Leidenschaftliches Pro und Contra: Planverfahren für Logistikzentrum geht in die heiße Phase Dirk Haunhorst Porta Westfalica. Der Abwägungsprozess beim Pro und Contra für das geplante Grohe-Logistikzentrum werde sauber geführt und erhalte dafür auch die nötige Zeit. Das sicherte Bürgermeister Bernd Hedtmann am Mittwoch einigen Lerbecker Bürgern zu, dies sich gegen die Ausmaße des 4,4 Hektar umfassenden Neubauprojektes wehren. Es stehe längst nicht fest, dass der Satzungsbeschluss im Planverfahren tatsächlich wie vorgesehen am 7. September gefasst werde, sagte Hedtmann. Stellvertretend für ungefähr 900 Unterzeichner überreichte Rüdiger Dreier am Mittwoch im Ratssaal dem Bürgermeister eine Petition. Die Kernbotschaft: Der Bau von 15 Meter hohen Logistikhallen samt Infrastruktur mitten im Ort komme einer städtebaulichen Katastrophe gleich und zerstöre das Landschaftsbild. Zudem fürchten die Anwohner, die schon jetzt unter dem Verkehrsaufkommen der B 482 leiden, zusätzlichen Lärm. Eine Kernforderung ist deshalb der Bau einer weiteren Lärmschutzwand auf der Nordseite der Bundesstraße, um insbesondere die Anwohner des Rosenwegs zu schützen. Am 18. August will die Verwaltungen dazu ein Gespräch mit dem Landesbetrieb Straßen NRW führen. Beigeordneter Stefan Mohme dämpfte im Ratssaal allerdings die Hoffnung, dass sich der Straßenbaulastträger ohne Weiteres auf solch eine freiwillige Leistung einlasse. Bereits am Tag zuvor war im Bezirksausschuss für die Orte Lerbeck und Neesen parteiübergreifend der Wunsch nach mehr Lärmschutz geäußert worden. Das gemeinsame Projekt von Grohe und dem Logistiker Fiege stellten die Politiker allerdings nicht explizit in Frage. Vielmehr ging es um punktuelle Verbesserungen. Dabei spielte neben dem Lärmschutz auch die gewünschte Tempobeschränkung auf der B 482 (auf 70) und dem Kirchweg (auf 30) eine Rolle sowie die Optimierung der Regenwassernutzung und Begrünung. Firmenmitarbeiter erläuterten die Planungen und gingen unter anderem auf das Verkehrsaufkommen ein. So werde die zuletzt oft kritisierte Zahl von 150 Lkw-Verkehren am Tag deutlich unterschritten. Sie stelle lediglich die laut Schallschutzgutachten erlaubte Höchstmenge dar. Dass es im Laufe des Verfahrens unterschiedliche Angaben zu den Lkw-Bewegungen gegeben habe, liege auch daran, dass das Hallenvolumen inzwischen kleiner ausfalle, als ursprünglich geplant. Damit sei eine geringerer Zahl an Palettenstellplätzen verbunden. Die eigentliche Gebäudehöhe von 15 Metern (ehemals waren 20 Meter vorgesehen) sei in Teilbereichen gar nicht sichtbar, weil die Gebäude mehrere Meter tief in die Erde eingegraben würden, so eine Fiege-Mitarbeiterin. Demnach ragten an der Straße Zur Porta lediglich etwa acht Meter heraus. Auch sei man mit dem Bauprojekt weiter von den Straßen weggerückt, der Abstand zum Kirchweg etwa betrage rund 40 Meter. Vor der Bezirksausschusssitzung machten mehrere Grohe-Mitarbeiter mit einem Transparent deutlich, dass sie um insgesamt 600 Arbeitsplätze fürchten, wenn das Logistikzentrum verhindert werden sollte. Dr. Christian Büssow, Geschäftsführern der Grohe Logistik Service GmbH, bekräftigte, dass Grohe mit der Zentralisierung in Lerbeck das Verkehrsaufkommen insgesamt verringere, weil damit sechs Außenlager wegfielen. Die Kritiker beruhigte das nicht. Karin Dreier beklagte eine „Verlärmung“ und meinte, es müsse dringend etwas zur Verkehrsberuhigung im Ort, insbesondere an der B 482 geschehen. Das unterstreicht auch die Petition mit ihren 900 Unterschriften. Darin steht, dass dem „Schutzgut Mensch“viel zu wenig Beachtung geschenkt werde. Lesen Sie auch Kommentar zum Thema Grohe-Logistikzentrum: Die Chance der Krise

Leidenschaftliches Pro und Contra: Planverfahren für Logistikzentrum geht in die heiße Phase

Rüdiger Dreier (rechts) und einige Mitstreiter überreichten Bürgermeister Bernd Hedtmann (links) am Donnerstag einePetition mit ungefähr 900 Unterschriften. Die Unterzeichner wehren sich gegen die Ausmaße des Grohe-Projekts. MT- © Foto: Dirk Haunhorst

Porta Westfalica. Der Abwägungsprozess beim Pro und Contra für das geplante Grohe-Logistikzentrum werde sauber geführt und erhalte dafür auch die nötige Zeit. Das sicherte Bürgermeister Bernd Hedtmann am Mittwoch einigen Lerbecker Bürgern zu, dies sich gegen die Ausmaße des 4,4 Hektar umfassenden Neubauprojektes wehren. Es stehe längst nicht fest, dass der Satzungsbeschluss im Planverfahren tatsächlich wie vorgesehen am 7. September gefasst werde, sagte Hedtmann.

Stellvertretend für ungefähr 900 Unterzeichner überreichte Rüdiger Dreier am Mittwoch im Ratssaal dem Bürgermeister eine Petition. Die Kernbotschaft: Der Bau von 15 Meter hohen Logistikhallen samt Infrastruktur mitten im Ort komme einer städtebaulichen Katastrophe gleich und zerstöre das Landschaftsbild. Zudem fürchten die Anwohner, die schon jetzt unter dem Verkehrsaufkommen der B 482 leiden, zusätzlichen Lärm. Eine Kernforderung ist deshalb der Bau einer weiteren Lärmschutzwand auf der Nordseite der Bundesstraße, um insbesondere die Anwohner des Rosenwegs zu schützen. Am 18. August will die Verwaltungen dazu ein Gespräch mit dem Landesbetrieb Straßen NRW führen. Beigeordneter Stefan Mohme dämpfte im Ratssaal allerdings die Hoffnung, dass sich der Straßenbaulastträger ohne Weiteres auf solch eine freiwillige Leistung einlasse.

Pro Logistikzentrum: Grohe-Mitarbeiter demonstrierten vor der Bezirksausschuss-Sitzung für die Sicherung von 600 Arbeitsplätzen? - © Foto: Niels Vonalt/privat
Pro Logistikzentrum: Grohe-Mitarbeiter demonstrierten vor der Bezirksausschuss-Sitzung für die Sicherung von 600 Arbeitsplätzen? - © Foto: Niels Vonalt/privat

Bereits am Tag zuvor war im Bezirksausschuss für die Orte Lerbeck und Neesen parteiübergreifend der Wunsch nach mehr Lärmschutz geäußert worden. Das gemeinsame Projekt von Grohe und dem Logistiker Fiege stellten die Politiker allerdings nicht explizit in Frage. Vielmehr ging es um punktuelle Verbesserungen. Dabei spielte neben dem Lärmschutz auch die gewünschte Tempobeschränkung auf der B 482 (auf 70) und dem Kirchweg (auf 30) eine Rolle sowie die Optimierung der Regenwassernutzung und Begrünung. Firmenmitarbeiter erläuterten die Planungen und gingen unter anderem auf das Verkehrsaufkommen ein. So werde die zuletzt oft kritisierte Zahl von 150 Lkw-Verkehren am Tag deutlich unterschritten. Sie stelle lediglich die laut Schallschutzgutachten erlaubte Höchstmenge dar. Dass es im Laufe des Verfahrens unterschiedliche Angaben zu den Lkw-Bewegungen gegeben habe, liege auch daran, dass das Hallenvolumen inzwischen kleiner ausfalle, als ursprünglich geplant. Damit sei eine geringerer Zahl an Palettenstellplätzen verbunden. Die eigentliche Gebäudehöhe von 15 Metern (ehemals waren 20 Meter vorgesehen) sei in Teilbereichen gar nicht sichtbar, weil die Gebäude mehrere Meter tief in die Erde eingegraben würden, so eine Fiege-Mitarbeiterin. Demnach ragten an der Straße Zur Porta lediglich etwa acht Meter heraus. Auch sei man mit dem Bauprojekt weiter von den Straßen weggerückt, der Abstand zum Kirchweg etwa betrage rund 40 Meter.

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Vor der Bezirksausschusssitzung machten mehrere Grohe-Mitarbeiter mit einem Transparent deutlich, dass sie um insgesamt 600 Arbeitsplätze fürchten, wenn das Logistikzentrum verhindert werden sollte. Dr. Christian Büssow, Geschäftsführern der Grohe Logistik Service GmbH, bekräftigte, dass Grohe mit der Zentralisierung in Lerbeck das Verkehrsaufkommen insgesamt verringere, weil damit sechs Außenlager wegfielen.

Die Kritiker beruhigte das nicht. Karin Dreier beklagte eine „Verlärmung“ und meinte, es müsse dringend etwas zur Verkehrsberuhigung im Ort, insbesondere an der B 482 geschehen. Das unterstreicht auch die Petition mit ihren 900 Unterschriften. Darin steht, dass dem „Schutzgut Mensch“viel zu wenig Beachtung geschenkt werde.

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