Kein Geld für große Sprünge: Der versprochene Skatepark in Porta muss warten Dirk Haunhorst Porta Westfalica-Hausberge. Der Wille ist da, aber bislang kein Geld. Der neue Skatepark an der Platten Weide in Bahnhofsnähe wird vorerst nicht gebaut. Vielleicht müssen sich die Jugendlichen sogar bis 2023 gedulden. Zeitpläne, die den Umbau im Frühjahr 2021 vorsahen, sind jedenfalls längst über den Haufen geworfen. Manche Teilnehmer, die im vorigen Jahr bei einem Workshop zur Gestaltung der neuen Anlage für Skater und Biker mitmachten, dürften enttäuscht sein. Immerhin steht jetzt der Termin für einen weiteren Workshop fest: Freitag, 12. November, ab 17 Uhr im Ratssaal. „Es wäre wirklich wünschenswert, wenn es mit der Erneuerung des Skateparks deutlich schneller vorangehen würde“, sagt Sascha Wolf (CDU). Der Vorsitzende des Bauausschusses meint, dass die Prioritäten zuletzt an anderen Stellen gelegen hätten: Sanierung der Schulen Sporthallen, Umsetzung des Medienentwicklungsplanes. All das beanspruche viel Zeit und Geld, beides fehle dann anderorts. Die bisherige Prioritätensetzung sei grundsätzlich nachvollziehbar, findet Wolf. „Schulen, Kitas und Digitalisierung stellen für eine Stadtverwaltung die Pflicht dar, der Skatepark – auch wenn es hart klingen mag – hingegen,nur‘ die Kür.“ Gleichwohl führe an einer Erneuerung der Skateanlage kein Weg vorbei. Es seien insbesondere im Kommunalwahlkampf hohe Erwartungen bei den Jugendlichen geweckt worden. Diese wurden mehrmals enttäuscht. Zunächst wollte die Verwaltung einen Förderantrag für den „Investitionspakt für Sportstätten“ stellen. – ein attraktives Programm mit einer Förderquote von 90 Prozent. Damit hätte die Stadt bei Gesamtkosten von rund einer halben Million Euro selbst nur 50.000 bezahlen müssen. Doch diese Rechnung ging nicht auf, weil auch viele andere Antragsteller von dem Kuchen etwas abhaben wollen und die Stücke längst vergriffen waren, da der Appetit aus zwei zurückliegenden Förderjahren (2020/2021) gestillt werden musste. Wegen „der starken Überzeichnung der vorgehenden Förderjahre“, so die Verwaltung, werde 2022 aus diesem Topf nichts ausgeschüttet. Porta sieht nicht einmal Krümel. Folgerichtig schaute man sich im Rathaus nach anderen Fördermöglichkeiten und hoffte auf Geld aus dem Programm „Dorferneuerung“. Ein Haken dabei: Die Förderung ist auf 250.000 Euro begrenzt, was bei den angenommenen Gesamtkosten nur noch einer Quote von 50 Prozent entsprochen hätte. Der andere Haken: Grundlagenermittlung, Vorplanung und Kostenschätzung mussten bis zum 30. September erledigt sein, um den Antrag stellen zu können. Außerdem kam aus der Politik zwecks Kostenkontrolle der Wunsch nach einer modularen, sprich sukzessiven Umsetzung des Projekts. Letztlich klappte weder das eine noch das andere. Die Firma Endboss (Hannover), die den neuen Skate- und Bikepark entwickeln soll, halte die Modulbauweise für nicht umsetzbar, berichtet die Stadt. Grund: Es gibt keine getrennten Bereiche für Skater/Scooter und Biker. Sollte man etwa die sogenannte Bowl als eines der gewünschten Elemente ausgliedern wollen, berge dies Gefahren- und Konfliktpotenzial und würde zu Mehrkosten von bis zu einem Drittel führen, heißt es. Auch sei die Förderfrist für das Dorferneuerungsprogramm nicht zu halten gewesen, teilt die Verwaltung mit. Die Liste der Vorarbeiten (darunter Baugrundprüfung und Kampfmittelabfrage) sowie die Unmöglichkeit, kurzfristig die Jugendlichen zu beteiligen, hätten zur Folge gehabt, „dass weder eine Entwurfsplanung noch eine haltbare Kostenplanung vorgelegt werden konnten und auch ein Ratsbeschluss zur Sicherung der Finanzierung fristgerecht zum 30. September nicht gefasst werden konnte“. Also alles auf Anfang? Nicht ganz. Die Planungsleistungen (Phasen 1 bis 3) wurden inzwischen an die Firma Endboss vergeben. Die übrigen Leistungsphasen 4 bis 8 seien ebenfalls mit ausgeschrieben worden, berichtet die Verwaltung. Der Folgeauftrag werde allerdings erst dann erteilt, wenn die Finanzierung gesichert sei und das Projekt fortgeführt werde. Wann dies sein wird, ist völlig offen. Im Haushaltsplan 2022 hat die Verwaltung zwar 475.000 Euro für Planung und Bau notiert (2021 sind Planungskosten in Höhe von 25.000 Euro vorgesehen). Doch ob und wann die Stadt tatsächlich das Geld für den neuen Skatepark ausgeben wird, bleibt letztlich eine politische Entscheidung – und die hängt wiederum von Bundes- oder Landeszuschüssen ab. Die Auskunft aus dem Rathaus ist ernüchternd: Nach Rücksprache mit der Bezirksregierung könne noch keine Aussage getroffen werden, ob aus dem ursprünglich von der Stadt favorisierten Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten im Jahr 2023 Mittel zur Verfügung stehen werden. „Aus diesem Grund wird auch Ausschau nach alternativen Förderprogrammen gehalten.“ Sascha Wolf zählt ist als Mittdreißiger zu jenen Ratspolitikern, die Nutzern eines neuen Skateparks altersmäßig noch am nächsten sind. Für den Bauausschuss-Vorsitzenden steht hinter dem Skatepark kein Fragezeichen. Auf Worte müssten Taten folgen, meint er. Wenn man dieses Projekt aufgrund fehlender Fördermittel gänzlich aufgeben würde, wäre ein großer Vertrauensverlust seitens der jüngeren Bevölkerung die Folge. „Das ist keine Option“, sagt Wolf. Zumal es in Porta ohnehin zu wenig Freizeitmöglichkeiten für junge Leute gebe.

Kein Geld für große Sprünge: Der versprochene Skatepark in Porta muss warten

Die alte Skateanlage an der Platten Weide ist mehr als 20 Jahre alt und bietet einen recht trostlosen Anblick. MT-Foto: Dirk Haunhrst © dhaunhorst

Porta Westfalica-Hausberge. Der Wille ist da, aber bislang kein Geld. Der neue Skatepark an der Platten Weide in Bahnhofsnähe wird vorerst nicht gebaut. Vielleicht müssen sich die Jugendlichen sogar bis 2023 gedulden. Zeitpläne, die den Umbau im Frühjahr 2021 vorsahen, sind jedenfalls längst über den Haufen geworfen. Manche Teilnehmer, die im vorigen Jahr bei einem Workshop zur Gestaltung der neuen Anlage für Skater und Biker mitmachten, dürften enttäuscht sein. Immerhin steht jetzt der Termin für einen weiteren Workshop fest: Freitag, 12. November, ab 17 Uhr im Ratssaal.

„Es wäre wirklich wünschenswert, wenn es mit der Erneuerung des Skateparks deutlich schneller vorangehen würde“, sagt Sascha Wolf (CDU). Der Vorsitzende des Bauausschusses meint, dass die Prioritäten zuletzt an anderen Stellen gelegen hätten: Sanierung der Schulen Sporthallen, Umsetzung des Medienentwicklungsplanes. All das beanspruche viel Zeit und Geld, beides fehle dann anderorts. Die bisherige Prioritätensetzung sei grundsätzlich nachvollziehbar, findet Wolf. „Schulen, Kitas und Digitalisierung stellen für eine Stadtverwaltung die Pflicht dar, der Skatepark – auch wenn es hart klingen mag – hingegen,nur die Kür.“ Gleichwohl führe an einer Erneuerung der Skateanlage kein Weg vorbei. Es seien insbesondere im Kommunalwahlkampf hohe Erwartungen bei den Jugendlichen geweckt worden.

Diese wurden mehrmals enttäuscht. Zunächst wollte die Verwaltung einen Förderantrag für den „Investitionspakt für Sportstätten“ stellen. – ein attraktives Programm mit einer Förderquote von 90 Prozent. Damit hätte die Stadt bei Gesamtkosten von rund einer halben Million Euro selbst nur 50.000 bezahlen müssen. Doch diese Rechnung ging nicht auf, weil auch viele andere Antragsteller von dem Kuchen etwas abhaben wollen und die Stücke längst vergriffen waren, da der Appetit aus zwei zurückliegenden Förderjahren (2020/2021) gestillt werden musste. Wegen „der starken Überzeichnung der vorgehenden Förderjahre“, so die Verwaltung, werde 2022 aus diesem Topf nichts ausgeschüttet. Porta sieht nicht einmal Krümel.

Malina Reckordt

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Folgerichtig schaute man sich im Rathaus nach anderen Fördermöglichkeiten und hoffte auf Geld aus dem Programm „Dorferneuerung“. Ein Haken dabei: Die Förderung ist auf 250.000 Euro begrenzt, was bei den angenommenen Gesamtkosten nur noch einer Quote von 50 Prozent entsprochen hätte. Der andere Haken: Grundlagenermittlung, Vorplanung und Kostenschätzung mussten bis zum 30. September erledigt sein, um den Antrag stellen zu können. Außerdem kam aus der Politik zwecks Kostenkontrolle der Wunsch nach einer modularen, sprich sukzessiven Umsetzung des Projekts. Letztlich klappte weder das eine noch das andere.

Auf ähnlich spektakuläre Aktionen müssen Skater in Porta noch warten. Die Anlage dort ist alt und die neue nicht in Sicht. Symbolfoto: Pixabay - © privat
Auf ähnlich spektakuläre Aktionen müssen Skater in Porta noch warten. Die Anlage dort ist alt und die neue nicht in Sicht. Symbolfoto: Pixabay - © privat

Die Firma Endboss (Hannover), die den neuen Skate- und Bikepark entwickeln soll, halte die Modulbauweise für nicht umsetzbar, berichtet die Stadt. Grund: Es gibt keine getrennten Bereiche für Skater/Scooter und Biker. Sollte man etwa die sogenannte Bowl als eines der gewünschten Elemente ausgliedern wollen, berge dies Gefahren- und Konfliktpotenzial und würde zu Mehrkosten von bis zu einem Drittel führen, heißt es.

Auch sei die Förderfrist für das Dorferneuerungsprogramm nicht zu halten gewesen, teilt die Verwaltung mit. Die Liste der Vorarbeiten (darunter Baugrundprüfung und Kampfmittelabfrage) sowie die Unmöglichkeit, kurzfristig die Jugendlichen zu beteiligen, hätten zur Folge gehabt, „dass weder eine Entwurfsplanung noch eine haltbare Kostenplanung vorgelegt werden konnten und auch ein Ratsbeschluss zur Sicherung der Finanzierung fristgerecht zum 30. September nicht gefasst werden konnte“.

Also alles auf Anfang? Nicht ganz. Die Planungsleistungen (Phasen 1 bis 3) wurden inzwischen an die Firma Endboss vergeben. Die übrigen Leistungsphasen 4 bis 8 seien ebenfalls mit ausgeschrieben worden, berichtet die Verwaltung. Der Folgeauftrag werde allerdings erst dann erteilt, wenn die Finanzierung gesichert sei und das Projekt fortgeführt werde.

Wann dies sein wird, ist völlig offen. Im Haushaltsplan 2022 hat die Verwaltung zwar 475.000 Euro für Planung und Bau notiert (2021 sind Planungskosten in Höhe von 25.000 Euro vorgesehen). Doch ob und wann die Stadt tatsächlich das Geld für den neuen Skatepark ausgeben wird, bleibt letztlich eine politische Entscheidung – und die hängt wiederum von Bundes- oder Landeszuschüssen ab. Die Auskunft aus dem Rathaus ist ernüchternd: Nach Rücksprache mit der Bezirksregierung könne noch keine Aussage getroffen werden, ob aus dem ursprünglich von der Stadt favorisierten Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten im Jahr 2023 Mittel zur Verfügung stehen werden. „Aus diesem Grund wird auch Ausschau nach alternativen Förderprogrammen gehalten.“

Sascha Wolf zählt ist als Mittdreißiger zu jenen Ratspolitikern, die Nutzern eines neuen Skateparks altersmäßig noch am nächsten sind. Für den Bauausschuss-Vorsitzenden steht hinter dem Skatepark kein Fragezeichen. Auf Worte müssten Taten folgen, meint er. Wenn man dieses Projekt aufgrund fehlender Fördermittel gänzlich aufgeben würde, wäre ein großer Vertrauensverlust seitens der jüngeren Bevölkerung die Folge. „Das ist keine Option“, sagt Wolf. Zumal es in Porta ohnehin zu wenig Freizeitmöglichkeiten für junge Leute gebe.

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