Investition von sechs Millionen Euro: Christlicher Schulverein möchte 2021 mit Umbau des Berghotels starten Dirk Haunhorst Porta Westfalica/Minden. Der Christliche Schulverein Minden möchte im kommenden Jahr mit dem Umbau des Berghotels beginnen. Im ehemaligen Ärztehaus sollen ungefähr 35 Seniorenwohnungen eingerichtet werden. Auf einer Nutzfläche von 3.500 Quadratmetern sind außerdem ein ambulanter Pflegedienst und eine Kindertagesstätte vorgesehen. Der Schulverein rechnet mit einer Umbauzeit von etwa anderthalb Jahren. Zuvor muss allerdings die Politik grünes Licht geben – und zwar für Veränderungen auf dem gesamten Areal. „Wir können das Berghotel nur komplett kaufen und nicht das Ärztehaus allein“, teilt Vereinsgeschäftsführer Eduard Reimer mit. Anders als beim Ärztehaus erfordert eine neue Nutzung des Hauptgebäudes die Änderung des Bebauungsplanes, der bislang dort ein Hotel vorsieht. Der Christliche Schulverein hat auch für den Haupttrakt mit seinen rund 5.000 Quadratmetern Nutzfläche bereits Pläne. Dort könnten eines Tages Konferenz- und Büroräume sowie Praxisräume für niedergelassene Ärzte entstehen. Zudem zählen eine Tagespflege für Senioren sowie kleine Wohnungen etwa für Pendler und Studenten (Stichwort Mikrowohnen) zu den Überlegungen. Auch ein gastronomisches Angebote sei kein Tabu, sagt Reimer. Es gebe Spielraum, dafür sei die Abstimmung mit der Politik wichtig. „Wir wollen den Weg gemeinsam gehen.“ Der erste Schritt ist gemacht: Der Antrag auf Änderung des B-Planes ist an diesem Dienstag im Rathaus eingegangen, teilte die Verwaltung gestern mit. Der Aufstellungsbeschluss, der das Verfahren eröffnet, könnte in der zweiten Januarhälfte von den Fachausschüssen getroffen werden. Wie berichtet, steht die Politik dem Vereinsprojekt insgesamt aufgeschlossen gegenüber. Vielen ist wichtig, dass der jahrelange Leerstand in exponierter Lage beendet wird. Obwohl immer wieder Namen von Interessenten kursierten, war es der Hotelgruppe RIMC aus Hamburg in den vergangenen fünf Jahren nicht gelungen, die inzwischen 37 Jahre alte Immobile zu veräußern. Mit dem Aufstellungsbeschluss würde der notariell vorbereitete Kauf der Immobilie besiegelt. Investor ist der Christliche Schulförderverein FES Minden. Er will für den Erwerb der Gesamtimmobile plus Umbau des Ärztehauses sechs Millionen Euro ausgeben. Ein weiterer siebenstelliger Betrag dürfte hinzukommen, wenn im zweiten Schritt der Hoteltrakt neu gestaltet wird. Bei günstigem Verlauf werden wohl fünf Jahre bis zur Fertigstellung des Gesamtprojekts vergehen, schätzt Reimer, der gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Andreas Peters und Alexander Braun das Konzept dem MT vorstellte. Kernstück ist dabei die Einrichtung eine Kindertagesstätte mit zwei Gruppen im ehemaligen Ärztehaus. Zahlreiche Eltern aus Porta und Umgebung wünschten sich eine freie evangelische Bekenntniseinrichtung als ergänzendes Angebot, sagt Reimer. Auf einer Interessentenliste befinden sich dem Verein zufolge ungefähr 30 Kinder. Da das Konzept eine enge Verbindung zwischen Kindergarten und Grundschule vorsieht, soll die neue Kita mit der evangelischen Bekenntnisschule in Haddenhausen verzahnt werden. Doch so weit ist es längst noch nicht. Der Jugendhilfeausschuss hat das Kita-Thema in seiner März-Sitzung auf der Tagesordnung. Dann stellt die Verwaltung die Kindergartenbedarfsplanung 2021/2022 vor. Grundsätzlich müsse für die Einrichtung einer weiteren Kita in Porta der Bedarf vorhanden sein, teilt Fachbereichsleiterin Ulrike Luthe mit. Im Falle des Nachweises folgen weitere Verfahrensschritte. Genehmigungsbehörde für die Betriebserlaubnis ist der Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Eduard Reimer hält es für eine „gelungene Kombination“, Kita und Seniorenwohnungen im Bauprojekt zu verbinden. Alt und jung könnten sich ergänzen und gegenseitig bereichern. Wirtschaftlich würde das Vereinskonzept auch ohne Kita funktionieren, sagt der Geschäftsführer. Sollten sachliche Argumente dagegen sprechen und die Bedarfsplanung kurzfristig keine Kita am Berghotel ermöglichen, wolle der Verein dennoch an der Grundkonzeption festhalten. Eine Kita wäre auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Denn Trägervielfalt, so Reimer, sei in Porta ja grundsätzlich gewünscht. Der Christliche Schulverein Minden betreibt im Mühlenkreis bereits mehrere Freie Evangelische Schulen (FES) und Kindergärten. Parallel zum Bildungsbereich wachsen auch die Vereinsangebote im sozialen Sektor, um den sich das Christliche Sozialwerk OWL (Detmold) kümmert, dem seit Ende 2019 auch eine Tagespflege in Veltheim angeschlossen ist. Künftig sollen die Bereiche Bildung und Soziales unter der Dachmarke „Credo“ weiterentwickelt werden. Ein geeigneter Standort dafür ist aus Sicht des Schulvereins das zentral gelegene ehemalige Berghotel in Hausberge. Erste Gespräche darüber habe es bereits im Sommer 2019 mit dem damaligen Bürgermeister Bernd Hedtmann gegeben, berichtet Eduard Reimer. Entscheiden muss nun der neu gewählte Rat, ob er das Projekt gutheißt. Argumente dafür hat der Schulverein bereits bei der Vorstellung des Projekts der Politik präsentiert: Er wirbt unter anderem mit der Wiederbelebung eines Markenzeichens in Hausberge, mit umweltschonender Umnutzung statt eines Neubaus, mit der Schaffung von neuem Wohnraum, der Steigerung von Pflegeressourcen und mit einer verkehrsgünstig gelegenen Kindertagesstätte. Anfang 2021 wird sich zeigen, ob die Politiker davon überzeugt sind.

Investition von sechs Millionen Euro: Christlicher Schulverein möchte 2021 mit Umbau des Berghotels starten

Der Christliche Schulverein Minden möchte mit dem Umbau des Ärztehauses (hinten rechts) beginnen. Für eine neue Nutzung des Hoteltrakts (vorn links) muss zuvor der Bebauungsplan geändert werden.? MT-Foto: Alex Lehn © dhaunhorst

Porta Westfalica/Minden. Der Christliche Schulverein Minden möchte im kommenden Jahr mit dem Umbau des Berghotels beginnen. Im ehemaligen Ärztehaus sollen ungefähr 35 Seniorenwohnungen eingerichtet werden. Auf einer Nutzfläche von 3.500 Quadratmetern sind außerdem ein ambulanter Pflegedienst und eine Kindertagesstätte vorgesehen. Der Schulverein rechnet mit einer Umbauzeit von etwa anderthalb Jahren. Zuvor muss allerdings die Politik grünes Licht geben – und zwar für Veränderungen auf dem gesamten Areal.

„Wir können das Berghotel nur komplett kaufen und nicht das Ärztehaus allein“, teilt Vereinsgeschäftsführer Eduard Reimer mit. Anders als beim Ärztehaus erfordert eine neue Nutzung des Hauptgebäudes die Änderung des Bebauungsplanes, der bislang dort ein Hotel vorsieht. Der Christliche Schulverein hat auch für den Haupttrakt mit seinen rund 5.000 Quadratmetern Nutzfläche bereits Pläne. Dort könnten eines Tages Konferenz- und Büroräume sowie Praxisräume für niedergelassene Ärzte entstehen. Zudem zählen eine Tagespflege für Senioren sowie kleine Wohnungen etwa für Pendler und Studenten (Stichwort Mikrowohnen) zu den Überlegungen. Auch ein gastronomisches Angebote sei kein Tabu, sagt Reimer. Es gebe Spielraum, dafür sei die Abstimmung mit der Politik wichtig. „Wir wollen den Weg gemeinsam gehen.“

Der erste Schritt ist gemacht: Der Antrag auf Änderung des B-Planes ist an diesem Dienstag im Rathaus eingegangen, teilte die Verwaltung gestern mit. Der Aufstellungsbeschluss, der das Verfahren eröffnet, könnte in der zweiten Januarhälfte von den Fachausschüssen getroffen werden. Wie berichtet, steht die Politik dem Vereinsprojekt insgesamt aufgeschlossen gegenüber. Vielen ist wichtig, dass der jahrelange Leerstand in exponierter Lage beendet wird. Obwohl immer wieder Namen von Interessenten kursierten, war es der Hotelgruppe RIMC aus Hamburg in den vergangenen fünf Jahren nicht gelungen, die inzwischen 37 Jahre alte Immobile zu veräußern.

Mit dem Aufstellungsbeschluss würde der notariell vorbereitete Kauf der Immobilie besiegelt. Investor ist der Christliche Schulförderverein FES Minden. Er will für den Erwerb der Gesamtimmobile plus Umbau des Ärztehauses sechs Millionen Euro ausgeben. Ein weiterer siebenstelliger Betrag dürfte hinzukommen, wenn im zweiten Schritt der Hoteltrakt neu gestaltet wird. Bei günstigem Verlauf werden wohl fünf Jahre bis zur Fertigstellung des Gesamtprojekts vergehen, schätzt Reimer, der gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Andreas Peters und Alexander Braun das Konzept dem MT vorstellte.

Kernstück ist dabei die Einrichtung eine Kindertagesstätte mit zwei Gruppen im ehemaligen Ärztehaus. Zahlreiche Eltern aus Porta und Umgebung wünschten sich eine freie evangelische Bekenntniseinrichtung als ergänzendes Angebot, sagt Reimer. Auf einer Interessentenliste befinden sich dem Verein zufolge ungefähr 30 Kinder. Da das Konzept eine enge Verbindung zwischen Kindergarten und Grundschule vorsieht, soll die neue Kita mit der evangelischen Bekenntnisschule in Haddenhausen verzahnt werden.

Doch so weit ist es längst noch nicht. Der Jugendhilfeausschuss hat das Kita-Thema in seiner März-Sitzung auf der Tagesordnung. Dann stellt die Verwaltung die Kindergartenbedarfsplanung 2021/2022 vor. Grundsätzlich müsse für die Einrichtung einer weiteren Kita in Porta der Bedarf vorhanden sein, teilt Fachbereichsleiterin Ulrike Luthe mit. Im Falle des Nachweises folgen weitere Verfahrensschritte. Genehmigungsbehörde für die Betriebserlaubnis ist der Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

Eduard Reimer hält es für eine „gelungene Kombination“, Kita und Seniorenwohnungen im Bauprojekt zu verbinden. Alt und jung könnten sich ergänzen und gegenseitig bereichern. Wirtschaftlich würde das Vereinskonzept auch ohne Kita funktionieren, sagt der Geschäftsführer. Sollten sachliche Argumente dagegen sprechen und die Bedarfsplanung kurzfristig keine Kita am Berghotel ermöglichen, wolle der Verein dennoch an der Grundkonzeption festhalten. Eine Kita wäre auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Denn Trägervielfalt, so Reimer, sei in Porta ja grundsätzlich gewünscht.

Der Christliche Schulverein Minden betreibt im Mühlenkreis bereits mehrere Freie Evangelische Schulen (FES) und Kindergärten. Parallel zum Bildungsbereich wachsen auch die Vereinsangebote im sozialen Sektor, um den sich das Christliche Sozialwerk OWL (Detmold) kümmert, dem seit Ende 2019 auch eine Tagespflege in Veltheim angeschlossen ist.

Künftig sollen die Bereiche Bildung und Soziales unter der Dachmarke „Credo“ weiterentwickelt werden. Ein geeigneter Standort dafür ist aus Sicht des Schulvereins das zentral gelegene ehemalige Berghotel in Hausberge. Erste Gespräche darüber habe es bereits im Sommer 2019 mit dem damaligen Bürgermeister Bernd Hedtmann gegeben, berichtet Eduard Reimer. Entscheiden muss nun der neu gewählte Rat, ob er das Projekt gutheißt. Argumente dafür hat der Schulverein bereits bei der Vorstellung des Projekts der Politik präsentiert: Er wirbt unter anderem mit der Wiederbelebung eines Markenzeichens in Hausberge, mit umweltschonender Umnutzung statt eines Neubaus, mit der Schaffung von neuem Wohnraum, der Steigerung von Pflegeressourcen und mit einer verkehrsgünstig gelegenen Kindertagesstätte. Anfang 2021 wird sich zeigen, ob die Politiker davon überzeugt sind.

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