Freude bei Anwohnern, Ärger bei Unternehmen: Politiker stimmen für Sperrung des Holtruper Eschwegs Dirk Haunhorst Porta Westfalica-Holtrup. Anwohner freuen sich darüber, die Gewerbetreibenden ärgert es: Der Eschweg in Holtrup bleibt gesperrt. Das haben die Politiker im Bauausschuss einmütig beschlossen. Mehrere Anwohner der Straßen Eschweg, Nordweg und Wulfshagen spendeten nach der Entscheidung spontan Beifall. Sie hatten zuvor mit Unterstützung von Ratsherr Siegfried Linder (SPD) deutlich gemacht, wie wichtig die Abbindung des Eschwegs in puncto Verkehrssicherheit aus ihrer Sicht ist. Höhenbegrenzungen und Verengungen hätten in der Vergangenheit nicht den gewünschten Effekt erzielt, um Lastwagen- und Autofahrer zu bewegen, eine andere Route ins Gewerbegebiet zu nehmen. So seien die Höhenbegrenzungen auf dem Eschweg nahezu ein Dutzend Mal beschädigt worden. Ein Anwohner berichtete, dass trotz Tempo-30-Schildern gerast werde und man Angst um die Kinder habe. Die Verkehrsverstöße würden zumeist von Mitarbeitern der Gewerbebetriebe begangen. Die Stadt hatte im Dezember den Eschweg zunächst versuchsweise gesperrt und erhielt dafür neben Zustimmung auch Kritik. So hatten zwölf Unternehmen in einem Antrag gefordert, die Verbindung zwischen der Holtruper Straße (L 778) und dem Gewerbegebiet wieder zu öffnen. Die Unterzeichner argumentierten, der Eschweg entlaste die Zufahrt Rehwinkel und sei auch als Rettungsweg wichtig. Überdies sei für Veranstaltungen mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen, etwa beim Julmi-Frühlingsfest, das Abfließen des Verkehrs in Richtung Südstraße/lm Dickert notwendig, damit es nicht zu gefährlichen Verkehrssituationen an der Einfahrt Eschweg/Holtruper Straße komme. „Eine dauerhafte Schließung des Eschwegs finde ich nicht gut“, sagte Andreas Julmi vom gleichnamigen Gartenfachmarkt gestern auf MT-Anfrage. Die Straße sei sicherlich nicht für Schwerlastverkehr geeignet, aber doch für Kunden und Mitarbeiter wichtig. Julmi will sich mit den anderen Gewerbetreibenden kurzschließen, um zu überlegen, welche Möglichkeiten jetzt noch bleiben, um eventuell einen Kompromiss zu finden. Dieser könnte beispielsweise darin bestehen, in die Fahrbahn entsprechende Hindernisse wie „Berliner Kissen“ als Bremsschwellen einzubauen. Das hatten die Unternehmen bereits in ihrem Antrag vorgeschlagen. Dass der Eschweg als Rettungsweg tauge, weisen die Anwohner zurück. Wegen der bestehenden Höhenbegrenzungen hätten Rettungswagen und viele Feuerwehrfahrzeuge die Stellen ohnehin nicht passieren können. Und zu den Veranstaltungen meinen die Anwohner, dass bei solchen Terminen in der Vergangenheit der Eschweg so zugeparkt worden sei, dass Rettungsdienste ihn im Ernstfall nicht hätten passieren können. Die Anwohner hatten im Bauausschuss ein Heimspiel. Angehörige betroffener Firmen saßen offenbar nicht in den Zuschauerreihen. Zu Wort meldeten sich ausschließlich Anwohner, die leidenschaftlich für die Abbindung plädierten und die Politiker damit überzeugten. Durch die Sperrung sei ein Gefühl von Lebensqualität und Ruhe zurückgekehrt, beschreiben die Anwohner die Veränderung.

Freude bei Anwohnern, Ärger bei Unternehmen: Politiker stimmen für Sperrung des Holtruper Eschwegs

Porta Westfalica-Holtrup. Anwohner freuen sich darüber, die Gewerbetreibenden ärgert es: Der Eschweg in Holtrup bleibt gesperrt. Das haben die Politiker im Bauausschuss einmütig beschlossen. Mehrere Anwohner der Straßen Eschweg, Nordweg und Wulfshagen spendeten nach der Entscheidung spontan Beifall. Sie hatten zuvor mit Unterstützung von Ratsherr Siegfried Linder (SPD) deutlich gemacht, wie wichtig die Abbindung des Eschwegs in puncto Verkehrssicherheit aus ihrer Sicht ist.

Der Eschweg ist seit Ende 2020 gesperrt und soll es auch bleiben. Zuvor waren die Höhenbegrenzungen etliche Male beschädigt worden.

MT-Foto: Dirk Haunhorst - © c
Der Eschweg ist seit Ende 2020 gesperrt und soll es auch bleiben. Zuvor waren die Höhenbegrenzungen etliche Male beschädigt worden.
MT-Foto: Dirk Haunhorst - © c

Höhenbegrenzungen und Verengungen hätten in der Vergangenheit nicht den gewünschten Effekt erzielt, um Lastwagen- und Autofahrer zu bewegen, eine andere Route ins Gewerbegebiet zu nehmen. So seien die Höhenbegrenzungen auf dem Eschweg nahezu ein Dutzend Mal beschädigt worden. Ein Anwohner berichtete, dass trotz Tempo-30-Schildern gerast werde und man Angst um die Kinder habe. Die Verkehrsverstöße würden zumeist von Mitarbeitern der Gewerbebetriebe begangen.

Die Stadt hatte im Dezember den Eschweg zunächst versuchsweise gesperrt und erhielt dafür neben Zustimmung auch Kritik. So hatten zwölf Unternehmen in einem Antrag gefordert, die Verbindung zwischen der Holtruper Straße (L 778) und dem Gewerbegebiet wieder zu öffnen. Die Unterzeichner argumentierten, der Eschweg entlaste die Zufahrt Rehwinkel und sei auch als Rettungsweg wichtig. Überdies sei für Veranstaltungen mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen, etwa beim Julmi-Frühlingsfest, das Abfließen des Verkehrs in Richtung Südstraße/lm Dickert notwendig, damit es nicht zu gefährlichen Verkehrssituationen an der Einfahrt Eschweg/Holtruper Straße komme.

„Eine dauerhafte Schließung des Eschwegs finde ich nicht gut“, sagte Andreas Julmi vom gleichnamigen Gartenfachmarkt gestern auf MT-Anfrage. Die Straße sei sicherlich nicht für Schwerlastverkehr geeignet, aber doch für Kunden und Mitarbeiter wichtig. Julmi will sich mit den anderen Gewerbetreibenden kurzschließen, um zu überlegen, welche Möglichkeiten jetzt noch bleiben, um eventuell einen Kompromiss zu finden. Dieser könnte beispielsweise darin bestehen, in die Fahrbahn entsprechende Hindernisse wie „Berliner Kissen“ als Bremsschwellen einzubauen. Das hatten die Unternehmen bereits in ihrem Antrag vorgeschlagen.

Dass der Eschweg als Rettungsweg tauge, weisen die Anwohner zurück. Wegen der bestehenden Höhenbegrenzungen hätten Rettungswagen und viele Feuerwehrfahrzeuge die Stellen ohnehin nicht passieren können. Und zu den Veranstaltungen meinen die Anwohner, dass bei solchen Terminen in der Vergangenheit der Eschweg so zugeparkt worden sei, dass Rettungsdienste ihn im Ernstfall nicht hätten passieren können. Die Anwohner hatten im Bauausschuss ein Heimspiel. Angehörige betroffener Firmen saßen offenbar nicht in den Zuschauerreihen. Zu Wort meldeten sich ausschließlich Anwohner, die leidenschaftlich für die Abbindung plädierten und die Politiker damit überzeugten. Durch die Sperrung sei ein Gefühl von Lebensqualität und Ruhe zurückgekehrt, beschreiben die Anwohner die Veränderung.

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