der seltenen römischen Goldmünze weiter Thomas Lieske Porta Westfalica-Costedt. Die Münze, die Daniel Bake in der Hand hält, ist nicht irgendeine. Sie ist vom Wert her ein Viertel eines Jahressoldates für einen Soldaten. Nicht der eines heutigen Soldaten, sondern aus einer ganz anderen Zeit. Die römische Goldmünze, die Bake als Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke vor Kurzem auf einem Acker in Costedt gefunden hat, stammt aus dem vierten Jahrhundert nach Christus – der römischen Kaiserzeit. „Römische Münzen aus diesem Jahrhundert sind in Westfalen sehr selten“, sagt Daniel Bake. Als er mit seinem Vereinskollegen Willi Köster das Feld absuchte, rechneten die beiden zwar schon mit einem Münzenfund – doch eher aus dem zweiten Jahrhundert. Denn im Bereich Costedt ist vor einigen Jahren bereits ein Urnengräberfeld aus dieser Zeit entdeckt worden. Seit 2018 sind auch die ehrenamtlichen Archäologen des Vereins stark an diesem Bereich interessiert und haben sogar ein eigenes Forschungsprojekt dazu ins Leben gerufen.Die Goldmünze passt allerdings nicht so recht in diesen Kontext. „Womöglich war sie eine Grabbeigabe“, mutmaßt Bake mit Berufung auf wissenschaftliche Quellen ähnlich gelagerter Fälle. Bisher gebe es nur zwei ähnliche Funde in der Region Westfalen, die bekannt sind. „Die Münzen stammen allerdings aus anderen Zeiten, unsere Münze liegt jetzt genau dazwischen“, erklärt der ausgebildete Grabungstechniker, der spürbar stolz auf seinen Fund ist. Dem Verein gehe es im Übrigen aber nicht um den materiellen Wert solcher Funde, sondern um den wissenschaftlichen – auch wenn sie jetzt gefundene Münze aussieht, als käme sie gerade aus der Prägung. Sie ist sehr gut erhalten. Die Münze hat der Verein sofort an die Archäologie des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) gemeldet, mit dem die ehrenamtlichen Archäologen eng zusammenarbeiten. Jedes halbe Jahr muss der Verein Rückmeldung zu Funden an den LWL geben. Vermutlich im Dezember könnte die Münze nach Münster gehen, wo sie dann eingehend untersucht und katalogisiert wird. Und danach? „Das ist eine gute Frage. Vermutlich wird die Münze aufgrund ihrer wissenschaftlicher Bedeutung in das Landeseigentum übergehen.“

Nach Ackerfund in Costedt: So geht es mit der seltenen römischen Goldmünze weiter

Ein ganz besonderer Fund: Daniel Bake hat in Costedt diese römische Goldmünze aus dem vierten Jahrhundert nach Christus gefunden. MT-Foto: Alex Lehn

Porta Westfalica-Costedt. Die Münze, die Daniel Bake in der Hand hält, ist nicht irgendeine. Sie ist vom Wert her ein Viertel eines Jahressoldates für einen Soldaten. Nicht der eines heutigen Soldaten, sondern aus einer ganz anderen Zeit. Die römische Goldmünze, die Bake als Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke vor Kurzem auf einem Acker in Costedt gefunden hat, stammt aus dem vierten Jahrhundert nach Christus – der römischen Kaiserzeit.

„Römische Münzen aus diesem Jahrhundert sind in Westfalen sehr selten“, sagt Daniel Bake. Als er mit seinem Vereinskollegen Willi Köster das Feld absuchte, rechneten die beiden zwar schon mit einem Münzenfund – doch eher aus dem zweiten Jahrhundert. Denn im Bereich Costedt ist vor einigen Jahren bereits ein Urnengräberfeld aus dieser Zeit entdeckt worden. Seit 2018 sind auch die ehrenamtlichen Archäologen des Vereins stark an diesem Bereich interessiert und haben sogar ein eigenes Forschungsprojekt dazu ins Leben gerufen.

Die Goldmünze passt allerdings nicht so recht in diesen Kontext. „Womöglich war sie eine Grabbeigabe“, mutmaßt Bake mit Berufung auf wissenschaftliche Quellen ähnlich gelagerter Fälle. Bisher gebe es nur zwei ähnliche Funde in der Region Westfalen, die bekannt sind. „Die Münzen stammen allerdings aus anderen Zeiten, unsere Münze liegt jetzt genau dazwischen“, erklärt der ausgebildete Grabungstechniker, der spürbar stolz auf seinen Fund ist. Dem Verein gehe es im Übrigen aber nicht um den materiellen Wert solcher Funde, sondern um den wissenschaftlichen – auch wenn sie jetzt gefundene Münze aussieht, als käme sie gerade aus der Prägung. Sie ist sehr gut erhalten.

Die Münze hat der Verein sofort an die Archäologie des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) gemeldet, mit dem die ehrenamtlichen Archäologen eng zusammenarbeiten. Jedes halbe Jahr muss der Verein Rückmeldung zu Funden an den LWL geben. Vermutlich im Dezember könnte die Münze nach Münster gehen, wo sie dann eingehend untersucht und katalogisiert wird. Und danach? „Das ist eine gute Frage. Vermutlich wird die Münze aufgrund ihrer wissenschaftlicher Bedeutung in das Landeseigentum übergehen.“

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Patrick Schwemmling

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