In der Gondel zum Denkmal? - Idee der Seilbahn seit 2015 in der Diskussion Thomas Lieske Porta Westfalica-Barkhausen. Der Blick ist an klaren Tagen spektakulär. Bis ins Hannoveraner Vorland reicht die Sicht, wenn die Sonne vom tiefblauen Himmel scheint. Kein Wunder, dass das Kaiser-Wilhelm-Denkmal mit seinem Panoramablick ein Touristenmagnet ist. Hoch oben über der Porta Westfalica entstehen so Jahr für Jahr abertausende Bilder. Mal als Selfie, mal mit dem Blickwinkel in die Ferne. Mal vom Bahnhof aus von durchreisenden Bahngästen: Das Kaiser-Denkmal taucht auch in sozialen Medien wie Twitter, Facebook oder Instagram auf zahlreichen Profilen auf. Allein auf Instagram gibt es 10.500 Beiträge zum Monument. Doch bisher sind es oft Tagestouristen, die das Denkmal anzieht. Durchreisende, die mit dem Rad an der Weser entlangfahren, vielleicht. Menschen aus den umliegenden Kreisen, für die sich ein Tagestrip lohnt. Doch die Stadt, der Kreis und der LWL wollen mehr touristische Anreizpunkte schaffen, damit auch Gäste aus der Ferne an die Porta kommen – und länger bleiben als einen Tag. Die wohl spektakulärste Idee in diesem Zusammenhang dürfte eine Seilbahn sein, die etwa vom Bahnhof hoch zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal führen könnte. Als die Idee erstmals 2015 durch die Stadt geisterte, hielten sie viele noch für eine „Schnapsidee“. Mittlerweile soll die gesamte Verkehrssituation rund um die Porta mit Einbezug des Denkmals aber ganz offiziell mit Fördergeldern aus dem Landesprogramm Regionale 2022 betrachtet und begutachtet werden. Diese Gelder sind nun vor Kurzem bewilligt worden. Der Mühlenkreis ist federführend bei den sieben großen Denkmälern der Region. Und plötzlich ist die Seilbahnidee wieder im Spiel. Denn sie könnte tatsächlich dafür sorgen, dass sich der Verkehr reduziert. Bis zu 10.000 Personen pro Stunde könnten im Hochbetrieb transportiert werden, rechnete der Seilbahnexperte Prof. Dr. Karl-Heinz Wehking, der Hausberger Wurzeln hat, im Jahr 2018 vor. Das wären umgerechnet gut 100 Busse oder bis zu 7.000 Pkw. Doch nicht nur umwelttechnisch wäre die Seilbahn womöglich ein Vorteil für die Region. Auch gesellschaftlich könnte sie ihren Teil beitragen und im Sinne der Inklusion wirklich jeden Menschen befördern. Und sie wäre mit großer Sicherheit eine touristische Attraktion. Denn wo sonst ließe sich der freie Blick durch die Porta Westfalica, herüber zum Jakobsberg und auf den Wittekindsberg genießen, wenn nicht in einer Seilbahn? Doch es gibt auch Kritiker des Projekts. Ein solcher Bau wäre ein starker Eingriff in das Landschaftsbild und in die Natur. Derzeit diskutiert die Politik auf Basis einer von Stadt Porta und Kreis Minden-Lübbecke gemeinsam in Auftrag gegebenen Studie, welchen Schutzstatus der Wittekindsberg eigentlich hat. In einem FFH-Gebiet etwa dürfte es kompliziert werden, eine Seilbahn zu bauen, weil zahlreiche Interessen bedacht werden müssten. Vom Baumbestand bis zur Tierwelt müsste ein derart starker baulicher Eingriff sorgfältig abgewägt werden – vermutlich mit zahlreichen Gutachten. Das würde nicht nur die Zeitschiene ausdehnen, sondern vermutlich auch die Kosten für das Multimillionenprojekt noch weiter in die Höhe treiben. Noch ist die Seilbahn eine Idee auf dem Papier. Und wer nicht mit der Seilbahn fahren kann und auch nicht gerade mit dem Auto oder dem Bus anreist, der wandert über den Wittekindsberg oder fährt mit dem Mountainbike. Für zahlreiche Wanderwege ist das Kaiser-Wilhelm-Denkmal ein Knotenpunkt – auch für überregionale Strecken. Die Wanderwege kreuzen sich dort oben über der Porta Westfalica und führen dann in verschiedene Richtungen weiter. Zwar sind derzeit einige Wege wie der Wolfsschlucht- und Teile des Zick-Zack-Weges gesperrt, dafür führen andere über den Kamm – zum Beispiel weiter zur Wittekindsburg. Derzeit arbeitet eine Arbeitsgruppe aus Politik und Verwaltung daran, touristische Highlights, wie das Kaiser-Wilhelm-Denkmal, innerhalb Portas zu vernetzen. So sollen Touristen ein Gesamtangebot bekommen, das sie dann mehrere Tage in der Stadt halten soll. Das künftige touristische Konzept ist auch regelmäßig Thema in einem eigens für solche Fragestellungen geschaffenen Ausschuss. Derzeit arbeitet die Stadt also noch an einer Gesamtlösung, damit Hotspots wie das Denkmal nicht allein dastehen, sondern Teil eines Ganzen werden.

In der Gondel zum Denkmal? - Idee der Seilbahn seit 2015 in der Diskussion

Aus dem Tal in der Porta Westfalica könnte eine Seilbahn zum Kaiser-Denkmal hochführen. So waren zumindest mal die Pläne. MT-Foto: Thomas Lieske

Porta Westfalica-Barkhausen. Der Blick ist an klaren Tagen spektakulär. Bis ins Hannoveraner Vorland reicht die Sicht, wenn die Sonne vom tiefblauen Himmel scheint. Kein Wunder, dass das Kaiser-Wilhelm-Denkmal mit seinem Panoramablick ein Touristenmagnet ist. Hoch oben über der Porta Westfalica entstehen so Jahr für Jahr abertausende Bilder. Mal als Selfie, mal mit dem Blickwinkel in die Ferne. Mal vom Bahnhof aus von durchreisenden Bahngästen: Das Kaiser-Denkmal taucht auch in sozialen Medien wie Twitter, Facebook oder Instagram auf zahlreichen Profilen auf. Allein auf Instagram gibt es 10.500 Beiträge zum Monument. Doch bisher sind es oft Tagestouristen, die das Denkmal anzieht. Durchreisende, die mit dem Rad an der Weser entlangfahren, vielleicht. Menschen aus den umliegenden Kreisen, für die sich ein Tagestrip lohnt. Doch die Stadt, der Kreis und der LWL wollen mehr touristische Anreizpunkte schaffen, damit auch Gäste aus der Ferne an die Porta kommen – und länger bleiben als einen Tag.

Die wohl spektakulärste Idee in diesem Zusammenhang dürfte eine Seilbahn sein, die etwa vom Bahnhof hoch zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal führen könnte. Als die Idee erstmals 2015 durch die Stadt geisterte, hielten sie viele noch für eine „Schnapsidee“. Mittlerweile soll die gesamte Verkehrssituation rund um die Porta mit Einbezug des Denkmals aber ganz offiziell mit Fördergeldern aus dem Landesprogramm Regionale 2022 betrachtet und begutachtet werden. Diese Gelder sind nun vor Kurzem bewilligt worden. Der Mühlenkreis ist federführend bei den sieben großen Denkmälern der Region.

Und plötzlich ist die Seilbahnidee wieder im Spiel. Denn sie könnte tatsächlich dafür sorgen, dass sich der Verkehr reduziert. Bis zu 10.000 Personen pro Stunde könnten im Hochbetrieb transportiert werden, rechnete der Seilbahnexperte Prof. Dr. Karl-Heinz Wehking, der Hausberger Wurzeln hat, im Jahr 2018 vor. Das wären umgerechnet gut 100 Busse oder bis zu 7.000 Pkw. Doch nicht nur umwelttechnisch wäre die Seilbahn womöglich ein Vorteil für die Region. Auch gesellschaftlich könnte sie ihren Teil beitragen und im Sinne der Inklusion wirklich jeden Menschen befördern. Und sie wäre mit großer Sicherheit eine touristische Attraktion. Denn wo sonst ließe sich der freie Blick durch die Porta Westfalica, herüber zum Jakobsberg und auf den Wittekindsberg genießen, wenn nicht in einer Seilbahn?

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Patrick Schwemmling

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Doch es gibt auch Kritiker des Projekts. Ein solcher Bau wäre ein starker Eingriff in das Landschaftsbild und in die Natur. Derzeit diskutiert die Politik auf Basis einer von Stadt Porta und Kreis Minden-Lübbecke gemeinsam in Auftrag gegebenen Studie, welchen Schutzstatus der Wittekindsberg eigentlich hat. In einem FFH-Gebiet etwa dürfte es kompliziert werden, eine Seilbahn zu bauen, weil zahlreiche Interessen bedacht werden müssten. Vom Baumbestand bis zur Tierwelt müsste ein derart starker baulicher Eingriff sorgfältig abgewägt werden – vermutlich mit zahlreichen Gutachten. Das würde nicht nur die Zeitschiene ausdehnen, sondern vermutlich auch die Kosten für das Multimillionenprojekt noch weiter in die Höhe treiben.

Noch ist die Seilbahn eine Idee auf dem Papier. Und wer nicht mit der Seilbahn fahren kann und auch nicht gerade mit dem Auto oder dem Bus anreist, der wandert über den Wittekindsberg oder fährt mit dem Mountainbike. Für zahlreiche Wanderwege ist das Kaiser-Wilhelm-Denkmal ein Knotenpunkt – auch für überregionale Strecken. Die Wanderwege kreuzen sich dort oben über der Porta Westfalica und führen dann in verschiedene Richtungen weiter. Zwar sind derzeit einige Wege wie der Wolfsschlucht- und Teile des Zick-Zack-Weges gesperrt, dafür führen andere über den Kamm – zum Beispiel weiter zur Wittekindsburg.

Derzeit arbeitet eine Arbeitsgruppe aus Politik und Verwaltung daran, touristische Highlights, wie das Kaiser-Wilhelm-Denkmal, innerhalb Portas zu vernetzen. So sollen Touristen ein Gesamtangebot bekommen, das sie dann mehrere Tage in der Stadt halten soll. Das künftige touristische Konzept ist auch regelmäßig Thema in einem eigens für solche Fragestellungen geschaffenen Ausschuss. Derzeit arbeitet die Stadt also noch an einer Gesamtlösung, damit Hotspots wie das Denkmal nicht allein dastehen, sondern Teil eines Ganzen werden.

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