MT-Serie #200in365: Zu Besuch beim Balla-Balla-Bingo auf der Wittekindsburg Benjamin Piel Porta Westfalica-Barkhausen (mt). Dass Ostwestfalen zum Lachen in den Keller gehen, ist offenbar falsch. Dass sie zum Lachen zur Wittekindsburg wandern – oder an diesem Abend tatsächlich sogar fahren –, ist zumindest dann richtig, wenn dort eine Veranstaltung stattfindet, die sich Balla-Balla-Bingo nennt. Elke Bikowski und Eike Meyer führen durch einen Abend, der anmutet wie ein Spieleabend auf LSD. Motto heute: Badehose. Zumindest Meyer selbst hat eine an, dazu Latschen. Ansonsten hat sich das Thema nicht besonders herumgesprochen. Kurz vor Beginn kommen doch noch zwei Schwimmerinnen um die Ecke, in Bademäntel gewandet. „Warum ist hier denn keiner verkleidet?“, fragt eine der beiden und zieht die Augenbrauen in Richtung Taucherbrille auf ihrem Kopf. Die Verkleidetendichte ist an diesem Abend ungewöhnlich gering. Musiker Manuel setzt sich an die Hammondorgel und dudelt sich ins Nirvana. Meyer setzt sich eine Lockenperücke auf, mit der er kaum durch die Tür passt, Bikowski eine Herzchenbrille mit rosafarbenen Gläsern. Die 50 Besucher kaufen Zettel, auf denen Zahlen stehen. Manche nehmen gleich sechs auf einmal, 50 Cent kostet das Stück. Bikowski dreht die Trommel mit Bällen, auf denen Zahlen stehen. Wessen Zahlen zuerst eine horizontale, vertikale oder diagonale Linie bilden, hat gewonnen. Das allein wäre nicht witzig, würden sich die beiden auf der Bühne nicht während jeder Ziehung in die Genitalgegend vorblödeln. Mal geht es um Analgleitcreme, mal um nackte Fallschirmspringer. Um die Pointe geht es immer. Wo wohnt nochmal die Katze? Natürlich, im Mietshaus. Vor eineinhalb Jahren haben die Bingo-Abende auf der Burg begonnen. Zuerst kamen nur 14 Besucher, dann immer mehr. „Die sind so doof da oben, das hast du noch nicht gesehen“, sagt Meyer über das Duo Meyer/Bikowski. Die Besucher mögen das. Wer zu früh „Bingo“ ruft, muss sich ein Bananen-Kostüm überziehen, wer nicht aufpasst, bekommt eine Tüte Gummibärchen an den Kopf geworfen. Nach den Runden zerreißen die Besucher ihre Bingo-Scheine in Schnipsel und schmeißen sie in den Raum. Und das alles nicht im Keller, sondern hoch oben auf dem Wiehengebirge. Zum Totlachen in den Berg, so ist das also. Auftakt in Porta In seinem ersten Jahr als Chefredakteur des Mindener Tageblatts will Benjamin Piel an 200 Orten mit 200 Menschen sprechen. Im ersten Teil besucht er die Wittekindsburg. Balla-Balla-Bingo steht am Donnerstagabend auf dem Programm – eine außergewöhnliche Erfahrung.

MT-Serie #200in365: Zu Besuch beim Balla-Balla-Bingo auf der Wittekindsburg

„Die sind so doof da oben, das hast du noch nicht gesehen“: Eike Meyer und Elke Bikowski blödeln durch den Bingo-Abend. MT-Foto: Benjamin Piel © Benjamin Piel

Porta Westfalica-Barkhausen (mt). Dass Ostwestfalen zum Lachen in den Keller gehen, ist offenbar falsch. Dass sie zum Lachen zur Wittekindsburg wandern – oder an diesem Abend tatsächlich sogar fahren –, ist zumindest dann richtig, wenn dort eine Veranstaltung stattfindet, die sich Balla-Balla-Bingo nennt.

Elke Bikowski und Eike Meyer führen durch einen Abend, der anmutet wie ein Spieleabend auf LSD. Motto heute: Badehose. Zumindest Meyer selbst hat eine an, dazu Latschen. Ansonsten hat sich das Thema nicht besonders herumgesprochen. Kurz vor Beginn kommen doch noch zwei Schwimmerinnen um die Ecke, in Bademäntel gewandet. „Warum ist hier denn keiner verkleidet?“, fragt eine der beiden und zieht die Augenbrauen in Richtung Taucherbrille auf ihrem Kopf. Die Verkleidetendichte ist an diesem Abend ungewöhnlich gering.

Musiker Manuel setzt sich an die Hammondorgel und dudelt sich ins Nirvana. Meyer setzt sich eine Lockenperücke auf, mit der er kaum durch die Tür passt, Bikowski eine Herzchenbrille mit rosafarbenen Gläsern.

Die 50 Besucher kaufen Zettel, auf denen Zahlen stehen. Manche nehmen gleich sechs auf einmal, 50 Cent kostet das Stück. Bikowski dreht die Trommel mit Bällen, auf denen Zahlen stehen. Wessen Zahlen zuerst eine horizontale, vertikale oder diagonale Linie bilden, hat gewonnen.

Das allein wäre nicht witzig, würden sich die beiden auf der Bühne nicht während jeder Ziehung in die Genitalgegend vorblödeln. Mal geht es um Analgleitcreme, mal um nackte Fallschirmspringer. Um die Pointe geht es immer. Wo wohnt nochmal die Katze? Natürlich, im Mietshaus.

Vor eineinhalb Jahren haben die Bingo-Abende auf der Burg begonnen. Zuerst kamen nur 14 Besucher, dann immer mehr. „Die sind so doof da oben, das hast du noch nicht gesehen“, sagt Meyer über das Duo Meyer/Bikowski. Die Besucher mögen das. Wer zu früh „Bingo“ ruft, muss sich ein Bananen-Kostüm überziehen, wer nicht aufpasst, bekommt eine Tüte Gummibärchen an den Kopf geworfen. Nach den Runden zerreißen die Besucher ihre Bingo-Scheine in Schnipsel und schmeißen sie in den Raum. Und das alles nicht im Keller, sondern hoch oben auf dem Wiehengebirge. Zum Totlachen in den Berg, so ist das also.

Auftakt in Porta

In seinem ersten Jahr als Chefredakteur des Mindener Tageblatts will Benjamin Piel an 200 Orten mit 200 Menschen sprechen. Im ersten Teil besucht er die Wittekindsburg. Balla-Balla-Bingo steht am Donnerstagabend auf dem Programm – eine außergewöhnliche Erfahrung.

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