Geldstrafe für Wendemanöver auf B83: Autofahrer brachte Motorradfahrer aus Porta zu Fall Stefan Lyrath Porta Westfalica/Bückeburg. Für zwei Motorradfahrer aus Porta Westfalica ist ein Albtraum wahr geworden. Auf der Bundesstraße 83 in Heeßen (bei Bad Eilsen) hat ein Autofahrer vor ihnen trotz durchgezogener Linie plötzlich auf der Fahrbahn gewendet. Ein Biker krachte daraufhin links ins Heck des Renault. Er erlitt einen Beckenbruch und einen Kreuzbandriss. Der andere Mann, ebenfalls 33 Jahre alt, kollidierte mit der schleudernden Maschine und zog sich beim Sturz diverse Prellungen zu. Beide Opfer kamen im Verlauf mit dem Rettungswagen in das Vehlener Klinikum. Noch an der Unfallstelle hatte der Verursacher, ein 52-Jähriger aus Bad Salzuflen, seine Schuld gegenüber Polizisten eingeräumt. Später überlegte er es sich anders und behauptete, die beste Freundin seiner Frau sei gefahren – offenbar eine Falschaussage. Vor dem Amtsgericht in Bückeburg hat der Lipper jetzt eine weitere Kehrtwende gemacht und die Tat doch noch gestanden. „Ein Geständnis mit Ach und Krach“, wie Richter Dr. Dirk von Behren meinte. Verurteilt hat von Behren den Angeklagten wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 600 Euro. Im Fall des 52-Jährigen, der als Aushilfe in einem Imbiss arbeitet, entspricht dies 30 Tagessätzen, einem Monatseinkommen also. Hinzu kommt ein Fahrverbot von zwei Monaten. „Ohne Geständnis wäre ich an die oberste Grenze gegangen, und Sie hätten sechs Monate Fahrverbot bekommen“, machte Richter von Behren dem Angeklagten klar. Die Fahrerlaubnis durfte das Gericht dem Lipper indes nicht entziehen. Dies sieht das Gesetz nur vor, wenn auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen gewendet worden ist. Für Bundesstraßen gilt die Regelung nicht. Im Straßenverkehr, so von Behren in der Urteilsbegründung, könne man schnell zum Täter oder Opfer werden. Es gebe Delikte, die jedem passieren könnten. Dazu zählt der Richter die Tat des 52-Jährigen allerdings nicht, denn: „Wer meint, auf solch einer Straße wenden zu können, dabei eine durchgezogene Linie zu überfahren und nicht zu blinken, handelt grob verkehrswidrig und rücksichtslos.“ Zwei Motorradfahrer seien erheblich verletzt worden. Die Biker waren an jenem 13. September 2019 gegen 20 Uhr mit einer Triumph Speed Triple und einer BMW F 800 R in Richtung Minden unterwegs. Zu schnell waren sie nicht. Der Unfall passierte in Höhe der Einmündung Auestraße. Vor dem Wenden fuhr der Autofahrer rechts, von den Motorradfahrern jeweils einer auf der rechten und linken Spur hinter ihm. Im Gegenzug für ein Geständnis hatte das Gericht dem nicht vorbestraften Angeklagten eine Geldstrafe von maximal 30 Tagessätzen in Aussicht gestellt. Dies erschien vertretbar, weil Ersttäter bei fahrlässiger Körperverletzung in der Regel höchstens 40 Tagessätze bekommen. Durch das Geständnis blieb dem Gericht eine aufwändige Beweisaufnahme mit etwa einem halben Dutzend Zeugen erspart – und der Frau des Angeklagten obendrein ein Strafverfahren wegen Falschaussage. Nach Aktenlage hätte die Frau vermutlich ausgesagt, dass nicht ihr Mann gefahren ist, sondern ihre Freundin.

Geldstrafe für Wendemanöver auf B83: Autofahrer brachte Motorradfahrer aus Porta zu Fall

An der Unfallstelle gab der Mann zunächst seine Schuld am Unfall zu. Symbolfoto: MT-Archiv

Porta Westfalica/Bückeburg. Für zwei Motorradfahrer aus Porta Westfalica ist ein Albtraum wahr geworden. Auf der Bundesstraße 83 in Heeßen (bei Bad Eilsen) hat ein Autofahrer vor ihnen trotz durchgezogener Linie plötzlich auf der Fahrbahn gewendet.

Ein Biker krachte daraufhin links ins Heck des Renault. Er erlitt einen Beckenbruch und einen Kreuzbandriss. Der andere Mann, ebenfalls 33 Jahre alt, kollidierte mit der schleudernden Maschine und zog sich beim Sturz diverse Prellungen zu. Beide Opfer kamen im Verlauf mit dem Rettungswagen in das Vehlener Klinikum.

Noch an der Unfallstelle hatte der Verursacher, ein 52-Jähriger aus Bad Salzuflen, seine Schuld gegenüber Polizisten eingeräumt. Später überlegte er es sich anders und behauptete, die beste Freundin seiner Frau sei gefahren – offenbar eine Falschaussage. Vor dem Amtsgericht in Bückeburg hat der Lipper jetzt eine weitere Kehrtwende gemacht und die Tat doch noch gestanden.

„Ein Geständnis mit Ach und Krach“, wie Richter Dr. Dirk von Behren meinte. Verurteilt hat von Behren den Angeklagten wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 600 Euro. Im Fall des 52-Jährigen, der als Aushilfe in einem Imbiss arbeitet, entspricht dies 30 Tagessätzen, einem Monatseinkommen also.

Hinzu kommt ein Fahrverbot von zwei Monaten. „Ohne Geständnis wäre ich an die oberste Grenze gegangen, und Sie hätten sechs Monate Fahrverbot bekommen“, machte Richter von Behren dem Angeklagten klar. Die Fahrerlaubnis durfte das Gericht dem Lipper indes nicht entziehen. Dies sieht das Gesetz nur vor, wenn auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen gewendet worden ist. Für Bundesstraßen gilt die Regelung nicht.

Im Straßenverkehr, so von Behren in der Urteilsbegründung, könne man schnell zum Täter oder Opfer werden. Es gebe Delikte, die jedem passieren könnten. Dazu zählt der Richter die Tat des 52-Jährigen allerdings nicht, denn: „Wer meint, auf solch einer Straße wenden zu können, dabei eine durchgezogene Linie zu überfahren und nicht zu blinken, handelt grob verkehrswidrig und rücksichtslos.“ Zwei Motorradfahrer seien erheblich verletzt worden.

Die Biker waren an jenem 13. September 2019 gegen 20 Uhr mit einer Triumph Speed Triple und einer BMW F 800 R in Richtung Minden unterwegs. Zu schnell waren sie nicht. Der Unfall passierte in Höhe der Einmündung Auestraße. Vor dem Wenden fuhr der Autofahrer rechts, von den Motorradfahrern jeweils einer auf der rechten und linken Spur hinter ihm.

Im Gegenzug für ein Geständnis hatte das Gericht dem nicht vorbestraften Angeklagten eine Geldstrafe von maximal 30 Tagessätzen in Aussicht gestellt. Dies erschien vertretbar, weil Ersttäter bei fahrlässiger Körperverletzung in der Regel höchstens 40 Tagessätze bekommen.

Durch das Geständnis blieb dem Gericht eine aufwändige Beweisaufnahme mit etwa einem halben Dutzend Zeugen erspart – und der Frau des Angeklagten obendrein ein Strafverfahren wegen Falschaussage. Nach Aktenlage hätte die Frau vermutlich ausgesagt, dass nicht ihr Mann gefahren ist, sondern ihre Freundin.

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