Gipfelsturm auf die Königshütte zum 100. Geburtstag Jubiläum der Königshütte / Spender war Bückeburger Hofapotheker und Erfinder des Hühneraugenpflasters Von Stefan Lyrath Porta Westfalica-Kleinenbremen (Ly). Einen solchen Gipfelsturm hat die Königshütte ewig nicht mehr erlebt: Rund 250 Menschen bestiegen am Samstag den Papenbrink, um den 100. Geburtstag des kleinen Schutzhauses für Wanderer zu feiern. Die Hütte selbst steht auf Todenmanner Gebiet, während Bückeburger, Kleinenbremer und Rintelner im Papenbrink, wo die Grenze verläuft, gleichermaßen ihren Hausberg sehen. "Einigen wir uns auf die Formulierung: unsere Königshütte und unser Papenbrink", schlug Friedrich Vogt vor, der Chef des Bezirksausschusses.König war sein Name, Georg König. Ohne den bekannten Bückeburger, zu Lebzeiten Fabrikant und Eigentümer der Fürstlichen Hofapotheke, hätte es keine Geburtstagsparty mit traumhafter Aussicht aus 303 Metern Höhe gegeben, denn er war Spender der nach ihm benannten Hütte. König muss eine schillernde Persönlichkeit gewesen sein.Er gilt als Erfinder des "Bückeburger Hühneraugenpflasters", fuhr 1899 eines der ersten Automobile im gesamten Fürstentum Schaumburg-Lippe und residierte in einer prächtigen Villa an der Parkstraße.Sein Vorfahr Johann Andreas König hatte die Hofapotheke, errichtet 1607 von Graf Ernst zu Schaumburg-Lippe, im Jahr 1737 erworben.Georg König funktionierte das Labor später zu einer Spezialfabrik für Kautschuk und Verbandspflaster um, nachdem er die Technik in Moskau erlernt hatte. "Später wurde aus der einst Fürstlichen Hofapotheke die Neschen AG", wie Stadtheimatpfleger Dr. Gerhard Franke weiter referierte. Neschen operiert weltweit.Auf Initiative des Bückeburger Gebirgsvereins, dessen Mitglieder den Papenbrink zu ihrem Lieblingsplatz erkoren hatten, war 1892 auf dem Gipfel zunächst die "Melchershütte" entstanden, eine hölzerne Baracke, die im Lauf der Zeit jedoch morsch wurde.Mit der Königshütte kam 1910 Ersatz, der von Dauer sein sollte. Dies schien aber auch nötig, weil damals eine Wanderbewegung eingesetzt hatte, während man heute auf dem Papenbrink nur vereinzelt Naturfreunde trifft. Um die Pflege der Hütte kümmerte sich seinerzeit der Rintelner Verschönerungsverein.Gefeiert wurde jetzt auf einem Festplatz, den Bezirksausschuss, Dorfgemeinschaft und Heimatverein Kleinenbremen auf Vordermann gebracht hatten, unterstützt durch die Barbara Erzbergbau GmbH. Frisch gesplittet die Wege, herausgeputzt die Hütte. Und am Aussichtspunkt stehen drei neue Schautafeln der Barbara.Davor stellten sich die Loccumer Alphornbläser auf, während die Tanz- und Trachtengruppe des TuS Kleinenbremen vor der Königshütte die Röcke fliegen ließ. Mit einer umfassenden Dokumentation zur Geschichte von Königshütte und Papenbrink beteiligte sich der Kleinenbremer Ortsheimatpfleger Wolfgang Karras. Am einer Sternwanderung teilgenommen hatten auch der Schaumburg-Lippische Heimatverein sowie der Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein Todenmann."Geschichte wird greifbar", stellte Bürgermeister-Vize Karl-Erich Schmeding in einer Rede fest und erinnerte an die "Wandervogelbewegung" zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, die viele politische Umbrüche eingeleitet habe, heute aber Vergangenheit sei. "Trotzdem", so Schmeding, "wandern viele wieder gern auf dem Kamm des Wesergebirges." Seitdem die Königshütte in neuem Glanz erstrahlt, vermutlich umso mehr.

Gipfelsturm auf die Königshütte zum 100. Geburtstag

Porta Westfalica-Kleinenbremen (Ly). Einen solchen Gipfelsturm hat die Königshütte ewig nicht mehr erlebt: Rund 250 Menschen bestiegen am Samstag den Papenbrink, um den 100. Geburtstag des kleinen Schutzhauses für Wanderer zu feiern.

Traumhafte Aussicht: Karl Wecke (r.) von der Barbara Erzbergbau GmbH zeigt Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach die neuen Schautafeln. - © Fotos: Stefan Lyrath
Traumhafte Aussicht: Karl Wecke (r.) von der Barbara Erzbergbau GmbH zeigt Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach die neuen Schautafeln. - © Fotos: Stefan Lyrath

Die Hütte selbst steht auf Todenmanner Gebiet, während Bückeburger, Kleinenbremer und Rintelner im Papenbrink, wo die Grenze verläuft, gleichermaßen ihren Hausberg sehen. "Einigen wir uns auf die Formulierung: unsere Königshütte und unser Papenbrink", schlug Friedrich Vogt vor, der Chef des Bezirksausschusses.

König war sein Name, Georg König. Ohne den bekannten Bückeburger, zu Lebzeiten Fabrikant und Eigentümer der Fürstlichen Hofapotheke, hätte es keine Geburtstagsparty mit traumhafter Aussicht aus 303 Metern Höhe gegeben, denn er war Spender der nach ihm benannten Hütte. König muss eine schillernde Persönlichkeit gewesen sein.

Er gilt als Erfinder des "Bückeburger Hühneraugenpflasters", fuhr 1899 eines der ersten Automobile im gesamten Fürstentum Schaumburg-Lippe und residierte in einer prächtigen Villa an der Parkstraße.

Sein Vorfahr Johann Andreas König hatte die Hofapotheke, errichtet 1607 von Graf Ernst zu Schaumburg-Lippe, im Jahr 1737 erworben.

Volles Rohr: Stilecht unterhalten die Loccumer Alphornbläser ihr Publikum auf dem höchsten Gipfel des Wesergebirges.
Volles Rohr: Stilecht unterhalten die Loccumer Alphornbläser ihr Publikum auf dem höchsten Gipfel des Wesergebirges.

Georg König funktionierte das Labor später zu einer Spezialfabrik für Kautschuk und Verbandspflaster um, nachdem er die Technik in Moskau erlernt hatte. "Später wurde aus der einst Fürstlichen Hofapotheke die Neschen AG", wie Stadtheimatpfleger Dr. Gerhard Franke weiter referierte. Neschen operiert weltweit.

Auf Initiative des Bückeburger Gebirgsvereins, dessen Mitglieder den Papenbrink zu ihrem Lieblingsplatz erkoren hatten, war 1892 auf dem Gipfel zunächst die "Melchershütte" entstanden, eine hölzerne Baracke, die im Lauf der Zeit jedoch morsch wurde.

Mit der Königshütte kam 1910 Ersatz, der von Dauer sein sollte. Dies schien aber auch nötig, weil damals eine Wanderbewegung eingesetzt hatte, während man heute auf dem Papenbrink nur vereinzelt Naturfreunde trifft. Um die Pflege der Hütte kümmerte sich seinerzeit der Rintelner Verschönerungsverein.

Vor der Königshütte legt die Tanz- und Trachtengruppe des TuS Kleinenbremen eine flotte Sohle auf den Splitt.
Vor der Königshütte legt die Tanz- und Trachtengruppe des TuS Kleinenbremen eine flotte Sohle auf den Splitt.

Gefeiert wurde jetzt auf einem Festplatz, den Bezirksausschuss, Dorfgemeinschaft und Heimatverein Kleinenbremen auf Vordermann gebracht hatten, unterstützt durch die Barbara Erzbergbau GmbH. Frisch gesplittet die Wege, herausgeputzt die Hütte. Und am Aussichtspunkt stehen drei neue Schautafeln der Barbara.

Davor stellten sich die Loccumer Alphornbläser auf, während die Tanz- und Trachtengruppe des TuS Kleinenbremen vor der Königshütte die Röcke fliegen ließ. Mit einer umfassenden Dokumentation zur Geschichte von Königshütte und Papenbrink beteiligte sich der Kleinenbremer Ortsheimatpfleger Wolfgang Karras. Am einer Sternwanderung teilgenommen hatten auch der Schaumburg-Lippische Heimatverein sowie der Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein Todenmann.

"Geschichte wird greifbar", stellte Bürgermeister-Vize Karl-Erich Schmeding in einer Rede fest und erinnerte an die "Wandervogelbewegung" zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, die viele politische Umbrüche eingeleitet habe, heute aber Vergangenheit sei. "Trotzdem", so Schmeding, "wandern viele wieder gern auf dem Kamm des Wesergebirges." Seitdem die Königshütte in neuem Glanz erstrahlt, vermutlich umso mehr.

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