Kommentar zur Wahlaufstellung der AfD: Bekenntnisstolz? Geheimniskrämerei! Dirk Haunhorst Namen sind Nachrichten, besonders im Wahlkampf. Parteiprogramme sind zwar wichtig und doch wenig wert ohne die Menschen, die diese Inhalte transportieren. Welcher Wähler wollte schon einer gesichtslosen Politik Aufmerksamkeit schenken? Die AfD Porta hat nach eigener Mitteilung für sämtliche 19 Wahlbezirke Direktkandidaten gefunden. Sie möchte aber nur jene acht Bewerber veröffentlichen, die größere Chancen auf ein Mandat haben, weil sie auf der Reserveliste stehen. Dieses Verhalten ist sonderbar. Eine Partei, die erstmals bei einer Kommunalwahl in Porta antritt, sollte zwei Monate vor dem Votum großes Interesse daran haben, den Menschen in Barkhausen, Kleinenbremen oder Veltheim die jeweiligen Kandidaten bekannt zu machen. Mit dem „Bekenntnisstolz“, den der Spitzenkandidat Volker Marsch für die AfD-Kandidaten reklamiert, kann es nicht weit her sein. Es wirkt vielmehr so, als hätten sich einige Kandidaten breitschlagen lassen, für die AfD auf Stimmenfang zu gehen, ohne dass es großartig auffällt. Das wäre indes ein merkwürdiges Demokratieverständnis: Wer für eine Partei antritt, sollte die Courage haben, dies mit offenem Visier tun und den Menschen in den Wahlbezirken frühzeitig Rede und Antwort stehen. Die mögliche Ausrede, dass kleinere Parteien ohnehin kaum Chancen auf Direktmandate haben, greift nicht. Wer sich bewirbt, muss öffentlich Farbe bekennen. Im Übrigen sieht die Portaner Parteienlandschaft inzwischen anders aus als vor wenigen Jahren. Bei (mindestens) sechs Bewerbern pro Wahlbezirk kann man sich leicht ausrechnen, dass unter Umständen weniger als 20 Prozent der Stimmen für ein Direktmandat reichen könnten. Am 30. Juli tagt in Porta der Wahlausschuss. Dann wird in öffentlicher Sitzung final über die Zulassung der Wahlvorschläge abgestimmt. Danach stehen sämtliche Kandidaten offiziell fest. Spätestens dann ist auch die Geheimniskrämerei der AfD vorbei.

Kommentar zur Wahlaufstellung der AfD: Bekenntnisstolz? Geheimniskrämerei!

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Namen sind Nachrichten, besonders im Wahlkampf. Parteiprogramme sind zwar wichtig und doch wenig wert ohne die Menschen, die diese Inhalte transportieren. Welcher Wähler wollte schon einer gesichtslosen Politik Aufmerksamkeit schenken?

Die AfD Porta hat nach eigener Mitteilung für sämtliche 19 Wahlbezirke Direktkandidaten gefunden. Sie möchte aber nur jene acht Bewerber veröffentlichen, die größere Chancen auf ein Mandat haben, weil sie auf der Reserveliste stehen. Dieses Verhalten ist sonderbar. Eine Partei, die erstmals bei einer Kommunalwahl in Porta antritt, sollte zwei Monate vor dem Votum großes Interesse daran haben, den Menschen in Barkhausen, Kleinenbremen oder Veltheim die jeweiligen Kandidaten bekannt zu machen. Mit dem „Bekenntnisstolz“, den der Spitzenkandidat Volker Marsch für die AfD-Kandidaten reklamiert, kann es nicht weit her sein. Es wirkt vielmehr so, als hätten sich einige Kandidaten breitschlagen lassen, für die AfD auf Stimmenfang zu gehen, ohne dass es großartig auffällt.

Das wäre indes ein merkwürdiges Demokratieverständnis: Wer für eine Partei antritt, sollte die Courage haben, dies mit offenem Visier tun und den Menschen in den Wahlbezirken frühzeitig Rede und Antwort stehen. Die mögliche Ausrede, dass kleinere Parteien ohnehin kaum Chancen auf Direktmandate haben, greift nicht. Wer sich bewirbt, muss öffentlich Farbe bekennen. Im Übrigen sieht die Portaner Parteienlandschaft inzwischen anders aus als vor wenigen Jahren. Bei (mindestens) sechs Bewerbern pro Wahlbezirk kann man sich leicht ausrechnen, dass unter Umständen weniger als 20 Prozent der Stimmen für ein Direktmandat reichen könnten.

Am 30. Juli tagt in Porta der Wahlausschuss. Dann wird in öffentlicher Sitzung final über die Zulassung der Wahlvorschläge abgestimmt. Danach stehen sämtliche Kandidaten offiziell fest. Spätestens dann ist auch die Geheimniskrämerei der AfD vorbei.

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