Mit 38 PS durch die Hausberger Schweiz: Kerstin und Ralf Herrendörfer fahren einen äußerst seltenen Mini Michael Lorenz Porta Westfalica-Hausberge. „Den Mini fand ich schon immer gut“, sagt Ralf Herrendörfer über sein Steckenpferd. Der Hausberger hatte bereits eine lange Laufbahn als Youngtimer-Enthusiast hinter sich und besaß auch schon zwei Minis, als er im Jahr 1997 beschloss: „Jetzt muss es ein Kombi sei. Am besten einer mit Holz.“ Seither nennt der 66-Jährige einen in Deutschland äußerst rar gesäten Morris Mini Minor Traveller sein Eigen. Zur Begrüßung bei den Herrendörfers erwarten den Besucher zwei Corgis mit freundlichem Gebell. Diese britischen Hütehunde lassen in Verbindung mit dem Mini bereits eine gewisse Affinität zu England erahnen. Doch die erste automobile Leidenschaft Ralf Herrendörfers galt amerikanischen Straßenkreuzern. Sie begann 1985 mit einem pinkfarbenen Cadillac Coupé. 1990 kaufte er sich seinen ersten Mini. „Egal, ob so ein amerikanisches Riesenschiff oder ein englischer Mini: Der Fahrspaß bei beiden ist unbeschreiblich“, sagt Herrendörfer. Mit diesem Mini fuhr er insgesamt rund 280.000 Kilometer, darunter auch mit seiner vierköpfigen Familie zu Mini-Treffen nach England. 1995 erstand er einen Mini Cooper. Beim Kauf von Teilen für den Wagen lernte er im südenglischen Worthing sogar den berühmten John Cooper selbst kennen, einen Ingenieur und ehemaligen Rennfahrer, der den Mini in den 60er Jahren zum erfolgreichen Rally-Auto tunte. „John Cooper war ein sehr netter, aufgeschlossener Mann“, erinnert sich der Hausberger. 1997 kam der Kombi. Und der war extrem schwer zu bekommen. Er fand den Traveller in der Originalfarbe „Tartan-Red“ in Wesseling bei Köln. Diese Fahrzeuge wurden in Deutschland so gut wie gar nicht angeboten, zumal nicht als Linkslenker. „Dieser wurde von Rechts- auf Linkslenker umgerüstet“ schildert Herrendörfer, „das haben die echt gut gemacht.“ Lachend ergänzt er: „Nur das Fernlicht haben sie vergessen. Das sitzt in der Mitte neben dem Gaspedal. Das heißt: Immer wenn ich das Fernlicht einschalte, muss ich vom Gas gehen.“ Den originalen und sehr markanten Dachgepäckträger erstand er nach längerer Suche in Belgien. Den wichtigsten Einsatz des Jahres hat der Gepäckträger in der Vorweihnachtszeit. Dann nämlich transportieren Ralf Herrendörfer und seine Frau Kerstin den frisch erstandenen Christbaum auf ihrem Zweitwagen. „Das finden viele Beobachter offenbar ziemlich spektakulär, wie man an den Reaktionen der Leute sieht“, sagt Kerstin Herrendörfer lachend. Besonderes Interesse weckt der Traveller bei Kindern, schildert Ralf Herrendörfer: „Sie bleiben oft stehen, zeigen auf den Wagen und sagen: Der ist aber klein.“ Klein sind am Mini vor allem die Räder. Ralf Herrendörfer: „Unserer hat die alten Zehn-Zoll-Räder. Später gab es den Mini mit Zwölf-Zoll-Rädern, aber ich gehöre zu den Puristen, die sagen: Ein echter Mini hat die kleinen Zehn-Zoll-Räder.“ Gleichwohl hatte der Mini von Beginn an den Ruf eines Raumwunders. Kerstin Herrendörfer berichtet: „Den Ruf hat er zurecht. Wir haben einmal mit ihm einen Umzug gemacht, und es ist echt der Hammer, was da alles reinpasst.“ Besonders angetan haben es ihr zudem die seitlichen Schiebefenster: „Megapraktisch“ findet sie. Der Morris Mini Minor Traveller, zumal der mit den Holzplanken, ist allerdings kein Auto, dass man einfach so stehen lassen kann, wie Ralf Herrendörfer schildert: „Der Mini ist ein Auto, um das man sich kümmern muss, sonst gammelt er vor sich hin. Besonders die Holzplanken brauchen viel Pflege, müssen immer wieder mit Bootslack lackiert werden.“ Die Herrendörfers wollen ihren kleinen Flitzer, der mit seinen 38 PS die Steigungen in der Hausberger Schweiz locker meistert, nicht mehr hergeben. Einen Traumwagen hat Ralf Herrendörfer dennoch: „Das ist der Facel Vega. Bei den Preisen, die dafür mittlerweile aufgerufen werden, muss ich allerdings sagen: Das wird wohl ein Traum bleiben.“

Mit 38 PS durch die Hausberger Schweiz: Kerstin und Ralf Herrendörfer fahren einen äußerst seltenen Mini

„Den Mini fand ich schon immer gut“, sagt Ralf Herrendörfer aus Hausberge. Seinen markanten „Traveller“ mit Holzplanken erstand er 1997 in Wesseling bei Köln. Fotos: Michael Lorenz © Michael Lorenz

Porta Westfalica-Hausberge. „Den Mini fand ich schon immer gut“, sagt Ralf Herrendörfer über sein Steckenpferd. Der Hausberger hatte bereits eine lange Laufbahn als Youngtimer-Enthusiast hinter sich und besaß auch schon zwei Minis, als er im Jahr 1997 beschloss: „Jetzt muss es ein Kombi sei. Am besten einer mit Holz.“ Seither nennt der 66-Jährige einen in Deutschland äußerst rar gesäten Morris Mini Minor Traveller sein Eigen.

Zur Begrüßung bei den Herrendörfers erwarten den Besucher zwei Corgis mit freundlichem Gebell. Diese britischen Hütehunde lassen in Verbindung mit dem Mini bereits eine gewisse Affinität zu England erahnen. Doch die erste automobile Leidenschaft Ralf Herrendörfers galt amerikanischen Straßenkreuzern. Sie begann 1985 mit einem pinkfarbenen Cadillac Coupé. 1990 kaufte er sich seinen ersten Mini. „Egal, ob so ein amerikanisches Riesenschiff oder ein englischer Mini: Der Fahrspaß bei beiden ist unbeschreiblich“, sagt Herrendörfer. Mit diesem Mini fuhr er insgesamt rund 280.000 Kilometer, darunter auch mit seiner vierköpfigen Familie zu Mini-Treffen nach England.

1995 erstand er einen Mini Cooper. Beim Kauf von Teilen für den Wagen lernte er im südenglischen Worthing sogar den berühmten John Cooper selbst kennen, einen Ingenieur und ehemaligen Rennfahrer, der den Mini in den 60er Jahren zum erfolgreichen Rally-Auto tunte. „John Cooper war ein sehr netter, aufgeschlossener Mann“, erinnert sich der Hausberger.


1997 kam der Kombi. Und der war extrem schwer zu bekommen. Er fand den Traveller in der Originalfarbe „Tartan-Red“ in Wesseling bei Köln. Diese Fahrzeuge wurden in Deutschland so gut wie gar nicht angeboten, zumal nicht als Linkslenker. „Dieser wurde von Rechts- auf Linkslenker umgerüstet“ schildert Herrendörfer, „das haben die echt gut gemacht.“ Lachend ergänzt er: „Nur das Fernlicht haben sie vergessen. Das sitzt in der Mitte neben dem Gaspedal. Das heißt: Immer wenn ich das Fernlicht einschalte, muss ich vom Gas gehen.“

Für die TÜV-Abnahme benötigen die „Schlafaugen“ des Mini die Kunststoff-Lippe. - © Michael Lorenz
Für die TÜV-Abnahme benötigen die „Schlafaugen“ des Mini die Kunststoff-Lippe. - © Michael Lorenz

Den originalen und sehr markanten Dachgepäckträger erstand er nach längerer Suche in Belgien. Den wichtigsten Einsatz des Jahres hat der Gepäckträger in der Vorweihnachtszeit. Dann nämlich transportieren Ralf Herrendörfer und seine Frau Kerstin den frisch erstandenen Christbaum auf ihrem Zweitwagen. „Das finden viele Beobachter offenbar ziemlich spektakulär, wie man an den Reaktionen der Leute sieht“, sagt Kerstin Herrendörfer lachend. Besonderes Interesse weckt der Traveller bei Kindern, schildert Ralf Herrendörfer: „Sie bleiben oft stehen, zeigen auf den Wagen und sagen: Der ist aber klein.“

Klein sind am Mini vor allem die Räder. Ralf Herrendörfer: „Unserer hat die alten Zehn-Zoll-Räder. Später gab es den Mini mit Zwölf-Zoll-Rädern, aber ich gehöre zu den Puristen, die sagen: Ein echter Mini hat die kleinen Zehn-Zoll-Räder.“

Gleichwohl hatte der Mini von Beginn an den Ruf eines Raumwunders. Kerstin Herrendörfer berichtet: „Den Ruf hat er zurecht. Wir haben einmal mit ihm einen Umzug gemacht, und es ist echt der Hammer, was da alles reinpasst.“ Besonders angetan haben es ihr zudem die seitlichen Schiebefenster: „Megapraktisch“ findet sie.

Der Morris Mini Minor Traveller, zumal der mit den Holzplanken, ist allerdings kein Auto, dass man einfach so stehen lassen kann, wie Ralf Herrendörfer schildert: „Der Mini ist ein Auto, um das man sich kümmern muss, sonst gammelt er vor sich hin. Besonders die Holzplanken brauchen viel Pflege, müssen immer wieder mit Bootslack lackiert werden.“

Die Herrendörfers wollen ihren kleinen Flitzer, der mit seinen 38 PS die Steigungen in der Hausberger Schweiz locker meistert, nicht mehr hergeben. Einen Traumwagen hat Ralf Herrendörfer dennoch: „Das ist der Facel Vega. Bei den Preisen, die dafür mittlerweile aufgerufen werden, muss ich allerdings sagen: Das wird wohl ein Traum bleiben.“

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