Garten statt Foodtruck - die kleine Crêperie zieht ins Grüne Hans-Martin Polte Porta Westfalica-Holzhausen (pte). Not macht erfinderisch. Selten hat sich eine Redewendung so bewahrheitet wie in der Zeit der Corona-Pandemie. Wenn es ums wirtschaftliche Überleben geht, sind Ideen und unternehmerische Phantasie gefragt. Auf diese Weise sind Marnie Laubinger und Rainer Vogt aus Holzhausen dazu gekommen, in ihrem Garten ein Café aufzumachen, obwohl sie eigentlich deutschlandweit mit ihren Foodtrucks auf Jahrmärkten, Stadtfesten, Festivals, Landpartien und anderen Events unter dem Namen „Die kleine Crêperie“ unterwegs sind. Da all diese Veranstaltungen der Pandemie zum Opfer gefallen sind und alle Termine abgesagt wurden, war der Unternehmerfamilie Laubinger-Vogt wie vielen anderen Kleinunternehmern in dieser Branche der wirtschaftliche Boden unter den Füssen weggezogen. Verzweiflung und Sorgen machten sich breit. Wie sollte es mit ihrem Geschäft, zu dem auch ein Firmencatering gehört, weitergehen (MT vom 20. März)? Rainer Vogt sagt heute: „In solchen Situationen muss man immer einen Plan B haben und Gelegenheiten am Schopf fassen.“ Als eine solche Gelegenheit erkannte er damals den Mangel an Masken für den Mund- und Nasenschutz. Als gelernter Raumausstatter und Hersteller von Körnerkissen, setzte er sich an seine Nähmaschine und produzierte bunte Stoffmasken, die oftmals besonderen Motiven in einigen Textilgeschäften, aber auch durch eigene Vermarktung guten Absatz fanden. Ein kleiner Schritt aus der Krise war damit getan, aber die Familie wollte nicht tatenlos auf das unbestimmte Ende der Corona-Zeit warten und plante weiter. Als Anfang Mai abzusehen war, dass es bei Gaststätten und Restaurants bald eine Lockerung mit vielen Sicherheitsvorkehrungen geben würde, kam ihnen mit Blick auf ihren großen Garten die Idee, ein kleines Garten-Café in Holzhausen, Parkweg 26, einzurichten. Man entwickelte Pläne, wie man den Garten mit den Trucks, der Bestuhlung auf Abstand und den in der „Corona-Schutzverordnungen des Landes NRW“ vorgeschriebenen Hygieneregeln zu einem Café umgestalten könnte. Auch das Ordnungsamt zog man zu Rate, berichtet Rainer Vogt: „Wir haben wir unsere Pläne im Vorfeld beraten und vor Ort alle Maßnahmen abgeklärt.“ So habe der Ordnungsamtsmitarbeiter nur einmal nach der Eröffnung kurz reinschauen müssen, um zu kontrollieren, ob alles wie besprochen eingerichtet war. „Wir hatten keine nachträglichen Probleme.“ Das Garten-Café „Die kleine Crêperie“ öffnete am Himmelfahrtstag. Marnie Laubinger erzählt erleichtert, dass sie mit dem Besuch samstags und sonntags von 14 Uhr bis 18.30 Uhr und an Feiertagen sehr zufrieden ist, zumal das Wetter, abgesehen vom vergangenen Sonntag, mitspielte. Sie kann nun mit einigen Mitarbeiterinnen all das in ihrem Garten servieren, was sie sonst auf den verschiedensten Veranstaltungen in immer wechselnden Städten den Besuchern anbietet: Crêpes in vielfachen Varianten, Waffeln, Kaffeespezialitäten, kalte Getränke und einiges mehr. Die Konzession für alkoholische Getränke soll noch beantragt werden. Anders als auf Märkten sind die beiden Gastronomen nun gefordert, für das eigene Ambiente in ihrem Outdoor-Café zu sorgen. So gibt es Kinderspielgeräte, bis zu 80 Sitzplätze an Tischen mit dem vorgeschriebenen Abstand und einen Toilettenwagen. Nach den weiteren Lockerungsmaßnahmen für Gastronomiebetriebe, die am Montag von der Landesregierung verkündet wurden und nach denen auch Veranstaltungen aus „herausragenden Anlässen“ bis zu 50 Personen erlaubt sind, können sich Laubinger und Vogt auch vorstellen, Hochzeits-,Geburtstags- oder Jubiläumsfeiern als geschlossene Gesellschaften in der Woche auszurichten. Für die weitere Zukunft hoffen beide darauf, dass wenigstens im Winter Veranstaltungen wie der Mindener und Hamelner Weihnachtmarkt möglich sind, wo sie mit ihrem Körnerkissenwagen präsent sein wollen. Und im kommenden Jahr sollen dann auch wieder die Food Trucks unterwegs sein, um Stadtfeste und große Firmenveranstaltungen anzusteuern, hofft das Paar. An dem Garten-Café wollen Marnie Laubinger und Rainer Vogt auch nach der Corona-Zeit festhalten und im nächsten Jahr zwischen März und Oktober wieder öffnen.

Garten statt Foodtruck - die kleine Crêperie zieht ins Grüne

80 Personen finden im Garten der Familie Laubinger-Vogt in Holzhausen Platz. Das Café ist an den Wochenenden und an Feiertagen bis Oktober geöffnet. Fotos: Hans-Martin Polte © polte

Porta Westfalica-Holzhausen (pte). Not macht erfinderisch. Selten hat sich eine Redewendung so bewahrheitet wie in der Zeit der Corona-Pandemie. Wenn es ums wirtschaftliche Überleben geht, sind Ideen und unternehmerische Phantasie gefragt.

Auf diese Weise sind Marnie Laubinger und Rainer Vogt aus Holzhausen dazu gekommen, in ihrem Garten ein Café aufzumachen, obwohl sie eigentlich deutschlandweit mit ihren Foodtrucks auf Jahrmärkten, Stadtfesten, Festivals, Landpartien und anderen Events unter dem Namen „Die kleine Crêperie“ unterwegs sind.

Rainer Vogt näht zwischendurch auch Masken. - © Polte
Rainer Vogt näht zwischendurch auch Masken. - © Polte

Da all diese Veranstaltungen der Pandemie zum Opfer gefallen sind und alle Termine abgesagt wurden, war der Unternehmerfamilie Laubinger-Vogt wie vielen anderen Kleinunternehmern in dieser Branche der wirtschaftliche Boden unter den Füssen weggezogen. Verzweiflung und Sorgen machten sich breit. Wie sollte es mit ihrem Geschäft, zu dem auch ein Firmencatering gehört, weitergehen (MT vom 20. März)?

Rainer Vogt sagt heute: „In solchen Situationen muss man immer einen Plan B haben und Gelegenheiten am Schopf fassen.“ Als eine solche Gelegenheit erkannte er damals den Mangel an Masken für den Mund- und Nasenschutz. Als gelernter Raumausstatter und Hersteller von Körnerkissen, setzte er sich an seine Nähmaschine und produzierte bunte Stoffmasken, die oftmals besonderen Motiven in einigen Textilgeschäften, aber auch durch eigene Vermarktung guten Absatz fanden. Ein kleiner Schritt aus der Krise war damit getan, aber die Familie wollte nicht tatenlos auf das unbestimmte Ende der Corona-Zeit warten und plante weiter.

Als Anfang Mai abzusehen war, dass es bei Gaststätten und Restaurants bald eine Lockerung mit vielen Sicherheitsvorkehrungen geben würde, kam ihnen mit Blick auf ihren großen Garten die Idee, ein kleines Garten-Café in Holzhausen, Parkweg 26, einzurichten. Man entwickelte Pläne, wie man den Garten mit den Trucks, der Bestuhlung auf Abstand und den in der „Corona-Schutzverordnungen des Landes NRW“ vorgeschriebenen Hygieneregeln zu einem Café umgestalten könnte.

Auch das Ordnungsamt zog man zu Rate, berichtet Rainer Vogt: „Wir haben wir unsere Pläne im Vorfeld beraten und vor Ort alle Maßnahmen abgeklärt.“ So habe der Ordnungsamtsmitarbeiter nur einmal nach der Eröffnung kurz reinschauen müssen, um zu kontrollieren, ob alles wie besprochen eingerichtet war. „Wir hatten keine nachträglichen Probleme.“

Das Garten-Café „Die kleine Crêperie“ öffnete am Himmelfahrtstag. Marnie Laubinger erzählt erleichtert, dass sie mit dem Besuch samstags und sonntags von 14 Uhr bis 18.30 Uhr und an Feiertagen sehr zufrieden ist, zumal das Wetter, abgesehen vom vergangenen Sonntag, mitspielte.

Sie kann nun mit einigen Mitarbeiterinnen all das in ihrem Garten servieren, was sie sonst auf den verschiedensten Veranstaltungen in immer wechselnden Städten den Besuchern anbietet: Crêpes in vielfachen Varianten, Waffeln, Kaffeespezialitäten, kalte Getränke und einiges mehr. Die Konzession für alkoholische Getränke soll noch beantragt werden.

Anders als auf Märkten sind die beiden Gastronomen nun gefordert, für das eigene Ambiente in ihrem Outdoor-Café zu sorgen. So gibt es Kinderspielgeräte, bis zu 80 Sitzplätze an Tischen mit dem vorgeschriebenen Abstand und einen Toilettenwagen.

Nach den weiteren Lockerungsmaßnahmen für Gastronomiebetriebe, die am Montag von der Landesregierung verkündet wurden und nach denen auch Veranstaltungen aus „herausragenden Anlässen“ bis zu 50 Personen erlaubt sind, können sich Laubinger und Vogt auch vorstellen, Hochzeits-,Geburtstags- oder Jubiläumsfeiern als geschlossene Gesellschaften in der Woche auszurichten.

Für die weitere Zukunft hoffen beide darauf, dass wenigstens im Winter Veranstaltungen wie der Mindener und Hamelner Weihnachtmarkt möglich sind, wo sie mit ihrem Körnerkissenwagen präsent sein wollen. Und im kommenden Jahr sollen dann auch wieder die Food Trucks unterwegs sein, um Stadtfeste und große Firmenveranstaltungen anzusteuern, hofft das Paar.

An dem Garten-Café wollen Marnie Laubinger und Rainer Vogt auch nach der Corona-Zeit festhalten und im nächsten Jahr zwischen März und Oktober wieder öffnen.

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