MT-Serie A2 - hautnah: Kurz vor dem Verkehrsinfarkt Thomas Lieske Porta Westfalica (mt). Ein Riesenknall schallt durch die Staugasse auf der Autobahn 2 bei Lauenau. Der heftige Ruck lässt vier Lastwagen aufeinanderprallen. Die traurige Bilanz: ein Toter, mehrere Verletzte. Und eine stundenlange Vollsperrung. Nichts geht mehr. Allein die Feuerwehren des Nachbarkreises Schaumburg mussten in diesem Jahr bereits zu sieben heftigen Unfällen mit Vollsperrung auf die A2 ausrücken. Damit haben dann nicht nur die Autofahrer auf der Autobahn zu kämpfen. Wenn die A2 in Richtung Hannover oder Dortmund in der Nähe dicht ist, ächzen auch mindestens drei Portaner Stadtteile unter den Folgen. Denn dann weichen viele Autofahrer über die Nebenstrecken im Stadtgebiet aus. Die Folge: wieder kilometerlange Staus. 1 Ecke B482/Weserbrücke in Hausberge Mittwoch, 29. Mai: Auto an Auto reiht sich auf der B482 vor der Weserbrücke. Fast nichts geht mehr. Nach dem heftigen Lkw-Unfall bei Lauenau wollen die Autofahrer über die Bundesstraße Richtung Hannover fahren. Es sind zu viele. Die Ampeln auf der Bundesstraße selbst und auf der Weserbrücke sorgen mit ihren Rotphasen für weitere Verzögerung. Hausberges Ortsheimatpfleger Herbert Wiese kennt das Problem. „Das ist wirklich unangenehm, ganz übel“, weiß er. Der Übergang von der Bundesstraße 482 auf die Weserbrücke und weiter zum Kirchsiek in Hausberge ist schon unter normalen Umständen ein Knotenpunkt für den Verkehr – vor allem zur Feierabendzeit. Ist die A2 voll gesperrt, wollen dort plötzlich Tausende weitere Fahrzeuge entlang. „Aber wir reden hier von einem unvorhergesehenen Ereignis auf der A2. Das ist für Porta unangenehm. Doch der Unfall an sich ist noch viel unangenehmer“, betont Wiese. Man könne niemandem verübeln, wenn er die Autobahn verlässt. Er sieht kaum eine Chance, da einzugreifen. 2 Eisberger Straße/Veltheimer Straße in Hausberge Für diesen Knotenpunkt forderte die FDP bereits vor rund zwei Jahren einen Kreisel. Aus Sicht des Veltheimer Ortsheimatpflegers Reinhold Kölling (FDP) wäre das besonders an dieser Stelle notwendig. „Von der Veltheimer Straße kann man den Verkehr schlecht einsehen. Außerdem ist dort noch die Einfahrt zu einem Café und eine Bushaltestelle.“ Für Kölling eine Gemengelage, die gerade bei viel Verkehr durch Vollsperrungen auf der A2 gefährlich werden kann. Allerdings: Die Forderung hat der Landesbetrieb Straßen NRW bereits als unverhältnismäßig eingestuft, erklärt Sprecher Sven Johanning im Gespräch mit dem MT: „Hier handelt es sich nicht mal um die ausgeschilderte Bedarfsumleitung für die A2“, betont er. Außerdem rechtfertige der Verkehr an normalen Tagen keinen Kreisel. Kostenpunkt: mindestens 300.000 Euro. Auf der Veltheimer Straße würden täglich rund 3.500 Autos entlangrollen. Auf der Eisberger Straße seien es weniger als 3.200. Der Durchschnitt auf Landesstraßen liege bei 5.500. Nur der Kirchsiek, der von der B482 abführt, weise mehr als 13.600 Autos auf. Dennoch: Johanning sieht keinen Bedarf, für den Ausnahmefall die Landesstraßen umzurüsten. 3 Kreuzung Veltheimer Straße/Ravensberger Straße in Veltheim Quält sich der Verkehr von Hausberge nach Veltheim, stoßen die Autos irgendwann an die Kreuzung zur Ravensberger Straße. „Dort dauert es dann ewig, bis der Verkehr abfließen kann“, weiß Reinhold Kölling. Viele Anwohner entlang der Straße würden gar nicht von ihren Höfen kommen. Auch die Tankstelle im Ort sei davon betroffen. „Das zerrt schon sehr an den Nerven der Bewohner.“ 4 Ecke Ravensberger Straße/Eisberger Straße in Eisbergen Auf dem Weg zur B83 müssen die Tausenden Fahrzeuge dann noch den Knotenpunkt Ravensberger Straße/Eisberger Straße in Eisbergen passieren. Dann wird es nicht nur durch andere Autos schwer, auf die andere Straße zu kommen. Richtig unangenehm wird es, wenn dann auch noch ein Zug durch den Ort fährt – der Bahnübergang ist gleich neben der Kreuzung. Spätestens dann geht auch dort nichts mehr. Eines ist für alle Beteiligten sicher: Für den Umleitungsverkehr sind die Portaner Stadtteile nicht ausgelegt. An solchen Tagen steht Porta kurz vor dem Verkehrsinfarkt. „A2 – hautnah“ Sie ist die wichtigste Ost-West-Verbindung Richtung Paris oder Warschau – und gilt als eine der gefährlichsten Autobahnen Deutschlands: Auf 13 Kilometern Länge durchschneidet die A2 auch den Raum Porta Westfalica. Rund 300.000 Fahrzeuge passieren den Bereich täglich. Für die einen ist sie der tägliche Weg zur Arbeit, für die anderen Arbeitsplatz. „A2 – hautnah“ erzählt von Menschen, in deren Leben die A2 eine große Rolle spielt: egal, ob Lebensretter, Straßenbauer oder jene, deren Gartenzaun an der Autobahn steht. Heute: überlastete Nebenstraßen bei Vollsperrungen.

MT-Serie A2 - hautnah: Kurz vor dem Verkehrsinfarkt

Porta Westfalica (mt). Ein Riesenknall schallt durch die Staugasse auf der Autobahn 2 bei Lauenau. Der heftige Ruck lässt vier Lastwagen aufeinanderprallen. Die traurige Bilanz: ein Toter, mehrere Verletzte. Und eine stundenlange Vollsperrung. Nichts geht mehr. Allein die Feuerwehren des Nachbarkreises Schaumburg mussten in diesem Jahr bereits zu sieben heftigen Unfällen mit Vollsperrung auf die A2 ausrücken. Damit haben dann nicht nur die Autofahrer auf der Autobahn zu kämpfen. Wenn die A2 in Richtung Hannover oder Dortmund in der Nähe dicht ist, ächzen auch mindestens drei Portaner Stadtteile unter den Folgen. Denn dann weichen viele Autofahrer über die Nebenstrecken im Stadtgebiet aus. Die Folge: wieder kilometerlange Staus.

1 Ecke B482/Weserbrücke in Hausberge

Mittwoch, 29. Mai: Auto an Auto reiht sich auf der B482 vor der Weserbrücke. Fast nichts geht mehr. Nach dem heftigen Lkw-Unfall bei Lauenau wollen die Autofahrer über die Bundesstraße Richtung Hannover fahren. Es sind zu viele. Die Ampeln auf der Bundesstraße selbst und auf der Weserbrücke sorgen mit ihren Rotphasen für weitere Verzögerung. Hausberges Ortsheimatpfleger Herbert Wiese kennt das Problem. „Das ist wirklich unangenehm, ganz übel“, weiß er. Der Übergang von der Bundesstraße 482 auf die Weserbrücke und weiter zum Kirchsiek in Hausberge ist schon unter normalen Umständen ein Knotenpunkt für den Verkehr – vor allem zur Feierabendzeit. Ist die A2 voll gesperrt, wollen dort plötzlich Tausende weitere Fahrzeuge entlang. „Aber wir reden hier von einem unvorhergesehenen Ereignis auf der A2. Das ist für Porta unangenehm. Doch der Unfall an sich ist noch viel unangenehmer“, betont Wiese. Man könne niemandem verübeln, wenn er die Autobahn verlässt. Er sieht kaum eine Chance, da einzugreifen.

2 Eisberger Straße/Veltheimer Straße in Hausberge

2 An der Ecke Veltheimer Straße/Eisberger Straße forderte die FDP vor zwei Jahren bereits einen Kreisel zur Entlastung.
2 An der Ecke Veltheimer Straße/Eisberger Straße forderte die FDP vor zwei Jahren bereits einen Kreisel zur Entlastung.

Für diesen Knotenpunkt forderte die FDP bereits vor rund zwei Jahren einen Kreisel. Aus Sicht des Veltheimer Ortsheimatpflegers Reinhold Kölling (FDP) wäre das besonders an dieser Stelle notwendig. „Von der Veltheimer Straße kann man den Verkehr schlecht einsehen. Außerdem ist dort noch die Einfahrt zu einem Café und eine Bushaltestelle.“ Für Kölling eine Gemengelage, die gerade bei viel Verkehr durch Vollsperrungen auf der A2 gefährlich werden kann. Allerdings: Die Forderung hat der Landesbetrieb Straßen NRW bereits als unverhältnismäßig eingestuft, erklärt Sprecher Sven Johanning im Gespräch mit dem MT: „Hier handelt es sich nicht mal um die ausgeschilderte Bedarfsumleitung für die A2“, betont er. Außerdem rechtfertige der Verkehr an normalen Tagen keinen Kreisel. Kostenpunkt: mindestens 300.000 Euro. Auf der Veltheimer Straße würden täglich rund 3.500 Autos entlangrollen. Auf der Eisberger Straße seien es weniger als 3.200. Der Durchschnitt auf Landesstraßen liege bei 5.500. Nur der Kirchsiek, der von der B482 abführt, weise mehr als 13.600 Autos auf. Dennoch: Johanning sieht keinen Bedarf, für den Ausnahmefall die Landesstraßen umzurüsten.

3 Kreuzung Veltheimer Straße/Ravensberger Straße in Veltheim

1 Der Übergang von der Weserbrücke auf die B482 ist auch ohne Umleitungsverkehr schon ein Knotenpunkt. MT-Fotos: Thomas Lieske
1 Der Übergang von der Weserbrücke auf die B482 ist auch ohne Umleitungsverkehr schon ein Knotenpunkt. MT-Fotos: Thomas Lieske

Quält sich der Verkehr von Hausberge nach Veltheim, stoßen die Autos irgendwann an die Kreuzung zur Ravensberger Straße. „Dort dauert es dann ewig, bis der Verkehr abfließen kann“, weiß Reinhold Kölling. Viele Anwohner entlang der Straße würden gar nicht von ihren Höfen kommen. Auch die Tankstelle im Ort sei davon betroffen. „Das zerrt schon sehr an den Nerven der Bewohner.“

4 Ecke Ravensberger Straße/Eisberger Straße in Eisbergen

4 Auch die Kreuzung Ravensberger Straße/Eisberger Straße ist ein Knackpunkt, vor allem wegen der Bahnstrecke rechts.
4 Auch die Kreuzung Ravensberger Straße/Eisberger Straße ist ein Knackpunkt, vor allem wegen der Bahnstrecke rechts.

Auf dem Weg zur B83 müssen die Tausenden Fahrzeuge dann noch den Knotenpunkt Ravensberger Straße/Eisberger Straße in Eisbergen passieren. Dann wird es nicht nur durch andere Autos schwer, auf die andere Straße zu kommen. Richtig unangenehm wird es, wenn dann auch noch ein Zug durch den Ort fährt – der Bahnübergang ist gleich neben der Kreuzung. Spätestens dann geht auch dort nichts mehr.

3 Staugefahr auch an der Stelle, wo die Veltheimer Straße auf die Ravensberger trifft. Hier knubbelt sich der Verkehr ebenso.
3 Staugefahr auch an der Stelle, wo die Veltheimer Straße auf die Ravensberger trifft. Hier knubbelt sich der Verkehr ebenso.

Eines ist für alle Beteiligten sicher: Für den Umleitungsverkehr sind die Portaner Stadtteile nicht ausgelegt. An solchen Tagen steht Porta kurz vor dem Verkehrsinfarkt.

„A2 – hautnah“

Sie ist die wichtigste Ost-West-Verbindung Richtung Paris oder Warschau – und gilt als eine der gefährlichsten Autobahnen Deutschlands: Auf 13 Kilometern Länge durchschneidet die A2 auch den Raum Porta Westfalica. Rund 300.000 Fahrzeuge passieren den Bereich täglich. Für die einen ist sie der tägliche Weg zur Arbeit, für die anderen Arbeitsplatz. „A2 – hautnah“ erzählt von Menschen, in deren Leben die A2 eine große Rolle spielt: egal, ob Lebensretter, Straßenbauer oder jene, deren Gartenzaun an der Autobahn steht. Heute: überlastete Nebenstraßen bei Vollsperrungen.

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