Mauersegler-Nistkästen am neuen Ärztehaus in Hausberge Unterschlupf für Sommerboten / Initiative des Naturschutzvereins Von Dirk Haunhorst Porta Westfalica-Hausberge (mt). Das neue Ärztehaus mitten in Hausberge bietet Platz für gefiederte Untermieter. An der Rückseite des Hauses wurden vier Nistkästen angebracht. Sie sollen Mauerseglern als Unterschlupf dienen. Manche Passanten fragen bereits nach dem Zweck der vier rechteckigen Vorsprünge mit kleinen Einlässen an der Unterseite. Entstanden sind die Kästen auf Initiative des Vereins für Naturschutz und Heimatpflege Porta (NHP). Die Volksbank Mindener Land als Bauherrin war einverstanden und hat sich neben dem NHP an den Kosten beteiligt.Dr. Albrecht von Lochow und Herbert Wiese vom NHP erläutern den Sinn der Nistkastenaktion. "Zahlreichen Vögeln fehlen Unterschlupfmöglichkeiten. Das ist die Kehrseite der an sich wünschenswerten Gebäudesanierungen", sagt von Lochow. Früher hätten Gebäudebrüter die Ritzen nutzen können. Heute seien solche Wege oft verschlossen.Herbert Wiese gerät beinahe ins Schwärmen, wenn er vom Mauersegler berichtet. "Dieser Vogel legt enorme Distanzen zurück, ist bis zu 200 Stundenkilometer schnell, schläft im Gleitflug und gilt als echter Sommerbote. Ende Juli ist er bereits wieder weg."Bis dahin jagen die sichelförmigen Segler, die oft mit Schwalben verwechselt werden, kreischend um die Häuser. Dass sie die Nistkästen kurzfristig aufsuchen, sei unwahrscheinlich, sagt Wiese. "Dafür ist es eigentlich schon zu spät." Im nächsten Jahr will der NHP akustische Hilfestellung beim Auffinden der Kästen geben, in dem er dort Mauerseglerrufe auf der CD abspielt. Dadurch würden die Koloniebrüter angelockt.Mauersegler gehören noch nicht zu den akut bedrohten Vögeln, ihre Zahl sei aber spürbar zurückgegangen, berichtet von Lochow. Die Vogelwelt habe es immer schwerer. "Auch weil Gärten mit Steinen und Rasen immer steriler gestaltet werden und Insekten fehlen."Der NHP klärt seit Jahren darüber auf, wie der Mensch Flora und Fauna helfen kann. So bestückt Margrit Meier regelmäßig eine kleine Ausstellung in der Paracelsus-Apotheke am Kirchsiek. Den Jahreszeiten entsprechend informieren die Naturfreunde über Themen wie Winterfütterung, Frühlingsblüher und nun Singvögel. Denen setze auch die Monokultur in der Landwirtschaft mit immer mehr Flächen für Mais und Raps zu, sagt Meier. "Futter und Verstecke werden weniger."

Mauersegler-Nistkästen am neuen Ärztehaus in Hausberge

Porta Westfalica-Hausberge (mt). Das neue Ärztehaus mitten in Hausberge bietet Platz für gefiederte Untermieter. An der Rückseite des Hauses wurden vier Nistkästen angebracht. Sie sollen Mauerseglern als Unterschlupf dienen.

Kurze Pause: Der Mauersegler legt enorme Distanzen zurück. - © Foto: NABU
Kurze Pause: Der Mauersegler legt enorme Distanzen zurück. - © Foto: NABU

Manche Passanten fragen bereits nach dem Zweck der vier rechteckigen Vorsprünge mit kleinen Einlässen an der Unterseite. Entstanden sind die Kästen auf Initiative des Vereins für Naturschutz und Heimatpflege Porta (NHP). Die Volksbank Mindener Land als Bauherrin war einverstanden und hat sich neben dem NHP an den Kosten beteiligt.

Dr. Albrecht von Lochow und Herbert Wiese vom NHP erläutern den Sinn der Nistkastenaktion. "Zahlreichen Vögeln fehlen Unterschlupfmöglichkeiten. Das ist die Kehrseite der an sich wünschenswerten Gebäudesanierungen", sagt von Lochow. Früher hätten Gebäudebrüter die Ritzen nutzen können. Heute seien solche Wege oft verschlossen.

Herbert Wiese gerät beinahe ins Schwärmen, wenn er vom Mauersegler berichtet. "Dieser Vogel legt enorme Distanzen zurück, ist bis zu 200 Stundenkilometer schnell, schläft im Gleitflug und gilt als echter Sommerbote. Ende Juli ist er bereits wieder weg."

Bis dahin jagen die sichelförmigen Segler, die oft mit Schwalben verwechselt werden, kreischend um die Häuser. Dass sie die Nistkästen kurzfristig aufsuchen, sei unwahrscheinlich, sagt Wiese. "Dafür ist es eigentlich schon zu spät." Im nächsten Jahr will der NHP akustische Hilfestellung beim Auffinden der Kästen geben, in dem er dort Mauerseglerrufe auf der CD abspielt. Dadurch würden die Koloniebrüter angelockt.

Blick vom Rathaus auf die Rückseite des Ärztehauses: Die vier Nistkästen gleich unterhalb des Daches sind gut zu erkennen. - © MT-Foto: Dirk Haunhorst
Blick vom Rathaus auf die Rückseite des Ärztehauses: Die vier Nistkästen gleich unterhalb des Daches sind gut zu erkennen. - © MT-Foto: Dirk Haunhorst

Mauersegler gehören noch nicht zu den akut bedrohten Vögeln, ihre Zahl sei aber spürbar zurückgegangen, berichtet von Lochow. Die Vogelwelt habe es immer schwerer. "Auch weil Gärten mit Steinen und Rasen immer steriler gestaltet werden und Insekten fehlen."

Der NHP klärt seit Jahren darüber auf, wie der Mensch Flora und Fauna helfen kann. So bestückt Margrit Meier regelmäßig eine kleine Ausstellung in der Paracelsus-Apotheke am Kirchsiek. Den Jahreszeiten entsprechend informieren die Naturfreunde über Themen wie Winterfütterung, Frühlingsblüher und nun Singvögel. Denen setze auch die Monokultur in der Landwirtschaft mit immer mehr Flächen für Mais und Raps zu, sagt Meier. "Futter und Verstecke werden weniger."

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