Erziehungsschnitt bringt Obstbäume in Lohfeld in Form Verein Naturschutz und Heimatpflege zeigt fachgerechtes Schneiden / Bedingung für eine gute Ernte Von Gisela Schwarze Porta Westfalica-Möllbergen (GS). Auf drei Streuobstwiesen in Lohfeld und Möllbergen können sich die Baumkronen nun unter besten Voraussetzungen ausbilden. Dafür sorgte am Wochenende die Baumschnittaktion des Vereins Naturschutz und Heimatpflege Porta (NHP). Holger Hansing aus dem NHP-Vorstand führte die Regie übers fachgerechte Schneiden. Mit Stehleitern, Rosen- und Astscheren sowie Sicheln, mit Rasenscheren für die Kanten und mit Akku-Freischneidern (Trimmern) rückten die Naturfreunde an, um den Bäumen auf den Streuobstwiesen einen "Erziehungsschnitt" zu verpassen.Dieser Schnitt sei die Voraussetzung für eine optimale Krone beim ausgewachsenen Baum, hörten die Hobbygärtner von Holger Hansing. "Trotz des heutigen leichten Frostes können wir die Bäume problemlos schneiden. Frostschäden sind bei diesen Temperaturen nicht zu erwarten. Wir achten darauf, dass ein Leitast und einige Seitenäste vorhanden bleiben", demonstrierte Holger Hansing den Erziehungsschnitt.Alle Äste, die nach innen oder überkreuz wuchsen, wurden sorgfältig entfernt. Die übrigen Äste kürzte man, maximal um ein Drittel ihrer Länge. Notwendig sei das, um den Obstbäumen einen Wachstumsimpuls zu geben.Der Baumpate Hagen Schülke machte sich mit Feuereifer daran, auf dem Möllberger Biobauernhof, Im Harksiek 54, den Erziehungsschnitt an seinem dortigen Paten-Apfelbaum der alten Sorte "Alkmene" durchzuführen. Dieser Hochstamm sei eine tolle Apfelsorte, resistent gegen Mehltau. Bereits nach einem Jahr habe ihm der Patenbaum im vorigen Sommer drei köstliche Äpfel geliefert. "Da habe ich mir gleich zu Hause auch solch einen Alkmene-Hochstamm gepflanzt", erzählt er begeistert.Juri Macholz und Ehefrau Tanja sind zwar keine Baumpaten, profitieren aber dennoch gern von der Schnittaktion. "Als die Streuobstwiesen angelegt wurden, wohnten wir noch gar nicht hier in Porta Westfalica. Nun möchten wir eigene Bäume anpflanzen und ich bin dankbar, alles über Baumpflege und Schnitt zu lernen", berichtete Juri Macholz.Er widmete sich dem Apfelbaum "Kaiser Wilhelm", der erst nach sieben oder acht Jahren Früchte trägt. "Die Apfelsorte Alkmene kann bereits nach einem Jahr Äpfel liefern, der Kaiser Wilhelm ist mit etwa acht Jahren das andere Extrem", sagte Holger Hansing.Robuste Obstsorten auf der PatenwieseAuf der Patenwiese in Möllbergen wachsen 20 Hochstämme, ausnahmslos alte robuste Obstsorten: Äpfel, Birnen und Kirschen. Vor zwei Jahren entschieden sich 13 Paten für unterschiedliche Bäume, die sie 20 Jahre lang nutzen und pflegen dürfen. Da einige Bäume in ihrer Entwicklung bisher hinter den Erwartungen zurückblieben, wird Rinderdung vom Biobauernhof nachhelfen. Beim Erziehungsschnitt gewannen die Baumpaten Reiser alter Obstsorten, die dann am 23. Februar auf der Reiserbörse im Hausberger Kurpark zu bekommen sind.Schafe halten Baumscheiben freiIn Möllbergen konnten sich die Hobbygärtner das Freischneiden der Baumscheiben sparen, weil die dort grasenden Schafe das erledigten. Sie fraßen unter den Abzäunungen hindurch und hielten die Baumscheiben dadurch frei. "Die Wühlmausgefahr ist so gebannt. Sind die Baumscheiben nicht frei, haben die Mäuse dort ideale Rückzugsorte, um die leckeren jungen Baumwurzeln abzuknabbern", erklärte Holger Hansing.Auf den beiden NHP-Patenwiesen in Lohfeld gibt es 22 Bäume, betreut von 17 Paten. Dort verfuhren die Obstbaumfreunde beim Erziehungsschnitt nach demselben Prinzip wie in Möllbergen. Sie sammelten auch hier die Reiser, um sie zur Veredelung während der beliebten Reiserbörse in zwei Wochen abzugeben.

Erziehungsschnitt bringt Obstbäume in Lohfeld in Form

Porta Westfalica-Möllbergen (GS). Auf drei Streuobstwiesen in Lohfeld und Möllbergen können sich die Baumkronen nun unter besten Voraussetzungen ausbilden. Dafür sorgte am Wochenende die Baumschnittaktion des Vereins Naturschutz und Heimatpflege Porta (NHP).

Holger Hansing aus dem NHP-Vorstand führte die Regie übers fachgerechte Schneiden. Mit Stehleitern, Rosen- und Astscheren sowie Sicheln, mit Rasenscheren für die Kanten und mit Akku-Freischneidern (Trimmern) rückten die Naturfreunde an, um den Bäumen auf den Streuobstwiesen einen "Erziehungsschnitt" zu verpassen.

Dieser Schnitt sei die Voraussetzung für eine optimale Krone beim ausgewachsenen Baum, hörten die Hobbygärtner von Holger Hansing. "Trotz des heutigen leichten Frostes können wir die Bäume problemlos schneiden. Frostschäden sind bei diesen Temperaturen nicht zu erwarten. Wir achten darauf, dass ein Leitast und einige Seitenäste vorhanden bleiben", demonstrierte Holger Hansing den Erziehungsschnitt.

Alle Äste, die nach innen oder überkreuz wuchsen, wurden sorgfältig entfernt. Die übrigen Äste kürzte man, maximal um ein Drittel ihrer Länge. Notwendig sei das, um den Obstbäumen einen Wachstumsimpuls zu geben.

Der Baumpate Hagen Schülke machte sich mit Feuereifer daran, auf dem Möllberger Biobauernhof, Im Harksiek 54, den Erziehungsschnitt an seinem dortigen Paten-Apfelbaum der alten Sorte "Alkmene" durchzuführen. Dieser Hochstamm sei eine tolle Apfelsorte, resistent gegen Mehltau. Bereits nach einem Jahr habe ihm der Patenbaum im vorigen Sommer drei köstliche Äpfel geliefert. "Da habe ich mir gleich zu Hause auch solch einen Alkmene-Hochstamm gepflanzt", erzählt er begeistert.

Juri Macholz und Ehefrau Tanja sind zwar keine Baumpaten, profitieren aber dennoch gern von der Schnittaktion. "Als die Streuobstwiesen angelegt wurden, wohnten wir noch gar nicht hier in Porta Westfalica. Nun möchten wir eigene Bäume anpflanzen und ich bin dankbar, alles über Baumpflege und Schnitt zu lernen", berichtete Juri Macholz.

Er widmete sich dem Apfelbaum "Kaiser Wilhelm", der erst nach sieben oder acht Jahren Früchte trägt. "Die Apfelsorte Alkmene kann bereits nach einem Jahr Äpfel liefern, der Kaiser Wilhelm ist mit etwa acht Jahren das andere Extrem", sagte Holger Hansing.

Robuste Obstsorten auf der Patenwiese

Auf der Patenwiese in Möllbergen wachsen 20 Hochstämme, ausnahmslos alte robuste Obstsorten: Äpfel, Birnen und Kirschen. Vor zwei Jahren entschieden sich 13 Paten für unterschiedliche Bäume, die sie 20 Jahre lang nutzen und pflegen dürfen. Da einige Bäume in ihrer Entwicklung bisher hinter den Erwartungen zurückblieben, wird Rinderdung vom Biobauernhof nachhelfen. Beim Erziehungsschnitt gewannen die Baumpaten Reiser alter Obstsorten, die dann am 23. Februar auf der Reiserbörse im Hausberger Kurpark zu bekommen sind.

Schafe halten Baumscheiben frei

In Möllbergen konnten sich die Hobbygärtner das Freischneiden der Baumscheiben sparen, weil die dort grasenden Schafe das erledigten. Sie fraßen unter den Abzäunungen hindurch und hielten die Baumscheiben dadurch frei. "Die Wühlmausgefahr ist so gebannt. Sind die Baumscheiben nicht frei, haben die Mäuse dort ideale Rückzugsorte, um die leckeren jungen Baumwurzeln abzuknabbern", erklärte Holger Hansing.

Auf den beiden NHP-Patenwiesen in Lohfeld gibt es 22 Bäume, betreut von 17 Paten. Dort verfuhren die Obstbaumfreunde beim Erziehungsschnitt nach demselben Prinzip wie in Möllbergen. Sie sammelten auch hier die Reiser, um sie zur Veredelung während der beliebten Reiserbörse in zwei Wochen abzugeben.

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