Erster Spatenstich für 200-Meter-Anlage am Veltheimer Sprengelweg Höchstes Windrad wird nun Wirklichkeit / Am Dienstag rücken die Bagger an Von Stefan Lyrath Porta Westfalica-Veltheim (Ly). Der Bau eines 200-Meter-Windrads am Veltheimer Sprengelweg hat begonnen. Eckhard Hölkemeier und Frank Pieper von der Firma Energiewende Porta setzten gestern den ersten Spatenstich. Beide gehen davon aus, dass das bislang höchste Minden-Lübbecker Windrad bis Ende des Jahres steht. "Wir werden das genauso durchziehen, wie wir die Genehmigung betrieben haben und seit 20 Jahren hier am Ball sind", betont der Möllberger Landwirt Hölkemeier. So lange verfolgen die Männer bereits den Plan, an genau der Stelle ein Windrad zu errichten. Mit der Inbetriebnahme in 2013 könne es indes knapp werden.Länger warten wollten die künftigen Betreiber jedenfalls nicht. "Worauf?", fragt Pieper (Petershagen) eher rhetorisch. "Seit dem 18. Februar liegt die Genehmigung des Kreises vor. Die Anlage ist bestellt. Dienstag kommen die Bagger."Vor diesem Hintergrund weist die Stadt Porta Westfalica darauf hin, dass es am Sprengelweg im Bereich der Einmündung Im Harksiek zu Verkehrsbehinderungen kommen kann. Kurzzeitige Vollsperrungen des Sprengelwegs seien nicht auszuschließen.Das Windrad hat einen Rotordurchmesser von 117 Metern und eine Nabenhöhe von 141 Metern. Die Leistung wird mit 2,4 Megawatt angegeben. Das reicht, um rund 2000 Haushalte mit Strom zu versorgen. "Wir nutzen 17 Prozent des Portaner Windpotenzials aus und erwarten einen jährlichen Ertrag von bis zu sieben Millionen Kilowattstunden", erklärt Frank Pieper."Der erzeugte Strom wird direkt ins regionale Netz eingespeist", fügt Eckhard Hölkemeier hinzu. "Windenergie ist vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss, aber sie wird uns voranbringen." Im Vergleich mit der gleich hohen Lavelsloher Anlage wirkt das in Porta geplante Windrad schlanker. "Das Rad in Lavelsloh ist dreimal so massig", so Pieper und zeigt Fotos.Begleitet wurde der erste Spatenstich gestern von Protesten der Bürgerinitiative (BI) "Zur Erhaltung der Porta". Die Gruppe hatte Transparente mitgebracht, hielt sich aber abseits. Im Herbst hatte die BI Landrat Dr. Niermann eine Liste mit rund 1200 Unterschriften gegen das Vorhaben überreicht. Unterdessen wehren sich die Gegner auch mit juristischen Mitteln.Dass es "Klagen von einzelnen Grundstückseigentümern" vor dem Verwaltungsgericht Minden gebe, kann Sabine Ohnesorge aus der Pressestelle des Kreises bestätigen. Angekündigt hatte dies BI-Sprecher Oliver Korff. Auf Nachfrage, ob jene Klagen aufschiebende Wirkung haben, antwortet Ohnesorge: "Das hängt vom Fall ab. Zum Verfahren können wir keine Einzelheiten nennen."Hölkemeier und Pieper sehen in den Klagen kein Problem. Mit der Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb des Windrads sei sofortiger Bauvollzug verbunden. "Alles, was die Gegner vortragen, ist in der Genehmigung bereits abgearbeitet."Den Spaten in die Hand nahm gestern auch Heinz Hauenschild, Grünen-Ratsherr und Vorsitzender der Bürgerinitiative, die sich gegen Müllverbrennung im Veltheimer Kraftwerk wehrt. Zur Motivation sagte er: "Wir sind froh, wenn das Schmutzkraftwerk endlich abgeschaltet wird."

Erster Spatenstich für 200-Meter-Anlage am Veltheimer Sprengelweg

Porta Westfalica-Veltheim (Ly). Der Bau eines 200-Meter-Windrads am Veltheimer Sprengelweg hat begonnen. Eckhard Hölkemeier und Frank Pieper von der Firma Energiewende Porta setzten gestern den ersten Spatenstich.

- © PORTA
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Beide gehen davon aus, dass das bislang höchste Minden-Lübbecker Windrad bis Ende des Jahres steht. "Wir werden das genauso durchziehen, wie wir die Genehmigung betrieben haben und seit 20 Jahren hier am Ball sind", betont der Möllberger Landwirt Hölkemeier. So lange verfolgen die Männer bereits den Plan, an genau der Stelle ein Windrad zu errichten. Mit der Inbetriebnahme in 2013 könne es indes knapp werden.

Länger warten wollten die künftigen Betreiber jedenfalls nicht. "Worauf?", fragt Pieper (Petershagen) eher rhetorisch. "Seit dem 18. Februar liegt die Genehmigung des Kreises vor. Die Anlage ist bestellt. Dienstag kommen die Bagger."

Vor diesem Hintergrund weist die Stadt Porta Westfalica darauf hin, dass es am Sprengelweg im Bereich der Einmündung Im Harksiek zu Verkehrsbehinderungen kommen kann. Kurzzeitige Vollsperrungen des Sprengelwegs seien nicht auszuschließen.

Die künftigen Betreiber des Windrades am Sprengelweg sind (v. l.) Frank Pieper und Eckhard Hölkemeier. Gestern war Baubeginn mit dem ersten Spatenstich. - © Foto: Stefan Lyrath
Die künftigen Betreiber des Windrades am Sprengelweg sind (v. l.) Frank Pieper und Eckhard Hölkemeier. Gestern war Baubeginn mit dem ersten Spatenstich. - © Foto: Stefan Lyrath

Das Windrad hat einen Rotordurchmesser von 117 Metern und eine Nabenhöhe von 141 Metern. Die Leistung wird mit 2,4 Megawatt angegeben. Das reicht, um rund 2000 Haushalte mit Strom zu versorgen. "Wir nutzen 17 Prozent des Portaner Windpotenzials aus und erwarten einen jährlichen Ertrag von bis zu sieben Millionen Kilowattstunden", erklärt Frank Pieper.

"Der erzeugte Strom wird direkt ins regionale Netz eingespeist", fügt Eckhard Hölkemeier hinzu. "Windenergie ist vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss, aber sie wird uns voranbringen." Im Vergleich mit der gleich hohen Lavelsloher Anlage wirkt das in Porta geplante Windrad schlanker. "Das Rad in Lavelsloh ist dreimal so massig", so Pieper und zeigt Fotos.

Begleitet wurde der erste Spatenstich gestern von Protesten der Bürgerinitiative (BI) "Zur Erhaltung der Porta". Die Gruppe hatte Transparente mitgebracht, hielt sich aber abseits. Im Herbst hatte die BI Landrat Dr. Niermann eine Liste mit rund 1200 Unterschriften gegen das Vorhaben überreicht. Unterdessen wehren sich die Gegner auch mit juristischen Mitteln.

Dass es "Klagen von einzelnen Grundstückseigentümern" vor dem Verwaltungsgericht Minden gebe, kann Sabine Ohnesorge aus der Pressestelle des Kreises bestätigen. Angekündigt hatte dies BI-Sprecher Oliver Korff. Auf Nachfrage, ob jene Klagen aufschiebende Wirkung haben, antwortet Ohnesorge: "Das hängt vom Fall ab. Zum Verfahren können wir keine Einzelheiten nennen."

Hölkemeier und Pieper sehen in den Klagen kein Problem. Mit der Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb des Windrads sei sofortiger Bauvollzug verbunden. "Alles, was die Gegner vortragen, ist in der Genehmigung bereits abgearbeitet."

Den Spaten in die Hand nahm gestern auch Heinz Hauenschild, Grünen-Ratsherr und Vorsitzender der Bürgerinitiative, die sich gegen Müllverbrennung im Veltheimer Kraftwerk wehrt. Zur Motivation sagte er: "Wir sind froh, wenn das Schmutzkraftwerk endlich abgeschaltet wird."

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