Lange Schlangen, volle Parkplätze: Die Bilanz zum "Black Friday" in Minden und Porta Stefan Koch Minden/Porta Westfalica. Der Warenverkauf in der Vorweihnachtszeit wird für den Einzelhandel zum Härtetest. Das zeigte die Rabattschlacht zum sogenannten „Black Friday“ – einem aus den USA importierten Konsumtermin im Vorfeld des Thanksgiving – am vergangenen Freitag in Minden und im Gewerbegebiet Barkhausen. MT-Leser berichteten von langen Schlangen schon ab den frühen Morgenstunden vor dem Mediamarkt, vollgestopften Parkplätzen mit Rückstaus bis in die Nebenstraßen und Kunden, die sich nicht an die Coronaregeln hielten. In der Mindener Innenstadt kam es zu Hektik in den Geschäften und langen Schlangen. Die Bäckerstraße wirkte wie an einem verkaufsoffenen Sonntag – so als gebe es keine Pandemie. „Dass es am Freitag und Samstag zu einem erhöhten Kundenaufkommen gekommen ist, wurde natürlich registriert“, teilt Katharina Heß von der Pressestelle der Mindener Stadtverwaltung mit. Von chaotischen Zuständen könne aber nicht die Rede sein. „Kontrollteams haben keine Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung festgestellt.“ Laut Heß beobachtet die Mindener Ordnungsbehörde seit Tagen, dass viele Menschen in der Innenstadt auch einen Mund-Nase-Schutz dort tragen, wo es rechtlich nicht vorgeschrieben ist. Auch die Handelseinrichtungen setzten die erforderlichen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen um. In Porta Westfalica hatte es in dieser Woche Gespräche zwischen der Ordnungsbehörde und der Polizei gegeben. Anlass waren die Vorkommnisse am „Black Friday“. Wie Babette Lissner, Pressesprecherin der Portaner Stadtverwaltung, mitteilt, war die Ordnungsbehörde am vergangenen Wochenende vor Ort. „Vom tatsächlichen Andrang waren die Einzelhändler sowie die Ordnungsbehörde jedoch überrascht. Soweit das vor dem Hintergrund der hohen Besucherzahl überblickt werden konnte, wurden keine Verstöße gegen die Maskenpflicht festgestellt.“ In dieser Hinsicht habe es keine Veranlassung gegeben, ordnungsbehördlich tätig zu werden. Sofern Abstände nicht eingehalten worden seien, hätten Einzelhändler darauf aufmerksam gemacht. „Die Ordnungsbehörde appelliert weiterhin nachdrücklich an das Verantwortungsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger, sich an die Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu halten“, sagt Lissner. Einer der Hotspots im Trubel auf dem Gewerbegebiet Barkhausen war der Mediamarkt. Auf MT-Anfrage teilt Geschäftsführer Hans Deutsch mit, dass sein Unternehmen das Verkaufsgeschehen im Vorfeld entzerren wollte und deshalb vorsorglich von einem „Black November“ gesprochen habe, um Kunden auch zum Besuch unter der Woche zu veranlassen. Zusätzlich sei am vergangenen Wochenende weiteres Personal vor Ort gewesen. Des Weiteren verweist Deutsch auf zahlreiche Schutzvorkehrungen seines Unternehmens in Zusammenarbeit mit dem TÜV Süd. Unter anderem gibt es im Mediamarkt eine digitale Einlasskontrolle, Markierungen an den Kassen und Hinweisschilder zur Einhaltung des Mindestabstandes. Das Personal trägt Atemschutzmasken und weist auch die Kunden auf diese Pflicht hin. Gleichermaßen verfährt auch die Porta-Unternehmensgruppe, die in Barkhausen das Haus Porta-Möbel betreibt. Neben dem TÜV-Konzept, Einlasskontrollen, Handdesinfektionsspendern und vielem mehr weist laut Pressesprecher Holger Wetzel das Unternehmen die Kunden auch auf die Verpflichtung hin, auf den Parkplätzen vor den Einrichtungshäusern den Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Ob sich an den kommenden Wochenenden das Adventsgedränge im Einzelhandel wiederholt? Daniela Drabert, Vorsitzende der Mindener Werbegemeinschaft, sieht derartige Vorkommnisse vor allem durch Rabattaktionen hervorgerufen. Zumindest in Minden sei das an den kommenden Wochenenden nicht in größerem Stil vorgesehen. Auch eine Planung der Einkäufe durch die Verbraucher könne von Nutzen sein. „Wir raten Kunden, mit dem Geschäft ihrer Wahl einen besonderen Termin zu vereinbaren, wenn sie ohne lange Wartezeiten einen Einkauf tätigen wollen.“ Das könne eine volle Fußgängerzone vermeiden. Drabert bedauert in diesem Zusammenhang, dass es in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen in der Adventszeit keine verkaufsoffenen Sonntage gibt. „Das war kontraproduktiv.“ Der Einzelhandel hätte über noch mehr Zeit verfügen können, um unter der Einhaltung des Infektionsschutzes Kunden die Weihnachtseinkäufe zu ermöglichen. So wollte die Landesregierung zunächst anlasslose verkaufsoffene Sonntage ermöglichen. Das kippte dann die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit Klagen vor dem Oberverwaltungsgericht Münster. Die Mindener Werbegemeinschaft hatte ursprünglich am ersten und dritten Adventssonntag die Geschäfte offen halten wollen. Für die Fortsetzung des Weihnachtskonsums gibt es in Minden kein verschärftes Sicherheitskonzept. „Die Innenstadt wird weiterhin und auch an den kommenden Wochenenden kontrolliert“, teilt Heß mit. Es werde darauf hingewiesen dass überall dort wo kein Mindestabstand eingehalten werden könne, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen sei. „Auf Parkplätzen von Einzelhandelsgeschäften, Zuwegungen zu einem Geschäft und in Warteschlangen vor Geschäften muss nun zwingend eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden“, macht Heß deutlich.

Lange Schlangen, volle Parkplätze: Die Bilanz zum "Black Friday" in Minden und Porta

Minden/Porta Westfalica. Der Warenverkauf in der Vorweihnachtszeit wird für den Einzelhandel zum Härtetest. Das zeigte die Rabattschlacht zum sogenannten „Black Friday“ – einem aus den USA importierten Konsumtermin im Vorfeld des Thanksgiving – am vergangenen Freitag in Minden und im Gewerbegebiet Barkhausen.

Lange Schlangen vor dem Geschäften: So sah es vor einer Woche in der Mindener Innenstadt aus. MT-Foto: Patrick Schwemling - © Patrick Schwemling
Lange Schlangen vor dem Geschäften: So sah es vor einer Woche in der Mindener Innenstadt aus. MT-Foto: Patrick Schwemling - © Patrick Schwemling

MT-Leser berichteten von langen Schlangen schon ab den frühen Morgenstunden vor dem Mediamarkt, vollgestopften Parkplätzen mit Rückstaus bis in die Nebenstraßen und Kunden, die sich nicht an die Coronaregeln hielten. In der Mindener Innenstadt kam es zu Hektik in den Geschäften und langen Schlangen. Die Bäckerstraße wirkte wie an einem verkaufsoffenen Sonntag – so als gebe es keine Pandemie.

„Dass es am Freitag und Samstag zu einem erhöhten Kundenaufkommen gekommen ist, wurde natürlich registriert“, teilt Katharina Heß von der Pressestelle der Mindener Stadtverwaltung mit. Von chaotischen Zuständen könne aber nicht die Rede sein. „Kontrollteams haben keine Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung festgestellt.“ Laut Heß beobachtet die Mindener Ordnungsbehörde seit Tagen, dass viele Menschen in der Innenstadt auch einen Mund-Nase-Schutz dort tragen, wo es rechtlich nicht vorgeschrieben ist. Auch die Handelseinrichtungen setzten die erforderlichen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen um.

In Porta Westfalica hatte es in dieser Woche Gespräche zwischen der Ordnungsbehörde und der Polizei gegeben. Anlass waren die Vorkommnisse am „Black Friday“. Wie Babette Lissner, Pressesprecherin der Portaner Stadtverwaltung, mitteilt, war die Ordnungsbehörde am vergangenen Wochenende vor Ort. „Vom tatsächlichen Andrang waren die Einzelhändler sowie die Ordnungsbehörde jedoch überrascht.

Soweit das vor dem Hintergrund der hohen Besucherzahl überblickt werden konnte, wurden keine Verstöße gegen die Maskenpflicht festgestellt.“ In dieser Hinsicht habe es keine Veranlassung gegeben, ordnungsbehördlich tätig zu werden. Sofern Abstände nicht eingehalten worden seien, hätten Einzelhändler darauf aufmerksam gemacht. „Die Ordnungsbehörde appelliert weiterhin nachdrücklich an das Verantwortungsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger, sich an die Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu halten“, sagt Lissner.

Einer der Hotspots im Trubel auf dem Gewerbegebiet Barkhausen war der Mediamarkt. Auf MT-Anfrage teilt Geschäftsführer Hans Deutsch mit, dass sein Unternehmen das Verkaufsgeschehen im Vorfeld entzerren wollte und deshalb vorsorglich von einem „Black November“ gesprochen habe, um Kunden auch zum Besuch unter der Woche zu veranlassen. Zusätzlich sei am vergangenen Wochenende weiteres Personal vor Ort gewesen. Des Weiteren verweist Deutsch auf zahlreiche Schutzvorkehrungen seines Unternehmens in Zusammenarbeit mit dem TÜV Süd. Unter anderem gibt es im Mediamarkt eine digitale Einlasskontrolle, Markierungen an den Kassen und Hinweisschilder zur Einhaltung des Mindestabstandes. Das Personal trägt Atemschutzmasken und weist auch die Kunden auf diese Pflicht hin.

Gleichermaßen verfährt auch die Porta-Unternehmensgruppe, die in Barkhausen das Haus Porta-Möbel betreibt. Neben dem TÜV-Konzept, Einlasskontrollen, Handdesinfektionsspendern und vielem mehr weist laut Pressesprecher Holger Wetzel das Unternehmen die Kunden auch auf die Verpflichtung hin, auf den Parkplätzen vor den Einrichtungshäusern den Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Ob sich an den kommenden Wochenenden das Adventsgedränge im Einzelhandel wiederholt? Daniela Drabert, Vorsitzende der Mindener Werbegemeinschaft, sieht derartige Vorkommnisse vor allem durch Rabattaktionen hervorgerufen. Zumindest in Minden sei das an den kommenden Wochenenden nicht in größerem Stil vorgesehen. Auch eine Planung der Einkäufe durch die Verbraucher könne von Nutzen sein. „Wir raten Kunden, mit dem Geschäft ihrer Wahl einen besonderen Termin zu vereinbaren, wenn sie ohne lange Wartezeiten einen Einkauf tätigen wollen.“ Das könne eine volle Fußgängerzone vermeiden.

Drabert bedauert in diesem Zusammenhang, dass es in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen in der Adventszeit keine verkaufsoffenen Sonntage gibt. „Das war kontraproduktiv.“ Der Einzelhandel hätte über noch mehr Zeit verfügen können, um unter der Einhaltung des Infektionsschutzes Kunden die Weihnachtseinkäufe zu ermöglichen. So wollte die Landesregierung zunächst anlasslose verkaufsoffene Sonntage ermöglichen. Das kippte dann die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit Klagen vor dem Oberverwaltungsgericht Münster. Die Mindener Werbegemeinschaft hatte ursprünglich am ersten und dritten Adventssonntag die Geschäfte offen halten wollen.

Für die Fortsetzung des Weihnachtskonsums gibt es in Minden kein verschärftes Sicherheitskonzept. „Die Innenstadt wird weiterhin und auch an den kommenden Wochenenden kontrolliert“, teilt Heß mit. Es werde darauf hingewiesen dass überall dort wo kein Mindestabstand eingehalten werden könne, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen sei. „Auf Parkplätzen von Einzelhandelsgeschäften, Zuwegungen zu einem Geschäft und in Warteschlangen vor Geschäften muss nun zwingend eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden“, macht Heß deutlich.

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