Gedenktafeln und ein Rosenstrauch erinnern an Konzentrationslager Unsägliches Leid an der Porta Porta Westfalica (Ly). Vor 69 Jahren ist der Zweite Weltkrieg zu Ende gegangen. Zur Erinnerung an das Schicksal der mehr als 3000 Portaner KZ-Häftlinge haben Menschen am Sonntag 69 weiße Rosen vor dem Mahnmal am Grünen Markt in Hausberge niedergelegt. Daneben steht neuerdings eine von sechs Gedenktafeln. Diese informieren über die drei Lager in Barkhausen, am Hausberger Frettholzweg und dem Pfahlweg in Neesen/Lerbeck. Sie erinnern an Zwangsarbeit in unterirdischen Stollen und Rüstungsbetrieben sowie das furchtbare Schicksal der Häftlinge. Eine siebte Tafel kommt demnächst in den Jakobsberg. Aufgestellt hat alle der Verein KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica, dessen Vorsitzender Bürgermeister Stephan Böhme ist.Nach der Gedenkstunde im Forum des Gymnasiums pflanzte Böhme am Grünen Markt einen Rosenstrauch. „Es erfüllt mich mit großem Schmerz, dass sich an der Porta Westfalica, in der von uns allen geliebten Heimat, Konzentrationslager befanden, in den Menschen unsägliches Leid erfahren haben“, sagte er. Mehr als 700 Tote sind zu beklagen. Im Anschluss ging es hinüber zum früheren Hotel „Kaiserhof“, dessen Festsaal in der Nazizeit ein KZ für bis zu 1500 Insassen war. Allein aus dem Lager Barkhausen starben rund 600 Opfer.Die Gedenkstunde empfand Böhme „wie einen Stein, der ins Wasser fällt, Kreise zieht und Wellen schlägt“. Von der „großartigen Resonanz“ auf die Veranstaltung war er schlicht „überwältigt“. Und dies ist nur der Anfang. „Wenn wir die Toten vergessen, sterben sie ein zweites Mal“, heißt es in einem Gedicht, vorgetragen von Gesamtschülerin Anna-Sophie Malecha.Irmingard Rachfall vom Portaner Seniorenbeirat versprach, die prämierte „Zeitzeugen“-Reihe in weiterführenden Schulen so lange wie möglich fortzusetzen. „Wir wollen dazu beitragen, dass sich so etwas wie die Hitler-Diktatur nie wieder ereignet“, sagte sie. Ein Grußwort sprach auch Dr. Detlef Garbe, Direktor der Gedenkstätte Neuengamme.Das dortige KZ, so Garbe, habe für den von der SS geprägten Begriff „Vernichtung durch Arbeit“ gestanden. Für Zwangsarbeit in Portaner Stollen, wo Rüstungsbetriebe einziehen sollten, galt dies ebenfalls. Die drei Lager bestanden laut Historiker Thomas Lange etwa ein Jahr lang, von März 1944 bis zur Räumung im April 1945.Thomas Hartmann, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, wies auf weitere Pläne hin. So sollen die Ergebnisse der Arbeit in einem Dokumentationszentrum gezeigt werden, das im Sockel des Kaiser-Wilhelm-Denkmals entsteht. Außerdem ist geplant, das Schicksal der Portaner Juden systematisch aufzuarbeiten. Mehr Informationen:gedenkstaette-porta.de

Gedenktafeln und ein Rosenstrauch erinnern an Konzentrationslager

Porta Westfalica (Ly). Vor 69 Jahren ist der Zweite Weltkrieg zu Ende gegangen. Zur Erinnerung an das Schicksal der mehr als 3000 Portaner KZ-Häftlinge haben Menschen am Sonntag 69 weiße Rosen vor dem Mahnmal am Grünen Markt in Hausberge niedergelegt.

Daneben steht neuerdings eine von sechs Gedenktafeln. Diese informieren über die drei Lager in Barkhausen, am Hausberger Frettholzweg und dem Pfahlweg in Neesen/Lerbeck. Sie erinnern an Zwangsarbeit in unterirdischen Stollen und Rüstungsbetrieben sowie das furchtbare Schicksal der Häftlinge. Eine siebte Tafel kommt demnächst in den Jakobsberg. Aufgestellt hat alle der Verein KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica, dessen Vorsitzender Bürgermeister Stephan Böhme ist.

Moment des Gedenkens: Auch Ortsheimatpfleger Herbert Wiese hielt am Mahnmal inne. - © Foto: Stefan Lyrath
Moment des Gedenkens: Auch Ortsheimatpfleger Herbert Wiese hielt am Mahnmal inne. - © Foto: Stefan Lyrath

Nach der Gedenkstunde im Forum des Gymnasiums pflanzte Böhme am Grünen Markt einen Rosenstrauch. „Es erfüllt mich mit großem Schmerz, dass sich an der Porta Westfalica, in der von uns allen geliebten Heimat, Konzentrationslager befanden, in den Menschen unsägliches Leid erfahren haben“, sagte er. Mehr als 700 Tote sind zu beklagen. Im Anschluss ging es hinüber zum früheren Hotel „Kaiserhof“, dessen Festsaal in der Nazizeit ein KZ für bis zu 1500 Insassen war. Allein aus dem Lager Barkhausen starben rund 600 Opfer.

Die Gedenkstunde empfand Böhme „wie einen Stein, der ins Wasser fällt, Kreise zieht und Wellen schlägt“. Von der „großartigen Resonanz“ auf die Veranstaltung war er schlicht „überwältigt“. Und dies ist nur der Anfang. „Wenn wir die Toten vergessen, sterben sie ein zweites Mal“, heißt es in einem Gedicht, vorgetragen von Gesamtschülerin Anna-Sophie Malecha.

Irmingard Rachfall vom Portaner Seniorenbeirat versprach, die prämierte „Zeitzeugen“-Reihe in weiterführenden Schulen so lange wie möglich fortzusetzen. „Wir wollen dazu beitragen, dass sich so etwas wie die Hitler-Diktatur nie wieder ereignet“, sagte sie. Ein Grußwort sprach auch Dr. Detlef Garbe, Direktor der Gedenkstätte Neuengamme.

Das dortige KZ, so Garbe, habe für den von der SS geprägten Begriff „Vernichtung durch Arbeit“ gestanden. Für Zwangsarbeit in Portaner Stollen, wo Rüstungsbetriebe einziehen sollten, galt dies ebenfalls. Die drei Lager bestanden laut Historiker Thomas Lange etwa ein Jahr lang, von März 1944 bis zur Räumung im April 1945.

Thomas Hartmann, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, wies auf weitere Pläne hin. So sollen die Ergebnisse der Arbeit in einem Dokumentationszentrum gezeigt werden, das im Sockel des Kaiser-Wilhelm-Denkmals entsteht. Außerdem ist geplant, das Schicksal der Portaner Juden systematisch aufzuarbeiten. Mehr Informationen:

gedenkstaette-porta.de

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