Machtkampf in Entsorgungswirtschaft: Prezero bekommt prominente Konkurrenz Thomas Lieske Porta Westfalica-Neesen. Die Pläne des Portaner Entsorgers Prezero, den kompletten Wertstoffkreislauf von Verpackungen im Einzelhandel der Schwarzgruppe zu kontrollieren, bekommt nun Konkurrenz. Der Discounter Aldi kooperiert seit einigen Tagen mit dem Verpackungsentsorger „Interseroh+“ und plant laut einem Bericht des Handelsblattes, als Mitgesellschafter in das Entsorgungsunternehmen einzusteigen. Damit will auch Aldi mit der Entsorgung firmeneigener Verpackungsmaterialien Geld verdienen. Bahnt sich damit ein Machtkampf der Discounter mit Beteiligung aus Porta Westfalica an? Seit einiger Zeit plant Prezero als Unternehmen der multimilliarden schweren Schwarzgruppe am Standort Neesen ein für die Entsorgungswirtschaft richtungsweisendes Neubauprojekt. Für bis zu 120 Millionen Euro soll dort unter anderem eine Wiederaufbereitungsanlage für Kunststoffmüll entstehen. Der Plan: Unter anderem Verpackungsmüll aus den schwarzgruppen-eigenen Supermärkten Lidl und Kaufland soll dort zu Granulat verarbeitet werden (MT berichtete). Daraus könnten neue Produkte aus Kunststoff hergestellt werden, die wiederum über den Einzelhandel vertrieben werden könnten. Ein wirtschaftlich kluger Schachzug für den Entsorger, der mittlerweile die Nummer drei auf dem Deutschen Abfallmarkt ist. Strategisch hat sich Prezero schon im Vorfeld vorbereitet und deckt mittlerweile den gesamten Abfallkreislauf ab von der Abholung in einem eigenen dualen System bis hin zur Sortierung und Verwertung.Parallel zu den Prezero-Plänen ist nun offenbar auch Aldi auf den Geschmack gekommen. Dafür wurden bereits im Mai die Weichen gestellt. Der Entsorger Interseroh hat dafür eigens eine Gesellschaft ausgegliedert, damit Konzerne wie Aldi als stille Teilhaber einsteigen können. Das habe ein Sprecher der Unternehmensgruppe bereits gegenüber dem Handelsblatt bestätigt, teilt die Wirtschaftszeitung mit.Und wie sieht man bei Prezero die Pläne des Mitbewerbers? Sprecher Boris Ziegler bittet auf Anfrage um Verständnis dafür, dass man sich grundsätzlich nicht zu Projekten und Plänen von Mitbewerbern und Marktbegleitern äußere. Klar dürfte aber sein, dass die Entsorger aus Porta Westfalica die Pläne zumindest genau beobachten dürften.Die millionenschwere Erweiterung am Standort Neesen, die sich derzeit im Planverfahren befindet, ist nicht unumstritten. Anwohnerinnen und Anwohner unter anderem des benachbarten Wohngebiets Kloppenburg machen sich Sorgen um Verkehr, Geruch und Lärm. Die neue Müllverarbeitungsanlage würde baulich ziemlich nah an die letzten Häuser in der Straße Kloppenburg heranrücken.In einer von der Wählergemeinschaft Porta organisierten Anwohnerveranstaltung versuchte Prezero, die Bedenken auszuräumen. Geschlossene Hallensysteme sollen künftig Lärm vermeiden und das Krähenproblem lösen. Auch die Geruchsbelästigung soll noch einmal deutlich reduziert werden. Doch noch gibt es viele Fragen, wie auch eine folgende Sitzung des Bezirksausschusses zeigte.

Machtkampf in Entsorgungswirtschaft: Prezero bekommt prominente Konkurrenz

© dhaunhorst

Porta Westfalica-Neesen. Die Pläne des Portaner Entsorgers Prezero, den kompletten Wertstoffkreislauf von Verpackungen im Einzelhandel der Schwarzgruppe zu kontrollieren, bekommt nun Konkurrenz. Der Discounter Aldi kooperiert seit einigen Tagen mit dem Verpackungsentsorger „Interseroh+“ und plant laut einem Bericht des Handelsblattes, als Mitgesellschafter in das Entsorgungsunternehmen einzusteigen. Damit will auch Aldi mit der Entsorgung firmeneigener Verpackungsmaterialien Geld verdienen. Bahnt sich damit ein Machtkampf der Discounter mit Beteiligung aus Porta Westfalica an?

Seit einiger Zeit plant Prezero als Unternehmen der multimilliarden schweren Schwarzgruppe am Standort Neesen ein für die Entsorgungswirtschaft richtungsweisendes Neubauprojekt. Für bis zu 120 Millionen Euro soll dort unter anderem eine Wiederaufbereitungsanlage für Kunststoffmüll entstehen. Der Plan: Unter anderem Verpackungsmüll aus den schwarzgruppen-eigenen Supermärkten Lidl und Kaufland soll dort zu Granulat verarbeitet werden (MT berichtete). Daraus könnten neue Produkte aus Kunststoff hergestellt werden, die wiederum über den Einzelhandel vertrieben werden könnten.

Ein wirtschaftlich kluger Schachzug für den Entsorger, der mittlerweile die Nummer drei auf dem Deutschen Abfallmarkt ist. Strategisch hat sich Prezero schon im Vorfeld vorbereitet und deckt mittlerweile den gesamten Abfallkreislauf ab von der Abholung in einem eigenen dualen System bis hin zur Sortierung und Verwertung.

Parallel zu den Prezero-Plänen ist nun offenbar auch Aldi auf den Geschmack gekommen. Dafür wurden bereits im Mai die Weichen gestellt. Der Entsorger Interseroh hat dafür eigens eine Gesellschaft ausgegliedert, damit Konzerne wie Aldi als stille Teilhaber einsteigen können. Das habe ein Sprecher der Unternehmensgruppe bereits gegenüber dem Handelsblatt bestätigt, teilt die Wirtschaftszeitung mit.

Und wie sieht man bei Prezero die Pläne des Mitbewerbers? Sprecher Boris Ziegler bittet auf Anfrage um Verständnis dafür, dass man sich grundsätzlich nicht zu Projekten und Plänen von Mitbewerbern und Marktbegleitern äußere. Klar dürfte aber sein, dass die Entsorger aus Porta Westfalica die Pläne zumindest genau beobachten dürften.

Die millionenschwere Erweiterung am Standort Neesen, die sich derzeit im Planverfahren befindet, ist nicht unumstritten. Anwohnerinnen und Anwohner unter anderem des benachbarten Wohngebiets Kloppenburg machen sich Sorgen um Verkehr, Geruch und Lärm. Die neue Müllverarbeitungsanlage würde baulich ziemlich nah an die letzten Häuser in der Straße Kloppenburg heranrücken.

In einer von der Wählergemeinschaft Porta organisierten Anwohnerveranstaltung versuchte Prezero, die Bedenken auszuräumen. Geschlossene Hallensysteme sollen künftig Lärm vermeiden und das Krähenproblem lösen. Auch die Geruchsbelästigung soll noch einmal deutlich reduziert werden. Doch noch gibt es viele Fragen, wie auch eine folgende Sitzung des Bezirksausschusses zeigte.

Malina Reckordt

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