ICE-Trasse: Naturschützer fordern „intelligenten Ausbau“ Porta Westfalica (mt/lies). Die Bezirkskonferenz Naturschutz OWL spricht sich vehement gegen eine 100 Kilometer lange ICE-Neubaustrecke zwischen Bielefeld und Hannover aus. Die Naturschützer befürchten, dass sich das Bahn-Großprojekt mit einem bis zu 60 Meter breiten Baustellenkorridor „durch eine vielgestaltige und besiedelte Landschaft“ ziehen werde, warnt Karsten Otte, Sprecher der Bezirkskonferenz. Es bestehe die Gefahr, dass gewachsene räumliche und menschliche Beziehungen gekappt, Landschaften und Siedlungen verlärmen, Wasserversorgung gefährdet und Nutzflächen versiegelt würden. Für Tunnelbauten müssten große Gesteinsmengen bewegt werden. Die Bezirkskonferenz Naturschutz unterstützt den Protest betroffener Kommunen und Bürger, Bundes-, Landes- und Lokalpolitiker sowie Parteien und Naturschutzverbände gegen die Pläne des Bundesverkehrsministeriums. Für den Sprecher der Bezirkskonferenz, in der unter anderem Naturschutzverbände, Biologische Stationen, Natur- und Umweltschutzstiftungen sowie die Vorsitzenden der Naturschutzbeiräte in OWL vertreten sind, ist das Projekt „schon im Ansatz unsinnig: Wieso sollen fünf Milliarden Euro für eine Fahrzeitverkürzung von wenigen Minuten ausgegeben werden?“, fragt Karsten Otte. „Die heutige Fahrzeit von 78 Minuten zwischen Hamm und Hannover passt hervorragend in das Taktschema eines angestrebten Deutschlandtaktes, wenn die ICE im 30-Minuten-Takt verkehren würden.“ Allerdings: Die fünf ins Spiel gebrachten Varianten gelten laut Bahn nur als Rechenbeispiele, um zu schauen, ob eine weitere Planung überhaupt sinnvoll wäre. Derzeit sei nicht klar, ob es überhaupt zu einer dieser fünf Varianten komme. Trotzdem: Die Naturschützer fordern einen „intelligenten Ausbau entlang der Bestandsstrecke auf vier Gleise zwischen Minden und Wunstorf sowie den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung bestehender Strecken“. Aus ihrer Sicht wollten die Menschen „nicht vorrangig mit 300 km/h von einer Metropole zur nächsten rasen, sondern pünktlich ankommen“. Die Bezirkskonferenz appelliert an Politiker aller Ebenen, „sich den Plänen des Bundesverkehrsministers entgegenzustellen und sich konsequent für einen naturverträglichen, bürgerfreundlichen und zukunftsfähigen Ausbau der Bestandsstrecke einzusetzen“.
Anzeige Werbung

ICE-Trasse: Naturschützer fordern „intelligenten Ausbau“

Naturschützer wollen keine ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke in Porta. Foto: MT-Archiv

Porta Westfalica (mt/lies). Die Bezirkskonferenz Naturschutz OWL spricht sich vehement gegen eine 100 Kilometer lange ICE-Neubaustrecke zwischen Bielefeld und Hannover aus. Die Naturschützer befürchten, dass sich das Bahn-Großprojekt mit einem bis zu 60 Meter breiten Baustellenkorridor „durch eine vielgestaltige und besiedelte Landschaft“ ziehen werde, warnt Karsten Otte, Sprecher der Bezirkskonferenz. Es bestehe die Gefahr, dass gewachsene räumliche und menschliche Beziehungen gekappt, Landschaften und Siedlungen verlärmen, Wasserversorgung gefährdet und Nutzflächen versiegelt würden. Für Tunnelbauten müssten große Gesteinsmengen bewegt werden.

Die Bezirkskonferenz Naturschutz unterstützt den Protest betroffener Kommunen und Bürger, Bundes-, Landes- und Lokalpolitiker sowie Parteien und Naturschutzverbände gegen die Pläne des Bundesverkehrsministeriums. Für den Sprecher der Bezirkskonferenz, in der unter anderem Naturschutzverbände, Biologische Stationen, Natur- und Umweltschutzstiftungen sowie die Vorsitzenden der Naturschutzbeiräte in OWL vertreten sind, ist das Projekt „schon im Ansatz unsinnig: Wieso sollen fünf Milliarden Euro für eine Fahrzeitverkürzung von wenigen Minuten ausgegeben werden?“, fragt Karsten Otte. „Die heutige Fahrzeit von 78 Minuten zwischen Hamm und Hannover passt hervorragend in das Taktschema eines angestrebten Deutschlandtaktes, wenn die ICE im 30-Minuten-Takt verkehren würden.“ Allerdings: Die fünf ins Spiel gebrachten Varianten gelten laut Bahn nur als Rechenbeispiele, um zu schauen, ob eine weitere Planung überhaupt sinnvoll wäre. Derzeit sei nicht klar, ob es überhaupt zu einer dieser fünf Varianten komme.

Trotzdem: Die Naturschützer fordern einen „intelligenten Ausbau entlang der Bestandsstrecke auf vier Gleise zwischen Minden und Wunstorf sowie den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung bestehender Strecken“. Aus ihrer Sicht wollten die Menschen „nicht vorrangig mit 300 km/h von einer Metropole zur nächsten rasen, sondern pünktlich ankommen“.

Die Bezirkskonferenz appelliert an Politiker aller Ebenen, „sich den Plänen des Bundesverkehrsministers entgegenzustellen und sich konsequent für einen naturverträglichen, bürgerfreundlichen und zukunftsfähigen Ausbau der Bestandsstrecke einzusetzen“.

Anzeige Werbung
Copyright © Mindener Tageblatt 2022
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Mehr zum Thema
Themen der Woche