Kostenexplosion: Sanierung der Lohfelder Straße soll 1,6 Millionen Euro teurer werden Thomas Lieske Porta Westfalica-Lohfeld. Kaiserlich ist die Aussicht von der Lohfelder Straße aus. Das gilt allerdings nur für den nahezu freien Blick auf das Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Alles anderes als kaiserlich zeigt sich dagegen der Ausblick für die Straße selbst, die derzeit in einem ersten Bauabschnitt saniert wird. Probleme bereitet der zweite Bauabschnitt – lange bevor er überhaupt begonnen hat. Und damit steht sogar ein Versprechen der Politik an die Bürgerinnen und Bürger Porta Westfalicas auf der Kippe. Denn anders als zugesagt, müssen sich die Anwohner der Straße womöglich an den explodierenden Baukosten beteiligen. 1,6 Millionen Euro teurer: Das steht derzeit unterm Strich für die Baukostenrechnung der Lohfelder Straße, die als wichtige Verbindungsachse vor allem für Pendler aus und in den Schaumburger Bereich gilt. Statt ursprünglich 2,1 Millionen könnte die Sanierung nun 3,7 Millionen Euro kosten. Der Eigenanteil der Stadt würde von fast 700.000 auf rund 1,1 Millionen Euro steigen. Der Grund: steigende Material- und Baukosten und unvorhersehbare Schäden in der Tiefe. Letztere könnten dazu führen, dass der zweite Teil der Straße deutlich aufwendiger saniert werden müsste als zunächst geplant. Der Technische Beigeordnete der Stadt, Stefan Mohme, hat keine guten Nachrichten: „Sollten wir dabei die Grenze zu einer grundhaften Erneuerung überschreiten, sind wir verpflichtet, Anwohnerbeiträge zu nehmen.“ Denn die Baumaßnahme ist an Fördergelder geknüpft. Und um diese zu bekommen, muss die Stadt bei der Sanierung gewisse Standards erfüllen, sie muss nachhaltig bauen – und langlebig. Mit einer einfachen Deckensanierung, so viel steht bereits jetzt fest, ist es im zweiten Bauabschnitt, der bisweilen eine Belastungsprobe für jeden Stoßdämpfer ist, nicht getan. Anwohnerbeiträge für Straßenausbau – sie sind ein rotes Tuch für Politik, Verwaltung und Anwohner. Bisher konnte die Stadt Anwohner bei Baumaßnahmen an städtischen Straßen erfolgreich davor bewahren. Immer gab es eine Lösung, und diesmal? „Wenn wir ohne Anwohnerbeiträge sanieren wollen, müssen wir höchstwahrscheinlich eine eigene Lösung finden – und auf die Fördergelder verzichten“, erklärt Mohme. Die Verwaltung sei derzeit auf der Suche nach einer Alternative zur grundhaften Erneuerung der Straße. „Das Risiko, das dann besteht: Die Straße würde wahrscheinlich nicht so lange halten wie in der jetzt geplanten Variante“, erklärt der Beigeordnete. „Und die Baukosten, die die Stadt dann ohne jegliche Förderung zu tragen hätte, würden sich mindestens im Rahmen des jetzigen Eigenanteils bewegen.“ Die Frage sei, wie viel die Stadt investieren wolle und wie lange das dann halte. Prophylaktisch hat die Stadt nun trotzdem fristgerecht zu Ende Mai erst einmal den Förderantrag beim Land gestellt – unabhängig davon, wie es mit der Lohfelder Straße weitergeht. „Wir könnten den Antrag notfalls jederzeit komplett zurückziehen“, sagt Mohme. Jetzt komme es darauf an, was politisch an dieser Stelle gewollt sei. Und das scheint schon jetzt ziemlich klar: „Anwohnerbeiträge sind ein No Go“, formulierte es Jörg Horstmeier (SPD) am Donnerstagabend im Bauausschuss des Stadtrates. „Dieses Versprechen hat die Politik einst an die Bürger gegeben. Da können wir jetzt keine andere Richtung einschlagen.“ Die Wählergemeinschaft Porta (WP) fordert: „Der zweite Bauabschnitt darf in keinem Fall über die Förderung abgewickelt werden“, sagt WP-Fraktionschef Dr. Friedrich Hillbrand. Über die politische Sommerpause will die Verwaltung nun die beiden Varianten für die weitere Sanierung zusammenstellen. Und vielleicht ist die Aussicht an der Lohfelder Straße dann auch schon wieder deutlich kaiserlicher als jetzt.

Kostenexplosion: Sanierung der Lohfelder Straße soll 1,6 Millionen Euro teurer werden

Kaiserlich ist an der Lohfelder Straße nur der Ausblick aufs Denkmal. Der zweite Bauabschnitt bereitet der Stadt schon jetzt massive Probleme, obwohl er nochgar nicht begonnen hat. MT-Foto: Thomas Lieske © Thomas Lieske

Porta Westfalica-Lohfeld. Kaiserlich ist die Aussicht von der Lohfelder Straße aus. Das gilt allerdings nur für den nahezu freien Blick auf das Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Alles anderes als kaiserlich zeigt sich dagegen der Ausblick für die Straße selbst, die derzeit in einem ersten Bauabschnitt saniert wird. Probleme bereitet der zweite Bauabschnitt – lange bevor er überhaupt begonnen hat. Und damit steht sogar ein Versprechen der Politik an die Bürgerinnen und Bürger Porta Westfalicas auf der Kippe. Denn anders als zugesagt, müssen sich die Anwohner der Straße womöglich an den explodierenden Baukosten beteiligen.

1,6 Millionen Euro teurer: Das steht derzeit unterm Strich für die Baukostenrechnung der Lohfelder Straße, die als wichtige Verbindungsachse vor allem für Pendler aus und in den Schaumburger Bereich gilt. Statt ursprünglich 2,1 Millionen könnte die Sanierung nun 3,7 Millionen Euro kosten. Der Eigenanteil der Stadt würde von fast 700.000 auf rund 1,1 Millionen Euro steigen. Der Grund: steigende Material- und Baukosten und unvorhersehbare Schäden in der Tiefe. Letztere könnten dazu führen, dass der zweite Teil der Straße deutlich aufwendiger saniert werden müsste als zunächst geplant. Der Technische Beigeordnete der Stadt, Stefan Mohme, hat keine guten Nachrichten: „Sollten wir dabei die Grenze zu einer grundhaften Erneuerung überschreiten, sind wir verpflichtet, Anwohnerbeiträge zu nehmen.“ Denn die Baumaßnahme ist an Fördergelder geknüpft. Und um diese zu bekommen, muss die Stadt bei der Sanierung gewisse Standards erfüllen, sie muss nachhaltig bauen – und langlebig. Mit einer einfachen Deckensanierung, so viel steht bereits jetzt fest, ist es im zweiten Bauabschnitt, der bisweilen eine Belastungsprobe für jeden Stoßdämpfer ist, nicht getan.

Anwohnerbeiträge für Straßenausbau – sie sind ein rotes Tuch für Politik, Verwaltung und Anwohner. Bisher konnte die Stadt Anwohner bei Baumaßnahmen an städtischen Straßen erfolgreich davor bewahren. Immer gab es eine Lösung, und diesmal? „Wenn wir ohne Anwohnerbeiträge sanieren wollen, müssen wir höchstwahrscheinlich eine eigene Lösung finden – und auf die Fördergelder verzichten“, erklärt Mohme. Die Verwaltung sei derzeit auf der Suche nach einer Alternative zur grundhaften Erneuerung der Straße. „Das Risiko, das dann besteht: Die Straße würde wahrscheinlich nicht so lange halten wie in der jetzt geplanten Variante“, erklärt der Beigeordnete. „Und die Baukosten, die die Stadt dann ohne jegliche Förderung zu tragen hätte, würden sich mindestens im Rahmen des jetzigen Eigenanteils bewegen.“ Die Frage sei, wie viel die Stadt investieren wolle und wie lange das dann halte.


Prophylaktisch hat die Stadt nun trotzdem fristgerecht zu Ende Mai erst einmal den Förderantrag beim Land gestellt – unabhängig davon, wie es mit der Lohfelder Straße weitergeht. „Wir könnten den Antrag notfalls jederzeit komplett zurückziehen“, sagt Mohme. Jetzt komme es darauf an, was politisch an dieser Stelle gewollt sei. Und das scheint schon jetzt ziemlich klar: „Anwohnerbeiträge sind ein No Go“, formulierte es Jörg Horstmeier (SPD) am Donnerstagabend im Bauausschuss des Stadtrates. „Dieses Versprechen hat die Politik einst an die Bürger gegeben. Da können wir jetzt keine andere Richtung einschlagen.“ Die Wählergemeinschaft Porta (WP) fordert: „Der zweite Bauabschnitt darf in keinem Fall über die Förderung abgewickelt werden“, sagt WP-Fraktionschef Dr. Friedrich Hillbrand.

Über die politische Sommerpause will die Verwaltung nun die beiden Varianten für die weitere Sanierung zusammenstellen. Und vielleicht ist die Aussicht an der Lohfelder Straße dann auch schon wieder deutlich kaiserlicher als jetzt.

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