Müssen Wohnhäuser für ICE-Trasse weichen? Bahn bringt erstmals konkrete Überlegungen ins Spiel Thomas Lieske Porta Westfalica/Bückeburg. Die Bahn spricht erstmals konkret davon, dass im Zuge des Deutschlandtakts Wohnhäuser weichen könnten. Das sei bei Untersuchungen für eine Ertüchtigung der Bestandsstrecke herausgekommen. Bisher hat die Bahn aber in diesem Zusammenhang nur Aussagen für den Bereich Bückeburg getroffen. Dennoch dürfte das auch ein Warnschuss für die weitere Trassendiskussion im Bereich Porta Westfalica sein. Konkret hieß es auf einem Regionaltreffen: „In Bückeburg würde die Bahn Bahnübergänge beseitigen, Gleise verlegen und private Wohngebäude zurückbauen“, sollte es zu einem viergleisigen Ausbau der Bestandsstrecke kommen. Diese Ertüchtigung ist auch für Porta Westfalica im Gespräch. Die Bahn prüft dort derzeit noch mögliche Auswirkungen. Doch klar ist, dass vor allem im Bereich Neesen zahlreiche Wohnhäuser direkt an die Bahngleise anschließen. Der Unterschied zu Bückeburg: Im Bereich Porta liegen bereits durchgängig vier Gleise. Unklar bleibt aber vorerst, wie viel zusätzlicher Platz bei einer Ertüchtigung der Strecke benötigt wird. Denn: „Oberleitungen werden heute an einzelnen Masten aufgehängt statt mittels eines Quertragwerkes über alle Gleise. Die einzelnen Masten benötigen bei mehreren parallelen Gleisen aber mehr Platz und die Bahntrasse wird breiter“, heißt es zu einem Bestandsausbau von der Bahn. Mehr Platzbedarf, das gelte in dem Fall auch für Lärmschutzwände.Dieser Faktor ist noch unklar Offen bleibt aber, ob der vorhandene Platz in Porta reichen würde oder nicht. Diese Untersuchungsergebnisse wird die Bahn erst zu einem späteren Zeitpunkt bei einem sogenannten Regionaltreffen präsentieren. Diese Treffen hat es bereits für die Regionen zwischen Hannover und Bückeburg gegeben. Die weiteren Regionen folgen. Die Ergebnisse dürften auch in Porta Westfalica mit Spannung erwartet werden. Denn für den hiesigen Bereich ist auch immer noch eine Abkürzung quer durch das ländlichere Stadtgebiet mit einer Neubautrasse im Gespräch. Die Bahn hatte im November dazu entsprechende Grobkorridore (siehe Grafik) gezeigt, innerhalb derer sie nun verschiedene Trassenmöglichkeiten prüft (MT berichtete). Die Suchräume orientieren sich zum einen an der Bestandsstrecke, die zusammen mit der B482 durch die Porta Westfalica verläuft, und im Wesentlichen an der Autobahn 2.Bürgerinitiative fordert weiter, Abstand von Neubauplänen zu nehmen Irritationen gab es zuletzt um angeblich ausgelassene Naturschutzräume bei der Präsentation von Grobkorridoren. Dabei geht es Naturschützern vor allem um Trinkwasserbrunnen im Auetal und die Bückeburger Niederung in der direkten Nachbarschaft zu Porta. Beide Gebiete soll die Bahn laut Naturschützern nicht berücksichtigt haben. Zuletzt hatte es den Versuch eines Vermittlungsgespräches gegeben. Doch die Fronten bleiben verhärtet. Und die Bürgerinitiative Bigtab für den trassennahen Ausbau der Bahnstrecke um ihren Vorsitzenden Reinhard Fromme aus Porta fordert weiterhin, Abstand von Neubauplänen durch die Landschaft zu nehmen.Diese verhärteten Fronten werden vermutlich auch die nächsten Sitzungen bestimmen. Dann will die Bahn ihre Ergebnisse für die weiteren Untersuchungen vorstellen, um mit regionalen Vertreterinnen und Vertretern dann abzustimmen, wo Mensch und Natur am wenigsten belastet würden, damit die von Bund und Bahn vorgegebenen 31 Minuten Fahrzeit zwischen Hannover und Bielefeld gehalten werden können.

Müssen Wohnhäuser für ICE-Trasse weichen? Bahn bringt erstmals konkrete Überlegungen ins Spiel

Ausbau oder Neubau? Das ist vor allem für den Bereich Porta Westfalica weiterhin die entscheidende Frage bei der Umsetzung des angedachten Deutschlandtakts und einer damit verbundenen Hochgeschwindigkeitsstrecke für ICE. Symbolfoto: pixabay

Porta Westfalica/Bückeburg. Die Bahn spricht erstmals konkret davon, dass im Zuge des Deutschlandtakts Wohnhäuser weichen könnten. Das sei bei Untersuchungen für eine Ertüchtigung der Bestandsstrecke herausgekommen. Bisher hat die Bahn aber in diesem Zusammenhang nur Aussagen für den Bereich Bückeburg getroffen. Dennoch dürfte das auch ein Warnschuss für die weitere Trassendiskussion im Bereich Porta Westfalica sein.

Konkret hieß es auf einem Regionaltreffen: „In Bückeburg würde die Bahn Bahnübergänge beseitigen, Gleise verlegen und private Wohngebäude zurückbauen“, sollte es zu einem viergleisigen Ausbau der Bestandsstrecke kommen. Diese Ertüchtigung ist auch für Porta Westfalica im Gespräch. Die Bahn prüft dort derzeit noch mögliche Auswirkungen. Doch klar ist, dass vor allem im Bereich Neesen zahlreiche Wohnhäuser direkt an die Bahngleise anschließen. Der Unterschied zu Bückeburg: Im Bereich Porta liegen bereits durchgängig vier Gleise. Unklar bleibt aber vorerst, wie viel zusätzlicher Platz bei einer Ertüchtigung der Strecke benötigt wird. Denn: „Oberleitungen werden heute an einzelnen Masten aufgehängt statt mittels eines Quertragwerkes über alle Gleise. Die einzelnen Masten benötigen bei mehreren parallelen Gleisen aber mehr Platz und die Bahntrasse wird breiter“, heißt es zu einem Bestandsausbau von der Bahn. Mehr Platzbedarf, das gelte in dem Fall auch für Lärmschutzwände.

Dieser Faktor ist noch unklar

Offen bleibt aber, ob der vorhandene Platz in Porta reichen würde oder nicht. Diese Untersuchungsergebnisse wird die Bahn erst zu einem späteren Zeitpunkt bei einem sogenannten Regionaltreffen präsentieren. Diese Treffen hat es bereits für die Regionen zwischen Hannover und Bückeburg gegeben. Die weiteren Regionen folgen. Die Ergebnisse dürften auch in Porta Westfalica mit Spannung erwartet werden.

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Patrick Schwemmling

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Denn für den hiesigen Bereich ist auch immer noch eine Abkürzung quer durch das ländlichere Stadtgebiet mit einer Neubautrasse im Gespräch. Die Bahn hatte im November dazu entsprechende Grobkorridore (siehe Grafik) gezeigt, innerhalb derer sie nun verschiedene Trassenmöglichkeiten prüft (MT berichtete). Die Suchräume orientieren sich zum einen an der Bestandsstrecke, die zusammen mit der B482 durch die Porta Westfalica verläuft, und im Wesentlichen an der Autobahn 2.

Bürgerinitiative fordert weiter, Abstand von Neubauplänen zu nehmen

Suchräume - © MT
Suchräume - © MT

Irritationen gab es zuletzt um angeblich ausgelassene Naturschutzräume bei der Präsentation von Grobkorridoren. Dabei geht es Naturschützern vor allem um Trinkwasserbrunnen im Auetal und die Bückeburger Niederung in der direkten Nachbarschaft zu Porta. Beide Gebiete soll die Bahn laut Naturschützern nicht berücksichtigt haben. Zuletzt hatte es den Versuch eines Vermittlungsgespräches gegeben. Doch die Fronten bleiben verhärtet. Und die Bürgerinitiative Bigtab für den trassennahen Ausbau der Bahnstrecke um ihren Vorsitzenden Reinhard Fromme aus Porta fordert weiterhin, Abstand von Neubauplänen durch die Landschaft zu nehmen.

Diese verhärteten Fronten werden vermutlich auch die nächsten Sitzungen bestimmen. Dann will die Bahn ihre Ergebnisse für die weiteren Untersuchungen vorstellen, um mit regionalen Vertreterinnen und Vertretern dann abzustimmen, wo Mensch und Natur am wenigsten belastet würden, damit die von Bund und Bahn vorgegebenen 31 Minuten Fahrzeit zwischen Hannover und Bielefeld gehalten werden können.

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