Konkrete Lösung für das Dietrich-Bonhoeffer-Hauses in Nammen in Sicht Stephan Lyrath Porta Westfalica-Nammen (Ly). Für die geplante Übernahme des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses in Nammen zeichnet sich eine konkrete Lösung ab: Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) soll das Objekt von der Kirchengemeinde Lerbeck kaufen, um es dann langfristig an einen Trägerverein zu verpachten. Die Rede ist von 30 Jahren. Dieses Finanzierungsmodell hat der Mindener Rechtsanwalt Wolf Domeier beim „Tag der offenen Tür“ vor etwa 120 Zuhörern im Gemeindehaus vorgestellt. Für eine solche Grundstücks-GbR werden jetzt Gesellschafter gesucht. Domeier geht von einem „Kapitalbedarf in einer Größenordnung von 400.000 Euro“ aus. Die vorgesehene Mindesteinlage von 1.000 Euro sei „nicht in Stein gemeißelt“, so der Anwalt. „Nach oben gibt es dagegen keine Grenzen.“ Auf dem Tisch liegt ein Angebot, das recht vielversprechend klingt: „Geplant ist eine langfristige Verzinsung von drei Prozent. Zwei Drittel davon würden jährlich ausgeschüttet“, erklärte Domeier. Sein Rat: „Wir müssen etwas einbauen, das den Gesellschaftern Spaß macht. Und was macht ihnen Spaß? Natürlich eine Verzinsung.“ Das Konstrukt könne allerdings nur funktionieren, „wenn Gesellschafter zusammenkommen, die 400.000 Euro einzahlen“. Domeier schwebt eine Laufzeit von zehn Jahren vor, in der das Vertragsverhältnis nicht gekündigt werden kann. Die GbR soll in den nächsten Wochen gegründet werden. Wer Gesellschafter werden möchte, kann sich an Friedrich Brandt wenden, den Sprecher der Interessengruppe (IG) „Nammen hält zusammen“. Zu erreichen ist er telefonisch unter (01 52) 269 49 741 oder per Mail an friedrich@brandt-nammen.de Mehr oder weniger gescheitert sind die Verhandlungen mit den Banken. Bei drei Geldinstituten sind Brandt und seine Mitstreiter mit der Bitte um ein Darlehen vorstellig geworden. Eine Bank habe abgesagt, eine zweite sich nicht wieder gemeldet, so der Sprecher. Gespräche mit der dritten habe man ruhen lassen. Wolf Domeier kann das nachvollziehen, denn: „Eine Bank möchte absolute Sicherheit, aber ein Verein kann sich jederzeit auflösen.“ Zu der für vergangenen Sonntag geplanten Gründung des Trägervereins ist es noch nicht gekommen. Dem Vernehmen nach war die Ladungsfrist zu knapp bemessen. Die Vereinsgründung soll aber innerhalb von 14 Tagen nachgeholt werden – reine Formsache. „Wir werden mit monatlichen Mitgliedsbeiträgen von zehn Euro arbeiten müssen“, kündigt Jürgen Zahn von der Interessengemeinschaft an. Im Gegenzug sollen Vereinsmitglieder finanzielle Vergünstigungen bekommen, wenn sie die Räume einmal selbst mieten wollen, zum Beispiel für Familienfeiern. Unterdessen haben mehr als 100 Nammer ihre Bereitschaft erklärt, einem Trägerverein beitreten zu wollen. Die Kirche will sich aus wirtschaftlichen Gründen von den Gemeindehäusern in Nammen und Neesen trennen. Wie berichtet, gibt es für die Neeser Immobilie inzwischen einen Kaufinteressenten. Die Gemeinde nahm am Wochenende anlässlich der Entwidmung Abschied von dem Gemeindehaus. Anders die Situation in Nammen: Hier möchte die IG „Nammen hält zusammen“ aus dem Bonhoefferhaus ein Dorfgemeinschaftshaus machen und es damit für die Allgemeinheit erhalten. Zum Konzept gehören Konzerte, kulturelle Veranstaltungen wie etwa Kabarett, Versammlungen, Familienfeiern und andere Zusammenkünfte. Die Wohnung im Gebäude soll vermietet werden. Das Presbyterium hat Gesprächen mit der IG „absolute Priorität“ eingeräumt. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. Das gilt auch weiterhin.

Konkrete Lösung für das Dietrich-Bonhoeffer-Hauses in Nammen in Sicht

Rund 120 Besucher hören sich am „Tag der offenen Tür“ an, wie es mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Haus weitergehen soll. Fotos: Stefan Lyrath

Porta Westfalica-Nammen (Ly). Für die geplante Übernahme des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses in Nammen zeichnet sich eine konkrete Lösung ab: Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) soll das Objekt von der Kirchengemeinde Lerbeck kaufen, um es dann langfristig an einen Trägerverein zu verpachten. Die Rede ist von 30 Jahren.

Dieses Finanzierungsmodell hat der Mindener Rechtsanwalt Wolf Domeier beim „Tag der offenen Tür“ vor etwa 120 Zuhörern im Gemeindehaus vorgestellt. Für eine solche Grundstücks-GbR werden jetzt Gesellschafter gesucht. Domeier geht von einem „Kapitalbedarf in einer Größenordnung von 400.000 Euro“ aus. Die vorgesehene Mindesteinlage von 1.000 Euro sei „nicht in Stein gemeißelt“, so der Anwalt. „Nach oben gibt es dagegen keine Grenzen.“

Auf dem Tisch liegt ein Angebot, das recht vielversprechend klingt: „Geplant ist eine langfristige Verzinsung von drei Prozent. Zwei Drittel davon würden jährlich ausgeschüttet“, erklärte Domeier. Sein Rat: „Wir müssen etwas einbauen, das den Gesellschaftern Spaß macht. Und was macht ihnen Spaß? Natürlich eine Verzinsung.“


Das Konstrukt könne allerdings nur funktionieren, „wenn Gesellschafter zusammenkommen, die 400.000 Euro einzahlen“. Domeier schwebt eine Laufzeit von zehn Jahren vor, in der das Vertragsverhältnis nicht gekündigt werden kann. Die GbR soll in den nächsten Wochen gegründet werden. Wer Gesellschafter werden möchte, kann sich an Friedrich Brandt wenden, den Sprecher der Interessengruppe (IG) „Nammen hält zusammen“. Zu erreichen ist er telefonisch unter (01 52) 269 49 741 oder per Mail an friedrich@brandt-nammen.de

Jürgen Zahn (links) und Friedrich Brandt gehören zu einer Interessengemeinschaft, die das Gebäude als Dorfgemeinschaftshaus erhalten möchte. - © Lyrath
Jürgen Zahn (links) und Friedrich Brandt gehören zu einer Interessengemeinschaft, die das Gebäude als Dorfgemeinschaftshaus erhalten möchte. - © Lyrath

Mehr oder weniger gescheitert sind die Verhandlungen mit den Banken. Bei drei Geldinstituten sind Brandt und seine Mitstreiter mit der Bitte um ein Darlehen vorstellig geworden. Eine Bank habe abgesagt, eine zweite sich nicht wieder gemeldet, so der Sprecher. Gespräche mit der dritten habe man ruhen lassen. Wolf Domeier kann das nachvollziehen, denn: „Eine Bank möchte absolute Sicherheit, aber ein Verein kann sich jederzeit auflösen.“

Zu der für vergangenen Sonntag geplanten Gründung des Trägervereins ist es noch nicht gekommen. Dem Vernehmen nach war die Ladungsfrist zu knapp bemessen. Die Vereinsgründung soll aber innerhalb von 14 Tagen nachgeholt werden – reine Formsache.

„Wir werden mit monatlichen Mitgliedsbeiträgen von zehn Euro arbeiten müssen“, kündigt Jürgen Zahn von der Interessengemeinschaft an. Im Gegenzug sollen Vereinsmitglieder finanzielle Vergünstigungen bekommen, wenn sie die Räume einmal selbst mieten wollen, zum Beispiel für Familienfeiern. Unterdessen haben mehr als 100 Nammer ihre Bereitschaft erklärt, einem Trägerverein beitreten zu wollen.

Die Kirche will sich aus wirtschaftlichen Gründen von den Gemeindehäusern in Nammen und Neesen trennen. Wie berichtet, gibt es für die Neeser Immobilie inzwischen einen Kaufinteressenten. Die Gemeinde nahm am Wochenende anlässlich der Entwidmung Abschied von dem Gemeindehaus.

Anders die Situation in Nammen: Hier möchte die IG „Nammen hält zusammen“ aus dem Bonhoefferhaus ein Dorfgemeinschaftshaus machen und es damit für die Allgemeinheit erhalten. Zum Konzept gehören Konzerte, kulturelle Veranstaltungen wie etwa Kabarett, Versammlungen, Familienfeiern und andere Zusammenkünfte. Die Wohnung im Gebäude soll vermietet werden.

Das Presbyterium hat Gesprächen mit der IG „absolute Priorität“ eingeräumt. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. Das gilt auch weiterhin.

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