Kein Kinderspiel: Aktionsfläche hinterm Denkmal erst 2022 fertig Dirk Haunhorst Porta Westfalica/Münster. Beinahe winterlich frisch ist es am Montagvormittag oben am Kaiser. Handwerker schrauben im Sonnenschein an einem Handlauf. Zumindest herrscht kein Stillstand auf der Baustelle im Rücken der Statue. Die Frage, wann die Arbeiten an dem Spielplatz abgeschlossen sein werden, können die Männer allerdings nicht beantworten. Sollte das alte Sprichwort „Was lange währt, wird endlich gut“ auf die Kinderaktionsfläche am Kaiser-Wilhelm-Denkmal zutreffen, darf sich der Nachwuchs auf eine außergewöhnliche Attraktion freuen. Denn mit der Freigabe ist wohl erst Anfang 2022 zu rechnen. Das teilten Bodo Strototte und Holger Bosch von der Westfälisch-Lippischen Vermögensverwaltungsgesellschaft (WLV), einer Tochtergesellschaft des Landschaftsverbandes mit Sitz in Münster, gestern auf MT-Anfrage mit. Die Fertigstellung verzögert sich damit zum wiederholten Mal. „Wir sind noch dem ein oder anderen Handwerker hinterhergelaufen“, erklärt WLV-Geschäftsführer Strototte. Auch seien bei der TÜV-Abnahme kleinere Mängel aufgefallen, die behoben werden müssten, ergänzt Bosch. Zudem fehlten noch Bänke und Mülleimer. Es sei zwar denkbar, dass die wesentlichen Arbeiten samt Abnahme im Dezember abgeschlossen werden könnten. Doch werde die Eröffnung wohl erst Anfang 2022 folgen, so dass der Bauzaun wahrscheinlich auch über Silvester stehen bleibe, sagt Bosch. Der WLV werde die Spielfläche erst freigeben, wenn tatsächlich alles fix und fertig sei.Ideen, das Umfeld am Denkmal für Kinder attraktiver zu machen, sind schon einige Jahre alt. Die Umsetzung nahm Gestalt an, als die NRW-Stiftung im Oktober 2018 einen Förderbescheid für eine sogenannte „Kinderaktionsfläche“ überreichte. Insgesamt fließen 380.000 Euro, wobei in der Summe auch Infotafeln in Blindenschrift und eine Kaiserstatue als Tastmodell enthalten sind. Die WLV wird voraussichtlich einige zehntausend Euro zuschießen müssen, weil die Bauarbeiten teurer geworden sind, als ursprünglich angenommen wurde. Laut Strottotte soll der Gesamtbetrag etwas über 400.000 Euro liegen.Besondere Attraktion auf dem Spielplatz ist die „kaiserzeitliche Baustelle“. Kinder sollen das Denkmal und seine (Bau-)Geschichte spielerisch begreifen. Auch zwei Grabungsfelder gehören zu der 600 Quadratmeter großen Spielfläche. Dort können Kinder dann Überreste eines Römerlagers ausbuddeln oder nach dem „Monster von Minden“ graben, einer kleinen Nachbildung des größten Raubsauriers Mitteleuropas. Der Beginn der Bauarbeiten, ursprünglich für 2019 in Aussicht gestellt, hatte sich deutlich verzögert. Die Ausarbeitung des Spielplatzkonzepts nahm recht viel Zeit in Anspruch, Bedenken des Naturschutzbeirates mussten ausgeräumt werden und die hohe Auslastung im Baugewerbe erschwerte die Suche nach den passenden Unternehmen. „In zwei Ausschreibungsdurchgängen gab es gar keine Angebote“, berichtet Bosch. Als diesen Sommer die Arbeiten endlich begannen, signalisierte der WLV die Fertigstellung für Ende Oktober – gleichsam als leicht verspätetes Geburtstagsgeschenk zum 125-jährigen Bestehen des Monuments. Wie berichtet, beging der LWL das Jubiläum am 18. Oktober coronabedingt mit einer kleinen Feierstunde für geladene Gäste. Eine größere Publikumsveranstaltung soll 2022 nachgeholt werden – unter Einbeziehung der Kinderaktionsfläche. Zuvor ist allerdings noch die Frage zu klären, wer sich um die Pflege des neuen Spielplatzes kümmert. Darauf scheint es bislang keine eindeutige Antwort zu geben. Die WLV als Spielplatz-Eigentümerin geht davon aus, dass die Stadt zum Beispiel die Mülleimer leert, wie sie es auch anderen Stellen im Denkmalumfeld erledigt. Strototte weist auf einen entsprechenden Dienstleistungsvertrag hin. Solche Arbeiten könne man von Münster aus nicht sinnvoll erledigen. Die Verantwortlichen im Portaner Rathaus sind über die zusätzlichen Aufgaben nicht erbaut. Auf MT-Anfrage gibt sich die Verwaltung offiziell recht diplomatisch. Die WLV sei an die Stadt herangetreten mit dem Anliegen, „ob von hier aus zusätzliche Pflegearbeiten für die Spielfläche übernommen werden könnten“. Die Stadt prüfe deshalb, „welcher zusätzliche Aufwand damit verbunden ist“, und gehe davon aus, dass „eine konstruktive Lösung gefunden wird“. Offenbar geht es nicht nur um das Leeren der Abfalleimer, sondern auch um die Pflege und Reinigung des sandigen Untergrunds. Überdies ist die Kinderaktionsfläche hinter dem Denkmal nicht so leicht zugänglich wie andere Bereiche des Monuments. Das gesamte Thema wurde in nicht-öffentlicher Sitzung auch zwischen Verwaltung und Politik diskutiert. MT-Informationen zufolge will sich zumindest ein Teil der Portaner Politiker nicht weiter damit beschäftigen, sondern erwartet, dass die Verwaltung rasch eine praktikable Lösung findet. Zumal die Stadt Porta Westfalica von der neuen Attraktion am Denkmal profitiere.

Kein Kinderspiel: Aktionsfläche hinterm Denkmal erst 2022 fertig

Die Spielgeräte stehen längst, können jedoch wahrscheinlich erst im neuen Jahr genutzt werden. Bis dahin muss auch die Frage geklärt werden, wer für die Pflege der neuen Anlage zuständig ist . MT-Foto: Dirk Haunhorst © HAunhorst

Porta Westfalica/Münster. Beinahe winterlich frisch ist es am Montagvormittag oben am Kaiser. Handwerker schrauben im Sonnenschein an einem Handlauf. Zumindest herrscht kein Stillstand auf der Baustelle im Rücken der Statue. Die Frage, wann die Arbeiten an dem Spielplatz abgeschlossen sein werden, können die Männer allerdings nicht beantworten.

Sollte das alte Sprichwort „Was lange währt, wird endlich gut“ auf die Kinderaktionsfläche am Kaiser-Wilhelm-Denkmal zutreffen, darf sich der Nachwuchs auf eine außergewöhnliche Attraktion freuen. Denn mit der Freigabe ist wohl erst Anfang 2022 zu rechnen. Das teilten Bodo Strototte und Holger Bosch von der Westfälisch-Lippischen Vermögensverwaltungsgesellschaft (WLV), einer Tochtergesellschaft des Landschaftsverbandes mit Sitz in Münster, gestern auf MT-Anfrage mit.

Die Fertigstellung verzögert sich damit zum wiederholten Mal. „Wir sind noch dem ein oder anderen Handwerker hinterhergelaufen“, erklärt WLV-Geschäftsführer Strototte. Auch seien bei der TÜV-Abnahme kleinere Mängel aufgefallen, die behoben werden müssten, ergänzt Bosch. Zudem fehlten noch Bänke und Mülleimer. Es sei zwar denkbar, dass die wesentlichen Arbeiten samt Abnahme im Dezember abgeschlossen werden könnten. Doch werde die Eröffnung wohl erst Anfang 2022 folgen, so dass der Bauzaun wahrscheinlich auch über Silvester stehen bleibe, sagt Bosch. Der WLV werde die Spielfläche erst freigeben, wenn tatsächlich alles fix und fertig sei.

Ideen, das Umfeld am Denkmal für Kinder attraktiver zu machen, sind schon einige Jahre alt. Die Umsetzung nahm Gestalt an, als die NRW-Stiftung im Oktober 2018 einen Förderbescheid für eine sogenannte „Kinderaktionsfläche“ überreichte. Insgesamt fließen 380.000 Euro, wobei in der Summe auch Infotafeln in Blindenschrift und eine Kaiserstatue als Tastmodell enthalten sind. Die WLV wird voraussichtlich einige zehntausend Euro zuschießen müssen, weil die Bauarbeiten teurer geworden sind, als ursprünglich angenommen wurde. Laut Strottotte soll der Gesamtbetrag etwas über 400.000 Euro liegen.

Besondere Attraktion auf dem Spielplatz ist die „kaiserzeitliche Baustelle“. Kinder sollen das Denkmal und seine (Bau-)Geschichte spielerisch begreifen. Auch zwei Grabungsfelder gehören zu der 600 Quadratmeter großen Spielfläche. Dort können Kinder dann Überreste eines Römerlagers ausbuddeln oder nach dem „Monster von Minden“ graben, einer kleinen Nachbildung des größten Raubsauriers Mitteleuropas.


Der Beginn der Bauarbeiten, ursprünglich für 2019 in Aussicht gestellt, hatte sich deutlich verzögert. Die Ausarbeitung des Spielplatzkonzepts nahm recht viel Zeit in Anspruch, Bedenken des Naturschutzbeirates mussten ausgeräumt werden und die hohe Auslastung im Baugewerbe erschwerte die Suche nach den passenden Unternehmen. „In zwei Ausschreibungsdurchgängen gab es gar keine Angebote“, berichtet Bosch.

Als diesen Sommer die Arbeiten endlich begannen, signalisierte der WLV die Fertigstellung für Ende Oktober – gleichsam als leicht verspätetes Geburtstagsgeschenk zum 125-jährigen Bestehen des Monuments. Wie berichtet, beging der LWL das Jubiläum am 18. Oktober coronabedingt mit einer kleinen Feierstunde für geladene Gäste. Eine größere Publikumsveranstaltung soll 2022 nachgeholt werden – unter Einbeziehung der Kinderaktionsfläche.

Zuvor ist allerdings noch die Frage zu klären, wer sich um die Pflege des neuen Spielplatzes kümmert. Darauf scheint es bislang keine eindeutige Antwort zu geben. Die WLV als Spielplatz-Eigentümerin geht davon aus, dass die Stadt zum Beispiel die Mülleimer leert, wie sie es auch anderen Stellen im Denkmalumfeld erledigt. Strototte weist auf einen entsprechenden Dienstleistungsvertrag hin. Solche Arbeiten könne man von Münster aus nicht sinnvoll erledigen.

Die Verantwortlichen im Portaner Rathaus sind über die zusätzlichen Aufgaben nicht erbaut. Auf MT-Anfrage gibt sich die Verwaltung offiziell recht diplomatisch. Die WLV sei an die Stadt herangetreten mit dem Anliegen, „ob von hier aus zusätzliche Pflegearbeiten für die Spielfläche übernommen werden könnten“. Die Stadt prüfe deshalb, „welcher zusätzliche Aufwand damit verbunden ist“, und gehe davon aus, dass „eine konstruktive Lösung gefunden wird“.

Offenbar geht es nicht nur um das Leeren der Abfalleimer, sondern auch um die Pflege und Reinigung des sandigen Untergrunds. Überdies ist die Kinderaktionsfläche hinter dem Denkmal nicht so leicht zugänglich wie andere Bereiche des Monuments. Das gesamte Thema wurde in nicht-öffentlicher Sitzung auch zwischen Verwaltung und Politik diskutiert. MT-Informationen zufolge will sich zumindest ein Teil der Portaner Politiker nicht weiter damit beschäftigen, sondern erwartet, dass die Verwaltung rasch eine praktikable Lösung findet. Zumal die Stadt Porta Westfalica von der neuen Attraktion am Denkmal profitiere.

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