Jürgen Körting vermacht dem Heimatverein Veltheim wertvolle archäologische Funde Gisela Schwarze Porta Westfalca-Veltheim (GS). Über archäologische Schätze freut sich der Veltheimer Heimatverein. Besonderheiten aus der Lokalgeschichte werden nun bereichert durch Jürgen Körtings archäologische Funde, die der Landwirt von der Ravensberger Straße vor 30 Jahren und mehr bei der Bearbeitung seiner Äcker entdeckte. Diese Funde sind künftig öffentlich zugänglich. „Damals wurden die Rüben noch mit der Hand aufgesucht. Wenn etwas Besonderes im Erdreich lag, dann sah man das“, denkt der 80-Jährige zurück. „Bereits in der Schulzeit hat mein Lehrer für Heimatkunde bei mir die Liebe zu Fundstücken aus längst vergangenen Zeiten geweckt. Im Unterricht oder bei Ausflügen und Wanderungen hat er bei uns Schülern die Aufmerksamkeit für Besonderheiten auf und im Boden geschärft.“ Deshalb schaute der Veltheimer genauer hin, wenn er die Felder bewirtschaftete und fand so einige Zeugen der Vergangenheit. Ins Eigentum des örtlichen Heimatvereins wechselt nun als ganz besonderes Fundstück eine Speerspitze aus Feuerstein, die aus der Endphase der Weichsel-Eiszeit stammt. Der Veltheimer Geologe Dr. Peter Könemann nahm dieses außergewöhnliche Jagdrequisit und die übrigen Fundstücke in fachmännischen Augenschein. „Die Speerspitze ist mit Sicherheit das wertvollste Fundstück. Sie stammt aus der Zeit 8.000 bis 13.000 vor Christus und hat einen klaren regionalen Bezug. Sie beweist, dass hier in unserer Region Menschen gelebt haben“, sagt Könemann. Rentierjäger seien einst nach Süden gezogen ins Gebiet der Weser und hätten Siedlungen angelegt auf dem Terrain der oberen Niedrigterrasse zum Fluss hin: „Das war ein klassischer Siedlungsplatz.“ Lange lag die Speerspitze in Jürgen Körtings Wohnzimmerschrank, nun trennt er sich von ihr, möchte sie allerdings in seiner Nähe wissen. „Die Speerspitze ist eine äußerst exakte Arbeit. Mit solchen Speeren konnten die mit Blick aufs Wesertal lagernden Siedler ihre Jagd beginnen lassen“, sagt der Veltheimer und blickt dabei bewundernd auf die Waffe aus Feuerstein. Nun will er die Fundstücke an Hans-Herbert Hawes, dem Vorsitzenden des Heimatvereins, übergeben. Ein versteinerter Seeigel stammt laut Einordnung des Experten Dr. Peter Könemann ebenfalls aus dem Ende der Weichsel-Eiszeit. Weitere Schätze, die erheblich älter sind, gab der Acker ebenfalls preis: den Negativabdruck eines Ammoniten, eine Axt oder ein Beil ohne den ursprünglichen Holzgriff, einen glatten Keil und einen derben. „Der glatte Keil könnte als Messer gebraucht worden sein, um Fell abzuziehen und zu häuten“, vermutet Jürgen Körting. „Die Versteinerungen stammen aus dem Mesozoikum, genauer eingegrenzt aus dem Jura und sind um die 150 Millionen Jahre alt. Geologisch aufschlussreiches Jura-Material ist nicht allzu selten zu finden und doch eine wichtige Verbindung in die Urzeit. Die Werkzeuge sind etwa 13.000 Jahre alt“, schätzt Peter Könemann, der die Entscheidung Körtings lobt: „Er könnte seine heimatkundlichen Schätze ja auch einem Museum übergeben, doch ich finde es aufgrund des Lokalbezugs sehr gut, wenn die Fundstücke in Veltheim und hier im Heimatverein bleiben.“

Jürgen Körting vermacht dem Heimatverein Veltheim wertvolle archäologische Funde

Ein versteinerter Seeigel und eine Speerspitze gehören zu den Fundstücken. Fotos: Schwarze © schwarze

Porta Westfalca-Veltheim (GS). Über archäologische Schätze freut sich der Veltheimer Heimatverein. Besonderheiten aus der Lokalgeschichte werden nun bereichert durch Jürgen Körtings archäologische Funde, die der Landwirt von der Ravensberger Straße vor 30 Jahren und mehr bei der Bearbeitung seiner Äcker entdeckte. Diese Funde sind künftig öffentlich zugänglich.

„Damals wurden die Rüben noch mit der Hand aufgesucht. Wenn etwas Besonderes im Erdreich lag, dann sah man das“, denkt der 80-Jährige zurück. „Bereits in der Schulzeit hat mein Lehrer für Heimatkunde bei mir die Liebe zu Fundstücken aus längst vergangenen Zeiten geweckt. Im Unterricht oder bei Ausflügen und Wanderungen hat er bei uns Schülern die Aufmerksamkeit für Besonderheiten auf und im Boden geschärft.“ Deshalb schaute der Veltheimer genauer hin, wenn er die Felder bewirtschaftete und fand so einige Zeugen der Vergangenheit.

Der Veltheimer Landwirt Jürgen Körting zählt auch einen Ammonitenabdruck zu seiner Sammlung. - © schwarze
Der Veltheimer Landwirt Jürgen Körting zählt auch einen Ammonitenabdruck zu seiner Sammlung. - © schwarze

Ins Eigentum des örtlichen Heimatvereins wechselt nun als ganz besonderes Fundstück eine Speerspitze aus Feuerstein, die aus der Endphase der Weichsel-Eiszeit stammt. Der Veltheimer Geologe Dr. Peter Könemann nahm dieses außergewöhnliche Jagdrequisit und die übrigen Fundstücke in fachmännischen Augenschein. „Die Speerspitze ist mit Sicherheit das wertvollste Fundstück. Sie stammt aus der Zeit 8.000 bis 13.000 vor Christus und hat einen klaren regionalen Bezug. Sie beweist, dass hier in unserer Region Menschen gelebt haben“, sagt Könemann. Rentierjäger seien einst nach Süden gezogen ins Gebiet der Weser und hätten Siedlungen angelegt auf dem Terrain der oberen Niedrigterrasse zum Fluss hin: „Das war ein klassischer Siedlungsplatz.“

Lange lag die Speerspitze in Jürgen Körtings Wohnzimmerschrank, nun trennt er sich von ihr, möchte sie allerdings in seiner Nähe wissen. „Die Speerspitze ist eine äußerst exakte Arbeit. Mit solchen Speeren konnten die mit Blick aufs Wesertal lagernden Siedler ihre Jagd beginnen lassen“, sagt der Veltheimer und blickt dabei bewundernd auf die Waffe aus Feuerstein. Nun will er die Fundstücke an Hans-Herbert Hawes, dem Vorsitzenden des Heimatvereins, übergeben.

Ein versteinerter Seeigel stammt laut Einordnung des Experten Dr. Peter Könemann ebenfalls aus dem Ende der Weichsel-Eiszeit. Weitere Schätze, die erheblich älter sind, gab der Acker ebenfalls preis: den Negativabdruck eines Ammoniten, eine Axt oder ein Beil ohne den ursprünglichen Holzgriff, einen glatten Keil und einen derben. „Der glatte Keil könnte als Messer gebraucht worden sein, um Fell abzuziehen und zu häuten“, vermutet Jürgen Körting.

„Die Versteinerungen stammen aus dem Mesozoikum, genauer eingegrenzt aus dem Jura und sind um die 150 Millionen Jahre alt. Geologisch aufschlussreiches Jura-Material ist nicht allzu selten zu finden und doch eine wichtige Verbindung in die Urzeit. Die Werkzeuge sind etwa 13.000 Jahre alt“, schätzt Peter Könemann, der die Entscheidung Körtings lobt: „Er könnte seine heimatkundlichen Schätze ja auch einem Museum übergeben, doch ich finde es aufgrund des Lokalbezugs sehr gut, wenn die Fundstücke in Veltheim und hier im Heimatverein bleiben.“

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