Freunde fürs Leben: Bernd Sülberg und Gerhard Oppawsky sind seit 62 Jahren unzertrennlich Thomas Lieske Porta Westfalica-Barkhausen (mt). Nichts konnte ihre Freundschaft zerbrechen: kein Streit, und auch nicht die mehreren hundert Kilometer, die jahrzehntelang zwischen ihren beiden Arbeitsstellen lagen. Bernd Sülberg und Gerd Oppawsky aus Porta Westfalica sind seit 62 beste Freunde. Die unzertrennliche Freundschaft begann beim Kinderturnen. Das war 1956 beim TG Vennebeck. Der Sport sollte sie zusammen schweißen. Und auch heute noch sind der 67-jährige Sülberg und sein 69-jähriger Freund sportlich aktiv. „Wir haben viele sportliche Erfolge zusammen gefeiert. Kreismeister, Fünf-Kämpfe, Aufstiege im Fußball bis in die Verbandsliga", erinnert sich Bernd Sülberg, der nach 15 Jahren bei der Bundeswehr in die freie Wirtschaft wechselte. Sie haben mit Nationalspielern wie Horst-Dieter Höttges und Berühmtheiten wie Torwart Hermann Gotthelf zusammengespielt. Sie sind gemeinsam von der Kreis- in die Verbandsliga durchmarschiert. Sie haben Rekorde in der Leichtathletik aufgestellt – immer gemeinsam. Kein Wettbewerb verging ohne den anderen. Der Sport, er prägt eine seltene Freundschaft, die bis heute hält. Doch was genau schätzt der eine an dem anderen so sehr, dass diese Freundschaft auch nach sechs Jahrzehnten noch so intensiv ist? „Wenn ich das Wort Verlässlichkeit definieren müsste, würde ich sagen: Gerhard Oppawsky." Bernd Sülberg lächelt. „Gerhard war immer da, auf ihn kann ich mich zu 100 Prozent verlassen." Und so geht es auch Oppawsky, der 42 Jahre lang Polizist war: „Wir verstehen uns blind. Nur ein Wort, und schon läuft es." Wen wundert es, dass sie da auch während ihres Berufslebens auf den gleichen Gedanken kamen: „Den Wohnort deshalb zu wechseln, das kam für uns nicht in Frage", betont Sülberg. „Wir sind jedes Wochenende gependelt", ergänzt Oppawsky. Schließlich mussten sie doch zu Hause Fußball spielen. „Disziplin, das hat uns beide schon immer verbunden", sagte Bernd Sülberg. Die war auch gefragt, als die beiden Ostern 1974 zusammen mit neun weiteren Portanern ihre Heimatstadt bei der TV-Show „Spiele ohne Grenzen" vertraten. Aus mehr als 200 Bewerbern suchte die Stadt die beiden – natürlich ausgerechnet zusammen – aus, um als Allrounder anzutreten. Auch wenn sie am Ende nur haarscharf gegen den Gegner verloren haben: „Das war schon ein Highlight unserer Freundschaft", finden die beiden. Und ganz nebenbei hat Bernd Sülberg so seine Frau kennengelernt. Denn sie war auch im Team. Nur einmal waren Bernd Sülberg und Gerhard Oppawsky so etwas wie Gegner: als sie als Spielertrainer zweier unterschiedlicher Mannschaften auf dem Spielfeld gegeneinander antreten mussten. Und selbst das konnte keinen Keil zwischen die beiden treiben. Im Gegenteil. Schnell hatten sie wieder den gleichen Gedanken und gaben den Trainerposten ab, „weil die Disziplin nicht die war, die wir vertreten", erklärt Sülberg. Dafür verbindet sie heute wieder der Fußball. In der Ü50-Mannschaft in Bad Oeynhausen spielen sie dieses Jahr in der Endrunde um die westdeutsche Meisterschaft. Doch gibt es nicht irgendein Hobby, das die beiden Männer nicht gemeinsam machen? „Gerhard spielt Golf. Das mache ich nicht", sagt Sülberg und lacht. Obwohl: In diesem Jahr wollen die beiden Freunde den Fußball endgültig beiseite legen. „Vielleicht fange ich dann doch mit Golf an", sagt Bernd Sülberg halb scherzend, halb ernst gemeint. Es wäre zumindest konsequent. Serie "Zu zweit" Bei der MT-Serie „Zu zweit" geht es um ein Team, das aus vielerlei Gründen gemeinsam unterwegs ist: im Leben, im Beruf, beim Hobby. Manchmal sind sie so aufeinander angewiesen, dass sie ihre Aufgabe ohne den anderen nicht erfüllen könnten. Manchmal ist die Zweisamkeit selbst gewählt. Die MT-Redaktion freut sich über Vorschläge – am besten per E-Mail mit einer kurzen Beschreibung, warum gerade diese beiden Vorgeschlagenen etwas Besonderes sind. Stichwort: „Zu zweit", E-Mail: lokales@MT.de

Freunde fürs Leben: Bernd Sülberg und Gerhard Oppawsky sind seit 62 Jahren unzertrennlich

Nichts konnte ihre Freundschaft, die seit 1956 hält, zerbrechen: Bernd Sülberg (rechts) und Gerhard Oppawsky haben sich beim Kinderturnen kennengelernt und machen noch heute zusammen Sport. MT- © Foto: Thomas Lieske

Porta Westfalica-Barkhausen (mt). Nichts konnte ihre Freundschaft zerbrechen: kein Streit, und auch nicht die mehreren hundert Kilometer, die jahrzehntelang zwischen ihren beiden Arbeitsstellen lagen. Bernd Sülberg und Gerd Oppawsky aus Porta Westfalica sind seit 62 beste Freunde. Die unzertrennliche Freundschaft begann beim Kinderturnen. Das war 1956 beim TG Vennebeck. Der Sport sollte sie zusammen schweißen. Und auch heute noch sind der 67-jährige Sülberg und sein 69-jähriger Freund sportlich aktiv.

„Wir haben viele sportliche Erfolge zusammen gefeiert. Kreismeister, Fünf-Kämpfe, Aufstiege im Fußball bis in die Verbandsliga", erinnert sich Bernd Sülberg, der nach 15 Jahren bei der Bundeswehr in die freie Wirtschaft wechselte. Sie haben mit Nationalspielern wie Horst-Dieter Höttges und Berühmtheiten wie Torwart Hermann Gotthelf zusammengespielt. Sie sind gemeinsam von der Kreis- in die Verbandsliga durchmarschiert. Sie haben Rekorde in der Leichtathletik aufgestellt – immer gemeinsam. Kein Wettbewerb verging ohne den anderen. Der Sport, er prägt eine seltene Freundschaft, die bis heute hält.

Doch was genau schätzt der eine an dem anderen so sehr, dass diese Freundschaft auch nach sechs Jahrzehnten noch so intensiv ist? „Wenn ich das Wort Verlässlichkeit definieren müsste, würde ich sagen: Gerhard Oppawsky." Bernd Sülberg lächelt. „Gerhard war immer da, auf ihn kann ich mich zu 100 Prozent verlassen." Und so geht es auch Oppawsky, der 42 Jahre lang Polizist war: „Wir verstehen uns blind. Nur ein Wort, und schon läuft es." Wen wundert es, dass sie da auch während ihres Berufslebens auf den gleichen Gedanken kamen: „Den Wohnort deshalb zu wechseln, das kam für uns nicht in Frage", betont Sülberg. „Wir sind jedes Wochenende gependelt", ergänzt Oppawsky. Schließlich mussten sie doch zu Hause Fußball spielen. „Disziplin, das hat uns beide schon immer verbunden", sagte Bernd Sülberg.

Die war auch gefragt, als die beiden Ostern 1974 zusammen mit neun weiteren Portanern ihre Heimatstadt bei der TV-Show „Spiele ohne Grenzen" vertraten. Aus mehr als 200 Bewerbern suchte die Stadt die beiden – natürlich ausgerechnet zusammen – aus, um als Allrounder anzutreten. Auch wenn sie am Ende nur haarscharf gegen den Gegner verloren haben: „Das war schon ein Highlight unserer Freundschaft", finden die beiden. Und ganz nebenbei hat Bernd Sülberg so seine Frau kennengelernt. Denn sie war auch im Team.

Nur einmal waren Bernd Sülberg und Gerhard Oppawsky so etwas wie Gegner: als sie als Spielertrainer zweier unterschiedlicher Mannschaften auf dem Spielfeld gegeneinander antreten mussten. Und selbst das konnte keinen Keil zwischen die beiden treiben. Im Gegenteil. Schnell hatten sie wieder den gleichen Gedanken und gaben den Trainerposten ab, „weil die Disziplin nicht die war, die wir vertreten", erklärt Sülberg. Dafür verbindet sie heute wieder der Fußball. In der Ü50-Mannschaft in Bad Oeynhausen spielen sie dieses Jahr in der Endrunde um die westdeutsche Meisterschaft.

Doch gibt es nicht irgendein Hobby, das die beiden Männer nicht gemeinsam machen? „Gerhard spielt Golf. Das mache ich nicht", sagt Sülberg und lacht. Obwohl: In diesem Jahr wollen die beiden Freunde den Fußball endgültig beiseite legen. „Vielleicht fange ich dann doch mit Golf an", sagt Bernd Sülberg halb scherzend, halb ernst gemeint. Es wäre zumindest konsequent.

Serie "Zu zweit"

Bei der MT-Serie „Zu zweit" geht es um ein Team, das aus vielerlei Gründen gemeinsam unterwegs ist: im Leben, im Beruf, beim Hobby. Manchmal sind sie so aufeinander angewiesen, dass sie ihre Aufgabe ohne den anderen nicht erfüllen könnten. Manchmal ist die Zweisamkeit selbst gewählt.

Die MT-Redaktion freut sich über Vorschläge – am besten per E-Mail mit einer kurzen Beschreibung, warum gerade diese beiden Vorgeschlagenen etwas Besonderes sind.

Stichwort: „Zu zweit", E-Mail: lokales@MT.de

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