Gelbspötter beherrscht Kunst der Täuschung Fast 40 Vogelarten bei Exkursion am Südlichen See beobachtet oder gehört / Storchenbrut auf 34 Nestern Von Gisela Schwarze Porta Westfalica-Costedt (GS). Fast 40 Vogelarten sahen oder hörten die Naturfreunde, die am Sonntagmorgen früh aufstanden und die zehnte Vogelstimmenexkursion am Südlichen See erlebten. Als erfolgreiche Kooperation zwischen dem Portaner Verein Naturschutz und Heimatpflege (NHP) und der Bad Oeynhausener Natur-Arbeitsgemeinschaft (AG) feierte die beliebte Veranstaltung diesmal ihren ersten runden Geburtstag.Erwin Mattegiet aus der benachbarten Badestadt hieß den Vlothoer Ornithologen Jörg Hadasch, Biologielehrer an einem Bünder Gymnasium, willkommen und überließ ihm die Führung.Bei den zehn Vogelstimmenexkursionen hatte der eifrige Naturschützer Klaus Weißenburg kaum gefehlt. Mit Leidenschaft ist er Teilnehmer bei Maßnahmen zu Umwelt und Natur und war auch diesmal dabei. "Zu solchen Veranstaltungen brachte mich meine Tochter. Die nahm mich einige Male mit zu Unternehmungen der Grünen", dachte er zurück.Ihn habe die Thematik derart fasziniert, dass er inzwischen so viele Aktionen zu Natur und Umwelt wie möglich besuche.Trotz der schon reichlich belaubten Bäume zeigte Jörg Hadasch mit 40 unterschiedlichen Vogelarten die ornithologische Vielfalt rings um den Südlichen See. Waren einige der gefiederten Freunde nicht zu sehen, so waren sie doch alle zu hören, an ihrem Gesang zu unterscheiden und zu bestimmen.Außer einigen "Allerweltsarten" waren auch Raritäten dabei. Gleich am Parkplatz begrüßte eine Nachtigall die Exkursionsteilnehmer. Bereits zu Ostern war sie aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurückgekehrt.Eine brütende Wacholderdrossel zog hoch oben im Geäst alle Blicke durch ein aufgestelltes Fernrohr auf sich. Aus der heimischen Umgebung waren der Kuckuck und der Grünspecht zu hören.Aus einem Baumwipfel sang ein Gelbspötter, der zur Familie der Grasmücken gehört. Der kleine Sänger besitzt die große Gabe, Stimmen von Artgenossen zu imitieren. Problemlos macht er die Gesänge von Amsel, Buchfink, Rauchschwalbe, Pirol, Buntspecht oder Blaumeise nach. Freizeit-Ornithologen führt er reihenweise hinters Licht.Eine größere Kolonie Uferschwalben sichteten die Vogelliebhaber am Steilufer einer Kiesabgrabung. Die Uferschwalben waren damit beschäftigt, ihre einen Meter langen Niströhren zu graben oder sie auszubessern. Die fleißigen Schwalben, die nicht einmal so groß wie Spatzen sind, buddeln ihre Niströhren waagerecht in die Uferböschung.Informationen über WeißstorchbrutAuf dem Kiesteich schwammen ein Haubentaucher und ein stolzes Nilganspaar, das seinen elfköpfigen Nachwuchs, allerliebste Junggössen, präsentierte.Erwin Mattegiet vom Aktionskomitee "Rettet die Weißstörche" berichtete während der Exkursion über die außerordentlich gute Weißstorchsituation im Kreis Minden-Lübbecke." Auf 34 Nestern wird zurzeit gebrütet. Das ist eine unglaubliche Zahl", so Mattegiet. Die ersten Jungstörche seien bereits geschlüpft.Leider gebe es aber auch schon verhungerte Küken zu beklagen. "Weißstörche benötigen zur Aufzucht ihrer Jungen fast ausschließlich Regenwürmer. Wegen der Trockenheit befinden die sich fast unerreichbar tief im Boden", nannte er den Grund.

Gelbspötter beherrscht Kunst der Täuschung

Porta Westfalica-Costedt (GS). Fast 40 Vogelarten sahen oder hörten die Naturfreunde, die am Sonntagmorgen früh aufstanden und die zehnte Vogelstimmenexkursion am Südlichen See erlebten.

Die Exkursionsteilnehmer haben die Wachholderdrossel im Blick. - © Foto: Gisela Schwarze
Die Exkursionsteilnehmer haben die Wachholderdrossel im Blick. - © Foto: Gisela Schwarze

Als erfolgreiche Kooperation zwischen dem Portaner Verein Naturschutz und Heimatpflege (NHP) und der Bad Oeynhausener Natur-Arbeitsgemeinschaft (AG) feierte die beliebte Veranstaltung diesmal ihren ersten runden Geburtstag.

Erwin Mattegiet aus der benachbarten Badestadt hieß den Vlothoer Ornithologen Jörg Hadasch, Biologielehrer an einem Bünder Gymnasium, willkommen und überließ ihm die Führung.

Bei den zehn Vogelstimmenexkursionen hatte der eifrige Naturschützer Klaus Weißenburg kaum gefehlt. Mit Leidenschaft ist er Teilnehmer bei Maßnahmen zu Umwelt und Natur und war auch diesmal dabei. "Zu solchen Veranstaltungen brachte mich meine Tochter. Die nahm mich einige Male mit zu Unternehmungen der Grünen", dachte er zurück.

Ihn habe die Thematik derart fasziniert, dass er inzwischen so viele Aktionen zu Natur und Umwelt wie möglich besuche.

Trotz der schon reichlich belaubten Bäume zeigte Jörg Hadasch mit 40 unterschiedlichen Vogelarten die ornithologische Vielfalt rings um den Südlichen See. Waren einige der gefiederten Freunde nicht zu sehen, so waren sie doch alle zu hören, an ihrem Gesang zu unterscheiden und zu bestimmen.

Außer einigen "Allerweltsarten" waren auch Raritäten dabei. Gleich am Parkplatz begrüßte eine Nachtigall die Exkursionsteilnehmer. Bereits zu Ostern war sie aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurückgekehrt.

Eine brütende Wacholderdrossel zog hoch oben im Geäst alle Blicke durch ein aufgestelltes Fernrohr auf sich. Aus der heimischen Umgebung waren der Kuckuck und der Grünspecht zu hören.

Aus einem Baumwipfel sang ein Gelbspötter, der zur Familie der Grasmücken gehört. Der kleine Sänger besitzt die große Gabe, Stimmen von Artgenossen zu imitieren. Problemlos macht er die Gesänge von Amsel, Buchfink, Rauchschwalbe, Pirol, Buntspecht oder Blaumeise nach. Freizeit-Ornithologen führt er reihenweise hinters Licht.

Eine größere Kolonie Uferschwalben sichteten die Vogelliebhaber am Steilufer einer Kiesabgrabung. Die Uferschwalben waren damit beschäftigt, ihre einen Meter langen Niströhren zu graben oder sie auszubessern. Die fleißigen Schwalben, die nicht einmal so groß wie Spatzen sind, buddeln ihre Niströhren waagerecht in die Uferböschung.

Informationen über Weißstorchbrut

Auf dem Kiesteich schwammen ein Haubentaucher und ein stolzes Nilganspaar, das seinen elfköpfigen Nachwuchs, allerliebste Junggössen, präsentierte.

Erwin Mattegiet vom Aktionskomitee "Rettet die Weißstörche" berichtete während der Exkursion über die außerordentlich gute Weißstorchsituation im Kreis Minden-Lübbecke." Auf 34 Nestern wird zurzeit gebrütet. Das ist eine unglaubliche Zahl", so Mattegiet. Die ersten Jungstörche seien bereits geschlüpft.

Leider gebe es aber auch schon verhungerte Küken zu beklagen. "Weißstörche benötigen zur Aufzucht ihrer Jungen fast ausschließlich Regenwürmer. Wegen der Trockenheit befinden die sich fast unerreichbar tief im Boden", nannte er den Grund.

Copyright © Mindener Tageblatt 2022
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.