Freibad im Standby-Modus: Wie das Porta-Bad sich auf die Saison vorbereitet Thomas Lieske Porta Westfalica-Hausberge. Die Abfallbehälter sind bereits mit Müllsäcken bestückt. Der Porta-Badbetriebsleiter Friedel Schmedtlevin würde sie lieber morgen als übermorgen aus dem verschlossenen Raum im Freibad nach draußen auf die Wiese stellen. Doch bis dahin werden wohl noch einige Tage vergehen. Bevor die Inzidenz nicht stabil unter 50 liegt, ist an einen richtigen Betrieb des Freizeitbades nicht zu denken. Trotzdem hat das Porta-Bad-Team den großen Frühjahrsputz bereits erledigt. Die Hoffnung, dass zu oder nach Pfingsten zumindest die ersten Schwimmer fürs reine Bahnschwimmen wieder ins Außenbecken dürfen, ist groß. „Wir könnten sofort loslegen“, sagt Schmedtlevin. Die Becken sind mit Tausenden Kubikmetern Wasser gefüllt. Der TÜV hat bereits alle Spielanlagen und die große Wasserrutsche abgenommen. Und ein neues Blockheizkraftwerk kann demnächst für die richtige Wassertemperatur sorgen. Nur der Wassersauger muss noch die letzten Dreckreste vom Beckenboden aufsaugen. Doch lohnt sich derzeit ein Badbetrieb im Standby-Modus? Randulph Noack ist zuversichtlich. Er ist Geschäftsführer der Stadtwerke Porta, die das Bad betreiben. Und er kennt die Zahlen aus dem vergangenen Corona-Jahr: „Natürlich fehlt uns einiges an Umsatz. Aber es gab auch deutlich weniger Ausgaben. Somit steht unterm Strich ein Ergebnis, das ähnlich ausfiel wie in einem normalen Jahr“, sagt Noack. Konkret spricht er von 265.000 Euro Umsatz im vergangenen Jahr. Dem gegenüber standen fast 800.000 Euro an Ausgaben. Zwar hatte das Porta-Bad 2019 Umsätze von 472.000 Euro, da schlugen aber auch Ausgaben von fast 1,1 Millionen Euro zu Buche. Die Verlustrechnung bewegt sich damit auf einem ähnlichen Niveau. Deutlich zu spüren war im vergangenen Jahr durch die Schließzeiten der Rückgang bei den Besucherzahlen. 45.500 Gäste verzeichnete das Team des Porta-Bads – Schulklassen bereits mit eingerechnet. „Das war ungefähr die Hälfte von einem normalen Jahr“, sagt Noack. Kein Wunder, war das Freibad doch an allen Tagen auf 450 Besucher gleichzeitig begrenzt. „Wir sind ständig an die Obergrenze gestoßen und mussten Gäste warten lassen oder leider wegschicken“, bedauert Friedel Schmedtlevin. Und als dann nach den Sommerferien klar war, dass Schulklassen keinen Schwimmunterricht nehmen dürfen, brachen die Zahlen weiter ein. Sowieso fiel die Hallenbad-Saison nur kurz aus. „Anfang November mussten wir wieder schließen. Weil mir sehr schnell klar war, dass die Schließung länger dauern wird, haben wir uns dazu entschlossen, das Wasser abzulassen und das Bad herunterzufahren“, erinnert sich Randulph Noack. Das Wasser in den Becken zu lassen und einfach nur den Rest herunterzufahren, das funktioniere in einer solchen Schwimmhalle einfach nicht, weiß Badbetriebsleiter Schmedtlevin. „Pro Stunde verdunsten zwei Badewannen voll Wasser. Diese Luft müsste ständig ausgetauscht werden.“ Und das gehe nur, wenn die Schwimmhalle auf einer Temperatur von mehr als 30 Grad gehalten werde. „Nach allerspätestens sechs Wochen wäre es günstiger geworden, komplett neues Wasser einzulassen sollte sich eine Öffnungsperspektive abzeichnen“, erklärt Schmedtlevin. Doch diese Perspektive gab es nie – im Gegenteil. Die Zahlen gingen rapide nach oben. „Die Entscheidung, das Bad so weit wie möglich herunterzufahren, war zwar schmerzhaft, aber goldrichtig“, sagt Randulph Noack. Anders als jetzt das Freibad, lasse sich ein Hallenbad nicht einfach so im Standby-Modus halten. Die Hallensaison ist vorüber. Jetzt konzentriert sich das Team auf eine mögliche erste Öffnung nach oder zu Pfingsten. „Wir haben die Zeit genutzt, um einiges zu reparieren oder auszutauschen. Neben einem neuen Blockheizkraftwerk musste der Imbissbereich saniert werden. Ein Brand im Sommer hatte hohen Schaden angerichtet. Dabei ist auch gleich eine neue Abluftanlage für die Fritteusen eingebaut worden. Neue Wasserleitungen gibt es einige Meter weiter im Sanitärbereich. Der Lärm von Bohrhämmern schallt an diesem Montagmorgen über die Wiese. Baustaub steigt aus dem Bereich auf. Hier sind die Handwerker noch beschäftigt, die letzten Frostschäden zu beseitigen. Wenn die Arbeiter in wenigen Tagen fertig sind, können die Mitarbeiter auch dort ein letztes Mal den Bodenwischer schwingen, bevor es dann bald am Sprengelweg wieder heißt: ab ins kühle Nass.

Freibad im Standby-Modus: Wie das Porta-Bad sich auf die Saison vorbereitet

Das Schwimmbecken ist startklar. Jetzt warten Badbetriebsleiter Friedel Schmedtlevin (rechts) und Stadtwerke-Geschäftsführer Randulph Noack auf ein Signal, dass das Porta-Bad öffnen darf. MT-Foto: Thomas Lieske © Thomas Lieske

Porta Westfalica-Hausberge. Die Abfallbehälter sind bereits mit Müllsäcken bestückt. Der Porta-Badbetriebsleiter Friedel Schmedtlevin würde sie lieber morgen als übermorgen aus dem verschlossenen Raum im Freibad nach draußen auf die Wiese stellen. Doch bis dahin werden wohl noch einige Tage vergehen. Bevor die Inzidenz nicht stabil unter 50 liegt, ist an einen richtigen Betrieb des Freizeitbades nicht zu denken. Trotzdem hat das Porta-Bad-Team den großen Frühjahrsputz bereits erledigt. Die Hoffnung, dass zu oder nach Pfingsten zumindest die ersten Schwimmer fürs reine Bahnschwimmen wieder ins Außenbecken dürfen, ist groß.

„Wir könnten sofort loslegen“, sagt Schmedtlevin. Die Becken sind mit Tausenden Kubikmetern Wasser gefüllt. Der TÜV hat bereits alle Spielanlagen und die große Wasserrutsche abgenommen. Und ein neues Blockheizkraftwerk kann demnächst für die richtige Wassertemperatur sorgen. Nur der Wassersauger muss noch die letzten Dreckreste vom Beckenboden aufsaugen. Doch lohnt sich derzeit ein Badbetrieb im Standby-Modus? Randulph Noack ist zuversichtlich. Er ist Geschäftsführer der Stadtwerke Porta, die das Bad betreiben. Und er kennt die Zahlen aus dem vergangenen Corona-Jahr: „Natürlich fehlt uns einiges an Umsatz. Aber es gab auch deutlich weniger Ausgaben. Somit steht unterm Strich ein Ergebnis, das ähnlich ausfiel wie in einem normalen Jahr“, sagt Noack. Konkret spricht er von 265.000 Euro Umsatz im vergangenen Jahr. Dem gegenüber standen fast 800.000 Euro an Ausgaben. Zwar hatte das Porta-Bad 2019 Umsätze von 472.000 Euro, da schlugen aber auch Ausgaben von fast 1,1 Millionen Euro zu Buche. Die Verlustrechnung bewegt sich damit auf einem ähnlichen Niveau.

Großputz im Außenbecken: Bevor das Wasser kam, säuberten die Mitarbeiter das Schwimmbecken. Foto: Randulph Noack - © Randulph Noack
Großputz im Außenbecken: Bevor das Wasser kam, säuberten die Mitarbeiter das Schwimmbecken. Foto: Randulph Noack - © Randulph Noack

Deutlich zu spüren war im vergangenen Jahr durch die Schließzeiten der Rückgang bei den Besucherzahlen. 45.500 Gäste verzeichnete das Team des Porta-Bads – Schulklassen bereits mit eingerechnet. „Das war ungefähr die Hälfte von einem normalen Jahr“, sagt Noack. Kein Wunder, war das Freibad doch an allen Tagen auf 450 Besucher gleichzeitig begrenzt. „Wir sind ständig an die Obergrenze gestoßen und mussten Gäste warten lassen oder leider wegschicken“, bedauert Friedel Schmedtlevin. Und als dann nach den Sommerferien klar war, dass Schulklassen keinen Schwimmunterricht nehmen dürfen, brachen die Zahlen weiter ein.

Sowieso fiel die Hallenbad-Saison nur kurz aus. „Anfang November mussten wir wieder schließen. Weil mir sehr schnell klar war, dass die Schließung länger dauern wird, haben wir uns dazu entschlossen, das Wasser abzulassen und das Bad herunterzufahren“, erinnert sich Randulph Noack. Das Wasser in den Becken zu lassen und einfach nur den Rest herunterzufahren, das funktioniere in einer solchen Schwimmhalle einfach nicht, weiß Badbetriebsleiter Schmedtlevin. „Pro Stunde verdunsten zwei Badewannen voll Wasser. Diese Luft müsste ständig ausgetauscht werden.“ Und das gehe nur, wenn die Schwimmhalle auf einer Temperatur von mehr als 30 Grad gehalten werde. „Nach allerspätestens sechs Wochen wäre es günstiger geworden, komplett neues Wasser einzulassen sollte sich eine Öffnungsperspektive abzeichnen“, erklärt Schmedtlevin. Doch diese Perspektive gab es nie – im Gegenteil. Die Zahlen gingen rapide nach oben. „Die Entscheidung, das Bad so weit wie möglich herunterzufahren, war zwar schmerzhaft, aber goldrichtig“, sagt Randulph Noack. Anders als jetzt das Freibad, lasse sich ein Hallenbad nicht einfach so im Standby-Modus halten.

Die Hallensaison ist vorüber. Jetzt konzentriert sich das Team auf eine mögliche erste Öffnung nach oder zu Pfingsten. „Wir haben die Zeit genutzt, um einiges zu reparieren oder auszutauschen. Neben einem neuen Blockheizkraftwerk musste der Imbissbereich saniert werden. Ein Brand im Sommer hatte hohen Schaden angerichtet. Dabei ist auch gleich eine neue Abluftanlage für die Fritteusen eingebaut worden. Neue Wasserleitungen gibt es einige Meter weiter im Sanitärbereich. Der Lärm von Bohrhämmern schallt an diesem Montagmorgen über die Wiese. Baustaub steigt aus dem Bereich auf. Hier sind die Handwerker noch beschäftigt, die letzten Frostschäden zu beseitigen. Wenn die Arbeiter in wenigen Tagen fertig sind, können die Mitarbeiter auch dort ein letztes Mal den Bodenwischer schwingen, bevor es dann bald am Sprengelweg wieder heißt: ab ins kühle Nass.

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