Kommentar zur Zukunft des Kaiserhofs: Mehr Realismus! Dirk Haunhorst Die gute Nachricht: Der Kaiserhof steht noch. Die schlechte: Mehr als sieben Jahr nach dem Brand weiß niemand, ob und und wie die traditionsreiche Immobilie wieder mit Leben gefüllt wird. „Kaiserhof" klingt wie Hohn angesichts des langsam verfallenden Areals. Bettlerbude wäre passender. Kann es sich eine Stadt leisten, dass ein denkmalgeschützter Laubengang der wirtschaftlichen Nutzung des Geländes entgegensteht? Zugegeben, es gibt fantasievollere Ideen, als ausgerechnet einen Discounter auf historisches Areal zu setzen. Aber realisierbare Alternativen waren in den vergangenen Jahren nicht in Sicht. Wer an einen Hotelbetrieb glaubt, sollte sich erinnern, dass die Geschäfte im Hotel Kaiserhof schon Jahre vor seiner Pleite nicht mehr richtig liefen. Das mag seinerzeit auch dem erheblichen Sanierungsstau geschuldet gewesen sein. Doch Gastronomie bleibt ein gleichermaßen schwieriges wie riskantes Geschäft, erst recht in Zeiten eines dramatischen Mangels an Servicekräften. Und gäbe es überhaupt genügend Nachfrage? Hielte der Porta-Tourist tatsächlich am Fuße des Berges an, um seinen Kaffee oder Wein zu trinken, wenn doch oben am Denkmal das Restaurant mit Außenterrasse und Panoramablick lockt? Solche Fragen und kundige Antworten darauf wären in einer Informationsveranstaltung gut aufgehoben. Der Vorschlag aus der Politik, eine ergebnisoffene Diskussion unter Beteiligung der (Barkhauser) Bürgerschaft zu führen, klingt vernünftig. Ein Lidl-Markt muss nicht das letzte Wort sein, zumal Parkplatz- und Verkehrsprobleme eine hohe Hürde wären. Zumindest aber hat der Architekt eine Idee, über die zu streiten lohnt. Es ist höchste Zeit für mehr Realismus und weniger Wunschdenken in der Kaiserhof-Debatte. Die alte Zeit kommt nicht wieder. Eher kommt der Osterhase.

Kommentar zur Zukunft des Kaiserhofs: Mehr Realismus!

© lehn

Die gute Nachricht: Der Kaiserhof steht noch. Die schlechte: Mehr als sieben Jahr nach dem Brand weiß niemand, ob und und wie die traditionsreiche Immobilie wieder mit Leben gefüllt wird. „Kaiserhof" klingt wie Hohn angesichts des langsam verfallenden Areals. Bettlerbude wäre passender.

Kann es sich eine Stadt leisten, dass ein denkmalgeschützter Laubengang der wirtschaftlichen Nutzung des Geländes entgegensteht? Zugegeben, es gibt fantasievollere Ideen, als ausgerechnet einen Discounter auf historisches Areal zu setzen. Aber realisierbare Alternativen waren in den vergangenen Jahren nicht in Sicht. Wer an einen Hotelbetrieb glaubt, sollte sich erinnern, dass die Geschäfte im Hotel Kaiserhof schon Jahre vor seiner Pleite nicht mehr richtig liefen. Das mag seinerzeit auch dem erheblichen Sanierungsstau geschuldet gewesen sein. Doch Gastronomie bleibt ein gleichermaßen schwieriges wie riskantes Geschäft, erst recht in Zeiten eines dramatischen Mangels an Servicekräften. Und gäbe es überhaupt genügend Nachfrage? Hielte der Porta-Tourist tatsächlich am Fuße des Berges an, um seinen Kaffee oder Wein zu trinken, wenn doch oben am Denkmal das Restaurant mit Außenterrasse und Panoramablick lockt?

Solche Fragen und kundige Antworten darauf wären in einer Informationsveranstaltung gut aufgehoben. Der Vorschlag aus der Politik, eine ergebnisoffene Diskussion unter Beteiligung der (Barkhauser) Bürgerschaft zu führen, klingt vernünftig. Ein Lidl-Markt muss nicht das letzte Wort sein, zumal Parkplatz- und Verkehrsprobleme eine hohe Hürde wären. Zumindest aber hat der Architekt eine Idee, über die zu streiten lohnt. Es ist höchste Zeit für mehr Realismus und weniger Wunschdenken in der Kaiserhof-Debatte. Die alte Zeit kommt nicht wieder. Eher kommt der Osterhase.

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