Experten untersuchen archäologische Schätze vom Acker Dirk Haunhorst Porta Westfalica-Veltheim. Kaum hat der Heimatverein Veltheim ein paar ungewöhnliche Fundstücke in seine Obhut genommen, ist er sie auch schon wieder los – vorerst. Experten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) werden sich in den nächsten Wochen eine Pfeilspitze sowie steinerne Reste eines Beils und einer Axt anschauen, um sie möglichst eindeutig zu bestimmen. Vor allem die Pfeilspitze könnte archäologisch wertvoll sein. Vor Jahrzehnten hatte der Landwirt Jürgen Körting die Dinge auf seinem Acker gefunden und dann zu Hause verwahrt. Vor einigen Wochen entschied der Veltheimer, die Funde dem Heimatverein zu vermachen, damit sie nicht in Vergessenheit geraten und für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Das MT berichtete darüber am 26. Juni. Der Zeitungsartikel stieß bei Daniel Bake auf großes Interesse. Er arbeitet für die „Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke“ und entdeckte in dem Bericht einige Ungenauigkeiten. So sei das von einem Geologen vermutete Alter der Fundstücke falsch. Um sich ein besseres Bild zu verschaffen, besuchte Bake gestern mit seinen Vereinskollegen Willi Köster und Bernd Höhle die Veltheimer Heimatstube. Die Pfeilspitze sei außergewöhnlich, stellten sie nach näherer Inspektion fest. Diese Form sei ihnen im Kreis Minden-Lübbecke bislang nicht untergekommen. Bake und seine Vereinskollegen werden die Funde nun zwecks wissenschaftlicher Betrachtung zur LWL-Außenstelle in Bielefeld bringen, um sie dort genauer untersuchen zu lassen. Ohnehin seien derartige Funde kein Privatbesitz, sondern müssten als „bewegliche Bodendenkmale“ der amtlichen Archäologie gemeldet und vorgelegt werden. Daniel Bake möchte außerdem gerne den Hof Körting besuchen, um Genaueres über die Fundstelle zu erfahren. Vielleicht liefern Pfeilspitze sowie Axt und Beil Hinweise auf einen Siedlungsplatz. Der wäre dann aber deutlich jünger, als in dem ersten MT-Artikel beschrieben. So stamme der für die Pfeilspitze verarbeitete Feuerstein aus der Bronzezeit, erklärt Bake, die Spitze sei damit etwa 2.800 bis 4.200 Jahre alt, aber auf keinen Fall noch 10.000 Jahre älter, wie im ersten Bericht vermutet. Landwirt Körting hatte dem Heimatverein auch einige Fossilien übergeben. Diese werden durchaus häufiger gefunden und sind für Archäologen ohnehin von nachrangigem Interesse. Zu den Fundstücken zählt zudem ein Stein, der eine fast faustkeilähnliche Form hat, aber tatsächlich nichts anderes sei als ein Stein und damit wertlos, so Bake. Derartige „Entdeckungen“ gebe es öfter, beispielsweise wenn Ackersteine vom Pflug getroffen werden. Hans-Herbert Hawes, Vorsitzender des Heimatvereins, freut sich über das archäologische Interesse an den Vetheimer Fundstücken. Er überlässt diese gerne Bake und dessen Kollegen zur Weitergabe an den LWL; über die Leihgabe wurde sogar ein richtiger Vertrag aufgesetzt. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Pfeilspitze aufgrund ihrer wissenschaftlichen Bedeutung in das sogenannte „Schatzregal“ des Landes und damit in dessen Besitz übergehe, berichten die drei ehrenamtlichen Archäologen. Vielleicht kehren sämtliche guten Stücke aber schon bald in die Heimatstube zurück, sauber dokumentiert und erläutert – und wie im Fall einer alten Münze aus dem 17. Jahrhundert sogar überarbeitet: „Wir übernehmen deren Restaurierung“, verspricht Daniel Bake dem Heimatverein-Vorsitzenden. Das wäre gleichsam ein Jubiläumsgeschenk: Der Heimatverein feiert im November sein 25-jähriges Bestehen.

Experten untersuchen archäologische Schätze vom Acker

Die ehrenamtlichen Archäologen Bernd Höhle, Daniel Bake und Willi Köster (von links) besuchten gestern die Heimatstube in der Grundschule. Rechts Heimatvereins-Vorsitzender Hans-Herbert Hawes. MT-Foto: Dirk Haunhorst © haunhorst

Porta Westfalica-Veltheim. Kaum hat der Heimatverein Veltheim ein paar ungewöhnliche Fundstücke in seine Obhut genommen, ist er sie auch schon wieder los – vorerst. Experten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) werden sich in den nächsten Wochen eine Pfeilspitze sowie steinerne Reste eines Beils und einer Axt anschauen, um sie möglichst eindeutig zu bestimmen. Vor allem die Pfeilspitze könnte archäologisch wertvoll sein.

Vor Jahrzehnten hatte der Landwirt Jürgen Körting die Dinge auf seinem Acker gefunden und dann zu Hause verwahrt. Vor einigen Wochen entschied der Veltheimer, die Funde dem Heimatverein zu vermachen, damit sie nicht in Vergessenheit geraten und für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Das MT berichtete darüber am 26. Juni.

Diese Pfeilspitze ist archäologisch von besonderem Interesse. - © haunhorst
Diese Pfeilspitze ist archäologisch von besonderem Interesse. - © haunhorst

Der Zeitungsartikel stieß bei Daniel Bake auf großes Interesse. Er arbeitet für die „Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke“ und entdeckte in dem Bericht einige Ungenauigkeiten. So sei das von einem Geologen vermutete Alter der Fundstücke falsch. Um sich ein besseres Bild zu verschaffen, besuchte Bake gestern mit seinen Vereinskollegen Willi Köster und Bernd Höhle die Veltheimer Heimatstube. Die Pfeilspitze sei außergewöhnlich, stellten sie nach näherer Inspektion fest. Diese Form sei ihnen im Kreis Minden-Lübbecke bislang nicht untergekommen.

Bake und seine Vereinskollegen werden die Funde nun zwecks wissenschaftlicher Betrachtung zur LWL-Außenstelle in Bielefeld bringen, um sie dort genauer untersuchen zu lassen. Ohnehin seien derartige Funde kein Privatbesitz, sondern müssten als „bewegliche Bodendenkmale“ der amtlichen Archäologie gemeldet und vorgelegt werden. Daniel Bake möchte außerdem gerne den Hof Körting besuchen, um Genaueres über die Fundstelle zu erfahren.

Vielleicht liefern Pfeilspitze sowie Axt und Beil Hinweise auf einen Siedlungsplatz. Der wäre dann aber deutlich jünger, als in dem ersten MT-Artikel beschrieben. So stamme der für die Pfeilspitze verarbeitete Feuerstein aus der Bronzezeit, erklärt Bake, die Spitze sei damit etwa 2.800 bis 4.200 Jahre alt, aber auf keinen Fall noch 10.000 Jahre älter, wie im ersten Bericht vermutet.

Landwirt Körting hatte dem Heimatverein auch einige Fossilien übergeben. Diese werden durchaus häufiger gefunden und sind für Archäologen ohnehin von nachrangigem Interesse. Zu den Fundstücken zählt zudem ein Stein, der eine fast faustkeilähnliche Form hat, aber tatsächlich nichts anderes sei als ein Stein und damit wertlos, so Bake. Derartige „Entdeckungen“ gebe es öfter, beispielsweise wenn Ackersteine vom Pflug getroffen werden.

Hans-Herbert Hawes, Vorsitzender des Heimatvereins, freut sich über das archäologische Interesse an den Vetheimer Fundstücken. Er überlässt diese gerne Bake und dessen Kollegen zur Weitergabe an den LWL; über die Leihgabe wurde sogar ein richtiger Vertrag aufgesetzt. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Pfeilspitze aufgrund ihrer wissenschaftlichen Bedeutung in das sogenannte „Schatzregal“ des Landes und damit in dessen Besitz übergehe, berichten die drei ehrenamtlichen Archäologen.

Vielleicht kehren sämtliche guten Stücke aber schon bald in die Heimatstube zurück, sauber dokumentiert und erläutert – und wie im Fall einer alten Münze aus dem 17. Jahrhundert sogar überarbeitet: „Wir übernehmen deren Restaurierung“, verspricht Daniel Bake dem Heimatverein-Vorsitzenden. Das wäre gleichsam ein Jubiläumsgeschenk: Der Heimatverein feiert im November sein 25-jähriges Bestehen.

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