Kommentar zu den Parkplätzen am Kaiser: Lieber ganz sperren Thomas Lieske Wenn der Mensch mit dem Auto unterwegs ist, will er es möglichst bequem haben: zum Drive-in-Schalter fahren statt aussteigen oder eben nah dort parken, wo er hin will. Das zeigt sich spätestens an sonnigen Tagen am Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica. Dann bricht dort großes Chaos aus, weil alle auf dem oberen Parkplatz parken wollen – auch wenn die Anzeigetafel im Tal bereits auf null steht. Frei nach dem Parkhaus-Prinzip: Wenn ich an der Reihe bin, dann wird schon ein Parkplatz frei sein. Die Verantwortlichen wollen nun mit deutlich teureren Parkgebühren gegensteuern. Aber ob das neue Konzept wirklich greift? Vermutlich nicht. Es ist erstaunlich, was Menschen bereit sind, für ihre Bequemlichkeit auszugeben. Der Aufschrei war schon riesig, als erstmals überhaupt Parkgebühren am Denkmal anfielen. Das große Chaos kam trotzdem. Fünf statt drei Euro soll Parken also nun kosten, dafür gibt es ein kostenloses Bus-Shuttle aus dem Tal nach oben und zurück: Der Aufschrei wird auch dieses Mal wieder groß sein – und der Andrang auf dem Parkplatz oben trotzdem nicht kleiner. Unten parken, mit dem Bus-Shuttle nach oben fahren: Das ist vielen zu umständlich. Man muss sich an bestimmte Zeiten halten, ist nicht so flexibel wie mit dem eigenen Auto. Da steht Mensch lieber eine Stunde auf der Kaiserstraße im Stau, um den Parkplatz direkt am Denkmal zu bekommen. Auch wenn er in der gleichen Zeit deutlich günstiger und mit weniger Ärger mit dem Bus-Shuttle oben angekommen wäre. Autofahrer lassen sich nur schwer über Gebühren erziehen. Davon kann die Polizei ein Lied singen. Stattdessen brauchen sie klare Grenzen. Die bessere Entscheidung wäre es deswegen, die Kaiserstraße an besucherstarken Tagen generell zu sperren und lieber einen Euro Eintritt am Denkmal zu nehmen, um das Shuttle, das dann bestimmt rege genutzt wird, zu subventionieren. ?Seite 13

Kommentar zu den Parkplätzen am Kaiser: Lieber ganz sperren

Wenn der Mensch mit dem Auto unterwegs ist, will er es möglichst bequem haben: zum Drive-in-Schalter fahren statt aussteigen oder eben nah dort parken, wo er hin will. Das zeigt sich spätestens an sonnigen Tagen am Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica. Dann bricht dort großes Chaos aus, weil alle auf dem oberen Parkplatz parken wollen – auch wenn die Anzeigetafel im Tal bereits auf null steht. Frei nach dem Parkhaus-Prinzip: Wenn ich an der Reihe bin, dann wird schon ein Parkplatz frei sein.

Die Verantwortlichen wollen nun mit deutlich teureren Parkgebühren gegensteuern. Aber ob das neue Konzept wirklich greift? Vermutlich nicht.

Es ist erstaunlich, was Menschen bereit sind, für ihre Bequemlichkeit auszugeben. Der Aufschrei war schon riesig, als erstmals überhaupt Parkgebühren am Denkmal anfielen. Das große Chaos kam trotzdem. Fünf statt drei Euro soll Parken also nun kosten, dafür gibt es ein kostenloses Bus-Shuttle aus dem Tal nach oben und zurück: Der Aufschrei wird auch dieses Mal wieder groß sein – und der Andrang auf dem Parkplatz oben trotzdem nicht kleiner.

Unten parken, mit dem Bus-Shuttle nach oben fahren: Das ist vielen zu umständlich. Man muss sich an bestimmte Zeiten halten, ist nicht so flexibel wie mit dem eigenen Auto. Da steht Mensch lieber eine Stunde auf der Kaiserstraße im Stau, um den Parkplatz direkt am Denkmal zu bekommen. Auch wenn er in der gleichen Zeit deutlich günstiger und mit weniger Ärger mit dem Bus-Shuttle oben angekommen wäre.

Autofahrer lassen sich nur schwer über Gebühren erziehen. Davon kann die Polizei ein Lied singen. Stattdessen brauchen sie klare Grenzen. Die bessere Entscheidung wäre es deswegen, die Kaiserstraße an besucherstarken Tagen generell zu sperren und lieber einen Euro Eintritt am Denkmal zu nehmen, um das Shuttle, das dann bestimmt rege genutzt wird, zu subventionieren. ?Seite 13

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