Gesperrter Wolfsschluchtweg: Umweltministerium holt zweite Expertenmeinung zu "Mega-Gefahren" ein Thomas Lieske Porta Westfalica-Barkhausen. Seit ziemlich genau einem Jahr ist es offiziell illegal, den Wolfsschluchtweg auf dem Wittekindsberg in Barkhausen zu betreten. Das Regionalforstamt hat den als beliebten und durchaus anspruchsvoll geltenden Wanderweg im Auftrag des Umweltministeriums im vergangenen Jahr gesperrt. Der Grund: 33 sogenannte Mega-Gefahren durch Totholz und Bäume, die umzustürzen drohen, mitten im Wildnisentwicklungsgebiet. Ebenso lange versuchen verschiedene Akteure, die sprichwörtlich zugefallene Tür wieder ein Stück zu öffnen. Mal ist es die Politik, die eine Resolution verabschiedet, mal die Wählergemeinschaft Porta (WP), die sich mit einer Petition den Rückhalt der Bürgerinnen und Bürger holt. Mal ist es eine Privatperson wie Martin Möller vom Verein Witthüs, der vor dem Verwaltungsgericht klagt. Nachdem der Petitionsausschuss des Landtages im vergangenen Jahr in Porta war, um sich selbst ein Bild vor Ort zu machen, kommt nun zumindest hinter den Kulissen ein wenig Bewegung in die festgefahrene Sache. Der leitende Sprecher des Umweltministeriums, Christian Fronczak, hat eine entsprechende MT-Information bestätigt, wonach ein zweites Gutachten zu den sogenannten Mega-Gefahren erstellt werden soll. „Der aufgrund der Sperrung von der Stadt Porta Westfalica angerufene Petitionsausschuss hat unter anderem nach einem Erörterungstermin vor Ort vorgeschlagen, eine aktuelle Begutachtung der Gefahrensituation vor Ort vornehmen zu lassen“, erklärt Fronczak. Grund sei die von allen Beteiligten angeführte Dynamik der Entwicklungen in Folge der sehr trockenen Jahre seit Erstellung des ersten Gutachtens 2018. „Die Forstverwaltung NRW hat diesen Vorschlag des Petitionsausschusses aufgegriffen. Ein entsprechendes Gutachten ist in Auftrag gegeben.“ Wenn die Äste der Bäume ihre Blätter ausgetrieben haben, sollen Experten die Bäume Ende April/Anfang Mai vor Ort begutachten. Dieser zeitlich gesehen späte Ansatz stößt in der Portaner Politik auf Kritik. Dies sei zu spät, um die Gefahren, die von dem Totholz wirklich ausgehen, beurteilen zu können, heißt es dazu etwa von der Wählergemeinschaft. Sie will wissen: Welche Zielrichtung hat das erneut in Auftrag gegebene Gutachten?„Die beauftragte Begutachtung umfasst insbesondere die Beurteilung der Standfestigkeit und die allgemeine gesundheitliche Situation der Bäume“, erklärt der Ministeriumssprecher. Unmittelbar nach dem Vor-Ort-Termin will das Ministerium mit Hilfe der Baumexperten zu einer neuen Einschätzung der Gefahrenlage am Wolfsschluchtweg kommen. Für das Gutachten, sagt Fronczak, sei ein vierstelliger Betrag angesetzt. Übrigens: Das Gutachten aus dem Jahr 2018, das aus Sicht des Petitionsausschusses nicht mehr den aktuellen Stand beleuchtet, schlägt zur Beseitigung der sogenannten Mega-Gefahren den Einsatz von Baumkletterern vor. Kostenpunkt: 11.000 Euro. Die Ministerium jedoch verfolgte diesen Ansatz nicht weiter und ordnete schließlich an, den Weg zu sperren. Wegen der Gefahren, aber auch, um den teils wilden Publikumsverkehr aus dem Wildnisentwicklungsgebiet fernzuhalten. Gleichzeitig heißt es auf der Homepage des Ministeriums, dass solche Wildnisentwicklungsgebiete für die Bevölkerung zugänglich gemacht werden sollen, um sie erlebbar zu machen. Für viele Portaner steht dieser Grundsatz im Widerspruch zur jetzigen Sperrung. Ausgang: ungewiss – Fortsetzung folgt, ganz bestimmt.

Gesperrter Wolfsschluchtweg: Umweltministerium holt zweite Expertenmeinung zu "Mega-Gefahren" ein

Porta Westfalica-Barkhausen. Seit ziemlich genau einem Jahr ist es offiziell illegal, den Wolfsschluchtweg auf dem Wittekindsberg in Barkhausen zu betreten. Das Regionalforstamt hat den als beliebten und durchaus anspruchsvoll geltenden Wanderweg im Auftrag des Umweltministeriums im vergangenen Jahr gesperrt. Der Grund: 33 sogenannte Mega-Gefahren durch Totholz und Bäume, die umzustürzen drohen, mitten im Wildnisentwicklungsgebiet.

Der Wolfsschluchtweg auf dem Wittekindsberg gilt als anspruchsvoll – aber auch als beliebt. Seit einem Jahr ist er gesperrt. Foto: Elke Stappenbeck - © Elke Stappenbeck
Der Wolfsschluchtweg auf dem Wittekindsberg gilt als anspruchsvoll – aber auch als beliebt. Seit einem Jahr ist er gesperrt. Foto: Elke Stappenbeck - © Elke Stappenbeck

Ebenso lange versuchen verschiedene Akteure, die sprichwörtlich zugefallene Tür wieder ein Stück zu öffnen. Mal ist es die Politik, die eine Resolution verabschiedet, mal die Wählergemeinschaft Porta (WP), die sich mit einer Petition den Rückhalt der Bürgerinnen und Bürger holt. Mal ist es eine Privatperson wie Martin Möller vom Verein Witthüs, der vor dem Verwaltungsgericht klagt. Nachdem der Petitionsausschuss des Landtages im vergangenen Jahr in Porta war, um sich selbst ein Bild vor Ort zu machen, kommt nun zumindest hinter den Kulissen ein wenig Bewegung in die festgefahrene Sache.

Der leitende Sprecher des Umweltministeriums, Christian Fronczak, hat eine entsprechende MT-Information bestätigt, wonach ein zweites Gutachten zu den sogenannten Mega-Gefahren erstellt werden soll. „Der aufgrund der Sperrung von der Stadt Porta Westfalica angerufene Petitionsausschuss hat unter anderem nach einem Erörterungstermin vor Ort vorgeschlagen, eine aktuelle Begutachtung der Gefahrensituation vor Ort vornehmen zu lassen“, erklärt Fronczak. Grund sei die von allen Beteiligten angeführte Dynamik der Entwicklungen in Folge der sehr trockenen Jahre seit Erstellung des ersten Gutachtens 2018. „Die Forstverwaltung NRW hat diesen Vorschlag des Petitionsausschusses aufgegriffen. Ein entsprechendes Gutachten ist in Auftrag gegeben.“ Wenn die Äste der Bäume ihre Blätter ausgetrieben haben, sollen Experten die Bäume Ende April/Anfang Mai vor Ort begutachten.

Dieser zeitlich gesehen späte Ansatz stößt in der Portaner Politik auf Kritik. Dies sei zu spät, um die Gefahren, die von dem Totholz wirklich ausgehen, beurteilen zu können, heißt es dazu etwa von der Wählergemeinschaft. Sie will wissen: Welche Zielrichtung hat das erneut in Auftrag gegebene Gutachten?„Die beauftragte Begutachtung umfasst insbesondere die Beurteilung der Standfestigkeit und die allgemeine gesundheitliche Situation der Bäume“, erklärt der Ministeriumssprecher. Unmittelbar nach dem Vor-Ort-Termin will das Ministerium mit Hilfe der Baumexperten zu einer neuen Einschätzung der Gefahrenlage am Wolfsschluchtweg kommen. Für das Gutachten, sagt Fronczak, sei ein vierstelliger Betrag angesetzt.

Übrigens: Das Gutachten aus dem Jahr 2018, das aus Sicht des Petitionsausschusses nicht mehr den aktuellen Stand beleuchtet, schlägt zur Beseitigung der sogenannten Mega-Gefahren den Einsatz von Baumkletterern vor. Kostenpunkt: 11.000 Euro. Die Ministerium jedoch verfolgte diesen Ansatz nicht weiter und ordnete schließlich an, den Weg zu sperren. Wegen der Gefahren, aber auch, um den teils wilden Publikumsverkehr aus dem Wildnisentwicklungsgebiet fernzuhalten.

Gleichzeitig heißt es auf der Homepage des Ministeriums, dass solche Wildnisentwicklungsgebiete für die Bevölkerung zugänglich gemacht werden sollen, um sie erlebbar zu machen. Für viele Portaner steht dieser Grundsatz im Widerspruch zur jetzigen Sperrung. Ausgang: ungewiss – Fortsetzung folgt, ganz bestimmt.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Porta Westfalica