Kita-Pläne am Berghotel: Wählergemeinschaft hat Bedenken Porta Westfalica (dh). Die Wählergemeinschaft Porta (WP) fordert verbindliche Leitlinien für die Träger von Portaner Kindertageseinrichtungen. Die Vorgaben sollten sich an einem Bildungsverständnis orientieren, das demokratische Grundwerte wie Toleranz, Offenheit und Respekt für unterschiedliche Denk- und Lebensweisen genauso vermittele wie kritische Distanz gegenüber traditionellen Geschlechtsmustern und -rollen. Anlass für die Forderung eines Leitbilds ist eine WP-Diskussion über den aktuellen Antrag des Christlichen Schulvereins Minden. Dieser möchte in der Berghotel-Immobile eine Kindertagesstätte mit zwei Gruppen einrichten. Die WP debattierte darüber, ob mit dieser Kita bedarfsgerechte Betreuungsplätze geschaffen würden, die den pädagogischen Vorstellungen vieler Eltern entgegenkämen, oder ob mit dem vom Schulverein formulierten Glaubensbekenntnis lediglich eine bestimmte evangelikale Zielgruppe angesprochen werden solle. Der WP gehe es nicht um eine pauschale Kritik am Bekenntnischarakter des Christlichen Schulvereins, schreibt Fraktionssprecher Dietmar Lehmann, zugleich Vorsitzender des Bildungsausschusses. „Es gibt auch noch keine abschließende Positionierung der WP in der Sache.“ Gleichwohl stehe für die Wählergemeinschaft fest, dass Pluralität und Weltoffenheit auch und gerade im System der Frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung gelebt werden müsse. So seien in der Diskussion Bedenken vorgebracht worden, „ob eine monokonfessionell geprägte Glaubenserziehung gewillt ist, mit offeneren Konzepten umzugehen, die Vielfalt und Verschiedenheit in den Mittelpunkt ihres Bildungsverständnisses stellen“. Kitas sollten offen sein für Kinder und Erwachsene unterschiedlicher Herkunft, Nationalität, Kultur, Religion und sozialer Herkunft. Und diese Offenheit sollte auch gelebt werden. Dies gelte um so mehr, „da alle Kindergärten von der Stadt bis zu 100 Prozent grundfinanziert werden“, so die WP. Ein mit allen Trägern erstelltes übergeordnetes Leitbild im Elementarbereich würde nicht nur einen allgemeingültigen Anspruch an die gemeinsame pädagogische Arbeit unterstreichen, sondern auch zu einer stärkeren Vernetzung der verschiedenen Träger im Sinne kommunaler Bildungslandschaften beitragen, meint die WP. „Wobei sich die einzelnen Einrichtungen hinsichtlich der Ausgestaltung der pädagogischen Arbeit weiterhin unterscheiden können und sollen.“ Wie berichtet, plant der Christliche Schulförderverein nach dem Kauf der Berghotelimmobile dort unter anderem Seniorenwohnungen und einen Kindergarten. „Alt und jung könnten sich ergänzen und gegenseitig bereichern“, wirbt der Verein für die Kombination. Zwei Fachausschüsse des Rates befassen sich mit der nötigen Änderung des Bebauungsplanes. Den Anfang macht der Stadtentwicklungsausschuss am kommenden Dienstag von 16.30 Uhr an im Forum des Gymnasiums. Am Montag, 25. Januar, ist der Planungsausschuss an der Reihe. Noch nicht entschieden wird dann über den Antrag auf Einrichtung einer Kita, das geschieht erst im März im Jugendhilfeausschuss im Zuge der Kindergartenbedarfsplanung. Sollte dem Kita-Antrag des Vereins zugestimmt werden, müsse man sich auch mit den Auswirkungen auf die Schulentwicklung in Porta beschäftigen, meint die WP. Die MT-Redaktion erreichte gestern ein anonymer Brief, der laut Anschreiben an den CDU-Stadtverband gerichtet ist. Inhaltlich setzt sich der Absender kritisch mit der Absicht „strenggläubiger deutsch-russischer Gruppierungen“ auseinander, die Hotelimmobilie zu erwerben, zumal Porta „in absehbarer Zeit auch wieder Beherbergungsmöglichkeiten“ benötige. CDU-Stadtverbandsvorsitzende Inga Bruckschen hatte das Schreiben gestern nicht erhalten. Parteiintern seien bislang keine Bedenken gegen das Projekt des Schulvereins vorgetragen worden, sagte Bruckschen dem MT und verwies auf ähnliche Einrichtungen, die der Schulverein andernorts längst betreibe. Die CDU-Fraktion werde sich aber erst kommenden Montag mit den Vereinsplänen befassen.

Kita-Pläne am Berghotel: Wählergemeinschaft hat Bedenken

Der Christliche Schulförderverein möchte nach dem Kauf der Berghotel-Immobilie insbesondere Seniorenwohnungen und einen Kindergarten dort unterbringen. Das setzt die Änderung des Bebauungsplanes voraus. MT-Foto: Alex Lehn © dhaunhorst

Porta Westfalica (dh). Die Wählergemeinschaft Porta (WP) fordert verbindliche Leitlinien für die Träger von Portaner Kindertageseinrichtungen. Die Vorgaben sollten sich an einem Bildungsverständnis orientieren, das demokratische Grundwerte wie Toleranz, Offenheit und Respekt für unterschiedliche Denk- und Lebensweisen genauso vermittele wie kritische Distanz gegenüber traditionellen Geschlechtsmustern und -rollen.

Anlass für die Forderung eines Leitbilds ist eine WP-Diskussion über den aktuellen Antrag des Christlichen Schulvereins Minden. Dieser möchte in der Berghotel-Immobile eine Kindertagesstätte mit zwei Gruppen einrichten. Die WP debattierte darüber, ob mit dieser Kita bedarfsgerechte Betreuungsplätze geschaffen würden, die den pädagogischen Vorstellungen vieler Eltern entgegenkämen, oder ob mit dem vom Schulverein formulierten Glaubensbekenntnis lediglich eine bestimmte evangelikale Zielgruppe angesprochen werden solle.

Der WP gehe es nicht um eine pauschale Kritik am Bekenntnischarakter des Christlichen Schulvereins, schreibt Fraktionssprecher Dietmar Lehmann, zugleich Vorsitzender des Bildungsausschusses. „Es gibt auch noch keine abschließende Positionierung der WP in der Sache.“ Gleichwohl stehe für die Wählergemeinschaft fest, dass Pluralität und Weltoffenheit auch und gerade im System der Frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung gelebt werden müsse. So seien in der Diskussion Bedenken vorgebracht worden, „ob eine monokonfessionell geprägte Glaubenserziehung gewillt ist, mit offeneren Konzepten umzugehen, die Vielfalt und Verschiedenheit in den Mittelpunkt ihres Bildungsverständnisses stellen“. Kitas sollten offen sein für Kinder und Erwachsene unterschiedlicher Herkunft, Nationalität, Kultur, Religion und sozialer Herkunft. Und diese Offenheit sollte auch gelebt werden. Dies gelte um so mehr, „da alle Kindergärten von der Stadt bis zu 100 Prozent grundfinanziert werden“, so die WP.

Ein mit allen Trägern erstelltes übergeordnetes Leitbild im Elementarbereich würde nicht nur einen allgemeingültigen Anspruch an die gemeinsame pädagogische Arbeit unterstreichen, sondern auch zu einer stärkeren Vernetzung der verschiedenen Träger im Sinne kommunaler Bildungslandschaften beitragen, meint die WP. „Wobei sich die einzelnen Einrichtungen hinsichtlich der Ausgestaltung der pädagogischen Arbeit weiterhin unterscheiden können und sollen.“

Wie berichtet, plant der Christliche Schulförderverein nach dem Kauf der Berghotelimmobile dort unter anderem Seniorenwohnungen und einen Kindergarten. „Alt und jung könnten sich ergänzen und gegenseitig bereichern“, wirbt der Verein für die Kombination. Zwei Fachausschüsse des Rates befassen sich mit der nötigen Änderung des Bebauungsplanes. Den Anfang macht der Stadtentwicklungsausschuss am kommenden Dienstag von 16.30 Uhr an im Forum des Gymnasiums. Am Montag, 25. Januar, ist der Planungsausschuss an der Reihe.

Noch nicht entschieden wird dann über den Antrag auf Einrichtung einer Kita, das geschieht erst im März im Jugendhilfeausschuss im Zuge der Kindergartenbedarfsplanung. Sollte dem Kita-Antrag des Vereins zugestimmt werden, müsse man sich auch mit den Auswirkungen auf die Schulentwicklung in Porta beschäftigen, meint die WP.

Die MT-Redaktion erreichte gestern ein anonymer Brief, der laut Anschreiben an den CDU-Stadtverband gerichtet ist. Inhaltlich setzt sich der Absender kritisch mit der Absicht „strenggläubiger deutsch-russischer Gruppierungen“ auseinander, die Hotelimmobilie zu erwerben, zumal Porta „in absehbarer Zeit auch wieder Beherbergungsmöglichkeiten“ benötige. CDU-Stadtverbandsvorsitzende Inga Bruckschen hatte das Schreiben gestern nicht erhalten. Parteiintern seien bislang keine Bedenken gegen das Projekt des Schulvereins vorgetragen worden, sagte Bruckschen dem MT und verwies auf ähnliche Einrichtungen, die der Schulverein andernorts längst betreibe. Die CDU-Fraktion werde sich aber erst kommenden Montag mit den Vereinsplänen befassen.

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